„Feudale“ Unterbringung der Einsatzkräfte?

Angesichts der närrischen Jahreszeit könnte man die Meldung der „Bild“-Zeitung Stuttgart geradezu als Witz verstehen: Das Blatt meint in seiner heutigen Ausgabe einen „Skandal“ aufgedeckt zu haben und moniert die Unterbringung von 70 Bundespolizisten, die für Stuttgart 21 im Einsatz sind, in einem Hotel in Heidelberg, da die dortigen Zimmerpreise bei über 100 Euro liegen. Laut „Bild“-Zeitung nennt sich das dann „Nobel“-Hotel und man geht sogar noch weiter und bemüht aristokratisches Vokabular, indem die Unterbringung gar als „feudal“ bezeichnet wird.

Die vermeintliche Sorge des Blattes um den Steuerzahler in allen Ehren. Doch liefert man gleich selbst die Begründung mit: Hotels im Raum Stuttgart seien schlicht ausgebucht gewesen.

Selbstverständlich kann es sich bei der Unterbringung in dem Heidelberger Hotel nur um eine Notlösung gehandelt haben. Die Regel sind selbstverständlich bescheidenere Unterkünfte, näher am Einsatzort. „Der eigentliche „Skandal“ ist doch das Unverständnis der „Bild“ darüber, dass gerade Polizistinnen und Polizisten, die bei winterlichen Temperaturen stundenlang im Freien unter starken körperlichen Belastungen im Einsatz sind, eine solide Unterbringung verdient haben. Dass unsere Kolleginnen und Kollegen, die schließlich für das wichtigste Gut der Bürger sorgen – nämlich Sicherheit – bei solch kräftezehrenden Einsätzen ein gutes Bett und eine angemessene Verpflegung erhalten, gebietet doch schlicht der Anstand“, so Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirk Bundespolizei.

Einen wesentlich realistischeren Blick auf die Unterbringung der BundspolizistInnen beweist die Rhein-Neckar-Zeitung. (Zum Artikel)

Bild.de: „Ein Skandal! Bundespolizei schläft im „Luxus-Hotel“

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

22 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Hallo !
    Hier wird wieder einmal hervorragend aufgezeigt, dass die Herrschaften dieser Zeitung
    keine Ahnung von der Situation hatten.
    Viel schlimmer noch, dass es Ihnen vermutlich auch egal war!!
    Gruß Britta

  2. Hallo GdP, hallo Josef,

    ich hoffe dass ihr der BILD dies auch schriftlich und in aller Deutlichkeit mitteilt!
    Ob das viel ändern wird, bleibt einmal dahingestellt.
    Aber so offen im Raum stehen lassen, kann man solche, ich sage es einmal wie es ist, “ Bewusste Falschmeldungen um den Bürger gegen die Beamten allgemein und die Polizeibeamten im Besonderen aufzubringen“ auch nicht!
    Scheinbar ist im Fall Wulf nichts mehr zu holen, da sucht man sich dann eben neue Schlachtfelder…

    In diesem Sinne

    Gruß

    andibo

  3. Wenn der „Kaiser“ Franz dort geschlafen hat, war die Unterkunft für die Bundespolizei genau richtig! Ich bin sicher, Beckenbauer sieht das genau so !

  4. immer cool bleiben…. ist doch bloß die bild…..morgen sind andere schlagzeilen „wichtig“

  5. Wo schlafen denn die Bild-Reporter/ Redakteure und die Bild-Chefetage? Kann die Zeitung mal Zahlen veröffentlichen? Wird schließlich auch vom Bildleser bezahlt!

  6. Bei allem Respekt für die Arbeit der GdP, aber wieso kümmert ihr euch um so eine Nebensächlichkeit?

    Verantwortllich für die Unterbringung ist das Land BW weil die Kollegen dem Land unterstellt waren.

    Bitte investiert eure begrenzte Zeit und Leistungskraft in wichtigere Belange.

  7. Klare Positionsbeschreibung der GdP durch ihren Vorsitzenden! – Solchen Vorwürfen der Bild kann man getrost gelassen entgegen sehen…..

  8. Faschingszeit. Die Zeitung hat nichts zu schreiben. Abwarten auf morge. Ich sage nur Wulff.

  9. Die Mehrheit der Bürger hat sich ja für den neuen Bahnhof ausgesprochen. Nun, wenn die Wutbürger diese Entscheidung der Mehrheit des Volkes akzeptieren würden so könnte der Polizist zu Hause schlafen. Alles währ gut.

  10. Vielleicht sollte die Bild-Zeitung auch mal über andere Sachen berichten wie z.B. in der Liegenschaft Frankfurter Ring in München, wo die Unterkunft geräumt werden musste wegen Legionellen.

  11. Oder die Heizung in der Liegenschaft ausgefallen ist, als es am kältesten draussen war…

  12. „Aus den Zeilen fließt das Blut, wie man sieht, Bild ist nicht gut“. Und der ganze Schwachsinn geschieht unter dem Deckmantel der Pressefreiheit und der freien Meinungsäußerung. Man soll es nicht glauben, Hoch lebe die Stammtischparole. Trotzdem, ist ja nur die Bl–D, Bildzeitung.

  13. Was möchte die Bild den vorschlagen?
    Eine Übernachtung von 300 Einsatzkräften in einer Turnhalle?

    Unterbringung von Einsatzkräften ist in der Tat nicht einfach.

    Meine Meinung:

    2 erwachsene Männer in einem Doppelzimmer unterzubringen halte ich für nicht gut.
    Dass diese Männer sich ein Bett teilen müssen finde ich noch unzureichender.
    Richtig schlimm sind französische Betten.

    Das ist eine Verletzung der Intimsphäre.

    Da sollte die Bild-Zeitung mal drauf achten.

    Wohncontainer haben mittlerweile einen guten Standard erreicht. Es gibt aber auch noch alte Container, Duschcontainer zu denen man bei Minusgraden nur gelangt in dem man über einen offenen Platz geht.

    Es gibt Einsatzkräfte die in mehreren Nachtdiensten eingesetzt werden und Unterbringungen erhalten, die weder vernünftig abdunkelbar sind noch lärmgeschützt.

    Die Unterbringung von Einsatzkräften ist manchmal absolut daneben… so darf ein Land nicht mit seiner Polizei umgehen.

    Dann kommen wir zu den 100 Euro Zimmern. Meiner Meinung nach ist das noch kein Luxushotel. Wenn möglich, soll natürlich auch eine kostengünstige Unterbringung gewählt werden… es müssen jedoch ein paar Rahmenbedingungen beachtet werden. Und da hat die Bild-Zeitung mal wieder ins Klo gegriffen.

  14. Ergänzung:

    Gutes Frühstück ist wichtig!!!

  15. Da es sich hierbei um ein 5 Sterne Hotel gehandelt hat, war die Unterbringung schon angemessen mondän.

    Leider waren auch wieder mal mehr als 2500 Beamte aus ganz Deutschland im Einsatz und diese mussten auch untergebracht werden und wie immer haben einige „Pech“ und andere „Glück“ mit der Unterbringung.

    Jedoch sollte man dem „Wutbürger“ auch mal vor Augen halten, dass der Einsatz EINER Hundertschaft 250.000 € gekostet hat. (3 Tage – 1 Tag im Einsatz )Vielleicht sollte man sich dann auch aus Kostengründen dem demokratischen Willen beugen !!

    Es wird protestiert und um einzelne Bäume geweint – dabei werden qudratkilometer Regenwald gerodet und in Afrika verhungern täglich hunderte Kinder. Wo könnte man wohl seine Enrgie und unser Geld wohl sinnvoller einsetzen. . . .
    Mhm . .??

  16. in den nächsten Tagen und Wochen werden sich die Medien vorrangig mit der Wahl zum und mit unserem neuen Bundespräsidenten auseinandersetzen.
    Und für Danach sollte man mal die Kosten für Auf und Abbau von Containerunterkünften vorrechnen. Die sind nämlich teurer.

  17. @speedy

    Wo hast du denn den „Preis“ der EHu her? Klingt ziemlich übertrieben und unsachlich.

  18. Nunja.
    Das Land zahlt pro Hundertschaft und Tag ca. 50.000 dazu drei Tage Unterbringung im 4-5 Sterne Hotel für ca. 100 Personen (da reichen 100 € p.P. nicht) + Versorgung + Benzinkosten + Überstunden etc.

    Rechnen kannst du dann ja selbst !

  19. Den Ländern werden die Mehrkosten der Einsätze in Rechnung gestellt.
    Lediglich an den Wochenenden kommen da größere Beträge zusammen, je nach Einsatzdauer aber max. 25000 je HU.
    An den Wochentagen geht das oftmals null auf null aus. Natürlich zuzügl. Unterbringung ,Versorgung und FEM

  20. @ Speedy
    Danke für deine Erklärung und ich dachte schon die Leistungen der Bundespolizei werden nach der BWL – BPOL mit den Ländern abgerechnet. ;-)

    Rechnen kann ich nicht, deswegen bin ich ja in diesem Verein. ;-)

    @ wolle
    Mit einfachen Worten alles gesagt. Danke.

  21. Habe nochmal gesucht:

    BWL – Bundespolizei:

    Tagespauschale je PVB 1,30 Euro

    Fahrzeuge:
    zulässiges Gesamtgewicht 3,5t: 1,50 EUR/km

    Mehrarbeitsvergütung und DUZ wird 1:1 abgerechnet, wenn es anfällt.

    Somit kostet eine Hundertschaft (123 PVB)

    123 x 1,30 € = 159,90 € am Tag
    Standardfahrzeuge:
    3 Züge mit je 7 T5 (< 3,5t) = 21 Fahrzeuge
    1 Fz Hu-Fhr T5 (3,5t) = 1

    Z.B. Von Ratzeburg nach HH ca. 70 Km einfache Fahrt; 30 Km am Einsatzort:
    22 x (70 x 2) + 22 x 30 = 22 x 170 = 3740 km x 0,41 = 1533,40 €

    1 (BefKW) x 170 x 1,50 € = 255,- €

    Insgesamt:

    159,90 €
    + 1533,40 €
    + 255,– €

    = 1948,30 € kostet die Hundertschaft für einen Tageseinsatz in der Zeit von 06.00 – 20.00 Uhr.

    Mehrarbeit und DUZ nicht beachtet!

  22. @Nach Denker

    ist korrekt