Weitere Verhandlungen GdP – Bundesinnenministerium zum besseren Ausgleich von Schicht- und Einsatzdienst

Frank Buckenhofer, Sven Hüber und Dr. Janina Gauder in der Verhandlungsrunde mit der Dienstrechtsabteilung des Bundesinnenministeriums

Berlin. Zu einem weiteren Gespräch trafen in Berlin der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit der Dienstrechtsabteilung des Bundesministeriums des Innern zusammen, um die im Februar begonnenen Gespräche zur Neugestaltung des Ausgleichs von Schicht- und Einsatzdienst fortzusetzen. Die GdP wurde dabei durch den auch für Beamten-, Besoldungs- und Versorgungsrecht zuständigen stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Bundespolizei, Sven Hüber, und durch Vorstandsmitglied Frank Buckenhofer aus der Bundesfinanzpolizei (Zoll) sowie die Justiziarin des Bezirks, Frau Dr. Janina Gauder, vertreten.

Die GdP begrüßte zunächst ausdrücklich, dass das BMI das zwischen Bundesregierung und dem DGB vereinbarte verbesserte Beteiligungsverfahren einer frühzeitigen partnerschaftlichen Einbindung der Gewerkschaft ernst nimmt und auf den fachlichen Rat der GdP eingeht.

Aus Sicht der GdP ist als besonders positiv hervorzuheben, dass die Dienstrechtsabteilung an dem Ziel der Verbesserung der Ausgleichsregeln sowohl für Wechselschicht- und Schichtdienst leistende Beamte, aber auch für all diejenigen in vergleichbar belastenden Diensten zu wechselnden Zeiten wie z.B. die mobilen Einheiten, die Sonderdienste und die Bereitschaftspolizei festhält und sich dadurch der Personenkreis derer, die einen besseren finanziellen und Urlaubsausgleich erhalten, beträchtlich erweitert.
Das Bundesinnenministerium (BMI) nutzte die Gelegenheit, den gegenwärtig in der Abstimmung zwischen den einzelnen Bundesministerien (Ressorts) befindlichen Entwurf der Bundesregierung zu einer „Verordnung zur Änderung der Erschwerniszulagen-, der Erholungsurlaubs- und der Arbeitszeitverordnung“, die im Wesentlichen eine Änderung der bisherigen Wechselschicht- und Schichtzulage nach der Erschwerniszulagenverordnung sowie des bisherigen Zusatzurlaubs für Schichtdienstleistende und die Arbeitszeitverordnung beinhaltet, zu erläutern. Dabei hat das BMI gegenüber dem Erstentwurf von Anfang des Jahres an beeindruckend vielen Stellen die Anregungen und Forderungen der GdP in den jetzigen Entwurf aufgenommen. Für die GdP ist dies ein besonders wichtiger Meilenstein, denn weit über 12.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten im Wechselschichtdienst bzw. Schichtdienst und weitere Tausende aus den Mobilen Einheiten, den Sonderdiensten und der Bereitschaftspolizei sowie den Flugdiensten und anderen Einheiten arbeiten in unregelmäßigen Arbeitszeitmodellen im Einsatzdienst. Kein Gegenstand dieser Gesprächsrunde waren die anderen Zulagenpunkte der Erschwerniszulagenverordnung, z.B. für bestimmte Verwendungen. Auch die Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten („DuZ“) soll nicht angefasst werden.

Nunmehr ist durch das BMI beabsichtigt, die bisherige „Zulage für Wechselschichtdienst und für Schichtdienst“ (§ 20 EZulV) in eine „Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten“ umzuwandeln – die Definition, was Wechselschichtdienst im Zulagensinne ist, entfällt damit und ermöglicht auch die Einbeziehung der mobilen Einheiten und der Bereitschaftspolizei. Die neue Zulage soll für jeden Mitarbeiter, der einen minimalen Rhythmuswechsel erfüllt,  „spitz“ für jeden Monat berechnet werden, gestaffelt nach Anzahl der geleisteten Nachtdienststunden (zwischen 5 und 45 Stunden). Neben einem Grundbetrag zwischen 12 und 108 Euro soll es für jede zwischen 00.00 Uhr und 06.00 Uhr geleistete Nachdienststunde einen weiteren Euro Zuschlag geben und für mindestens drei Dienste, die samstags, sonntags oder feiertags beginnen, nochmals 20 Euro pro Monat. Damit würde sich der finanzielle Ausgleich der Mehrbelastung durch unregelmäßige Arbeitszeiten im Regelfall deutlich verbessern und vor allem der Kreis der davon Profitierenden erheblich erweitern – ein sehr gutes Verhandlungsergebnis der GdP!
Das BMI will so auch eine Abgeltung nach der tatsächlichen Belastungen bewirken und diejenigen, die am stärksten belastet sind, am stärksten honorieren. Für die jeweilige Monatsabrechnung nicht „verbrauchte“ Nachdienststunden sollen in die Abrechnung des Folgemonats übertragen werden können und verfallen so nicht.
Besonders begrüßenswert ist die Aufnahme der GdP-Auffassung, dass alle unregelmäßigen Dienste und daraus fließenden Belastungen (also auch der flexiblen bzw. bedarfsorientierten Dienstmodelle und die Einsätze der mobilen Einheiten) berücksichtigt werden und auch die Anwärterinnen und Anwärter während ihrer Praktikazeiten hier nicht mehr – wie bisher – von der Zulagengewährung ausgeschlossen, sondern zukünftig berücksichtigt werden. Aus GdP-Sicht klärungsbedürftig bleibt, wie Schichtdienst bei Auslandsverwendungen berücksichtigt wird (dieser ist durch die Auslandsdienstbezüge nicht mit abgegolten) und wie Bereitschaftsdienst zu berücksichtigen ist – aus Sicht der GdP genau so, wie bei der Gewährung von „DuZ“, nämlich voll. Weiterhin ist zu diskutieren, nach welchem Modus ein Rhythmuswechsel der Arbeitszeit als Anspruchsvoraussetzung optimal konstruiert sein muss.
Auch der bisherige „Zusatzurlaub für Schichtdienst“ (§ 12 EUrlV) soll in einen „Zusatzurlaub für Dienst zu wechselnden Zeiten“ umgewandelt und der Kreis der davon Erfassten so erweitert werden. Wie auch bei der finanziellen Zulage soll ab einer Mindestzahl von regelmäßigen Arbeitszeitwechseln (die aber nicht mehr an einen Dienstplan gebunden sein müssen) für jeweils 70 geleistete Nachdienststunden in zwei Monaten ein Zusatzurlaubstag gewährt werden, maximal 6 Zusatztage. Erreicht man diesen Nachtdienstwert in zwei Monaten nicht, so können Nachdienststunden auch „gesammelt“ werden: je 100 Nachtdienststunden im Jahr gibt es einen Zusatzurlaubstag. Ab dem 50. Lebensjahr wird ein  weiterer, ab dem 60. Lebensjahr (wegen der Anhebung der Altersgrenze) nochmals ein weiterer Zusatzurlaubstag gewährt.
Bei der Arbeitszeitverordnung hat sich das Bundesinnenministerium dazu durchgerungen, der GdP-Forderung nachzugeben, dass die Anrechnung von Ruhepausen auf die Arbeitszeit bei unregelmäßigen, belastenden Arbeitszeitmodellen einerseits beibehalten, andererseits aber nicht mehr an die Definition „Wechselschichtdienst“ gekettet wird, sondern daran, ob der Beamte unregelmäßig und mit hohem Nachtdienstanteil arbeitet, d.h. eine Zulage dafür erhält. Dies dürfte in der neuen Regelung mehr Kolleginnen und Kollegen umfassen als nach dem bisherigen Rahmen. Im weiteren Anhörungsverfahren der Spitzenorganisationen ist jedoch nochmals zu diskutieren, ob es tatsächlich sachgerecht und sinnvoll sein kann, dass Beamte, die wegen im Vormonat angefallenem Urlaub oder Fortbildung keine „Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten“ erhielten, im Folgemonat, wenn sie wieder im belastenden Dienstrhythmus sind, von der Anrechnung der Ruhepausen ausgenommen werden sollen; dies ergibt aus GdP-Sicht keinen Sinn.
Zudem forderte die GdP auf der Grundlage der Belastungsfeststellungen der Strohmeier-Studie, dass das Bundesinnenministerium zu allererst die Wochenarbeitszeit von 41 Stunden auf 39 Stunden senkt, wie sie für die Tarifbeschäftigten des Bundes gilt, denn dies sei die einfachste und effektivste Form der Belastungsreduzierung: sie erspart jedem Beamten und jeder Beamtin ca. 13 Schichten. Die Bundesregierung legt ja auch sonst großen Wert auf die „wirkungsgleiche“ Übertragung von Regelungen der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich auf die Beamten – so kann es bei der Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit kein physisch und psychisch besonders belastendes Sonderopfer durch Zusatzdienste für Beamte geben!
Die GdP wies zudem darauf hin, dass durch die Bundesregierung unbedingt gesichert werden müsse, dass der sich aus einer Umstellung von Pauschalzulagenzahlung auf monatliche Spitzabrechnung der Zulagen ergebende Verwaltungsmehraufwand auch mit einem entsprechendem Mehr an Verwaltungspersonal abgedeckt werden muss.

Unter dem Strich ist die GdP ihren Zielen einer monatlich finanziell besseren Abgeltung der unregelmäßigen Arbeitszeit für mehr Kolleginnen und Kollegen als bisher und eines Mehr an Zusatzurlaub für alle durch Nachdienst beanspruchte Kolleginnen und Kollegen in unregelmäßigen Arbeits- und Einsatzzeitmodellen – auch dank der konstruktiven Haltung der Dienstrechtsabteilung – in den bisherigen Verhandlungen ein ganzes Stück näher gekommen, wenngleich noch Dissenspunkte verbleiben. Bis Ende Januar werden nun – nach Diskussion an der GdP-Basis – GdP und DGB ihre offiziellen Stellungnahmen an das Bundesinnenministerium geben.

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23 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Ein Dank an die GdP und das BMI, welches sich konstruktiv in der Sache beteiligt.

    Die erweiterte Forderung der GdP zur Einführung der 39 Stunden – Woche für alle sollte weiter verfolgt werden.

    Aus eurem Beitrag ist nicht eindeutig erkennbar, wie das BMI zur Einführung der 39 Stunden Woche steht!???

    Ist es nur eine Forderung der GdP? Wenn ja, wie steht ggf. das BMI dazu?

    Danke!

  2. Der Grundbetrag (12Euro -108 Euro) wird wahrscheinlich, wie es jetzt ist, auch versteuert. Wie sieht es mit den 20 Euro Wochenenddienst (drei an der Zahl) aus? Und wenn ich es richtig verstanden habe, muß ich 70 Nachtdienststunden erbringen, um 1 Tag Sonderurlaub zu bekommen. D.H wenn ich im Januar 36 Nachdienststunden mache und im April 35 Nachdienststunden, so habe ich 1 Tag erhalten. Der Feb. und März gehen zur Berechnung auf die 100 Nachdienststunden über? Der Zusatzeuro von 00:00 – 06:00 wird auf die 1,39 Euro bzw. 2,94 Euro raufgepackt?
    Die Wiedereinführung der 39 Std. Woche wäre wohl der größte Gewinn für alle, weiter so.

  3. …und noch ein undurchschaubares, unpraktikables Rechen- und Bürokratiemonster… Geht´s nicht einfacher? Trotzdem DANKE für den Einsatz fürs Fußvolf an die Gewerkschaften!

  4. Schön, wirklich schön….

    Wer hat sich so ein arbeitsintensives Rechenmonster nur ausgedacht?

    Das kann nur jemand gewesen sein, der dem mittleren nichttechnischen Verwaltunsdienst oder dem vergleichbaren Tarifbereich nicht angehört. Das sind nämlich diejenigen, die das dann umsetzen müssen.

    Der Arbeitsaufwand muss (natürlich) zusätzlich mit stetig reduziertem Personal (1,3 % jedes Jahr) geleistet werden.

    Wie war das mit der Arbeitsüberlastung in den Verwaltungen? Oder gibt es das nur bei Vollzugsbeamten?

    Danke, vielen Dank

  5. hijach,
    nee, die 1,3 % sollen ja zurückgebaut werden: Aber die EG 3 bleibt! Betrogen und Verlogen – bei der Bundespolizei eine Ausbildung als Verwaltungsmensch zu beginnen- das ist verlorene Zeit!

  6. Hat man auch mal an folgendes gedacht: Viele Kolleginnen und Kollegen gehen aus dem Schichtdienst in den Ruhestand. In den nächsten Jahren haben wir innerhalb der Bundespolizei eine große Zahl zu erwarten. Abgesehen davon, dass die Ruhestandsbezüge von ehemals 75 % mittlerweile auf fast 71 % zurückgefahren worden sind, wird der finanzielle „Verlust“ durch den Wegfall der Schichtdienstzulage eigentlich noch größer. Sollte man nicht auch darüber einmal nachdenken, wie hier ein Ausgleich aussehen könnte?
    Ansonsten auch von mir herzlichen Dank an die Vertreter der GdP für den unermüdlichen Einsatz, den andere Berufsvertretungen sehr vermissen lassen!
    Mit besten Grüßen

  7. Liebe Gewerkschaft!! Eine Beispielrechnung bzw. Gegenüberstellung zur jetzigen Berechnung wäre recht ratsam, damit wir mal den Unterschied erkennen. Wie schon oben beschrieben, fehlt hier vieles. Schichtzulage ja oder nein, DUZ-Gelder dann nur ab 00:00 Uhr und worauf, Versteuerung ja oder nein, 70 Nachdienststunden für einen Tag (nur zusammenhängende Monate oder kann man die einzelnen Monate zusammenstellen Jan. + August oder Feb + Juni)?
    Ich sehe hier auch viel Fragezeichen und würde, wie schon geschrieben, eine genauere Erklärung/Gegenüberstellung der einzelnen Punkte sehr begrüßen.

  8. Und was ist mit der Altersdiskriminierung???

  9. Hallo Leute,

    bevor ihr jetzt mit Alterdiskriminierung und Ruhestandsbezüge usw. anfangt, bitte lest euch die Überschrift von diesem Beitrag nochmal durch.

    Es ist doch wirklich dringend erforderlich die Schichtdienstleistenden nun endlich finanziell besser zu entlohnen. Die Tagdienstleistenden haben ja eh schon viele Vorteile, warum nun nicht endlich etwas für die Schichtdienstleistenden tun!?

  10. Ja, aber man könnte doch trotzdem nochmal über das Thema Altersdiskriminierung sprechen!
    Ich fühl mich nämlich schon diskriminiert und ausgegrenzt!

  11. Wenn die Wechselschichtzulage so umgewandelt wird, dass auch MKÜ´en und Bereitschaftspolizei bei entsprchender Belastung diese erhalten ist das ein guter und richtiger Weg. In diesem Zusammenhang von einer SPITZ Abrechnung zu sprechen ist auch nur fair; diese Zulage ist für die Menschen gedacht, die tatsächlich auch Wechselschichten arbeiten.

  12. Hallo aeM!

  13. Hallo Kollegen,

    erst das Gesamtpaket wird zeigen, ob es sich wirklich um einen wegweisenden Schritt für uns Schichtdienstleistende handelt.
    Ich finde es erst mal gut, wenn dadurch auch andere Schichtdienstleistende (Bereitschaftspolizei/ MKÜen etc.) profitieren, man muß auch gönnen können! Diejenigen, die den meisten Schichtdienst leisten sollten aber eine deutlichere Erhöhung erfahren (ich spreche nicht von 30 Euro mehr, die dann noch zu versteuern sind).
    Wenn wir uns nämlich ansehen, wann die letzte Erhöhung stattgefunden hat, wird uns auch klar, dass diese wahrscheinlich wieder 15 Jahre halten muss und bei unseren DUZ (1,39 etc.) ist es einfach nötig, dass wir die jeden Umlauf erfahrende Mehrbelastung in monetäre Ströme umgewandelt bekommen. Ich würde sofort auf eine angemessene Gehaltserhöhung verzichten, wenn die Arbeit (die eh keiner machen will), auch attraktiv vergütetet wird und noch andere Vergünstigungen (39 Stunden Wochen, mit 60 in Rente o.a.) dazu kämen.
    Zudem würde unser Innenministerium endlich das Problem an den Wurzeln packen, die Pullfaktoren für Schichtdienst erhöhen und die seit Jahren anwachsende Tendenz, dass der (wenn auch nur im Überhang) Tagesdienstposten attraktiver erscheint.
    Ich würde jede Wette eingehen, wenn an dieser Stellschraube gedreht wird, würden einige Probleme behoben sein.
    Und nein, ich spreche nicht davon den Tagesdienst unattraktiver zu machen, sondern den Schichtdienst deutlich attraktiver.

  14. Erst mal schauen was das Ergibnis bringt.
    Wann kann man damit rechnen ??
    Bitte gleich ein Software für den Verwaltungsdienst mitbringen.
    Warum werden nicht die gesamten geleisteten Nachtdieste auf ein Lebensarbeitskonto errechnet um dann etwas
    eher in Pension zu gehen, weil man ja auch höchst wahrscheinlich eine kürzere Lebenszeit hat.

    Frohes Fest

  15. Hallo,
    wenn ihr das durch bekommt, dann bin ich mehr als zufrieden. Ich ärgere mich seit Jahren mit unserem „Verwaltungsbullen“ rum, was Schichtdienst ist,w as Wechselschichtdienst ist, wer wen ablösen muss ect. Von mir, falls das so durchgeht ein Lob!

  16. Da muss ich Paul zustimmen, wir haben bei uns auch so einen Vogel, der meint die Zuschläge werden von seinem Gehalt bezahlt! Wenn das durchgeht ist es zwar nicht das optimum aber zumindestens mal ein Schritt in die richtige Richtung!

  17. Liebe GdP,

    ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen, um Euch für die eingangs beschriebenen Bemühungen für eine zukünftig bessere und wirklich leistungsgerechtere Bezahlung aller Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei zu bedanken.

    Natürlich gibt es unendlich viele Punkte an denen es gilt Verbesserungen herbeizuführen.
    In den zurückliegenden Jahren wurde sowohl die Wochen- u. Lebensarbeitszeit durch die Politik erhöht und dies ohne jeglichen finanziellen Ausgleich. Im Gegenteil, durch die Erhöhung dieser vorgenannten Arbeitszeiten kamen unsere schlauen Köpfe in den Ministerien darauf, dass die Bundespolizei ja dadurch zu viele Polizistinnen und Polizisten in ihren Reihen beschäftigt, die es gilt zeitnah abzubauen.

    Die gestiegenen Belastungen, die neuen Aufgaben und dadurch einhergehend ein höher Krankenstand der Belegschaft wegen Burn Out usw. interessiert offensichtlich „niemanden“.

    Hinzu kommt die Absenkung der Ruhestandbezüge von 75 % auf 71,25 %, die gestaffelte Absenkung des Freibetrages der steuerfreien Ruhestandsbezüge, bis irgendwann die gesamten Ruhestandbezüge steuerpflichtig sind usw.

    Liebe GdP, es ist allerhöchste Zeit diesem Gesamtzustand energisch entgegenzutreten, denn bei der Bundespolizei brennt der Baum zwischenzeitlich schon lichterloh!!!

    Bei allen Überlegen muss auch das Thema: Entschädigung von „Bereitschaftsdiensten“ -Rufbereitschaft-, egal von welcher Ebene diese Bereitschaften erbracht werden, unbedingt auf den Tisch.
    Die derzeitige Regelung bzw.. Abgeltung von Bereitschaftsdiensten muss „dringend“ eine Änderung erfahren. Bedenkt man, dass die Durchführung einer Wochenendbereitschaft (ca. 60 Stunden bis 65 Stunden) überdauert; die Kolleginnen und Kollegen hierdurch persönlichen Einschräkungen mit ihren Familien unterliegen, und diese dann -sollte kein Einsatz erfolgen- mit 6 bis 7 Überzeitstunden vergütet werden.
    In der heutigen Zeit ist diese Art der Abgeltung wie ein Butterbrot mit Ei.

    Soll heißen, wer durch die Erhöhung der Wochen- u. Lebensarbeitszeit versucht Personal abzubauen und die dadurch entstehende fehlende Manpower durch Einführung von Bereitschaftsdiensten auszugleichen, wird mit zunehmender Zeit eine Erhöhung des Krankenstandes erfahren, da diese Maßnahme wiederum eine noch höhere Belastung der Kolleginnen und Kollegen darstellt.

    Meines Erachtens sollte die Einführung von Bereitschaftsdiensten auf ein Minimum zurückgefahren werden.
    Gerade im Ermittlungsbereich ist die Einführung von Bereitschaftsdiensten überhaupt nicht von Notwendigkeit, den wir bearbeiten allesamt keine „Mordfälle“ und die für weitere Ermittlungsansätze benachbarten Behörden sind ab Freitag 14:00 Uhr in der Regel sowieso nicht mehr erreichbar.

    Außerdem wird die Einführung eines „K-Bereiches“ oder einer „K-Laufbahn“ innerhalb der Bundespolizei nach wie vor abgelehnt.

    Fakt ist und bleibt: Die Vergütung von Bereitschaftsdiensten oder Rufbereitschaftsdiensten ist nicht mehr zeitgemäß und bedarf einer umfangreichen Anpassung!!!

    Also wenn schon Arbeitszeiten, Zulagen und sonstige Vergütungen auf den Prüfstand kommen, dann auch bitte gerechterweise alle Arten von Bereitschaftsdiensten.

  18. Zitat AnfangGerade im Ermittlungsbereich ist die Einführung von Bereitschaftsdiensten überhaupt nicht von Notwendigkeit, den wir bearbeiten allesamt keine “Mordfälle” und die für weitere Ermittlungsansätze benachbarten Behörden sind ab Freitag 14:00 Uhr in der Regel sowieso nicht mehr erreichbar. Zitat Ende

    Genau, ich bin sowieso dafür, dass man den Ermittlungsdienst (wenn er die Einstellung wie in obigen Post hat) abschafft (dann hat sich auch das große Problem mit den Bereitschaftszeiten erledigt) und wieder in den Schichtdienst integriert, dafür wird die „Last“ auch wieder insgesamt gerechter verteilt. Apropros im Südwesten gab es keine Bereitschaften, ganz zaghaft hat man jetzt angefangen mittels eines „ausgewählten“ Katalogs (der solche Hürden stellt, dass er fast nicht zur Anwendung kommen kann). Für mich jedenfalls eine Diskussion die auf einen Niveau geführt wird, von der sich der Schichtdienst schon lange verabschiedet hat.
    Ansonsten, wieso braucht der ERMD einer Inspektion eine K- Laufbahn? Ich bitte dringest um Aufklärung (vor Allem mit der eigenen Begründung „wir bearbeiten keine Mordfälle“).
    Gut jetzt geht die Diskussion in die falsche Richtung in diesem Thread, aber unkommentiert stehen lassen kann ich diesen Post nicht.
    Nicht das mich jemand falsch versteht, der Kollege im ERMD, der seine Bereitschaften leistet soll die auch voll vergütet bekommen, aber diejenigen die noch nicht mal Bereitschaft leisten wollen, die sollten nicht schon im Vorfeld anfangen rumzujammern. Es gibt viele gute und motiverte ERMD Beamten und ich denke viele werden auch den Sinn sehen mit Fachkompetenz und Unterstützung am Wochenende bei qualifizierten Delikten zu unterstützen, denen Kollegen gilt generell mein Dank. Aber die oben schön beschriebene Mentalität des Südwestlers bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

  19. Hallo Kolleginnen und Kollegen,

    warum nicht eine Lösung, welche gerecht, transparent und das Ziel trifft? Mein Vorschlag: keine Begrenzung der ZU-Tage auf 6, sondern offen, dh. 720 Nachtdienststunden gleich 7 Tage und 20 Stunden zwecks Übertrag in das nächste Kalenderjahr. Der montäre Anreiz nur über DUZ organisieren, daher sollten über eine Begrenzung des Zeitfensters nachgedacht werden, um eine wesentliche und spürbare Erhöhung zu generieren (z.B. Zeitfenster wochentags von 0:00 bis 6:00 Uhr, sonn- und feiertags von 0:00-24 Uhr), ferner sollten die Schichtzulagen im DUZ aufgehen.

    Guten Rutsch und ein frohes und gerechteres Jahr 2012

  20. Hallo Kollege Immer Weiter!!!

    Zu Deinem Beitrag:
    Zitat: „Genau, ich bin sowieso dafür, dass man den Ermittlungsdienst (wenn er die Einstellung wie in obigen Post hat) abschafft (dann hat sich auch das große Problem mit den Bereitschaftszeiten erledigt) und wieder in den Schichtdienst integriert, dafür wird die “Last” auch wieder insgesamt gerechter verteilt. Apropros im Südwesten gab es keine Bereitschaften. Zitat Ende.

    Du bist offensichtlich auch einer derjenigen Kollegen, der vom Umfang des Ermittlungsgeschäftes bzw. der umfangreichen Aufgabenbewältigung eines Ermittlungsdienstes keine ausgeprägte Ahnung hat, denn sonst würdest Du in diesem Forum nicht solche Zeilen wiedergeben.

    Und noch eines möchte ich hier für Dich lieber Kollege „Immer Weiter“ zur Kenntnis anführen: „Es gab im Südwesten Inspektionen, vor allem im Bereich des ehemaligen Amtes Weil am Rhein, wo sogar ein Flächenermittlungsdienst ab dem Jahre 1998 bis zum Jahre 2008 durchgehend Wochenendrufbereitschaften durchführten und dies, trotz der billigen Abgeltung und auch schon damals mit einem Aufgabenkatalog.
    Ich selbst habe mehr als 10 Jahre Rufbereitschaftsdienst hinter mir und weiß von was ich spreche.
    Also Kollege nicht immer erst das Maul soweit aufreißen und generell gegen die Ermittlungsdienste schießen, sondern erst selbst mal mindestens 10 Jahre Rufbereitschaftszeit erbringen, dann können wir auf Augenhöhe miteinander diskutieren!!!!

    Bevor Du lieber Kollege also solche Beiträge ins Netz stellst, solltest Du Dich im Vorfeld erst mal richtig erkundigen hinsichtlich Bereitschaftsdienste usw..
    Außerdem gibt es genügend Tätigkeiten, die vom Ermittlungsdienst geleistet werden, die im Schichtdienst nicht durchzuführen sind.
    Vergleiche hierzu den Bezirksdienst bei den Länderpolizeien; diese gibt es auch nicht grundlos und etwas anderes ist der ErmD bei der BPOL auch nicht.

    Und noch eines möchte ich auf diesem Wege los werden Kollege „Immer Weiter“: Ich glaube nicht, dass Du derjenige bist, der andere Kolleginnen und Kollegen in Sachen Motivation zu beurteilen hat, hierfür gibt es Fachvorgesetzte.

    Außerdem sitzen wir alle in einem Boot und das Gegeneinander, zwischen Streifendienst und Ermittlungsdienst, sollte m.E. endlich mal aufhören. Jede Einheit erfüllt die ihr übertragenen Aufgaben so gut als möglich.

    In meinem Beitrag vom 28.12.2011 wollte ich einfach darauf hinweisen, dass wenn die Politik an den Stellschrauben Veränderungen vornimmt, wir nicht die billigsten Lösungen ergreifen sollten, um die fehlende Manpower mit Bereitschaftsdiensten auszugleichen.
    Wenn aber für eine gewisse Übergangslösung solche Maßnahmen ergriffen werden sollen oder vielleicht auch müssen, dann aber mit der vollen zeitlichen Vergütung und nicht auf dem Armenweg.

    Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen ebenfalls einen guten Rutsch,
    für 2012 alles, alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Glück

  21. @Südwestler
    Selten so amüsiert, eigentlich wollte ich gar nicht zurück schreiben, musste da jetzt echt mit mir ringen, denn so
    gebe ich deinen Beitrag vllt. mehr Beachtung als er wert ist.
    Vorab möchte ich aber nochmal deutlich machen, dass dieser Post nichts, aber auch wirklich nichts mit anderen ERMDienstlern zu tun hat, mir geht es lediglich um die hier veröffentlichte Meinung von einem Kollegen. Wer da natürlich die gleiche Meinung wie Südwestler hat , darf sich auch angesprochen fühlen.
    Also das mit dem „Maul aufreißen“ spricht nicht unbedingt für Dich.
    Auch interessant, dass du mir eigentlich komplett die Kompetenz absprichst , da bleibt natürlich die Frage: „Kennen wir uns?“.

    Nichtsdestotrotz, was willst du denn eigentlich? Arbeiten wie der Bezirksdienst (von Mo – Fr 14:00 Uhr) und das dann am besten in der K-Laufbahn (dein obiger Post enthält genau diesen Inhalt). Merkste selbst, oder?
    Mal davon abgesehen, kenne ich einige Kripobeamte und ich weiss wie diese ihren Dauerdienst verrichten. Mein lieber Kollege, ich glaube, dass du das nicht im entferntesten möchtest (wobei ich schon weiss, dass auch diese Arbeit Kollegen findet, die das attraktiv finden). Aber dazu scheinst Du im Speziellen nicht zu gehören (Stichwort bis 14:00 Uhr am Freitag, weil andere Behörden nicht mehr ansprechbar sind).

    Achja, ich war übrigens wirklich beeindruckt . 10 Jahre Rufbereitschaft, ich könnte ja damit anfangen, dass ich 25 Jahre Schichtdienst leiste und des öfteren kurzfristig erfahre, dass ich mein nächstes DF in Sttgt/Fußball/Demos/Castor etc. verbringen muss.
    Finde ich nicht schön (und zermürbt auch oft), gehört aber zum Gesamtpaket „Polizeivollzugsbeamter“ dazu, kann man alles sicherlich auch noch professioneller und schonender machen, aber ist schlußendlich doch Teil meines Vertrages.
    So wie ich meine, dass eine Rufbereitschaft eben zu einem ERMD gehört, damit Kollegen mit Sachkenntnis umfangreiche Tatorte oder bspw. auch komplexe Fälle, bspw. im Ausländerrecht übernehmen und diese eben nicht über drei Schichten übergeben werden, da gibt es aber noch viele andere Beispiele. Der KSB draußen hat eben nicht die gleichen Möglichkeiten bspw. sich bei der Spurensicherung weiterzubilden.

    Ansonsten sind 25 Jahre Schichtdienst eine lange Zeit, davon würde ich aber nicht ableiten wollen, dass mich das wie in deinem Fall dazu befähigt (sondern erst selbst mal mindestens 10 Jahre Rufbereitschaftszeit erbringen, dann können wir auf Augenhöhe miteinander diskutieren!!!! ), irgendjemanden die Meinung absprechen zu können. Wobei mich 10 Jahre Rufbereitschaft, aber auch insgesamt nicht zum Schweigen bringen.
    Achja, seit 2008 bis gerade eben keine Rufbereitschaft gehabt, da lieg ich doch dann eigentlich komplett richtig, mit meiner Aussage im ersten Post.
    Zusammenfassend rate ich Dir ein wenig Textverständnis und ein paar Umgangsformen an.

    Wie gesagt es ist dringend nötig den Schichtdienst wieder so attraktiv zu gestalten, dass die Pullfaktoren überwiegen.
    Die Kollegen müssen einfach fühlen, dass diese Arbeit auch wertgeschätzt wird. Wenn der Schichtdienst wieder so attraktiv wird, dass es sich jeder zweimal überlegen muss, ob er in den Tagesdienst wechselt (und hier vor Allem in Überhangstellen), so wird sich bald der Effekt einstellen, dass mit mehr Kollegen, auf der Strasse, die Arbeit auch insgesamt wieder entspannter wird.
    Also GDP bleibt dran, dass ist der richtige Weg.

  22. Ich vermisse hier, die nach Schichdienstjahren gestaffelte Heransenkung der Lebenalterszeit!!!!!

    Dieses ist bei den Landespolizeien, auch mit Hilfe der GDP, möglich gemacht worden.

  23. Gibt es zu diesem Thema Neuigkeiten?