Möglicher Stellenabbau in den Grenzregionen ist unverantwortlich

Der befürchtete weitere Stellenabbau im Grenzbereich zu Polen und Tschechien war Thema einer Gesprächsrunde am vergangenen Freitag mit Vertretern der GdP in Markersdorf bei Görlitz. Mit dabei war der Bundestagsabgeordnete und Polizeipräsident a.D. Wolfgang Gunkel (SPD).

Im Westen waren zuletzt 1.000 neue Stellen eingerichtet worden. Diese sind jedoch bislang nicht besetzt. Zur Deckung des Personalbedarfs stand zuletzt eine Versetzung von 450 PolizistInnen von der Ostgrenze zur Diskussion. Jürgen Starck, GBV-Mitglied schilderte die Dramatik vor Ort eindringlich, denn seit der Bundespolizeireform in 2008 hat man allein in der Direktion Pirna bereits 750 KollegInnen verloren: „Weitere 450 Leute zu verlieren ist für uns eine ganz akute Bedrohung.Schon die letzten Personalkürzungen gingen den verbliebenen Kolleginnen und Kollegen an die Substanz.“

Wolfgang Gunkel sagte jedoch zu, im Gegenteil eine Personalaufstockung für 2013 zu fordern. Er wolle alles gegen einen weiteren Stellenabbau tun.

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Sz-online: Bundespolizei: Noch 450 Stellen droht Streichung

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Themenbereich: Luftsicherheit & grenzpolizeiliche Aufgaben | Drucken

12 Kommentare
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  1. Irgendwie peil ich das alles nicht mehr ganz. Noch vor einem Monat hat der jetzige Präsident in einer Personalversammlung betont, dass bis zur nächsten Bundestagswahl alles beim Alten bleibt etc. etc. etc.

    Nun erfährt man durch die Medien (wie auch sonst), dass die Ostgrenze nochmal zum Aderlass gebeten wird. Ich fühle mich langsam etwas vereimert. Die Kollegen hier im Osten haben nun seit der Ankündigung der Reform 5 Jahre in ständiger Ungewissheit gelebt. Das hat bei glaube ich allen Leuten, die davon betroffen waren und es nun wieder sind, tiefe Spuren nicht nur im Gesicht sondern auch in der Seele hinterlassen.

    Was sagt man den Leuten jetzt? Ihre Setzungsverfügung aufgrund ihrer sozialen Bindungen war nur Spaß?

    Woher kommt den diese plötzliche Zahl? Ist das Personalpolitik? Nein. Das ist Leute in Ungewissheit leben lassen, damit sie nie zur Ruhe kommen.

    Und das ist nicht gut für die Menschen.

  2. jetzt werfen die Abordnungen nach Magdeburg ihre Schatten voraus. Bis vor Kurzem sind wir noch nach FFM, S, N, und M geramelt. B wird nicht lange auf sich warten lassen. Es kann doch nicht sein, dass die Personalpolitik der Bundespolizei auf permanenten Abordnungen beruht, davon haben wir die Schnauze gestrichen voll

  3. Ihr müsst das mal so sehen, die Reform läuft doch nun schon seit 5 Jahren, da kann viel passieren, also jetzt nicht von seiten des Dienstherren – aber bei Euch…Scheidungen, Kinder aus dem Haus oder aus der Schule, Hausverkauf, Privatinsolvenz, Todesfälle in der Familie, wieder genesende Pflegefälle usw. usw…da kommen schon mal andere Sozial-Punktestände raus als damals.
    Die Zeit ist also wiedermal reif einen neuen Sozialpunkte-Fragebogen aus der Tasche zu zaubern und zu schauen, was denn so reise-abordnungs-und versetzungstechnisch wieder möglich ist.

    Das könnte man dann übrigens regelmäßig machen, vielleicht sollte man das auch mal in Gesetzesform gießen. Idee 21 …

    Was und wen interessiert schon das ungesicherte und meist auf persönlichen Fehleinschätzungen beruhende Führungsgeschwätz von gestern?
    Wenn sich schon ein DIR-Präsident mit absoluter Unwissenheit schmücken muss, weil vom BPOLP bzw. vom BMI nicht informiert – dann wird es für die unwissenden und nur von Gerüchten lebenden „Indianer in der Prärie“ erst recht wieder bitter.

  4. wie sagte mal ein Vorgesetzter zu mir, „Du hast doch damals bundesweit unterschrieben“, ja schön, vor 20 Jahren ohne eigene Familie und ohne Haus, damals fand ich es sogar cool, wenn man rum kommt, andere beneideten mich sogar dafür, bloss jetz, mit Familie und schulpflichtigen Kindern und Haus habe ich keinen Bock mehr, bei jeder Sau, die hier durchs Dorf getrieben wird, oder wenn jemand einen Furz lässt herumzuspringen wie es gerade beliebt,
    Hallo Herr Seeger, Sie haben es hier nicht mit Nummern oder mit Schachfiguren zu tun, sondern mit Menschen, für welche auch -Sie- die Verantwortung tragen und glauben Sie mir bitte eins, die Leute an der Basis haben den Kanal mittlerweile richtig voll, denen stinkt es noch mehr, wie die ungereinigte KSA vom Vorgänger

  5. Werte Kollegen,

    im Geiste unserer Zeit zählen solche persönliche Problematiken nicht mehr. Weder ganz gezielt auf den Einzelnen noch auf die Anliegen einer Personengruppe. Dies zeigt sich in unserer Gesellschaft durch alle Sparten hindurch – siehe den Streik der Frankfuter Vorfeldarbeiter.
    Und in dieser Art und Weise mit dem Nimbus aller Arbeitnehmervertretungen und deren über Jahrzehnte hinweg erstrittenen Verbesserungen umzugehen, pied à pied einen luftdichten Mantel über die wallende Ursuppe der Arbeitnehmer zu stülpen wird immer mehr symptomatisch für eine von einer kleinen kapitalgesteuerten Kaste geführten Gesellschaft.
    Hören wir doch mal aufmerksam den Nachrichtenportalen zu. Für mich sind folgende Begriffe:

    – Effizienz
    – Kapitalsteigerung
    – Wachstum
    – höhere Produktivität
    – Akkordarbeit
    – etc.

    vollkommen abgedroschen und spiegeln für mich den gegen null tendierenden Wert des Einzelnen innerhalb unserer grandiosen nationalen Marktwirtschaft.
    Frontal 21 strahlte vorhin einen Bericht hinsichtlich der obskuren Machenschaften deutscher Müllverbrennungsanlagen aus. Ich möchte hierbei den Fokus nicht auf die Sache an sich, sondern auf das Verhalten der mit der Führung dieser Unternehmen beauftragten Personen lenken.
    Und jetzt reflektiere man das Verhalten dieser Personen auf seriöse Journalistenfragen des ZDF. Da wird sich weggedreht, der Bodygard spritzt hinein, die panische Suche nach Kaffee und plötzlich nicht mehr gesehen. Ich verstehe wenn sich jemand dieser „Klasse“ vor den Mitarbeitern der klebrigen Bildredaktion flüchtet.

    Jetzt kommt „Neues aus der Anstalt“ – möchte ich sehen“!

    Probiert doch in einer ruhiger Minute und nur bei Lust das beschriebene Verhalten auf die Bundespolizei zu übertragen. Ich verspreche eklatante Schnittmengen.

    Es zählt nur noch Kapital – ich habe ausser einem Generalstreik keine Antwort auf die Frage diesen Trend umzukehren!

    Viele Grüsse

  6. Das ist alles der Kriminalstatistik geschuldet.
    1. Gute Arbeit (Prävention) = weniger Straftaten
    2. weniger Straftaten = weniger Personal
    3. weniger Personal = noch weniger Straftaten (die erfasst werden)
    4. noch weniger Straftaten = noch weniger Personal
    usw.
    Bald sind die neuen Bundesländer statistisch gesehen die sichersten Regionen in Deutschland und braucht keine Polizei mehr….
    …. und die Bevölkerung wird sich wieder bewaffnen;
    …. und die Leute / Parteien wählen, die ihnen Sicherheit versprechen.
    Das alles nur, weil einige Leute die Statistik falsch interpretiert haben.

  7. Da spricht Quidam ein wahres Wort, wenn auch in Sarkasmus verpackt.

    Fakt ist, die Entblößung der Ostgrenzen macht deutlich, welche Konsequenz Fehleinschätzungen hinsichtlich verfehlter Personalpolitik nach sich zieht.

    Und was die Sozialpunkterhebungen angeht, was da gemauschelt wurde, ekelhaft und einfach nur unfair!
    Kinder die „spontan wieder eingezogen sind“, Ehrenämter, ne Oma die gepflegt werden muss ect. ect.
    Aber das ist ja schon gar nicht mehr wahr und quasi gegessen.

    Von daher, immer her mit der neuen Erhebung… auch wenn die Personalvertretung meines Vertrauens das negiert!

    Ich denke wir wissen alle, was in Zukunft passiert.
    Wir sind der „Straftäterwelle“ aus Osteuropa nicht mehr gewachsen, und das seit einigen Jahren!
    Weiterer Personalabbau wird unsere Arbeit erheblich erschweren.
    Und auch wenn sich die Politik davor nicht mehr verschließen kann, zitiere ich meinen Vorredner: “ Was und wen interessiert schon das ungesicherte und meist auf persönlichen Fehleinschätzungen beruhende Führungsgeschwätz von gestern?“

    Von daher ist das auch schon wieder fast egal…

  8. @ Gendarme de France / Artikel 5

    Hallo,

    gut getroffen! Deinen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Wir opfern unser Zusammenleben u. Dasein zunehmend dem Komerz u. den Wünschen der sog. Eliten! Sollen wir Zug um Zug alles hergeben, was Arbeitnehmer seit dem Krieg in Deutschland/Europa erreicht haben? Nur um mit China, etc. konkurieren zu können? Ist das unser alleiniger Maßstab? China, USA & Co.? Oder haben wir noch […] Werte? Und wollen wir die opfern oder verteidigen?

    [Kommentar gekürzt – Anmerk. d. Red.]

  9. Der Fehler lag doch bei der Erstellung des ODP.
    Ämter wurden aufgelöst, die Inspektionen sollten aufgewertet werden.
    Nun wurden wiele erforderliche Stellen einfach vergessen.
    Z.B. Planstellen für die LEZ (PIKUS) wurden vergessen (= 10 PVB).(fehlen nun im Dienst)
    Dann kommen noch unzählige KSB mit zugleich Planstellen dazu.
    Alles zusammen, bringt locker 25 Planstellen, die vor Jahren vergessen wurden.
    Nun ratet mal, wer damals geschlafen hat: Auf keinen Fall die, die den Mist ausbaden müssen.
    Nun zur Begründung, es sollten ja mehr PVB’en auf die Straße.
    Die Wahrheit, es wurden weniger, da nun PVB’en die vergessenen Aufgaben erfüllen müssen.
    Die Belastung für den Rest wird größer, Folge, der Krankenstand geht hoch.
    Danke für diesen ODP, eine Anpassung ist bis Heute nicht erfolgt, geht auch nicht, würde bedeuten
    gemachte Fehler eingestehen.
    Der Blöde ist erneut der Dumme. Es geht erneut los mit Abordnungen bzw. Verstezungen.
    Wer versetzt die Verantwortlichen auf die Fehlstellen, die sie geschaffen haben.
    Da habe ich doch glatt eine Frage:
    Konnte die GdP bei der Erstellung des ODP die fehlenden Planstellen nicht erkennen.

  10. zu Harzer: Du triffst den Nagel auf den kopf, genauso ist in unserer Inspektion auch diese „REFORM“ gelaufen. Ich sage nur PIKUS.
    Noch ein Aspekt: Für meine Argumente zu den Fehlern der Umsetzung einer Sozialauswahl seinerzeit habe ich auch von den Gewerkschaften und Persoräten bis heute keine Antwort erhalten. Kardinalfehler 1: Sozialpunkteauswertung ohne sofortigen Stichtag, Kardinalfehler 2: Auswahl nach Punkteniveau nur innerhalb der alten Inspektionsstruktur anstatt die NEUE BPolD-struktur im Gesamtmaßstab zu betrachten. Folge: Daraus resultierende Ungerechtigkeiten bis in die heutige Zeit. Beamte aus der einen BPOLI mit seinerzeit 15 Punkten fahren weit weg, sind wochenlang nicht zu Hause oder haben extreme Mehrkosten und andere mit 9 Punkten haben Glück, nur weil die Sozialstruktur ihrer alten Inspektion es so hergab. Von den vielen plötzlich Wochen und Monate nach der Sozialauswahl auftretenden „SONDERFÄLLEN“ von Leuten mit 3 Sozialpunkten, die heute immer noch in den lokalen Amtsstuben verweilen dürfen, gar nicht zu reden! Meine Erfahrung der Umsetzung der „REFORM“ nicht nur persönlich: Die Personalräte haben selbst viel Öl ins Feuer gegossen bei ihrem höchst unterschiedlichen Engagement für den einen oder anderen Kollegen! Vom völlig abgehenden Sozialverständnis und -gewissen eines BPOLI-Leiters mal abgesehen! Unseren nimmt man trotz täglicher räumlicher Nähe und auf der Ebene gelegentlicher EMails optisch eigentlich nur dauerrauchend war, sonst findet er für die Schichtidioten nicht statt! Dann brauchts nur noch so ne Planspiele für 450 neue Streichungen…Danke!
    Ach ja, in GR sind übrigens die Polizisten schon auf Seiten der Demonstranten gesichtet worden-erst 30% und jetzt nochmal 20% Gehaltskürzung für das Wohl der Parteibonzen und Banken lassen die sich nämlich nicht mehr gefallen!
    Bin ja mal gespannt, wenns bei Euch dämmert, Kollegen! Wer zu spät kommt,…….

  11. Danke für diesen ODP, eine Anpassung ist bis Heute nicht erfolgt
    Harzer 1. März 2012

    Sehr schön auf den Punkt gebracht!
    ….diese Anpassung kann prinzipiell auch garnicht kommen, weil a), wie Du richtig darstellst, man dann den gemachten Fehler einräumen müsste und b) die Substanz hierfür garnicht vorhanden ist! (Es sei denn, man glaubt daran, dass der ODP allerorten tatsächlich auf das erforderliche Mass aufgestockt und zusätzliches Personal eingestellt wird…. – In diesem Fall sage ich allerdings: herzlich willkommen in der Realität!)

    Wir werden also nicht daran vorbei kommen, nunmehr die Aufgabenkritik vorzunehmen, die man v o r Start der „Reform“ hätte vornehmen müssen und sich endlich mal darüber klar werden, was man denn nun noch machen will und was man notgedrungen abgeben resp. vernachläsigen soll?

    Schluss sein muss definitiv mit der Hin- und Herschieberei von Prioritäten und damit von Personal!

    Es fängt aber bereits im kleinen an: Schaut euch mal die „Massnahmenpläne“ für eure Direktion an (anders genannte würdige Nachfolger der guten, alten, aber leider der Mitbestimmung durch die Personalräte unterliegenden „Zielvereinbarungen“…)
    Sehr schnell muss man dann erkennen, dass beim Aufstellen derselben wohl kaum realistische Vorstellungen geherrrscht haben können! Unter dem Strich folgt man weiter der Wahnvorstellung, mit immer weniger Personal in der operativen Ebene (schaut euch in diesem Zusammenhang mal die realen Schichtstärken im Verhältnis zum Soll an….) immer mehr Aufgaben erledigen zu können, immer mehr , auch neue, „Partner“ bedienen zu können, dies zu „verstärken“, das zu „optimieren“ usw.

    Aus ******* Gold zu machen, haben schon viele versucht, bislang hat´s aber niemand gepackt!

  12. Im Grunde genommen ist diese Reform ein schlechter Witz! Das man die Präsidien und Ämter zugunsten von Direktionen abgeschafft hat, sehe ich ja noch ein. Daß man dafür aber die ganzen eigenständigen Inspektionen auch noch kaputt macht?!….Na, danke!
    Ein gutes Beispiel hierfür ist eine Inspektion in Südwestdeutschland: Amt kaputt! 3 Inspektionen (WT, Lö, FR) zu einer BPOLI zusammengefasst. Wobei hier FR mit seinem Revier auch noch als polizeilicher Schwerpunkt zu werten wäre (Fußball, Hbf, franz. Grenze…Sitze vieler Ämter). Stilblüten hat es auch noch getrieben, als von diesem Revier Streifen in die nächstgelegene nördliche Inspektion beordert wurden… und nur weil diese ODP-mäßig aufgewertet worden ist.
    Das soll jetzt keine Abwertung OG’s sein, es kann aber nicht sein, daß man weiter südlich auf dem Zahnfleisch geht, aufgrund politischer Fehlentscheidungen.
    Der einzige Vorteil der Reform für „Südwestdeutschland“ ist, daß viele Karrieristen abgewandert sind!