Tagung „Faire Bezahlung – Jetzt!“

Berlin. Vom 19. bis 20. Januar trafen sich Vertreter aller Direktions- und Personengruppen des  GdP – Bezirks Bundespolizei zur Veranstaltung „Faire Bezahlung – Jetzt!“ in Berlin. Zielsetzung der Veranstaltung war es, gemeinsam die notwendigen Grundlagen bei der weiteren Laufbahnentwicklung und Besoldung der Bundespolizei zu erörtern und über die möglichen Wege zur Beseitigung der vorhandenen Gerechtigkeitslücken in den einzelnen Laufbahngruppen, vor allem aber im Bereich der PolizeiobermeisterInnen zu diskutieren.

Der Austausch mit kompetenten Vertretern aus den Landespolizeien stand dabei im Mittelpunkt. So informierten Volker Huß ( LB NRW), Heinz-Werner Gabler (LB Rheinland-Pfalz), Peter Schall (LB Bayern) und Jörg Bruchmüller (LB Hessen) die TeilnehmerInnen umfassend über den aktuellen Entwicklungsstand in den jeweiligen Landespolizeien und standen den TeilnehmerInnen Rede und Antwort. Dabei wurde deutlich, dass es für die Gestaltung der Laufbahnen diverse Lösungsansätze, aber keinesfalls einen Königsweg gibt.

Heinz-Werner Gabler, Jörg Radek, Volker Huß

Peter Schall

Jörg Bruchmüller

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirk Bundespolizei, resümierte, dass es aufgrund der Historie der Bundespolizei ganz selbstverständlich sei,  gegenüber den Ländern in Teilbereichen noch Nachholbedarf zu haben. „Als die Hessen die politische Diskussion über die Einführung der zweigeteilten Laufbahn begonnen haben, hatten wir für den damaligen Bundesgrenzschutz gerade das erste Polizeiaufgabengesetz durchgesetzt und die Überführung vom einfachen in den mittleren Dienst eingeleitet. Das macht deutlich, welchen langen und schwierigen Weg wir gehen mussten.  Es macht aber auch deutlich, welchen massiven Aufholprozess bis hin zur Namensänderung vom Bundesgrenzschutz hin zur Bundespolizei wir schon auf den Weg gebracht haben,“ so Scheuring.

So unterschiedlich die Ansätze der Landespolizeien auch sein mögen, eines war allen Vorträgen gemein: Verbesserungen, die in den Ländern erzielt wurden, sind, wie in der Bundespolizei auch, die Früchte jahrelanger konsequenter gewerkschaftlicher Arbeit und auch heute noch lange nicht abgeschlossen. „Hier weiter vorwärts kommen zu wollen, bedeutet politisch richtig dicke Bretter zu bohren“, so Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender des GdP-Bezirk Bundespolizei.

Einigkeit herrschte insgesamt darüber, dass die Bundespolizei mit ihrer Bezahlungstruktur in allen Bereichen in die absolute Spitzengruppe im Abgleich mit den Polizeien der Länder gehört.  „Dort und nirgendwo anders ist der notwendige Platz der Bundespolizei aufgrund ihrer Aufgaben und ihrer besonderen Belastungen durch die polizeiliche Arbeit in Deutschland und im Ausland. Das gilt für die PolizistInnen, das gilt aber in gleicher Weise auch für die gesamte Verwaltung“,  so Scheuring.

Mit einem breiten Diskurs innerhalb der Bundespolizei wird die GdP dieses Ziel konsequent weiter verfolgen. Die detailierten Ergebnisse der Veranstaltung und der weitere Entwicklungsprozess werden in Kürze auf dieser Homepage umfassend dargestellt. In den gesamten, weiteren Prozess werden die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei breit und verantwortlich eingebunden.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

18 Kommentare
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  1. Die Bundespolizei wurde und wird kaputtgespart

  2. Bitte bedenkt vor allem, und das ist wohl noch bekannt, was alles genommen wurde. Wichtig wäre mir auch die 38Std Woche, Ruhegehaltsfähigkeit von den Zulagen.
    Die Zulagen zu den unmöglichen Zeiten gehören denen von VW, Audi und BASF abgepasst. Wir wollen doch so gut wie die Wirtschaft sein. Dazu passt dann noch der Abschluss bei den Ärzten mit den 3,8% mehr an Gehalt. Durch die kalte Progression geht die Einkommenssteigerung vor dem Eingang auf meinem Konto eh zurück ans BMF.

  3. Wenn ich mir die Bezahlstruktur und Perspektiven bei der Landespolizei in Bayern anschaue, dann sollten wir uns an
    diesen orientieren.

    Es gibt doch nur noch DIE große Möglichkeit, endlich den Beförderungsstau im mD und die damit verbundene schlechte Bezahlung abzuschaffen. Bei über 8.000 POMs und über 10.000 Kolleginnen und Kollegen in der Besoldungsgruppe A7/A8, sind große Lösungsmöglichkeiten gefragt.

    Liebe GdP bitte errechnet mal für uns alle, was es kosten würde, wenn wir STAND heute, alle Kolleginnen und Kollegen, welche mit A7/A8 aktuell besoldet werden, sofort auf A9 anheben!???

    Wie viel würde das pro Jahr kosten? Brutto? Netto?

    Unser jetziges System hat doch einen großen Fehler!!!

    Man verdient erst deutlich mehr Geld, wenn man kurz vor dem Ruhestand steht!

    Beispiel: Erfahrungsstufen oder evtl. Beförderung zum PHM evtl. mit 50 Lj, oder gar nicht! Mit dem Z brauch ich erst gar nicht anfangen!

    Gerade wenn man sich zwischen 30 und 40, 45 Lebensjahren befindet würde man mehr Geld brauchen.

    Familiengründung (und die damit verbundenen Kosten – evlt. Haus, Auto, Ausbildung der Kinder, Studium der Kinder)

    Kennt ihr die Mietpreise im Raum München???

    Ich würde ja schon nichts sagen, wenn der „Sprung“ von A8 zu A9, 500 Euro oder mehr wären, aber bei ca. 130 Euro netto pro Monat mehr, ist doch die ganze Diskussion geradezu lächerlich.

    Man müsste nur zwei Gesetze ändern und dann die ganze Sache vollziehen und jeden zum PHM anheben und das Thema wäre erledigt.

    Wenn man überlegt, für was alles Geld ausgegeben wird???

    Ich verzichte gern auf ein neues Bekleidungsstück, oder auf ein neues teures Dienst-Kfz, wenn ich 130 Euro netto pro Monat mehr in der Tasche hätte und das in meine Familie investieren könnte!

  4. GdP für ALLE? Hier wurde der Tarifbereich wohl mal wieder vergessen!

  5. Viele meiner Bekannten arbeiten in der freien Wirtschaft.

    Sicher nicht so sicher wie BaL, aber
    – Überstundenbezahlung = Stundenlohn x 2
    – Schichtzulage = Stundenlohn + 15%
    – Wochenenddienste = Stundenlohn x 2,5

    Dafür bei uns:
    – Sichere Arbeit (Unkündbar) <– Ist glaub ich auch der wichtigste Faktor!
    – Beihilfe
    – "flexible" Arbeitszeiten (das kann auch mal gut sein)
    – Arbeitskleidung
    – regelmäßige Erhöhungen (Erfahrungsstufen)

    Alles in allem gehts uns eigentlich nicht schlecht.
    Natürlich kommt ein POM mit 1 Kleinkind (d.h. die Frau kann nicht arbeiten) in München schlechter aus, als in Zittau.
    Mein Vorschlag:
    In der Ausbildung weniger Gehalt (damit man sich nicht gleich ans große Geld gewöhnt), danach regelmäßige Steigerungen.

  6. also das unser job sicher ist bestreitet ja auch niemand, aber die sätze für DuZ sind unter aller tüte.
    eine deutliche erhöhung dieser und der schichtzulage würde schon mal ein guter ansatz für alle sein die täglich bei wind und wetter auf der straße bzw an der front stehen (einsätze an woenden). schon eine verdoppelung der bestehenden sätze würde eine deutlichen gehaltszuschlag bedeuten.

    gehaltserhöhung 2011 = 0,3% Beamte
    infaltion 2011 = 2,3%

    macht einen realen gehaltsverlust von 2%

  7. @ „Nordstern“

    Nein, die Tarifbeschäftigten wurden natürlich nicht vergessen. Ihre Themen werden nur in einer anderen Veranstaltung behandelt: in der Tarifkommission des Bezirks Bundespolizei. Dort geht es um die laufenden Verhandlungen zur Entgeltordnung, dort geht es um die Forderungen zur anstehenden Tarifrunde und somit um nichts anderes, als faire Bezahlung für die Tarifbeschäftigten. Ich gehe davon aus, dass ihr auch in deiner Dienststelle schon über die Teilnahme an Protest- und Kampfmaßnahmen diskutiert.
    Die Veranstaltung, über die hier berichtet wird, war jedoch eine zum Beamtenrecht und Wege zu dessen Verbesserung.
    Eine gute Woche wünscht
    Sven Hüber

  8. Hallo…

    zwei Anmerkungen zum vorher geschriebenen.

    Es gab 2011 zwei Gehaltserhöhungen. 0,6 und 0,3 Prozent …wenn ich mich nicht irre. Es war aber trotzdem weit unter der Inflationsrate.

    Und die zweite Anmerkung… wo zum Teufel liegt denn Zittau ? :-)

    Ich hoffe und wünsche den Angestellten ein Ergebnis was mind. die Hälfte des Geforderten erreicht und die inhaltliche und zeitgleiche Übertratung auf die Beamten.

    MfG

    Sindbad

  9. @ Sindbad

    Mit dem Bundesbesoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2010/2011 wurde das auch von unseren in der GdP engagierten Arbeitnehmern erstrittene Paket des Tarifergebnisses als Paket auf die Beamten übertragen: Rückwirkend zum 01.01.2010 plus 1,2 Prozent, zum 01.01.2011 plus 0,6 Prozent und zum 01.08.2011 nochmals 0,3 Prozent. Hinzu kam eine Einmalzahlung von 240 Euro Im Januar 2011 und 50 Euro für die Anwärter. Ergänzt wurde das durch den Einbau des seit 2009 vorenthaltenen Anteils der Sonderzuwendung in die Grundgehälter zum 01.01.2012 (nochmals plus 2,44 Prozent) vor der nächsten Tarif- und Einkommensrunde. Die Inflationsrate 2010 betrug 1,1 Prozent, die 2011 2,3 Prozent.
    Gruß
    Sven Hüber

  10. na da danken wir dir sven, das du uns nun die ganzen zahlen auf gezeigt hast…..

    na ich kann mir das eben nicht alles merken

  11. Zur Erklärung:

    Zittau liegt an der Ostgrenze und ich habe diesen Ort gewählt, weil dort die Lebenshaltungskosten (besonders Miete oder qm-Preise) gering sind. Ansonsten ist dieser Landstrich sehr schön gelegen. Also möchte ich niemanden der dort lebt und seinen Dienst leistet zu nahe treten.

  12. , Ich höre schon jetzt die Ausreden:

    Eurokrise, Griechenland, einbrechende Wirtschaft, Ölembargo, rückläufige Steuereinnahmen u.s.w.

    Da wird wohl nicht viel, oder auch nichts, für die „armen Beamten welche auf hohen Niveau klagen“ überbleiben.
    Also anders an die Sache herangehen. Klare Beförderungsstrukturen in allen Laufbahnen schaffen, damit die Beamten mehr Netto in der Tasche haben. Dafür eben doch das Geld der so genannten „Leistungsprämien“ nehmen, deren eindeutigen Sinn ich bis zum heutigen Tag nicht verstanden habe.
    Aber auch eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 38 Stunden und eine Anhebung des DUZ würden schon viel ausmachen. ……..

  13. Eine Sache sollte bezüglich „Faire Bezahlung“ in Zusammenhang mit dem „Attraktivitätsprogramm“ noch debattiert werden:
    Ein Vorgesetzter sollte ausnahmos mehr Gehalt bekommen als dessen Mitarbeiter mit der besten Besoldung. Dieses ist in der Wirtschaft sebstverständlich. Nur so kann man in Zukunft im Kampf um die „Besten Köpfe“ konkurrieren.

  14. Wegen Nichtbeachtung der Nutzregeln nicht eingestellt! Die Redaktion

  15. @Ludolf

    Solche Beiträge, wie der von Dir, kann ich nicht verstehen!
    Also sollten wir im gD/Führungsebene noch besser besolden, bevor wir uns um die kümmern, die jeden Monat alles „zusammenkratzen“ müssen, damit sie mit ihrer Familien in den Ballungsräumen um die Runden kommen!???

    Überleg doch mal…
    Wer macht den wirklich draußen die Arbeit???

    Wer macht die Aufgriffe!???
    Wer bearbeitet die Aufgriffe!??? usw.!

    Ein bisschen mehr Solidarität innerhalb der BPOL würde nicht schaden, d. h., wenn man sich mal für die unteren Einkommensgruppen einsetzt, dann könnten sich alle daran beteiligen und nicht ein bestimmter Teil schon wieder andere Sachen fordern.

  16. Nach meinem Kenntnistand sind 30 % der Sonderzuwendung bereits seit 2006 vorenthalten worden.
    Seit 2012 wird diese Kürzung in die Grundgehälter eingebaut. Dieses „Sonderopfer“ hat nichts mit der Besoldungserhöhung oder der Inflationsrate von 2011 zu tun!
    Ansonsten kann man ja immer zusätzliche Streichungen = Einkommenskürzungen mit künftigen
    Erhöhungen verrechnen.
    Ob man auch über VB gesprochen hat, ist im Beitrag nicht erkennbar.

  17. @ Verwaltungsbeamter1
    Kann Dir hinsichtlich Deines letzten Satzes nur zustimmen!!
    Leider findet der Verwaltungsbereich mal wieder keine Erwähnung.
    Scheinbar werden wir ja fair bezahlt…….
    Wünsche allen einen neidfreien Tag
    Glück-Auf

  18. Wie wäre es wenn man mal damit anfängt , die Beurteilungen nicht von anderen Menschen abhängig zu machen , sondern damit verbunden eine Regelbeförderung einführt. Wo es egal ist ob der Chef mich leiden kann oder auch nicht ! Es ist doch immer das gleiche paßt die Nase nicht , kriege ich auch nicht die passende Beurteilung für eine Beförderung .