In der Bundespolizei herrschen die gleichen Probleme wie in der Bundeswehr

Josef Scheuring

Josef Scheuring

Berlin/Hilden. “Die vom Wehrbeauftragten der Bundeswehr, Hellmut Königshaus in seinem Jahresbericht dargestellten Probleme bei der Bundeswehr sind in gleicher Weise auch bei der Bundespolizei vorhanden. Die Bundespolizei hat zudem in Teilen noch schlechtere Ausgleichsinstrumente zum Abbau der Belastungen als die Bundeswehr”, das stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring in Berlin fest.

Die Bundespolizei hat kein eigenes Personal für die personelle Absicherung der Auslandseinsätze, sowie für deren Vor– und Nachbereitungen. Die Einsätze werden seit Jahren voll auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen abgetragen, die die polizeiliche Arbeit an den Bahnhöfen, den Flughäfen und Grenzen in Deutschland leisten. Auch Reisekosten– und Trennungsgeldregelungen, wie sie bei der Bundeswehr richtigerweise bestehen, wurden der Bundespolizei zur Abstützung ihrer ständigen Organisationsveränderungen verweigert.

“Durch zwei vollkommen unstrittige, wissenschaftliche Studien ist zweifelsfrei belegt, dass die Beschäftigten der Bundespolizei im hohen Maß überlastet sind und das Vertrauen in die Politik verloren haben. Die konservative Bundesregierung hat diese Situation bisher mit weiteren Personalstreichungen und Kürzungen der Haushaltsmittel beantwortet. Sie wird damit ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht”, so Scheuring.

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

3 Kommentare
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  1. Moinsens!

    Diese Tatsache ist so neu sicherlich nicht, hat man doch durchaus persönlichen Kontakt zu Bundeswehrsoldaten und wundert sich gemeinsam über diee Ähnlichkeit der Problemfelder beider Behörden. Die Kollegen an der Basis wissen sicherlich einige Lieder dazu zu singen, was es alles an eigentlich unvorstellbaren Geschehnissen in der Organisation Bundespolizei gibt.
    Verwunderlich ist da eigentlich nur, warum es nicht tatsächlich einen Bundespolizeibeauftragten gibt, der sich der Sorgen und Nöte der Bundespolizei annimmt. Weiß man doch spätestens seit der „Strohmeier-Studie“ ob der Beratungsresistenz unserer Behördenleiter.
    Auf Hochglanzdruckwerk hat man sich ja das LeiDbild auf die Fahnen geschrieben und damit eigentlich eine „Zielvereinbarung“ für einen menschlichen und durchaus als vernünftig zu bezeichnenden Umgang miteinander in den Raum gestellt.
    Der Haken an der Sache ist nur, dass diese Vereinbarung nur ans Tageslicht gerät, wenn eingefordert wird, sie von unten nach oben mit Leben zu füllen.

    Letztlich kann man nur froh sein, dass sich auch in diesem Forum eigentlich alle daran halten, dass viele dieser Paradebeispiele unter VS-NfD fallen.

    In meinem Dunstkreis gibt es auch im Moment wieder so ein Beispiel, wo der Streifer die Organisation Bundespolizei in Richtung der Bevölkerung „schönredet“ und sich nach Vortrag sachlicher, zielführender Kritik auch noch zu einem Gespräch beim IL einfinden darf.

    Kritikfähigkeit: -6- setzen (und ab in die Zeugnisferien)

    Gruß

    AB

  2. FAZ heute: „Besonderes Augenmerk widmete Königshaus … den Belastungen, die den Soldaten entstehen, weil sie zwischen Wohn- und Dienstort pendeln müssen. Etwa 70 Prozent aller Soldaten müssten das teils über mehrere hundert Kilometer hinweg tun… belaste das auch die privaten Verhältnisse der Soldaten und schlage sich in einer hohen Trennungs- und Scheidungsrate nieder, in einigen Bereich liege sie bei 80 Prozent.“
    Kommt uns doch irgendwie bekannt vor. Ein Polizeirat zgl. Betriebswirt sagte vor kurzem : „Pendeln ist Ihr Privatvergnügen.“

  3. Anderer Stelle habe ich bereits geschrieben wie schön es wäre,
    einen Bundespolizeibeauftragten zu haben.
    Bei uns bleibt da nur die GdP als soziales Gewissen.

    @Ludolf
    Ein Polizeirat zgl. Betriebswirt sagte vor kurzem : „Pendeln ist Ihr Privatvergnügen.“

    Da wundert mich so auch wieder nicht.
    Fürsorgepflicht gibt es meist nur in den AFZ`s im Fach Führunslehre.