Auf die Plätze! Fertig! Los!

Judith Hausknecht

Was bisher nur Startschuss für die Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Polizeivollzugsdienst war, soll zukünftig nicht nur für den Dienstsport, sondern auch für sämtliche Maßnahmen gelten, die der Gesundheit aller Beschäftigten in der Bundespolizei dienen. Wenn es um Gesundheitsmaßnahmen geht, gilt es erst, sich zu vergegenwärtigen, was wir unter „Gesundheit“ verstehen. Nach anerkannter Definition der Weltgesundheitsorganisation ist es eben nicht nur Fehlen von Krankheit oder Gebrechen, sondern ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.

Im Februar wurde der Behördenleitung des Bundespolizeipräsidiums deshalb der Entwurf einer Rahmendienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement vorgelegt. Dieser wurde von einer Arbeitsgruppe im Bezirkspersonalrat unter der Leitung von Judith Hausknecht ausgearbeitet und liegt auch den Gesamt- und Hauspersonalräten vor.

Der Abschluss der Rahmendienstvereinbarung wird die konsequente Fortführung des „Langstreckenlaufes“ im Gesundheitsmanagement sein: Schon 1986 rief die Internationale Konferenz zur Gesundheitsförderung zu aktivem Handeln auf (sog. Ottawa-Charta). Sie hielt fest, dass Gesundheit sowohl Geborgenheit und Verwurzelung in einer unterstützenden sozialen Umwelt, als auch den Zugang zu allen Informationen, die Entfaltung praktischer Fertigkeiten sowie die Möglichkeit umfasst, selber Entscheidungen in Bezug auf die persönliche Gesundheit zu treffen. Fortführend sei die Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union genannt. Deren erklärtes Ziel war 1997 „gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen“. Auf nationaler Ebene vereinbarten dann 2009 Bundesregierung und Spitzenverbände die „Gemeinsame Initiative zur Förderung des Gesundheitsmanagements in der Bundesverwaltung“. Es wird also allerhöchste Zeit, in die Startaufstellung in der Bundespolizei zu gehen.
Neben grundsätzlichen Verfahrensschritten zur ganzheitlichen, systematischen, zielgerichteten und kontinuierlichen Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen enthält der Entwurf auch die dringend notwendigen Regelungen zur Einbindung aller Beschäftigten durch vernetztes Handeln – sowohl im Hinblick auf Transparenz und Teilhabe generell, als auch zur Teilnahme an Angeboten unter Anrechnung auf die Arbeitszeit.

Festzustellen ist, dass es in der Bundespolizei bereits Dienststellen gibt, die sich der Thematik angenommen haben und erste Maßnahmen positiv umsetzen. Die dort errungenen Möglichkeiten werden durch die Rahmendienstvereinbarung keineswegs gehemmt, sondern ausdrücklich zur Fortführung gefördert. Die angestrebte Verbindlichkeit zur Umsetzung in der gesamten Organisation schließt keineswegs Freiräume aus. Ganz im Gegenteil! Den Behörden wird vielmehr die Möglichkeit „auferlegt“, ihren Bedarf im Gesundheitsmanagement adressatengerecht und individuell umzusetzen, da den Verantwortlichen auch die zugehörigen Befugnisse übertragen werden. Es soll also festgeschrieben werden, dass etwas zu tun ist und wie strukturiert zu verfahren ist, nicht jedoch, welche konkreten Einzelmaßnahmen an welchen Orten den Beschäftigten zu Gute kommen sollen.

Gesundheitsmanagement bietet schließlich einen bunten Strauß an Chancen, die auf die Gegebenheiten (z.B. Personal-, Aufgaben- und Infrastruktur) vor Ort reflektiert werden müssen. Es wäre auch abwegig, zu behaupten, die Bundespolizei würde noch keine Instrumente des Behördlichen Gesundheitsmanagements (BGM) anwenden – beispielhaft seien die Sucht- und Sozialberatung, das Eingliederungsmanagement und die Seelsorge genannt. Der salutogenetische Ansatz des BGM zielt allerdings auf eine bessere Verzahnung und Erweiterung der Angebote ab. Dynamische Wechselwirkungen, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit führen, sollen als Prozess verstanden werden, der mehr als nur den gesetzlich normierten Arbeits- und Gesundheitsschutz umfasst.

Da Haushaltsmittel bekanntlich knapp sind, ist absehbar, dass kurzfristig kaum Mittel für das Gesundheitsmanagement verfügbar sein werden. Kein Grund, es nicht trotzdem anzugehen, denn nicht alles, was uns gut tut, kostet Geld – manchmal auch nur Willensstärke und/oder Zeit. Insbesondere der Wert partnerschaftlicher kooperativer Führung ist in unserer Organisation, in welcher laut Dr. Beerlage über 25 % der Beschäftigten Burn-Out-gefährdet sind und laut Dr. Strohmeier ein Großteil Überlastung spürt, nicht zu unterschätzen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kam zum Ergebnis, dass das Burn-Out-Risiko überproportional sinkt, wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Arbeit unterstützen – durch Tipps, Zuspruch, Trost oder Zuhören. Positives Miteinander (nicht nur in Bezug auf Vorgesetzte, sondern auch im Kollegenkreis) ist in der Bundespolizei umso wichtiger, wenn man die Erkenntnisse eines Projektes der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrachtet: Organisationsveränderungen und Reformen strapazieren die psychische Gesundheit der Beschäftigten enorm. Ein Grund mehr, sich mit unserem „Miteinander“ kritisch auseinander zu setzen.

Keine hohen Investitionen, aber den Einsatz von Dienst- und Freizeit erfordern Maßnahmen der Prävention. An der Suche nach einer inneren Balance, um sich gegen den „Alltagsstress“ zu wappnen, kann sich der Arbeitgeber/Dienstherr zum Beispiel durch ein Angebot an Gesundheits-/Präventionssport und Ernährungsberatung in der Arbeitszeit beteiligen. Denn er zieht den Nutzen, wenn Beschäftigte ausgeglichener und dadurch effektiver sind. Was für den einen lächerlich sein mag, ist für den anderen Ausgleich. Die einen rennen bis zur Erschöpfung, die anderen kombinieren Übungen für Geist und Körper. Doch was hilft mir persönlich, um dem Stress im Alltag zu entfliehen? Das Potential, bei der Selbstfindung zu helfen, haben wir mit vielen Trainerinnen und Trainern oder anderweitig Ausgebildeten in jeglichen Sport- und Entspannungsarten. Nutzen wir es und lassen wir uns durch diese Beschäftigten inspirieren oder anleiten!

Gesundheit ist subjektives Empfinden und jeder trägt zweifelsohne auch eine Selbstverantwortung. Der Dienstherr/Arbeitgeber ist allerdings sehr wohl in der Verantwortung, im Rahmen der Fürsorgeverpflichtung die durch den Dienst/die Arbeit herbeigeführten Belastungen auszuschließen, zu minimieren oder geeignete Maßnahmen zur Bewältigung bereitzustellen. Die Rahmendienstvereinbarung wird den Dienststellen die Bausteine und die Arbeitsstoffe zur Verfügung stellen – die Mauer gegen Krankheiten und Belastungen dürfen dann jedoch vor Ort gebaut werden.

Über die letzten Schritte zum Ziel „Abschluss Rahmendienstvereinbarung“ und selbstverständlich auch das Überschreiten der Ziellinie werden wir berichten. Wir sind überzeugt, dass sich dann alle Dienststellen zum Start in eine neue Runde „Umsetzung vor Ort“ anmelden und der Sieger am Ende heißt: Wir alle und unsere Gesundheit!

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33 Kommentare
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  1. Schöner Aufsatz.
    Entscheidend ist was unten bei raus kommt.
    Ich wage mal vorauszusagen: „So gut wie nichts“.
    Ohne Investitionen, nur mit guten Worten und gutem Willen wird nicht
    viel passieren.

    ROS 52

  2. Hallo,
    scheinbar ist für nichts aber gar nichts Geld, bloss für die Griechen und für die Rettung der Banken. Ich hätte ein Vorschlag: Senkt endlich die Wochenarbeitszeit auf ein erträgliches Maß. Ich habe eigentlich die Hoffnung verloren, aber um zukünftig noch einigermaßen qualifizierte Menschen zu erreichen sollte man schnellst möglichst Geld in die Hand nehmen. Z.B. Vorsorgekuren für Beamte im Schichtdienst oder die einen langjährigen Schichtdienst hinter sich haben. Mensch die gesetzl. Krankenkassen schwimmen im Geld, Mitarbeiter in verschiedenen Branchen erhalten bis zu 10000 Euro Bonuszahlungen und was mit uns. Uns schickt man Dankschreiben mit dem man sich mit Verlaub den ………. kann.

  3. Ich sage mal DANKE!!!!

    Am 04.03.2012: PVB = KSB; 14,50 Stunden im Einsatzdienst;
    PVB = KSB; im 57 Lebensjahr und im 38 Dienstjahr

    In diesem Jahr beginnen Kollegen mit der Dienstzeit 60 +, es gibt keine Festlegung
    bis zu welchem Alter Kollegen in den Einsatz geschickt werden.

    Wo bleibt die Fürsorgepflicht des Dienstherrn, es sollte doch möglich sein, dass Kollegen über 55 Jahre
    von Einsätzen befreit sind.

    Hier muss der Einzelne als Bittsteller auftreten, dass kann es wohl nicht sein!!!

    Mein Dank allen, die über Bessere Erfahrungen verfügen und berichten.

    Danke sagt der Harzer

  4. Ja hab schon ne tolle Idee wie wie alle besser und länger Gesund bleiben!
    Wochenarbeitszeit auf 38,5h!
    Außerdienstlichen Sport(2h im Monat wieder einführen)!
    Dann sind wie auf dem richtigen Weg!
    Gabs alles schonmal!
    Erfahrungswerte sind also vorhanden!

  5. Fein, und noch eine zu den bereits vorhandenen ca. 180 Rahmendienstanweisungen seit der Reform.
    Liest sich alles soooooooooooo schön.
    Ich bekomme bei unserem Schichtplan schon den A… nicht mehr hoch, nun noch ein bisschen Sport treiben.
    Ich bin einfach nur müde.
    Internationale Konferenzen, Vereinbarungen, Absichtserklärungen,
    Mal was konkretes zum Thema Gesundheit würde mir besser gefallen als wieder ein Stück Papier.
    Ich will die Thematik nicht negativ sehen,im Gegenteil ich sehe auch dringenden Handlungsbedarf, aber es tut sich doch nichts außer ein bisschen Aktionismus. Solange die Rahmenbedingungen so sind wie man sie im Dienstalltag antrift, sind das alles nur Potemkinsche Dörfer.

  6. Der Entnervte 7. März 2012

    …seh´ich leider ähnlich!
    Solange das „betriebliche Gesundheitsmanagement“ von den Dienststellen vornehmlich unter dem Aspekt betrachtet wird, dass irgendwelche „Massnahmenpläne“ abzuhaken sind, damit man sich nacher in der Überzeugung sonnen kann, doch etwas getan zu haben, solange wird das nix!
    Solange bleibt das Gesundheitsmanagement auf Micky-Maus-Niveau mit Lauftreff, Rückenschule und Ernährungsberatung…. – selbstredend ausserhalb der Dienstzeit, denn Kohle gibt´s dafür ja keine!

    Bleiben dann die nun allerorten wie Pilze aus dem Boden schiessenden „Gesundheitszirkel“, in deren Rahmen man versuchen muss, die Sache in die richtigen Bahnen zu lenken: nämlich hin zum Abbau der Überlastungen!
    Vielleicht auch zum Abbau des Rationalisierungswahns bzw. des Irrglaubens, dass es bis in alle Ewigkeit so weitergehen kann , aus immer weniger Personal immer mehr Leistung herausquetschen zu wollen!

    Um hier einen wirklichen Einstieg zu bekommen, wäre zuallererst tatsächlich mal eine Reduzierung der Sollstunden im Schichtdienst erforderlich!
    Das allerdings kann auch kein Gesundheitszirkel leisten, dafür müsste die Politik schon in die Bütt! Indem man z.B. die AZV dergestalt umbaut, dass jede einzelne Stunde Dienst zu ungünstigen Zeiten einen gewissen rechnerischen Mehrwert darstellt, der unter dem Strich dann für eine Reduktion des Solls sorgen würde.

    Geht nicht? – geht in der sogenannten „freien Wirtschaft“ schon lange! Man muss nur wollen! Und dafür halt auch ein paar Dukaten in die Hand nehmen!

  7. @Iche
    Schließe mich voll an. Auf einer meiner ehemaligen Dienststellen gab es sogar 4 Stunden für außerdienstlichen Sport. Natürlich ist hier Vertrauen gefordert, aber das ist kein Problem: Hat der Dienstvorgesetzte Zweifel, so kann er einen jährlichen Test mit Sportabzeichennorm fordern. Erfüllt der PVB z. B. die Laufleistung über 3000 Meter, bekommt dieser die „Vertrauensoption“ für ein weiteres Jahr.

  8. Ist mit Sicherheit alles gut gemeint. Im Einzelldienst schwer umzusetzen. Die Wochenarbeitszeit von 41 Stunden müßte erhöht werden um ,sportliche Aktivitäten einzubauen. Während der regulären Dienststzeit ist das alles zur Zeit nicht möglich.
    Man soll die Leute bitte nicht für dumm verkaufen. Ich bin selbst Sportler ( Marathon u.s.w. ) und versuche gesund zu leben; es bleibt mir aus beruflichen Gründen immer weniger Zeit. Ich habe schon mehrfach mit Verzicht auf mein Stundensoll DA genommen um Sport zu treiben. Meistens an V/A Tagen wo nichts anlag. Das ist die Wirklichkeit. Mir braucht keiner was zu erzählen. Ich könnte noch mehr solcher „Geschichten“ erzählen…….

  9. Ich kann mich leider den Vorschreibern nur anschließen! Schöne Phrasen, mehr nicht! Nicht managen, sondern handeln müßte eigentlich die Devise sein! Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden, Reduzierung des Pensionsalters um 1 Jahr für 10 Jahre Schichtdienst! Keine Unterscheidung mehr zwischen Wechselschichtdienst und Schichtdienst in Bezug auf Pausenregelungen und ZU – Tage! In dem Zusammenhang: Sollte das letztere nicht schon im Jahre 2009 angeglichen werden? Und was passiert hier? Eben nichts!

    Was wir unseren Politikern in Wirklichkeit wert sind, zeigt dieses Beispiel sowie die aktuellen Tarifverhandlungen!

  10. Ich zitiere: „…Ziel war 1997 „gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen“…“

    Wie kann das funktionieren, wenn es offensichtlich ist, dass das Unternehmen BPOL seither noch kranker ja schön pathogen ist?
    Ich bin mir sicher, dass dieses BGM eine Geburt auf Grund ständig steigender Krankeitsrate und vermehrten Ausfällen ist.

    Sieht das BMI die Fälle davon schwimmen?

  11. Die Belastungen des Dienstes sind wirklich nicht zu bestreiten, aber ich frage mich was aus den „Kollegen“ geworden ist. Klar muss der Dienstherr für eine Ausstattung sorgen, die uns schützt, aber ich frage mal, was müssen wir als Beamte denn geben?
    Zu der viel gelobten freien Wirtschaft empfehle ich die Kündigung und dann nicht s wie raus in den Arbeitsmarkt der freien Wirtschaft. Derjenige der nach 3 Jahren Ausbildung 1400,- Euro netto hat soll sich bei mir melden!!!

    Wo bitte bleibt die Selbstverantwortung??? Auch wenn ich mir den Zorn der stammtischprahler zuziehe, schaut euch doch mal bitte sachlich eure Situation an. Was stört wirklich? Was gebt ihr. Wir sind Beamte und haben uns verpflichtet, ja dazu zählt auch die Pflicht zur Gesunderhaltung. Also Buben, auf geht´s!!!

  12. Es gibt für mich nur einen Weg aus der Misere. Absenkung der Wochenarbeitszeit. Und die Möglichkeit einzuräumen mehr Dienstsport zu machen. Alles andere ist Zeitverschwendung und Schwachsinn. Mehr Freizeit heißst – Steigerung des Wohlbefindens.

  13. Der Tagdienst geht doch schon Laufen, Schwimmen oder zur Rückenschule. Was soll aber der PVB im Schichtdienst machen? Das Auto abstellen, seinem Gegenüber sagen das er nun Sport macht? Oder aber soll er nach dem Schichtdienst noch ne Stunde dran hängen? Macht nicht als erstes der Schichtdienst krank? Mit 30 – 35 Jahren hab ich gesagt, mach mir doch nix und hab den Schichtdienst locker durchgehalten. Nun mit 50 Jahren sehe ich das ganz anders. Aber wer, wenn nicht die, die schon immer im Schichtdienst tätig waren, werden weiter auf der Straße stehen? Die jungen Papa’s und Mama’s gehen ja in den Tagdienst. Bevor hier ein tolles Gesundheitsmanagement eingeführt wird, sollten erst mal die Lebensbedingungen für alle im Schichtdienst tätigen Mitarbeiter, grundlegend, verbessert werden. Dann sinkt bestimmt auch der Krankenstand. Aber das wäre zu viel Arbeit für unsere Obrigkeit und deshalb gründen wir nen Arbeitskreis zum Gesundheitsmanagement. Hat auch den Vorteil, dass wieder einige gut bezahlte PVB in den Tagdienst wechseln können.

  14. Moinsens!

    In unserer Direktion ist jetzt angedacht, Verträge mit Fitness-Studios abzuschließen, wo die Beamten sich durch körperliche Ertüchtigung gesund erhalten sollen.
    Diese Maßnahme soll dann dazu führen, dass die Kranheitsraten wieder rückläufig sind und die Berufszufriedenheit steigt.
    Da kann man mal sehen, sooooo einfach ist das!!!

    Alles wird gut!!

    Grüße

    AB

  15. @ micha

    Wenn man will, geht vieles. Ich bin auch über 50 und im Schichtdienst. Ich schaffe es aber trotzdem mindestens dreimal in der Woche Sport zu machen.

  16. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ja, es wird erstmal nur ein Stück beschriebenes Papier sein, welches es gilt, mit Leben zu erfüllen. Ob sich meine Hoffnung und die der Personalvertretung erfüllen, wird sich erst in der Zukunft zeigen.

    Nichtsdestotrotz bezeugen auch eure Beiträge, dass Handlungsbedarf besteht und ich streite nicht ab, dass eure Forderungen berechtigt sind. Die Verringerung der quantitativen Arbeitsbelastung wird Hauptaugenmerk sein. In der ganzheitlichen Betrachtung gilt es aber auch, die Bedingungen allgemein besser zu gestalten – schließlich möchte ich mich auch im Dienst wohl fühlen, sollte ich z.B. tatsächlich irgendwann weniger Stunden arbeiten müssen. Und in der Tat: es ist schön und gut, wenn die Verwaltung und der Tagdienst von Präventionsmaßnahmen profitiert – der Schichtdienst muss aber genauso Adressat sein, auch wenn das Angebot dann zu anderen Uhrzeiten stehen muss. Auch Vorsorgekuren stehen auf der Agenda, um den Schichtdienst auch ohne medizinische Indikation als Belastungsfaktor anzuerkennen!
    Ihr habt auch Recht, dass es Dinge gibt, die nicht vor Ort umgesetzt werden können – genau deshalb setzen wir uns gegenüber BMI und Parlament auch diesbezüglich ein.

    Wenn ich schreibe, dass kurzfristig keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen werden, so wollte ich nur ehrlich sein. Natürlich sind Investitionen erforderlich, aber zu behaupten, wir können sofort in Beschaffungsmaßnahmen einsteigen oder externe Berater hinzuziehen, wäre nun mal eine Lüge. Das schließt eine Verpflichtung, für kommende Haushaltsjahre um Mittel zu kämpfen keinesfalls aus!

    Insgesamt wird auch niemand behaupten können, dass sich durch Gesundheitsmanagement alles innerhalb kurzer Zeit auf einfache Weise zum Guten wendet. Aber irgendwann muss irgendwo angefangen werden. Und das soll die Dienstvereinbarung (keine einseitige Anweisung, sondern eine vertragliche Vereinbarung zwischen Dienststelle und Interessenvertretungen) sein, aus der auch jeder persönlich einen Anspruch formulieren kann, soll und darf. Sie beschreibt auch durchaus sehr konkret, welche Handlungsfelder in Angriff genommen werden müssen, ohne jedoch die unterschiedlichsten Voraussetzungen an den vielen Standorten außer Acht zu lassen.

    Gerne stehe ich euch für Austausch und Anregungen zur Verfügung. Schreibt mir doch eine e-mail!

    Herzliche Grüße
    Judith

  17. Wie zuvor schon mal geschrieben, ist man mit unserer jetzigen Einsatzsituation nur noch müde und fertig…!

    Ich bin teilweis so fertig und müde, dass ich eigentlich nur noch vor der Schicht schlafe. Richtigen Schlafrythmus finde ich bei diesen Dienstplänen eh keinen außer wenn ich mal zwei Wochen Urlaub habe. Zwischen den Schichten schlafe ich nur noch fünf Stunden…kein Rythmus, kein Antrieb…!

    Sport klar…und dann wieder schlafen, weil man vom Sport und vom Dienst k.o. ist!???
    Oder wie!???

  18. Aber irgendwann muss irgendwo angefangen werden. Und das soll die Dienstvereinbarung (keine einseitige Anweisung, sondern eine vertragliche Vereinbarung zwischen Dienststelle und Interessenvertretungen) sein, aus der auch jeder persönlich einen Anspruch formulieren kann, soll und darf.

    Judith Hausknecht 8. März 2012

    Völlig richtig, Judith! – Genau deshalb ist es aber eben auch höchst kontraproduktiv, wenn auf Ebene einzelner Direktionen besagte Vereinbarungen eben (noch) nicht zustande kamen und stattdessen dann genau diese einseitigen Anweisungen aufgrund vermeintlichen oder auch wirklichen Druckes(?) erlassen wurden!

    Ist ja auch einfacher, die Inspektionen dann im Rahmen irgendwelcher „Massnahmenpläne“ (= ohne Beteiligung der Personalvertretungen unzulässige (Ersatz-)Zielvereinbarungen….) anzuweisen, schnellstmöglich Gesundheitszirkel etc. aus dem Boden zu stampfen! Auf diese Art bekommen wir dann sehr schnell jene Art von Aktionismus zu spüren, die das Thema absolut nicht verdient hat!

    Das Misstrauen gegen eine solche Art von „Management“ sitzt aber nicht ohne Grund so tief und momentan scheint es zumindest in einigen Bereichen wieder einmal bestätigt zu werden!

    Also nochmal: nicht das BGM als solches ist in Frage zu stellen, sondern die in Schablonen gepresste Durchführung per Anordnung!

    Freut mich, wenn man das offenbar auf der Ebene des BPOLP begriffen hat! Andernorts ist dies offenbar noch nicht der Fall!

  19. Gesundheitsmanagement: dass ich nicht lache, vor ein paar Jahren hat mir ein Amtsleiter außerdienstlichen Sport im Kraftraum eines AFZ abgelehnt, mit der Begründung, ich hätte in der eigenen Inspektion genügend Zeit zum Sport machen (Fernpendler, Schichtdienst). Übungen im Kraftraum waren nach einer Kur von einem BPOL-Arzt empfohlen und mit Attest bestätigt worden.

  20. Hallo Gerhard!

    Genau entgegen dem von Dir beschriebenen Aktionismus soll die Rahmendienstvereinbarung eine nachhaltige Verbindlichkeit für die gesamte Bundespolizei schaffen, die auch die Beteiligungsrechte der Interessenvertretungen bis hin zu den Einzelmaßnahmen sichert und -ich wiederhole mich- Freiräume für die örtlichen Belange und Besonderheiten lässt. Der Entwurf liegt sicher auch Dir vor.

    Liebe Grüße
    Judith

  21. Meines Erachtens ist dieses Artefaktum nichts weiter als ein Versuch die erhöhten, krankeitsbedingten Ausfälle zu reduzieren.
    Es ist Fakt, dass ohne Anreiz kein Erfolg zu verzeichnen ist. Wie schon einige vor mir gepostet haben ist es nun mal so, dass man erst wieder das Vertrauen des Mitarbeiters gewinnen sollte, bevor man eine weitere Aktion aus dem Boden stampfen will.

    Es gibt sehr gute Beispiele in den US, bei denen das sog. BGM sehr gut funktioniert. Die meisten Firmen besitzen einen gut ausgestatteten Sportraum, den die Mitarbeiter in ihrer Freizeit oder während ihrer Arbeitszeit „kostenlos“ nutzen können. Ich denke, das ist kein Geheimnis und funktioniert dort ganz gut.
    Wieso sollte das nicht auch bei der BPOL funktionieren?

    Wenn man diese Rahmenverträge mit Sortstudios hochrechnet, dann ist die Einrichtung eines Sportraumes auf Dauer kostengünstiger!
    Aber mittelfristige Investitionen, die sich längerfristig rechnen waren noch nie eine Stärke des Bundes!

  22. „Und in der Tat: es ist schön und gut, wenn die Verwaltung und der Tagdienst von Präventionsmaßnahmen profitiert – der Schichtdienst muss aber genauso Adressat sein, auch wenn das Angebot dann zu anderen Uhrzeiten stehen muss“
    Wie soll das den jetzt gemeint sein!
    Fitnesstudio morgens um halb3Uhr?
    Ja nee ist klar!
    Kein richtiger Sport ohne wirklich ausgeruht zu sein!
    Ich habe nen Hund mit dem ich gassi gehe ne Famillie und nen Grundstück!
    Da hab ich genug zu tun.
    Wann soll ich den bei ner 41h/Woche noch Sport machen im Schichtdienst
    Wär hat da noch die Zeit für sowas???
    Ihr wollt Beamte die Fit sind!? Dann runter mit der Wochenarbeitszeit!
    Wann war das letzte mal Dienstsport? Mitte letzten Jahres
    So sieht es aus in der BPOL 2011/2012!

  23. Immer das selbe. Es wird etwas Neues auf den Weg gebracht und überall wird nur gemeckert. Die 38,5h Woche ist wirklich erforderlich, aber ich muss auch mit den jetzigen Rahmenbedingungen leben und versuchen das bestmögliche aus der Situation zu machen. Die Rahmendienstvereinbarung kann ein richtiger Schritt sein und die 38,5h Woche sollte natürlich auch weiter gefordert werden. Sport ist anstrengend, kostet Überwindung und tut auch manchmal weh, deshalb ist Sport treiben auch eine Frage des Willens. Der Dienstherr muss natürlich einige Rahmenbedingungen schaffen, aber ich muss mich schon selber bewegen.
    Übrigens hatten wir auf unserer Dienststelle auch das Angebot von 2h pro Monat außerdienstlichem Sport. Weniger als 5% der Beschäftigten haben das Angebot angenommen und das bei einer 38,5h Woche. Es wurde auch an den Ausbildungstagen regelmäßig Sport angeboten. Laufen wollte aber fast niemand, nur Volleyball spielen und sich dabei möglichst wenig bewegen. Manchmal konnte man sogar die Schwimmhalle nutzen. Wirklich geschwommen ist aber fast niemand.

  24. @Jetzt schreibe ich
    Ich stimme Dir vollkommen zu bei dem was Du geschrieben hast!
    Aber bei der 38,5h/Woche hatten wie auch so ganz neben bei viel mehr Dienstsport als heutzutage!

  25. Gemeinsame Initiative zur Förderung des Gesundheitsmanagements in der Bundesverwaltung“
    …das hört sich alles toll an . Und die Realität ist, strikte Einhaltung von 30 Std. pro Jahr , also 2, 5 Std. im Monat.
    oder 37,5 Minuten i.d.Woche- und mehr nicht !Ich bin ja nicht mehr der Jüngste , die 37 Minuten brauch ich allein schon fürs Umziehen , Duschen und Haare föhnen ! Spaß beiseite, es ist nicht mal eine Std. pro Woche die eingeräumt wird. Das ist die Realität. Gut , ich versuche trotzdem dreimal die Woche eine sportliche Betätigung zu absolvieren, aber eben in meiner Freizeit. Angestellten wird der „Dienstsport “ in der Mittagspause angeboten, ohne Vergütung also .Wenn das im Abgleich mit dem Altersdurchschnitt im Einzeldienst , bei uns Ende 40 ! betrachtet wird, dann kann man den Istzustand nicht mehr für ernst nehmen .
    Umso mehr bin ich skeptisch und glaube meinem Dienstherren gar nichts in dieser Angelegenheit. Und kein Geld, da kann ich nur noch milde lächeln, Griechenland, Afghanistan , Piraten Einsatz, …. usw usw

  26. Es sollte m. E. im Interesse jedes Einzelnen selbst liegen, sich fit und gesund zu halten. Ich mache doch keinen Sport für den Dienstherrn, sondern für mich. Von daher k…. mich diese Pseudo-Argumentation wie „mein Dienstherr gibt mir keine Zeit für Sport…) echt an. Wenn ich daran Interesse habe Sport zu machen ist es mit egal ob ich das im Dienst oder in der Freizeit mache. Und wenn jemand 130 Kilo wiegt, die Treppen nicht mehr hoch kommt und aussieht wie Presswurst in Uniform, dann sollte er dafür nicht den Dienstherrn verantwortlich machen, sondern mal seine ganz persönliche Lebensführung etwas kritisch hinterfragen.

  27. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
    Gewerkschaften mussten immer eine Antwort auf die Veränderungen in der Arbeitswelt finden. Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit bleibt unser Ziel. Die Belastungen durch Schichtdienst und Einsätze werden damit allein nicht ausgeglichen. Auch durch erhöhte Einstellungen von Mehrpersonal wird nur bedingt ein Ausgleich geschaffen.
    Ziel ist es den „klassischen“ Begriff des Arbeits-und Gesundheitsschutz zu erweitern. Dabei gibt es nicht nur „die“ eine Maßnahme.
    Wir wollen auf kein „Strohfeuer“. Die Menschen in der Bundespolizei sind in den letzten Jahren mit zuvielen Methoden belastet worden. Diesen Belastungen gilt es auszugleichen. Angepasst an die örtlichen Gebenheiten, an eine Schichtdienstorganisation, an den Alltag des Pendler und an die vielen Wechselfälle des Berufes. Diese Ausgangssituation verlangt nach Verbindlichkeit und einer Selbstbindung der Organisation. Daraus lassen sich Haushaltsforderungen ableiten. Der Einzelne ist seiner Eigenverantwortung nicht entbunden. Doch es ist liegt auch an der Führungsverantwortung dafür zu sorgen, dass die Arbeit in der Bundespolizei nicht krank machen darf.
    Jörg Radek

  28. @Sidewinder 10. März 2012

    Wenn ich daran Interesse habe Sport zu machen ist es mit egal ob ich das im Dienst oder in der Freizeit mache.

    Dem kann ich nur zustimmen. Ich selbst, Schichtdienst und weit über Ü 40 mache seit 3 Jahre fast jeden Tag (min 5 x/Woche) Sport in Form von Fahrradfahren und Krafttraining. Hat nicht nur Gewichtsverlust gebracht, sondern auch Ausdauer, Kraft und Lebensfreude. Aber es fällt an einigen Tagen schon ganz schön schwer. Gerade nach den Nachtschichten noch mit dem Fahrrad 15 km bis nach Hause, oder 45 Minuten bei schlechtem Wetter den Ergometer treten und dann noch Krafttraining verlangt schon Disziplin.
    Aber ich kann auch die Beamten verstehen, die nach einer 12 Stunden Schicht noch bis zu zwei Stunden nach Hause fahren um dann wieder pünktlich zur nächsten Schicht auf der Matte zu stehen. Da bleibt wirklich kaum Zeit für Sport. Hier sollte man ansetzen und wie geplant die Wochenarbeitszeit verkürzen. Aber ich habe das Gefühl, dass der Dienstherr nur Verlangt, ohne mal ein bisschen zu geben. Und an jedem Schulungstag den Coopertest zu laufen, bringt auch nicht die gewünschte Kontinuität in der sportlichen Ertüchtigung.
    Weiterhin stelle ich fest, dass in der Beziehung Sport bei unserer Behörde mit zweierlei Maß gemessen wird. Da werden großartige Verträge mit Fitnesscenter in der nähe der Direktionen abgeschlossen. Aber was bringt mir das im Schichtdienst, wenn das Fitnesscenter um 20:00 Uhr schließt und 50 km von meinem Dienstort, 70 km vom Wohnort weg ist. Rechne ich also, dass ich allein fast 3 Stunden ins Center unterwegs bin, um dann vielleicht eine Stunde trainieren zu können, ist das also auch nicht erbaulich. Wenn ich jedoch im Tagensdienst während meiner Dienstzeit dort hin gehen kann, dann ist das eine gute Lösung. Ich habe mich mal in meiner Nähe umgeschaut und musste feststellen, dass das billigste Center 28,99 Euro Monatsbeitrag haben will.
    Kurzum, wenn der Dienstherr schon berechtigte Forderungen stellt, dann soll er auch gleiche Bedingungen für alle schaffen und nicht nur darauf verweisen, dass jeder Beamt für seine körperliche Gesunderhaltung selbst verantwortlich ist.
    PS: Wenn jetzt jemand meint ich habe halt die Zeit, ich habe zwei Kinder und ein Haus. Also Zeit eigentlich nie. Ich nehme sie mir einfach und das nicht für den Dienstherrn, sondern für m i c h!!!!!

  29. In unserer Inspektion wird Sport ganz groß geschrieben. Bei uns gibt es die Möglichkeit, eine Spätschicht zu absolvieren, die 2 Stunden länger ist (also 10 statt 8 Stunden). In diesen zwei Stunden vor dem regulären Schichtwechsel werden Schulungen, Besprechungen und auch Sport in Neigungsgruppen durchgeführt. Bei ca. 6 Spätschichten im Monat kommt da auch was an Sport für die zusammen, die das möchten. Und wer das nicht möchte, bearbeitet dann eben seine angehäuften Fälle.

  30. Woran liegt es eigentlich, daß in einer südlichen Direktion keine Freiwilligen für das BGM-Team gefunden wurden?!

  31. Der Dienstplan in unserer Inspektion ist ungefähr so ausgelegt. Fr.,Sa.,So. 12h Schichten.Danngibt es da noch eine 6er Folge mit 60 h .Und man muß alle Schichten arbeiten gehen , da man sonst Minus macht.
    Also ihr könnt euch vorstellen wer da noch Lust hat bzw.ab einen gewissen Alter sich erholen muß.
    Die Leute im Tagesdienst wären aufgrund ihrer Gleitzeitarbeit noch in der Lage aber die machen auch nichts im Gegenteil
    die sind öfter krank wie einer im Schichtdienst.

  32. Ich finde es zwar gut, was Kollegin Hausknecht unternimmt, ich sehe das auch unter dem Aspekt „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Ich kann jedoch die Unmutsäußerungen in einigen Statements durchaus nachvollziehen.
    Wenn aber in dem Bericht u. a. von der Verantwortung des Dienstherrn im Rahmen der Fürsorgepflicht gesprochen wird, dann habe ich aus meiner bisherigen Erfahrung doch so meine Bedenken.

    Ein Beispiel:
    Ich war vor 2 Wochen an unserem Sonderdienstwochenende wieder Mal zum Fußballeinsatz mit den Kollegen meiner DG aus dem Revier im Einsatz.
    Die Kollegen (ohne Namensnennung + Alter): A 60, B 57, C 56, D 54, E 53, F 50, G, 48, H 46, bei den weiteren Kollegen war der Jüngste 39.
    Noch Fragen zum Altersdurchschnitt? Wir gaben uns an dem Einsatztag, wie schon öfters den Namen: Das SEK ( seniles Einsatzkommando ).
    Wir haben noch nicht einmal persönliche Schutzausstattung und müssen uns aus einem KSA-Pool von ca. 10 verschiedenen Größen bedienen. Dieser KSA-Pool ist noch aus dem Bestand “Grün“. Vernünftige, witterungsangepasste blaue Einsatzbekleidung gibt es nicht!!. Laut Aussage Hundstadt steht uns die blaue Schutzausstattung noch nicht zu!! Mehrere Kollegen klagten hinterher über, dem Alter entsprechende „Zipperlein“, und freuten sich natürlich, nach einem freien Tag wieder Nachtdienst zu schieben.
    M.E. sollten hier einmal zum Schutze der Gesundheit der Mitarbeiter bessere Regularien aufgestellt werden. Das wäre einmal ein sinnvoller Beitrag zur Gesunderhaltung.

    Soweit ich mich erinnere, wurde bereits vor ca. 10 Jahren seitens der GdP ins Papier gestiegen, um solche Altersstrukturen wie 50plus für Einsätze nicht mehr zu ermöglichen. Wie gesagt: Gleiches Prinzip, Herantreten an den Dienstherrn, dort hatte ich zunächst auch auf Besserung gehofft. Mittlerweile sind über 10 Jahre vergangen und der Stete Tropfen hat bis heute nicht den Stein gehöhlt. Bestimmt gibt es überall oben genannte “SEKs“.

    Bzgl. des Sports sehe ich das wie “Sidewinder“ und “ älterer Beamter“, ich selber bin 56 Jahre alt, im Schichtdienst und treibe auch Sport. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

    In diesem Sinne, alles wird Gut

  33. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    wenn doch nur alle Menschen bei der BPOL wären, dann würden wir alle im Wohlstand und Verwaltungsfrieden leben, wegen der Gleichstellung aller hätten wir eine neue Sprache erfunden, vor jeder Heirat muss erst ein EAV bestanden und der Nachweis von regelmäßigem Gesundheitssport erbracht werden. Der Abschluss der Rahmendienstvereinbarung wird dann die konsequente Fortführung des „12 Minutenlaufes“ im Gesundheitsmanagement sein. (?) Ob ich das ernst meine ?
    Ich wäre froh, wenn wir 25 Dienstjahre zurück wären, dann müßten wir uns über solche Dinge nicht den Kopf zerbrechen. Es hat niemals so viele Dienstvereinbarungen und Konzeptionen wie heute gegeben, ich erinnere z.B. an das Leitbild, es wird doch nur bei Prüfungen und EAV als Thema verwendet. Ansonsten steht es nur imaginär im Raum. Früher kannte man kein Leitbild, wußte aber was sich als Kollege (Kameradin) und Vorgesetzter gehört. Heute kennt man wohl das Leitbild, (aus Prüfungen usw.) weis aber nicht mehr „was sich gehört“.
    Achso, in unserer Inspektion wird schon seit längerem regelmäßig, mindestens 1 mal (ggf. 2mal, je nach Nachfrage) in der Woche „Behördliche Gesundheitsförderung“ in Form von Fitnesstraining, Schwimmen, Laufen o.ä. allen MA mit Erfolg angeboten und auch von den MA genutzt die „abkömmlich“ sind. Das funktioniert ohne Rahmendienstanweisung weil Gesunderhaltung ein Selbstverständnis ist, so wie die Mittagspause. Es gibt ja durch den BMI auch einen „Sporterlass“ der vieles regelt, somit muss das alles nicht nochmal erfunden werden. Einiges muss man halt zur Gesunderhaltung zusätzlich in seiner Freizeit machen ;-) z.B. schlafen o.ä.! Man kann aber auch vieles komplizierter machen als es ist. Wir werden nur noch vom „administrativen Wahn“ geleitet, schaut Euch doch um wohin das alles führt. Die meisten Krankheiten (insbes. psych. Natur) der Menschen kommen doch nur von diesem Q…..
    Viele Polizeiführer wissen doch gar nicht „was geht“, denen darf man auch nicht alles anlasten (Führungsverantwortung usw.), man muss sie unterstützen und beraten. Eine These besagt: „Einen Bettler würde ich auch nicht fragen wollen wie man Milionär wird!“
    Wenn sich also jeder in diesem Sinne beteiligt, dann „läuft“ es überall so gut wie in unserer BPOLInspektion.
    Ich wünsche Euch alles Gute und denkt auch dran.