Forderung nach gemeinsamem Abzugskonzept für Polizei und Militär bekräftigt

Berlin. Angesichts der heiklen Sicherheitslage in Afghanistan bekräftigt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihre Forderung nach einem gemeinsamen Abzugskonzept für polizeiliche und militärische Einsatzkräfte. Zwar habe Bundesinnenminister Friedrich bereits die Absicht geäußert, den Bundeswehreinsatz und die zivile Aufbauhilfe deutscher Polizistinnen und Polizisten am Hindukusch gemeinsam beenden zu wollen, doch liege ein Konzept dazu noch nicht auf dem Schreibtisch. Bernhard Witthaut, GdP-Bundesvorsitzender: „Ohne militärischen Schutz ist ein weiterer Ausbildungseinsatz deutscher Polizeiexperten in Afghanistan nicht denkbar.“ Die GdP, so Witthaut, werde dafür sorgen, dass kein Polizist am Ende das Licht ausmacht.

Vor dem Hintergrund des schockierenden Vielfachmordes an afghanischen Zivilpersonen durch einen US-Soldaten zeigt sich Bernhard Witthaut über den Stand der Sicherheit der deutschen Polizeikräfte tief besorgt. Die abscheuliche Tat, so Witthaut, heize die negative Stimmung gegenüber ausländischen Steitkräften kräftig an. Es sei aber stark zu bezweifeln, dass zu Vergeltungsakten entschlossene Terroristen einen Unterschied zwischen einer Militär- und einer Polizeiuniform machen würden. Der GdP-Vorsitzende forderte die Bundesregierung auf, die Schutzmaßnahmen für die in Afghanistan eingesetzten Polizistinnen und Polizisten einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.

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Themenbereich: Aus dem Bundesvorstand | Drucken

3 Kommentare
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  1. Also ich finde die Aussagen mal wieder sehr populistisch !
    Deutsche Ausbilder waren auch schon vor einem Afghanistan Krieg dort und haben beraten und ausgebildet. Ebenso ist weiterhin die Notwendigkeit gegeben, selbst wenn die militärischen Kampftruppen abgezogen sind. (ja es wird auch weiterhin Militärbasen geben)
    In dem Fall muss man sich über ein vernünftiges Konzept Gedanken machen. Denn sicherlich wird auch der Umfang der personellen Unterstützung nicht mehr so groß sein und sich auf 1 oder 2 Stützpunkte beschränken.
    Vor einigen Jahren konnten Polizisten noch ohne geschützte Fahrzeuge und schwere Bewaffnung durch Afghanisstan fahren. Vielleicht entwickelt sich das Land ja wieder dortin.
    Man kann es sich politisch einfach nicht leisten Afghanistan fallen zu lassen, leider traut sich noch niemand das auch so zu sagen. Es sind ja bald Wahlen . . .

  2. http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/deutschland-afghanistan-planen-partnerschaftsabkommen-1948457.html

    Das hört sich für mich nicht danach an, das die deutsche Polizei zusammen mit der Bundeswehr abgezogen wird…

  3. Ich war lange unten.
    Wenn das Militär weg ist, werden wir wieder unbehelligt und sicher in Afghanistan leben und arbeiten. (Was wir im Augenblick auch können, nur die Medien machen da ein Fass auf. Und auch die Personalvertretungen!)Die Afghanen sehen uns Deutsche als große Vorbilder und alle (auch die Taliban) wollen, das wir im Land bleiben und am Aufbau (auch Polizei) mithelfen.