KEIN AUSBLUTEN – STELLENEINSPARUNG STOPPEN

Die Bundespolizei hat seit 1993 eine Stelleneinsparung im Tarifbereich in Höhe von zuletzt 1,9% jährlich zu erbringen. Das entspricht derzeit ca. 91 Haushaltsstellen, die ersatzlos pro Jahr wegfallen.

In konkreten Zahlen ausgedrückt: Dadurch haben wir 1650 Tarifbeschäftigte weniger als noch im Jahr 1993. Das entspricht einer Gesamtreduzierung von 25%. Darüber hinaus fallen – nach und nach – alle derzeit mit einem kw-Vermerk (künftig wegfallend) versehenen Stellen zusätzlich weg. Dazu gehören die Stellen der Kolleginnen und Kollegen, die sich in Personalgestellung zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befinden, die Bundespolizeilichen Unterstützungskräfte (BUK) und die nach dem „Küche- Neu-Konzept“ „kw-gestellten“ Küchenhilfskräfte. Insgesamt handelt es sich um 414 Haushaltsstellen, die ebenfalls in Zukunft wegfallen werden. Das ist ein Skandal, der die Beschäftigten an den Rand der Belastungsgrenze bringt! Gleichzeitig erhöht sich der Altersdurchschnitt erheblich, wenn Stellen von Beschäftigten, die in Rente gehen, nicht mehr besetzt werden.
Im Weiteren führt der Stellenabbau im Tarifbereich den ursprünglichen Grund der Einstellung von Beschäftigten im nicht vollzugspolizeilichen Bereich mittlerweile ad absurdum: Mangels Tarifbeschäftigter nehmen Beamte vermehrt Tätigkeiten aus dem Verwaltungsbereich wahr. Damit geht unverzichtbares Potenzial für die Präventions- und Ermittlungsarbeit verloren. „Wer weiterhin ein wirksames Vorgehen gegen Kriminalität und eine funktionierende Terrorabwehr will, der darf die Bundespolizei nicht weiter kaputt sparen”, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, in Berlin. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Studie der Technischen Universität Chemnitz unter Prof. Dr. Strohmeier, die eine dramatische Überlastung der Beschäftigten festgestellt hat.

Wir fordern daher von der Politik, die Stelleneinsparung im Verwaltungsbereich der Bundespolizei aufzuheben und eine auf die Zukunft gerichtete Personalpolitik zu betreiben.

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

5 Kommentare
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  1. Einer der Vergessenen
    Heute Morgen wurde in Antenne Bayern Radio über das Fehl von Beamten im Bereich der Ostgrenze berichtet und der daraus resultierenden Problematik zu wenig Personal für die Kontrollen gegen das Drogenproblem zu haben. Wer als Arbeitgeber dafür sorgt, dass motivierte Angestellte unterfordert bleiben und diesem Kreis keinerlei Aussicht auf Perspektiven liefert braucht sich nicht zu wundern wenn Beamte Verwaltungsaufgaben wahrnehmen müssen. Wer sich seit 1993 weigert die GUK/BUK mit etwas Aufwand zu qualifizieren, um dieses Potenzial auch zu nutzen, hat in Sachen Personal versagt.
    Einer von über tausend vergessenen BUK`s

  2. Und was ist mit den VBs? Wieviel wurden da gekürzt bzw. werden noch wegfallen?

  3. Gelöscht, da Nutzerregeln nicht eingehalten – Die Redaktion!

  4. @Controller Im VB Bereich sind seit 1993 ca. 410 Stellen gestrichen worden und es fallen jährlich ungefähr weitere 25 Stellen weg! Die Problematik trifft natürlich auch voll und ganz auf den Verwaltungsbeamtenbereich zu…!!!

    Heiko Dammann

  5. Nicht zu vergessen die Luftsicherheitsassisteninnen/ten an den Flughäfen,deren hochsensible Aufgabe durch Privatunternehmen überbernommen wird.Auch wir werden immer vergessen und sehen uns keines Falls in der uns zustehenden Wertigkeit.
    Es wird uns noch nicht einmal adäquate Kleidung zur Verfügung gestellt,im Gegensatz zu den Privaten , stehen wir zum größten Teil mit zerschliessener Bekleidung auf unseren Posten.Eine Neubeschaffung stellt sich immer als Staatsaktion dar,die meist aber mit der Aussage“nicht vorhanden“ , endet.
    Als TB mit kw Vermerk hat man in der Bundespolizei nichts mehr zu erwarten.