Tarifrunde 2012: Raum für deutliche Einkommensverbesserung

von Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei

Am ersten März 2012 beginnen die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Bundes und der Komunen. Die Gewerkschaft der Polizei wird bei diesen Verhandlungen die Interessen ihrer Mitglieder in der Bundespolizei, im Bundeskriminalamt, im Zoll und im Bundesamt für Güterverkehr (BAG) vertreten. Der Bezirk Bundespolizei der Gewerkschaft der Polizei hat beschlossen, eine Einkommensverbesserung von acht Prozent, verknüpft mit einem Sockelbetrag von 200,– Euro einzufordern. Der Bezirk Bundeskriminalamt der Gewerkschaft der Polizei hat signalisiert, sich dieser Forderung anzuschließen. Die Forderung wird jetzt in die große Tarifkommission zur weiteren Abstimmung eingebracht. Nach den Einkommensverlusten der letzten Jahren sehen wir eine Anhebung in dem Umfang als überaus berechtigt an, es besteht auch ein klarer Raum für deutliche Einkommenserhöhungen.
Für eine Anhebung der Einkommen sehen wir gute Gründe: Die deutsche Staatsquote liegt zehn Prozent unter der Staatsquote von Frankreich und insgesamt deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Während die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung massiv angestiegen sind, sind die Kosten für die öffentliche Verwaltung in den letzten zwanzig Jahren gleichgeblieben. Dafür wurde ganz massiv Personal abgebaut. Der Kostenanteil der Bundespolizei am Gesamthaushalt des Bundes ist trotz eines deutlichen Aufgabenzuwuchses in den letzten zehn Jahren nicht gestiegen, dabei ist der Anteil der Personalkosten am Gesamthaushalt der Bundespolizei in den letzten zehn Jahren gesunken. Die Personalkosten des Bundes machen aktuell lediglich neun Prozent des Bundeshaushaltes aus. Im Ergebnis heißt das: Immer weniger Menschen leisten immer mehr Aufgaben mit immer schlechter werdenden sozialen Rahmenbedingungen.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Einkommensgruppen. Gerade in den Sicherheitsbehörden betrifft das die überwiegende Mehrheit derjenigen, für die ab dem ersten März 2012 verhandelt wird.

Es geht bei den Tarifverhandlungen nicht um das Einkommen von Staatssekretären und Abteilungsleitern. Nein, wir verhandeln für Kolleginnen und Kollegen, die häufig auch noch in teueren Ballungszentren für ein monatliches Einkommen um 1.200.– Euro leben müssen und davon dort nicht ordentlich leben können. Derzeit wird viel darüber geredet, ein Auseinanderbrechen der Gesellschaft zu verhindern, bei den Tarifverhandlungen kann der Bundesminister des Innern als Verhandlungsführer für den Bund zeigen wie ernst ihm die Sache ist. Ein Sockelbetrag von 200.– Euro wäre dafür ein klares Zeichen.
Es ärgert mich, wenn von anderer Seite, bereits vor Eröffnung der Tarifrunde von schwierigen Verhandlungen die Rede ist, die Argumente der Gewerkschaften für deutliche Einkommenserhöhungen waren kaum einmal so gut wie in diesem Jahr. Und die Entschlossenheit unserer Kolleginnen und Kollegen, jetzt auch höhere Einkommen durchzusetzen, ist deutlich spürbar. Gute Gründe jedenfalls um für die notwendigen, deutlichen Einkommenserhöhungen zu kämpfen und kein Grund, schon im Vorfeld zu verzagen.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

39 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Hallo Herr Scheuring,

    es wäre toll wenn man endlich mal von den % Erhöhungen wegkommen würde, denn so wird der Schnitt zwischen A7 und A13 immer größer …

    Ein Sockelbetrag von 125 € + 0,XX% wären ein guter Abschluß, vor allem für die unteren Einkommensgruppen.

  2. Hallo ihr Lieben,

    ich kann schon jetzt das Stönen und Ächzen der Politik hören. Die teure Griechenlandrettung und die Eurokrise werden bestimmt wieder als Argumente herhalten. Habe die Tage einen interessanten Beitrag zu diesem Thema gesehen. All das Geld für Rettungspakete und Schirme von ca. 280 Milliarden € ist bisher ein rein virueller Betrag. Das heisst das bisher nicht ein € tatsächlich vom deutschen Steuerzahler aufgewendet werden musste. Stattdessen sind die Steuereinnahmen in 2011 um 8,4 % gestiegen. Deutschland steht momentan als Gewinner der Krise dar. Von den bisher verteilten Krediten sind ca. 350 Millionen € Zinsen zu erwarten. Eine Arbeitslosenrate die seit Jahrzehnten nicht so niedrig war. Ein Aufwachsen der deutschen Wirtschaft ist auch zu beobachten. Durch gnadenlose Übertreibung wurden wir und unsere Forderungen bisher schön klein gehalten. Es ist nun wirklich an der Zeit, dass unsere obersten Dienstherren zur Wahrheit zurückkehren und unseren Verzicht der vergangenen Jahre ausgleichen. Denkt man nur daran, dass unsere Behörde erst von einer grossen finanziellen Not berichtet hat und strukutrelle Aufgaben wie Diensträume etc. hinten angestellt hat. Zwei Monate später kommt raus, dass man fasst 100 Millionen € wieder aus dem Haushalt beinahe zurückgegeben hätte. All die Sparschwüre haben das Klima in den Dienststellen immer schlechter werden lassen. Spritsparen, das Aussetzen von Umzugsplänen und und und……. Warum will die Politik den öffentlichen Dienst eigentlich kaputt machen. Eins ist sicher: Stolz scheinen diese Herren nicht auf ihre Institutionen und Mitarbeiter zu sein.

  3. @Majo

    Muss mich Dir voll anschließen!

    Ein Sockelbetrag pro Beamter von 200 € belastet den Haushalt nicht so stark wie eine prozentuale Erhöhung der letzten Jahre! Und die Schere von A 7 bis A 16 und weiter zu B 10 wird nicht noch größer!

    Ich stelle fest, dass durch die jahrelange prozentuale Erhöhung z.B. der Sprung von A 9 zu A 10 bereits ca. 360 € ausmacht!!!

    Richtig wurde von der GdP festgestellt, dass man mal auf die „kleinen“ Einkommen (A 7 etc.) achten muss, die in den Ballungsräumen wie München durch die ständigen Preiserhöhungen von Mieten etc. am Rande des Existensminimums leben!

    Drücke den Gewerkschaften um Kollegen Scheuring fest die Daumen – und ….. lasst Euch nicht vom BMI vera…….!

    YES

  4. Stimme den Sockelbetrag auch unbedingt zu.
    Werden wir wieder durch VERDIE vertreten, das wäre nämlich das allerletzte, vor allem der Bsirske.

  5. Es sollten ausschließlich Sockelbeträge gefordert werden um die eh schon große Kluft zwischen A7 und A13 (noch höher möchte ich gar nicht gehen) nicht noch größer werden zu lassen.

    Bei den Tarifverhandlungen muss es um die Verbesserung der unteren Einkommen innerhalb der Organisation gehen und nicht um Leute die eh schon monatlich 3000 Euro netto und mehr verdienen.

    Liebe GdP, wer 1200 Euro verdient und in einem Ballungsraum wie z. B. München lebt, ist schon fast ein Sozialfall!!!

    Bitte fordert auch eine Einmalzahlung für die Kolleginnen und Kollegen bis einschließlich A8!!!

    39 Woche für ALLE, wie auch bei den Angestellten!!!

    Danke!

  6. Hallo, Mittdreißiger! Dein Satz „Warum will die Politik den Ö.D.eigentlich kaputtmachen?“sollte man ALLEN Bundes-und auch Landesvollzugsbeamten mal übers Wochenende als Hausaufgabe zum Nachdenken mitgeben. Man muß nur mal in die (nähere) Zukunft in unserem Lande blicken, dann erscheinen ständiger Polizeiabbau und auch die Schwächung unserer eigenen Armee in einem ganz besonderen Licht. Von Zufall oder Unvermögen der Politik gehe ich meinerseits nämlich nicht mehr aus. Was würde denn passieren, wenn nach einem Wirtschafts-und Währungszusammenbruch in D. das große Chaos ausbricht bei und vor allem wem nützt das alles. Man kommt dann recht schnell zur Erkenntnis, das die derzeitige Krise nur Mittel zum Zweck ist: Europazentralismus, vielleicht eines Tages ein Zentralismus auf US-Amerikanisch ist das große Ziel. Fragt sich mal jemand, warum unsere Bundeskanzlerin aus den Händen Obamas einen Orden für besondere Verdienste für die Entwicklung der Verein.Staaten ( also deren Hochfinanz )bekommen hat?
    In bezug auf die Forderungen bei den Tarifverhandlungen gebe ich Dir völlig recht: Sollen die Dienstherren(CDU/CSU/FDP ua.) ruhig mal was springen lassen, die sonnen sich das ganze Jahr in ihren eigenen selbstgefäligen Lobhudelei-Statistiken ala Politbüro – nur pünktlich zu den Tarifverhandlungen gehts Deutschland dann plötzlich gaaaanz schlecht!! Und wir werden die hohen Prozente noch brauchen, man beachte nur die „EURO-stärke“ und die Entwicklung der Energie-und Spritpreise, andere werden folgen.

  7. Richtig, ein Sockelbetrag muß her. Gerechter geht es nicht. Leider wird die GDP da nicht mitspielen.

  8. Liebe Kolleginnen und Kollegen Beamten,
    bei dem im März 2012 beginnenden Tarifverhandlungen, geht es um die Tarifbeschäftigten! Das was dabei herauskommt, geht evt. auch an die Beamten über. Dazu brauchen die Tarifbeschäftigten Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen aus der Beamtenschaft.
    Die Tarifgruppe der GdP hat sich nicht auch toller Lust einen Sockelbetrag von 200,–€ und 8 % gedacht. Im Tarifbereich, gerade in der Bundespolizei, beginnen viele Beschäftigte mit der EG 3 (für meine Beamtenschaft: Das ist einfacher Dienst!).
    Da soll die GdP den Kampf aufnehmen: Für diese Kolleginnen und Kollegen, viele davon ausgebildete Verwaltungsfachangestellt/innen (Fach! = Berufsabschluss), sollen diese Zahlungen kommen. Es geht erstmal um den Tarifbereich!
    Kommt als Beamtinnen und Beamte bei den Demo´s mit auf die Strasse! Um so mehr ihr seit – um so besser das Ding für den Bund und die Kommunen! Aber das schreibe ich leider zu jeder Tarifrunde…
    … die Beamten können nur das bekommen, was die Tarifbeschäftigten ausgehandelt haben. Und auch dafür ist keine Garantie!!!

    Dienstrecht, erstes Jahr – alle Vorredner mal die Nase rein – BITTE!

  9. @Nordstern

    Die Beamtinnen und Beamte sind auf die Tarifbeschäftigten angewiesen und umgekehrt. Mir persönlich ist es vollkommen klar, dass man gerade für die unteren Einkommen endlich mal etwas tun muss und da kommt man nur mit einem Sockelbetrag voran und nicht mit den typischen xy%.

    Liebe GDP, wenn man bei eurem Beispiel mit den 1200 Euro bleibt (o. g.), dann ist es ein Unterschied, ob man 8% oder einen Sockelbetrag von 200 Euro fordert.

    Rechnet mal 8% mehr Gehalt in A13 und vergleicht EG3 oder A7 miteinander! Bekommt dann wirklich jeder gleich viel mehr!???

    Muss man nicht endlich diejenigen stärker die WENIG VERDIENEN, die KEINE AUSSICHT AUF BEFÖRDERUNGEN HABEN, die evtl. KEINE PERSPEKTIVE HABE???

    Die Kolleginnen und Kollegen zählen auf den Einsatz der GdP für die unteren Einkommensgruppen und darum sind sie wahrscheinlich auch Mitglied!

    Danke für euren Einsatz!

  10. Bin auch (seit Jahren) für einen Sockelbetrag (ohne Prozente)! Gas-, Wasser- und Strompreise sind für alle gleich gestiegen!

  11. Hallo Josef ! Wenn die Gewerkschaften es wirklich schaffen einen Sockelbetrag von über 100 € und 1 % plus x heraus zuholen, dann ziehe ich den Hut. Ich lausche schon jetzt den Ausreden, dass kein Geld da ist
    ( Bankenkrise,Griechenland,usw.)

  12. Hallo Nöö!
    Die Tarifgruppe der GdP Bundespolizei hat das was Josef Scheurinjg geschrieben hat gefordert, Damit geht die GdP in den Tarifkampf!
    Hier sind alle Beamtinnen und Beamten aufgerufen, wenn die Tarifbeschäftigten auf die Strassen gehen . kommt mit: Nur wenn wir alle auf die Straßen gehen, können die Bürger unseren Unmut sehen. Kommt auch mal aus dem FREI zu einer Demo- die wird es friedlich in vielen Städten in Deutschland geben.
    Aufruf an alle im öD: Aufmachen wir brauchen in allen Städten und Gemeinden die Massen! Ohne Euch, die machen das schon „Denker“ läuft die Gewerkschaft, ob nun GdP od. der ganze DGB an die Wand!
    Arbeit, Dienstleistung und öffentlicher Dienst brauchen eine feste Wand gegenüber den Arbeitgebern: Deshalb immer Gut, deshalb DGB-
    und hier meine und unserer Gewerkschaft der Polizei (GdP). Glück auf!!!

  13. „Raum für deutlichliche Einkommensverbesserung“

    Der Raum (und die Zeit) sind unendlich. Die Geduld und Ausdauer von Menschen sind das nicht. Folge……

  14. Diese Forderung ist mehr als berechtigt, besonders wenn man die Lohnerhöhungen der letzten Jahre unterhalb der Inflationsrate berücksichtigt !!!

    Den Mitarbeitern ( Angestellte und Beamte beim Bund ) wurde an Verzicht viel abverlangt und es sollte und darf kein Argument seitens des Arbeitgebers sein, dass kein Geld vorhanden ist ( Stichwort Bankenkrise, Griechenland etc. ). Die Steuereinnahmen sind so hoch wie noch nie und es sollten auch die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst nicht vergessen werden.

  15. http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,42533,00.html

    Sollte bei uns allen also auch locker drin sein!
    Denn Lebenshaltungskosten sind bei uns ja auch gestiegen

  16. „Diese Forderung ist nicht von dieser Weld“, dieser Satz ist im BMI auf dem Schreibtisch eingebrand.
    Wer die Verhandlungen der letzten Jahre verfolgt, der kennt den Satz und wird diesen leider auch 2012 hören.
    Hier sollte also an einer Absenkung der Arbeitszeit für alle auf 39 Stunden gefordert werden und ein Sockelbetrag von
    100 € + X gefordert werden.
    Ergebnis wird leider ein anderes:
    3,25 % auf 26 Monate mit dem Hinweis eine NULLRUNDE konnte verhindert werden = Erfolgreich.

  17. Es ist wie immer: Alle schreien und keiner geht hin.

    Die Tarifbeschäftigten (bei uns die Kleinsten!) sollen die Kastanien für die Beamten aus dem Feuer holen.

    Die Gewerkschaften trauen den Beamten wohl (zu Recht?) nicht viel Solidarität untereinander zu, sonst hätten sie schon längst eigene Besoldungsverbesserungen für Beamte und Pensionäre – auch unter Ausübung des Streikrechts für Beamte (siehe Urteil des EUGH) – durchgesetzt.

  18. @Iche vom 08.01.2012

    Interessant was bzgl. Diätenerhöhung gefordert wird!

    Wenn ich an den August 2011 denke und an unsere kleine Erhöhung von 0,3%….dann ist das ein Witz!

    Liebe GdP, bitte lasst die 39 Stunden – Woche nicht aus den Augen!!!

    Gerade die Schichtdienstleistenden sind besonderst von der 41 Std. Woche betroffen und setzen auf eine allgemeine Absenkung.

  19. Ich kann mich nur meinen Kollegen und Kolleginnen, die vor mir gepostet haben anschließen. Ich möchte es mit den Worten unserer Kanzlerin, die wir schon oft gehört haben, sagen:
    Der Sockelbetrag und die Absenkung der Wochenarbeitsstunden sind alternativlos.

  20. Unsere Kanzlerin hat gesprochen:

    Merkel will mehr Respekt für öffentlichen Dienst

    Köln – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert eine höhere Wertschätzung für den öffentlichen Dienst. Die Beamten hätten bereits viele Reformschritte vollzogen, sagte sie bei der Jahrestagung des Beamtenbundes und der Tarifunion (DBB). „Wir können unterm Strich stolz darauf sein, was der öffentliche Dienst leistet”, sagte sie und warnte vor einer „falschen Neiddiskussion”. Zu den anstehenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen äußerte sie sich nicht.

    Quelle: http://www.bild.de/home/telegramm/home-telegramm/telegramm-15478948,textId=21990104,tabindex=0.bild.html

    Sie hatte ja auch zum 60igsten gesprochen und gesagt die BPOL bekommt was sie braucht! Mhm, anscheinedn brauchen wir nix, außer Kürzungen. Hoffentlich gibt es diesmal einen schönen Schub, währe auch eine Annerkennung der Leistungen unserer Beamten.
    Was ist eigentlich mit der ungleich Behandlung, 40 und 41 Stunden Woche? Ist das nicht ein Verstoß gegen den Gleichcheitsgrundsatz? Ist das nicht eine Diskriminierung der Kollegen, die keine kleinen Kinder haben?????

  21. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    bei aller Emotionalität, die ich sehr wohl verstehen kann, sollten wir uns keinen Keil, weder von außen noch von drinnen in unsere Kollegenschaft treiben lassen. Jawohl wir Tarifbeschäftigte wollen einen solchen Abschluss, wie von Josef Scheuring dargestellt, in den Tarifverhandlungen hinbekommen. Dazu haben wir uns in der letzten TK-Sitzung verständigt. Wenn man sich mit der Geschichte der GdP befasst, dann kommt man zu dem Schluss, die heutige Forderung (%tuale Erhöhung, Sockelbetrag usw.) ist so aktuell wie vor 60 Jahren. Damals wie heute war und ist es Ziel der GdP, “ die Verbesserung der allgemeinen Arbeits- und Lebensbedingungen sowie des Beamten- und Besoldungsrechtes“, so die Verpflichtung der Delegierten auf dem ersten Delegiertenkongreß im September 1951 in Koblenz als Entschließung für den eigentlichen Auftakt der Arbeit der kommenden Jahre.
    Einige Kollegen haben sich hier schon bzgl. der unteren Entgelt- und Besoldungsgruppen geäußert. Als Tarifkommission haben wir natürlich genau diese Kolleginnen und Kollegen im Blick gehabt bei der Aufstellung unserer Forderungen. Wohlwissend, dass es sehr schwer sein wird uns hier mit dem Arbeitgeber zu einigen, setzen wir natürlich und gerade deswegen auf die Solidarität unter den Kolleginnen und Kollegen, dass wenn es zum Streik kommen sollte wir geschlossen unseren Mann und die Frau stehen werden.
    Schon 1953 hieß es zum Abschluss in einem Entschließungsantrag (2.Delegiertenkongreß in Bad Honnef): Es wird abschließend festgestellt, dass Erklärungen, die eine politische Zweckwirkung erzielen sollen, für die Angehörigen des öffentlichen Dienstes ohne Nutzen sind. Wir wollen keine Versprechen mehr, wir wollen Taten sehen.“
    Diesen Forderungen auf die heutige Zeit umgemünzt auf den Punkt gebracht, das Einkommen muss mit den steigenden Preisen Schritt halten.

  22. Es würde mich doch schon sehr wundern, wenn auch nur die Hälfte der (berechtigten!) Forderung tatsächlich am Ende herauskäme, aber die Erfahrung lehrt mich zu befürchten, dass es für die Angestellten eher ein Viertel dessen wird und dieses Ergebnis für die Beamten nicht nur verschleppt, sondern nochmals gekürzt wird…(der Arbeitsplatz ist schließlich sicher)…Statt dessen gibt es bei passender Gelegenheit von der Politik mal wieder ein paar warme Worte, wie enorm wichtig die Polizei doch ist.

  23. Werte Kolleginnen und Kollegen,
    wenn ich die Kommentare so lese versteh ich manches nicht, erstens sind es meist Beamte die einen Beitrag schreiben
    und dabei immer die 39 Stundenwoche fordern, dazu möchte ich feststellen dass diese Forderung gar nicht möglich ist da es ja Tarifverhandlungen sind und die Tarifbeschäftigten die 39 Stundenwoche haben.
    Bei den Ausführungen von Jupp heißt es 200 € Sockelbetrag verknüpft mit 8 % Lohn/Gehaltserhöhung.
    Dazu finde ich die negative Einstellung der Kolleginnen und Kollegen wenig zielführend. Ich erwarte eigentlich
    dass alle Kolleginnen und Kollegen die Forderung der GdP unterstützen und nicht schon im vorhinein zerreden.
    Auch das BMI liest dieses Forum und es sollte nicht den Eindruck erhalten dass wir zwar fordern aber nicht davon ausgehen diese auch durchsetzen zu können und auch wollen.
    Ich wünschte mir, dass in jedem Beitrag steht „richtig so, wir stehen hinter euch und werden mit euch darum kämpfen und falls nötig auch mit auf die Straße gehen“ und keine Kompromisse, das wäre in meinen Augen das richtige Signal an die Politik.

  24. Herzlichen Dank Kollege „AnSa“ für Deine Worte,
    Du sprichst mir aus der Seele!!!

  25. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    AnSa trifft den Nagel auf den Kopf. Wir stöhnen alle nur rum und sind der Meinung eh nichts anständiges zu bekommen und zu erreichen.
    Machen wir doch endlich was aus der Situation. Seid alle dabei wenn es heißt auf die Straße zu gehen.
    Die Meisten setzten sich zu Hause vor den Fernseher und stöhnen wenn der Bericht in der Tagesschau gezeigt wir, dass die Verhandlungen nur ein Minimum gebracht haben und geben die Schuld einem Anderen.
    Geht mit auf die Straße!!!! Nur wenn wir geschlossen hinter der Sache stehen und uns nicht auf der Couch fläzten, nur dann haben wir auch die Möglichkeit etwas zu erreichen. Oder wollt Ihr das nicht? Wenn von 1000 einer auf die Straße geht, dann wird uns keiner ernst nehmen. Wenn aber 1000 dort stehen sehr wohl.
    Sollte die Gewerkschaft dazu aufrufen, werde ich dabei sein und wie schon einmal meine Forderung nach Mehr präsentieren und durchsetzten. Ich freue mich dann aber über jeden von Euch, der an der Seite der GDP und der Kolleginnen und Kollegen steht und ein Plakat mit unseren Forderungen in die Luft hält.
    Wir können etwas erreichen aber nur gemeinsam!!!!

    Ich bin dabei !!!!

  26. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich verstehe nicht, warum ihr die Diskussion hier niederschreibt. Keiner kritisiert die GdP oder die hier aufgeführten Forderungen, jedoch sollte auch Spielraum für unterschiedliche Ansichten sein.

    1. Es ist nun mal so, dass es ein Unterschied für jede Kollegin und jeden Kollegen ist, 200 Euro oder eine prozentuale Erhöhung von 8% zu fordern und evtl. später zu erhalten. Für einen jungen PM sind 8 % unterm Strich weniger als für einen Leitenden Polizeidirektor! Es wird hier nur von einigen im Forum auf diesen Umstand hingewiesen!

    2. Die 39 Stunden – Woche sollte sehr wohl bei den Tarifverhandlungen thematisiert werden. Wann denn sonst???
    Bei den Beamtinnen und Beamten gibt es natürlich keinen Tarifvertrag sondern eine Gesetzesvorlage, welche im Bundestag verabschiedet werden muss und DASS gilt auch für die einheitliche Einführung der 39 Stunden-Woche für alle Kolleginnen und Kollegen. Nennt mir einen Grund, warum die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes nicht die 39 Stunden Woche für die Beamtinnen und Beamte fordern können und dürfen?

    Also bleibt gelassen, jeder hat seine Meinung und seine Vorstellung zu diesem Thema.

    Hier Linientreue antworten in einem Forum zu fordern, wo es auch um Diskussion geht, halte ich für wenig förderlich.

    Danke!

  27. @ A.

    Manche begreifen es nie!! Tarifverhandlungen sind ausschließlich für Tarifbeschäftigte, nicht für Beamte!!

  28. In den letzten Jahren gibt es bei den Tarifverhandlungen die fürchterliche Unsitte, dass ein ausgehandelter Tarifvertrag stets für zwei Jahre seine Gültigkeit besitzt. Mal angenommen, unser Abschluss pendelt sich in etwa so ein, dass ca. 3,8 % Gehaltserhöhung herauskommen, und dieser Tarifabschluss hätte dann, wie in der Vergangenheit auch, eine 24monatige Gültigkeit, dann gibt’s nichts zu jubeln. Verteilt auf zwei Jahre, wäre dann noch nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen!

    Deshalb: Ein Abschluss mit einer drei vor dem Komma mit einer einjährigen Laufzeit ohne irgendwelche albernen Einmalzahlungen wäre wünschenswert !

    Es grüßt der ErmB

  29. Der Bund hat in 2011 statt veranschlagter 48,4 Mrd. „nur noch“ 17,3 Mrd. Euro Schulden machen müssen.
    Dies auch dank der quasi Nullrunde im vergangenen Jahr und dem Sparhaushalt der Bundespolizei.
    Die Beschäftigten haben diesmal ein Anrecht auf Teilnahme am wirtschaftlichen Aufschwung.
    Es muß diesmal etwas hängenbleiben im Portmonaie, insbesondere für die unteren Gehaltsgruppen.
    Deshalb hoher Sockelbetrag und ein kleiner prozentualer Anstieg.

  30. Da muss ich dem ErmB zustimmen. In der Öffentlichkeit verkauft der Arbeitgeber dann die Erhöhung mit einer 3 vor dem Komma als recht angemessen. Er sagt dabei nicht, dass es über 2 Jahre gilt und die Inflation ein Minus im Einkommen zurück läßt.
    Die letzte – auch noch zeitversetzte – “ Erhöhung “ von 0,9 % im Jahr 2011 spricht Bände. Die Inflation lag bei ca. 2,3 %!
    Auch sollte man an die Arbeitszeiten im Zusammenhang mit Alter und Belastung denken. Kinder unter 12 werden ja auch bei der Wochenarbeitszeit von Beamten berücksichtigt! Auch wenn die Arbeitszeit für Beamte ebenfalls in Richtung 39 h -Woche gehen sollte, wäre als erster Schritt eine Verkürzung für Schichtdienstleistende und für ältere Kollegen wünschenswert. Wir alle müssen immer länger arbeiten, da braucht auch jeder Regeneration.
    40 Stunden für Schichdienstler und Beamte ab 50 Jahren sind genug!!!
    Sidewinder bei den Tarifverhandlungen wird auch über Beamte gesprochen, obwohl der offizielle Anlass dies eigentlich nicht hergibt.

  31. Auf jeden Fall wird es wieder eine Laufzeit von 2 Jahren haben, wer möchte schon im Wahljahr 2013 den ÖD auf der Strasse haben.

    8 % auf 24 Monate verteilt sind hoffentlich zu erreichen…ich drücke die Daumen…

    Bin mal gespannt, wie uns die Sparnotwendigkeit des ÖD diesmal erklärt wird.

  32. Stimmt nicht die Inflation lag im Jahr 2011 bei 3%!
    Macht ein Reallohnverlust von satten 2,1% im Jahr 2011!
    Für 2012 wird wohl die Inflationsrate auch in diesem Bereich landen!
    Also müssten bei den Tarifverhandlungen mind. 5,1% erzielt werden um wenigstens + – 0 Verlust zuhaben!
    Also sind 8% Forderung garnicht mal unrealistisch die gefordert werden von unseren Verhandlern!
    Da höchstwarscheinlich wieder eine Laufzeit von ca. 2Jahren herraus kommt und ja auch im Jahr 2013 ein wenig Inflation ist(ca. 2 bis 3%) heisst das wir bekommen kein cent mehr Geld in die Tasche!
    Wohl gemerkt bei einen Abschluss von 8%!
    Also wird das auch nicht genügen!!!!
    Viel Spass beim verhandeln holt die 8%+ Sockelbeitrag von 200€ oder es bringt garnichts!

  33. @ Iche

    Im Jahr 2011 betrug die Inflationsrate in Deutschland 2,3 Prozent. (Quelle Statistisches Bundesamt)

  34. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Preise/Verbraucherpreise/Aktuell,templateId=renderPrint.psml

    Lies mal das durch!
    Also alles was ich ganz oft benötige und brauche ist sehr stark gestiegen!

  35. Sidewinder

    Glaubst Du wirklich noch an Statistiken von einer Bundes- oder bundesnahen Einrichtung?????
    Träum schööön weiter…..

  36. Es ist immer wieder nett in diesen Foren zu lesen und innerlich zu schmunzeln…..
    Genauso wie sich in unseren Politikerkreisen keiner dafür interessiert wie es UNS ARBEITENDEN in Deutschland geht und wie WIR denken, ebenso wenig interessiert es doch eine Gewerkschaft, welche Wünsche wir haben !!!
    Keine Frage, wir brauchen Gewerkschaften, genauso wie wir unsere Parteien und Politiker brauchen. Doch seid doch ehrlich, was wurde denn in den letzten Jahrzehnten besser ????
    Ich habe jetzt 32 Dienstjahre (davon rund 24 Jahre im Schicht- und Wechselschichtdienst), doch verbessert haben weder unsere Politiker etwas noch unsere Gewerkschaften.
    Klar, dass Tarifverhandlungen auch nur den Tarifbereich betreffen und wenn wir Beamten und vor allem Polizeibeamte ehrlich sind, dann müssen wir auch zugestehen, dass dort der größte Handlungsbedarf besteht.
    Ach ja, haben die Kollegen, die über eine prozentuale Gehaltserhöhung schimpfen auch mal überlegt, dass der Kollege, der in einer höheren Gehaltsstufe ist auch prozentual eine höhere Steuerlast trägt. Liegt die Steuerlast bei den geringeren Einkommen um die 10%, so liegt sie wohl in den Bereichen ab A12 und höher nahe beim Spitzensteuersatz. Folglich hätten bei einer Gehaltserhöhung mit Festbetrag die oberen Lohngruppen einen geringeren Netto-Lohnzuwachs. Findet Ihr das gerecht ???
    Ich höre es schon….. die da oben bekommen eh viel zu viel….
    Aber auch da bitte ich um Ehrlichkeit, rechnet doch mal durch wie groß der Nettounterschied bei einem Kollegen A9 und einem Kollegen A12 ist (ledig, StKl 1 oder verheiratet, StKl 4).
    OK, 800 – 900 Euro sind kein Pappenstiel, aber im Regelfall liegen auch ganz andere Verantwortungsbereiche vor und einem DGL A 12 der 50 PVB zu führen hat, dem steht dies doch auch zu, oder einem Dienststellenleiter in A15 mit einer Dienststelle von mehr als 400 PVB, der soll doch auch die 1000 Euro mehr verdienen als der DGL in A 12
    Also, einfach auch mal ehrlich sein und über den Tellerrand schaun.
    Nichts desto trotz muss es jedem auch möglich sein hier anzumerken, was ihn persönlich und uns PVB drückt… doch….s.o.
    Da liest man auch bei einer anderen Gewerkschaft über eine neue Entlohnung für die Nachtstunden….. unendlich kompliziert und unterm Strich……. würde ich für Februar weniger Geld bekommen als nach dem alten Modell.
    Aber Hauptsache man hat als Gewerkschaft wieder was getan, im Sinne DER ARBEITENDEN……. fraglich!!!
    Ebenso sehe ich so manchen Vorstoß der GdP
    Warum verfolgt man nicht mit Vehemenz eine ordentliche Entlohnung der Nachtstunden und Wechselschichtarbeit
    Mindestens eine Verdoppelung der jetzigen Sätze einschließlich der Schichtzulage.
    Für je -5- Jahre Wechselschichtdienst ein Jahr früher in Pension ohne Kürzung
    Absenkung der Wochenarbeitszeit.
    Also liebe Gewerkschafter, suhlt Euch nicht in Euren Pfründen, zeigt, dass Ihr eben nicht wie unsere Staatsvetreter seid. Zeigt, dass Ihr wirklich an den Beschäftigten im Tarifbereich, an den Verwaltungs- und Polizeibeamten interessiert seid.
    Bei den nächsten Verhandlungen könnt Ihr Euch beweisen.

  37. Ich bin nur noch für Sockelbeträge bei Tarifverhandlungen!
    Es wir viel zu oft vergessen das es Beamte oder Angestellte gibt die einfach mal bei den unteren oder mittleren Lohngruppen sind!
    2% von 2000€ sind nun mal weniger als von 4000 oder 5000€!
    Einfach mal aushandeln jeder bekommt 100€ Netto mehr im Monat!
    Dann kann die Verwaltung ganz leicht ausrechnen wieviel Brutto ein einzelner mehr bekommen muß um auf die 100€ Netto zu kommen!
    Das wäre gerecht!
    Und @RobRoy sein wir doch mal ehrlich, die die eh schon soviel verdienen rechnen doch beim Finanzamt soweit runter das sie auch ganz schnell auf ein anderes Gehalt kommen! Das macht doch jeder! Hier ne Vorsorgeanlage und da eine Gibt ja noch genug Steuersparmodelle! Und wenn ich viel Geld verdiene stehen mir die Türen weit auf für solche Modelle wo jemand mir einem kleinen Einkommen nie hinkommen würde!
    Also schön auf dem Teppich bleiben mir dem Spitzensteuersatz!

  38. @Iche A12 und Steuersparmodelle – Träumer! Hört sich fast nach einem DGL an, der nicht mehr weiß, wohin mit der Kohle. Die meisten die ich kenne aus der Ebene, brauchen die Kohle zum „normalen“ Leben und packen nicht 1000 Euro im Monat in die Altersvorsorge…

    Und A12 verdient nicht 4000 oder 5000…einfach mal im Internet (nicht bei BILD) und Dienstleistungszentrum.de nachrechnen lassen…

    *kopfschüttel

  39. @Speed
    A12 war ja auch nicht genannt von mir!
    Ich sagte „2% von 2000€ sind nun mal weniger als von 4000 oder 5000€!“
    Erst lesen…!!!
    Und natürlich soll mein DGL mehr verdienen als ich hat ja auch ne größere Verantwortung!
    Die Zeilen waren ja auch an @RobRoy gerichtet mit seinem Spitzensteuersatz für Vielverdiener!
    Also immer erst lesen! Und Danke für den Tip nicht die Bildzeitung zu lesen aber das mache ich schon lange nicht mehr!
    Versuche mich auch weiter dran zu halten!
    Dir noch nen schönen Dienst