Arbeitsbedingungen im Luftsicherheitsbereich haben sich deutlich verschlechtert

Seit Jahren weist die Gewerkschaft der Polizei auf die – als Folge der Privatisierung – deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Bereich der Luftsicherheit hin. Bisher haben sowohl die privaten Sicherheitsleister als auch die Verantwortlichen der Bundespolizei und des Bundesministeriums der Innern diese Konsequenz der Privatisierung immer abgestritten. Nunmehr hat jedoch der Vorsitzende des „Fachausschusses Aviation“ des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDWS), Waldemar Marks, bei der Eröffnung der „Luftsicherheitstage“ in Potsdam selbst auf die von der Gewerkschaft der Polizei immer wieder öffentlich dargestellte Entwicklung hingewiesen. Das weist die bei Cop2Cop veröffentlichte Pressemeldung vom 10. Februar 2012 (nachstehend abgedruckt ) aus.  „Es ist vollkommen unakzeptabel, dass sich an dieser besonders sensiblen Stelle die Arbeitsrahmenbedingungen ständig verschlechtern. Niemand kann ernsthaft glauben, diese permanente Verschlechterung der Arbeitsbedingungen hätte keine Auswirkungen auf die Sicherheit. Die Flugpassagiere, die diese hoheitliche Aufgabe mit einer extra erhobenen Luftsicherheitsgebühr bezahlen, haben ein Anrecht auf bestmögliche Sicherheit.

Dies ist in den – jetzt auch von dem Vertreter der privaten Sicherheit dargestellten – Arbeitsbedingungen nicht möglich. Die Privatisierung dieser sensiblen, hoheitlichen Aufgabe ist der Grund für diese Entwicklung. Hoheitliche Aufgaben haben in den Händen privater Sicherheitsleister nichts zu suchen. Die Verantwortlichen können dies nicht mehr weiter abstreiten, sondern müssen endlich handeln. Die Aufgabe gehört schnellstens wieder in die Hände von Polizeiangestellten des Bundes“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin.

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Pressemeldung Cop2Cop vom 10. Februar 2012:

Herausforderungen der Luftsicherheit
Der Vorsitzende des Fachausschusses Aviation des BDSW BUNDESVERBAND DER SICHERHEITSWIRTSCHAFT, Waldemar Marks, eröffnete die 4. gemeinsamen Luftsicherheitstage von Bundespolizei und BDSW in Potsdam. Die Tagung stand unter dem Motto „Zukünftige Sicherheitsanforderungen in der Fluggast- und Frachtkontrolle“. Waldemar Marks ging in seiner Eröffnungsrede vor allem auf die Arbeitsbedingungen der ca. 7.000 Luftsicherheitsassistentinnen und Luftsicherheitsassistenten ein. „Die Arbeitsbedingungen“, so Marks, „haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Insbesondere durch den Druck der Airlines sei es in den letzten Jahren verstärkt zu extremen Kurzzeitschichten für die Kontrolleure gekommen. Gewerkschaften hätten deshalb schon Streiks angedroht. Zufriedene und motivierte Sicherheitsmitarbeiter seien Voraussetzung für eine qualifizierte Sicherheitsdienstleistung und im Interesse der Luftsicherheit. Marks informierte auch über die Qualitätsanstrengungen der BDSW-Mitgliedsunternehmen. Dies zeigten sich vor allem an der Mitarbeit der DIN EN 16082 Flughafen- und Luftsicherheitsdienstleistungen und der Erarbeitung eines “Handbuchs zur Vergabe von Aufträgen an private Luftsicherheitsdienste” (“Bestbieterkonzept” unter: www.topqualityforaviationsecurity.org/)

Fast 250 Experten aus der Politik, von Behörden, Flughäfen, Airlines und privaten Sicherheitsdienstleistern kamen in Potsdam zusammen, um über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Luftsicherheit zu diskutieren. Für private Sicherheitsdienstleister sind die verschiedenen Aufgaben nach dem Luftsicherheitsgesetz in den letzten zehn Jahren zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor geworden. Ca. 15.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und Sicherheitsmitarbeiter arbeiten inzwischen an den deutschen Verkehrsflughäfen im Auftrag der Bundespolizei, der Fluggesellschaften und der Flughafenbetreiber.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung des Hauptgeschäftsführers des BDSW, Dr. Harald Olschok, diskutierten die Expertinnen und Experten insbesondere über das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit in der Luftsicherheit. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hatte in seinem Vortrag angekündigt, dass die DPolG den Verband Private Sicherheit (VPS) gegründet habe (www.vps.dpolg-berlin.de), der sich vor allem für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an Verkehrsflughäfen einsetzen werden. Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des BDF (Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften), Dr. Michael Engel, ging vor allem auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Fluggesellschaften ein. Der internationale Konkurrenzkampf werde immer härter. Die gesetzlichen – mit hohen Kosten verbundenen – Auflagen würden immer höher, deshalb müsse auf allen Ebenen der Prozesskette die Effizienz verbessert und die Kosten auf den Prüfstand gestellt werden. Der Referatsleiter Luftsicherheit im Bundespolizeipräsidium in Potsdam, Dr. Steffen Richter, gab einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen in der Luftsicherheit aus Sicht der Bundespolizei. Er warb dafür, durch einen intensiven fachlichen Austausch aller Akteure die Luftsicherheit in Deutschland permanent weiter zu entwickeln. Die technischen Überprüfungsmöglichkeiten müssten weiter verbessert werden. Der Mensch, ob bei der Bundespolizei oder bei privaten Sicherheitsdiensten, sei jedoch immer noch der entscheidende Faktor auch in der Luftsicherheit. Claudia Uhe, Vorsitzende der Geschäftsführung von Frasec und im Sicherheitsmanagement von Fraport tätig, war sich mit Rainer Wendt einig, die Qualifikation der Beschäftigten weiter zu verbessern. Sie wies auf die beiden Ausbildungsberufe der Sicherheitswirtschaft hin, die Service- und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Diese seien für komplexe Herausforderungen der Sicherheitswirtschaft entwickelt worden und würden in ihrem Unternehmen immer mehr eingesetzt. Der Leiter Sicherheit und Umweltschutz der Lufthansa Cargo AG, Harald Zielinski, zeigte eindrucksvoll die Komplexität der Herausforderung im Bereich der Fracht auf. Nicht alles was an Regularien aus Deutschland und vor allem Europa komme, sei nachvollziehbar. Die Airlines hätten selbst ein allerhöchstes Eigeninteresse, die Frachtsicherheit permanent zu verbessern. Dies sei mit enormen Investitionen verbunden. Waldemar Marks, der Vorsitzende des Fachausschusses Aviation, war stolz darüber, dass es dem Verband gelungen sei, fast 250 Experten nach Potsdam zu bekommen. In nur drei Jahren sei es gelungen, die gemeinsamen Luftsicherheitstage mit der Bundespolizei zu einem herausragenden Branchenevent zu machen. Deshalb werde es, nach Abstimmung mit dem Vizepräsidenten der Bundespolizei, Wolfgang Lohnmann, im nächsten Jahr die dann 5. Luftsicherheitstage in Potsdam geben.

(Quelle: http://www.cop2cop.de/2012/02/10/herausforderungden-der-luftsicherheit/)

 

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

2 Kommentare
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  1. Haben die von der DPolG nicht erzählt, sie organisieren keine privaten Sicherheitsdienste?

  2. @ Flughafenmann

    Ja, klar haben sie das behauptet. Noch am 02. Dezember 2011 hat die kleine blaue Gewerkschaft auf ihrer Website gepostet (steht da auch heute noch), dass sie „nicht – wie in der jüngsten Vergangenheit wiederholt wahrheitswidrig behauptet wurde – die Interessenvertretung für die Mitarbeiter privater Sicherheitsdienstleister sind“. Dabei haben ihr Bundes-Chef W. und Co. schon längst die Organisation privater Sicherheitsdienste mit ihrer „Fachgruppe Aviation“ und ihrem „Verband private Sicherheit“ in Sack und Tüten.
    Die kleine blaue Gewerkschaft sollte nicht solche Kollegenverarsche betreiben!
    Kann man jetzt darauf warten, dass die DPolG auch bald die Türsteher organisiert, wenn sie durch die Bücher einer Wachschutzbude laufen?