Gewerkschaft der Polizei fordert Stopp des Atomtransports nach Gorleben

GdP-Vorsitzender Witthaut: „Wir sehen uns gezwungen, die Notbremse zu ziehen.“

Sindelfingen/Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, den Ende dieses Monats geplanten Castortransport mit Atommüll in das Zwischenlager Gorleben abzusagen. GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Der Einsatz ist zu einer Zumutung für unsere Kolleginnen und Kollegen geworden, die wir nicht akzeptieren können.“ In den vergangenen Monaten waren immer wieder Bedenken laut geworden, dass es bei Messung und Berechnung der Strahlendosen zu folgenreichen Fehlern gekommen sei.
Unverzüglich habe sich der zuständige GdP-Landesbezirk Niedersachsen daraufhin bemüht, Klarheit in die Irritation um die unklaren Werte zu bringen.

GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff: „Bis zur Stunde ist uns die niedersächsische Landesregierung eine nachprüfbare Erklärung schuldig geblieben. Die Zweifel an den offiziellen Messwerten sind bis auf den heutigen Tag nicht ausgeräumt. Wir befürchten eine erhöhte Strahlenbelastung für unsere eingesetzten Kolleginnen und Kollegen und für die Bevölkerung. Damit verstößt der Dienstherr der Polizistinnen und Polizisten gegen seine Fürsorgepflicht.“

GdP-Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut: „Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Alternativen zu diesem umstrittenen Zwischenlager zu finden. Es kann nicht sein, dass unsere Kolleginnen und Kollegen wiederum den Atommüll unter Einsatz ihrer Gesundheit hunderte von Kilometern quer durch Deutschland begleiten müssen, weil die Bundesregierung nicht in der Lage ist, die Endlagerfrage zu lösen.“

Da für den geplanten Transport wiederum tausende Polizistinnen und Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet eingesetzt werden sollen und diese wichtigen Fragen unbeantwortet geblieben sind, hat der Bundesvorstand der GdP in einer Sondersitzung am Mittwoch, 9. November 2011 in Sindelfingen bei Stuttgart beschlossen, die Absage des Transportes zu fordern.

Aus der Presse:

Opposition in Hannover fordert Castor-Stopp

Grüne fordern Absage des Castor-Transports

Polizei fordert Absage von Castor-Transport

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

6 Kommentare
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  1. Hallo an Alle,
    nur eine simple Frage in dieser hochbrisanten Angelegenheit :

    Wer hat mit seinen Messergebnissen recht ? Wem kann man hier Vertrauen schenken…..den Atomkraftgegener, die das Zwischenlager/vermeintliche Endlager mit allen Mitteln seit Jahrzehnten verhindern wollen ? oder der Betreiber/Staat, der es durchsetzen -lassen- will/muss ?.

    Und warum ist die Strahlung am Transportbehälter bei Vorbeifahrt, nachweislich, nicht gefährlich für die eingesetzten Kollegen/-innen….Dosimeter haben dies so gemessen….sagt man uns ?

    Warum ist erst jetzt, wo der Transport kommen soll, die Strahlung angeblich so hoch…..war er dies den Rest des Jahres nicht ?

    Also nochmal……wer sagt die Wahrheit….wem könnnen/sollen wir noch glauben ?

    Ach ja, ich glaube jeder Kollege und jede Kollegin können gut und gern auf so einen Transportwahnsinn, mit all seinen Nebenwirkungen/Belastungen, verzichten.

    Auch ich weis um was es geht, war selbst die Jahre, auch letztes Jahr dabei.

    Also ist verbieten die richtige Lösung / Antwort….vermutlich wäre es eh nur ein Verschieben auf einen anderen Zeitpunkt, denn , es ist und bleibt unser Müll…..
    ehemaliger

  2. Hinzukommen zwei Wochenden mit Spueltagen in allen Fußballligen und zahlreiche regionale Derbys, die weiteres Personal, teilweise in Personalunion als Castorkraft binden.

    Wo ist das so genannte Kräftemanagement und die Absprachen mit der DFL geblieben.

    Wie sagte Herr Seeger zu Klartext und Bournout: Wir haben das verstanden! Die Lösung scheint derzeit : Weiter so und Kranke aus dem Dienst zu entfernen!

    Ein funktionierendes Controlling würde im Arbeitsprozess Bundespolizei, das BPOLP entfernen.

  3. 1.Glaub ich hier niemandem mehr was.
    2.Sollte ein jeder selbst seine Schlüsse ziehen ob man zum Castor fährt oder nicht.
    3.Scheiß auf die Stunden wenn Du am Ende Leukämie hast.

  4. Bericht von Greenpace!

    http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/GP_Analyse_Strahlenmessung_final3.pdf

  5. Bei allem Respekt vor Gewerkschaften an sich. Es ist unredlich eine (und hier, was CASTOR betrifft, ist das eindeutig!) unerfüllbare Forderung zu stellen. Nützt Niemanden…

  6. Da kann ich mich dem Gelegenheitsgast nur anschließen. Wenn man sich als Gewerkschaft dagegen ausspricht, dann wohl eher gegen die Nutzung von Atomkraft an sich.
    Die Forderung einer Absage ist nichts weiter als Populismus, der das ganze Thema weiter anheizt und in der Öffentlichkeit das Interesse am Transport an sich weiter anheizt. Den Atomkraftgegner an der Strecke interessiert es nämlich nicht, dass ein großer Teil der eingesetzten Kräfte privat auch nichts von Atomkraft hält.
    Abgesehen davon Zweifel ich an der Sinnhaftigkeit solcher Forderungen um 5 vor 12. Meint ihr ernsthaft, dass die Franzosen jetzt sagen „Na gut, dann bleibt euer Müll halt bei uns. Das stört uns auch nicht“?
    Das ist unsere Baustelle, die durch die Energiekonzerne und die Regierung, die Kernkraft unterstützt hat, aufgemacht wurde.

    Bildet einen runden Tisch ( von mir aus BfS, Greenpeace und externe Wissenschaftler, die sich mit Strahlung auskennen ) und messt gemeinsam die Strahlung, bevor wieder jeder anfängt andere Ergebnisse zu präsentieren. Hier hat man nur noch das Gefühl, dass sich jeder die beste Grundlage für seine Position „zurechtlügt“.

    Da sind letztlich die Bürger und die Beamten der Depp!

    Beste Grüße