Bundespolizei fordert mehr Personal

Artikel aus dem Traunsteiner Tagblatt, Bad Reichenhall. »Die Inspektion Rosenheim hat nicht genug Personal. Es stehen 400 Polizisten und Polizistinnen für 670 Kilometer Grenzsicherung zur Verfügung. Das ist einfach zu wenig«, machte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring, im Rahmen einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall deutlich. Benötigt werden mindestens 200 zusätzliche Bundespolizisten und ein neues Dienstellengebäude für das Revier Freilassing.

»Wenn man von 400 Polizisten spricht, hört sich das erst mal gar nicht so wenig an. Aber bei uns ist es ja nicht wie beim Finanzamt, wo alle die gleiche Zeit arbeiten«, so Scheuring, »unsere Leute sind in Schichten eingesetzt, rund um die Uhr, jeden Tag. Pro Schicht macht das dann nur mehr etwa 50 Polizisten«. Nicht viel für die Absicherung der 670 Kilometer langen, südlichen Landesgrenze von Tittmoning bis Lindau, für die alleine die Polizeiinspektion Rosenheim zuständig ist.
Seit der Strukturreform 2008 ist neben Luftsicherheit und bahnpolizeilichen Aufgabe auch die Grenzsicherung Aufgabe der Bundespolizei. »Wenn etwa im Revier Freilassing zwei illegal eingereiste Personen geschnappt werden, sind alle zur Verfügung stehenden Mitarbeiter mit diesen beiden Fällen beschäftigt und es steht keine Streife mehr zur Verfügung«, veranschaulichte Scheuring die Sachlage…(weiter zum Artikel)

  Münchner Merkur online: „Bundespolizei: Zu wenig Personal – zu lange Grenze“

  Bild.de: „Gewerkschaft fordert mehr Bundespolizisten an Grenze“

  Süddeutsche Zeitung: Mehr Personal bei der Bundespolizei

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Themenbereich: Ausstattung & Ausrüstung | Drucken

7 Kommentare
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  1. So, So, zu wenig Personal – Mal was ganz neues. Ob Grenze, Bahn, Luft, Wasser überall das Gleiche – Personal fehlt!!! Da müssen doch unsere „Macher nach Zahlen“ irgendwo einen Rechenfehler übersehen haben (die letzten 20 Jahre)…
    Der einzige Org.Bereich der nicht „offen“ klagt ist das BPOLP – nein, die hauen im Wochentakt Funktionsauschreibungen raus. ………………………………..Und wo kommen die wohl her – genau, aus den bundespolizeilichen Abbaugebieten – wo junge, dynamische Polizeibeamte, sagen wir mal um die 40 Jahre keine Zukunft mehr haben. Wer will auch ständig der Benjamin der Truppe sein ………….Aber auch aus den Schwerpunktdienststellen kommen die Jungs und Mädels. Wer GL, sDGL oder DGL ist und die Nase erst mal voll hat vom Dauerzustand Personalmangel – der geht dahin wo Ruhm und Anerkennung winken. Den Job macht derweil ein Anderer – der bekommt dann einen Zettel in die Hand mit dem Kürzel vorübergehend m.d.W.d.G.b. – natürlich alles ohne „präjudiz“.
    Denn, kommt der ausbeförderte Weggeher vielleicht nach Jahren irgendwann wieder heim heißt es zurück ins Glied für den Lückenbüßer.
    Und selbst auf den feuchten Händedruck kann man sich heute nicht mehr 100 % verlassen – auch er ist unter den Opfern der wirklich gelungenen Reform.
    Aber es gibt Hoffnung – die Evaluierung im Präsidium bzw. die Evaluierung der Reform wird es ungeschmikt ans Tageslicht zerren —– Alles in bester Ordnung.

  2. Wenn etwa im Revier Freilassing zwei illegal eingereiste Personen geschnappt werden, sind alle zur Verfügung stehenden Mitarbeiter mit diesen beiden Fällen beschäftigt und es steht keine Streife mehr zur Verfügung«,

    So ist der Alltag lieber Herr Scheuring. Wieso soll es denen besser ergehen als uns. Bei uns in der Inspektion ist es wichtig, dass die „Teppichetage“ und der Ermittlungsdienst zu 120% besetzt ist. Die Dienstgruppen dagegen nur zu ca. 70%.

  3. Hallo, Herr Scheuring,

    die Sache ist nicht nur im Revier Freilassing so.
    Im Revier Ingolstadt sind pro Schicht immer nur 2 Mann im Dienst, in absolut begrenzten Ausnahmefällen mal 3. Da ist der Vorfall völlig egal, da steht immer keine Streife mehr zur Verfügung.
    Bei einer 24 stündigen Besetzung wird das Ganze mit 5 Dienstgruppen mit jeweils 3 Frau / Mann abgewickelt. Und das seit Jahren. Und es interessiert niemand!

  4. Wo soll das zusätzliche Personal herkommen?Ich nehme mal an von der Ostgrenze.Hier ist ja sowieso der Selbstbedienungsladen für Fehlpersonal.Zwar kommt man hier ehe nicht mehr klar aber das ist egal.
    Man redet an der Östereichischen Grenze vom Neubau eines neuen Dienstgebäudes und im Ostem reduziert man Diensträume,DVR´s und Reviere.Bin mal gespannt wann man hier neu baut.
    Östereich ist genau wie Tschechien und Polen Mitglied im Schengen-Verbund aber dort wird zusätzliches Personal gefordert.Also langsam ist es für meinen besoldungstechnischen Weitblick zu viel.

  5. Das Hauptproblem ist doch, jeder weiss das wir in unserer Behörde zu wenig Personal haben. Doch nicht einer traut sich mal den Hebel anzusetzen. Und wenn unsere Gewerkschaft, die wirklich die Probleme direkt anspricht, nichts tun würde, wäre die Problematik immer nur von einem Ort zum Anderen verlagert. Jetzt muss mal was geschehen sonst gehen wir den Bach runter……und werden die Lachnummer der Nation.
    @Jupp Scheuring: Dir lieber Jupp wünsche ich in deinen letzten 23 Monaten noch alles gute. Hat mich gefreut dich in Bad Reichenhall persönlich kennen gelernt zu haben.

  6. Das Hauptproblem ist: Es interessiert eigentlich niemanden. Spart euch die Zeit, zu schreiben, verbringt sie mit Familie oder Freunden!!!!!

  7. @quidam
    Genau so sieht es aus.
    In meiner (Schwerpunktdienststellen-) Dienstgruppe sind alle Gruppenleiter und der stellv. DGL nur beauftragt.
    Das heißt, sie machen die (Schichtdienst-) Arbeit und das Geld bekommen andere, und dies seit vielen, vielen Jahren.
    Die wahren Dienstposteninhaber sind bestenfalls noch der Personalabteilung bekannt.
    Auf Dauer wird dieses System nicht funktionieren, da die Motivation ständig sinkt und die richtige Polizeiarbeit immer unwichtiger wird.
    Aber wie Admin76 leider richtig anmerkt: Es interessiert die Zuständigen nicht.