Tarifrunde für Beschäftigte in Bund und Kommunen beginnt

Philipp: Angebotslose Arbeitgeber senden denkbar schlechtes Signal

Nichts zu verhandeln: Kerstin Philipp (GdP), Ralf Stöhr (dbb tarifunion), Frank Bsirske (ver.di), Ilse Schaad (GEW) und Achim Meerkamp (ver.di). Foto: Zielasko

Potsdam/Berlin. Als „denkbar schlechtes Signal“ für den weiteren Verlauf der Einkommensrunde für die Tarif-Beschäftigten in Bund und Kommunen bezeichnete die für Tarifpolitik verantwortliche stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kerstin Philipp, die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber bei den heutigen Auftaktgesprächen in Potsdam. Philipp: „Sich ohne ein Angebot an den Tisch zu setzen, ist eine gezielte Provokation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und facht bei den Beschäftigten der Polizei das Feuer unter dem Kessel gehörig an.“ Das schaffe Stimmung, auch für mögliche Arbeitskampfmaßnahmen.

Die stellvertretende GdP-Vorsitzende erneuerte indes die Forderung der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes nach einer Einkommenssteigerung von 6,5 Prozent, mindestens aber 200 Euro. Philipp: „Hohe Steuereinnahmen lassen beim Bund die Kassen klingeln, die gute Wirtschaftslage kommt auch Städten und Gemeinden zu Gute, das Dauersparen im öffentlichen Dienst muss jetzt ein Ende nehmen.“

Den Verhandlungsführern von Bund und Kommunen, Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich und Dr. Thomas Böhle, Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), warf Philipp eine rituelle Missachtung der ersten Verhandlungsrunde vor. „Fast einen Monat Zeit haben die Arbeitgeber gehabt, zu den Forderungen der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ein Angebot zu entwerfen. Um jetzt zu hören, die Forderungen seien illusorisch, hätte man sich nicht zu treffen brauchen. Da reicht der Blick in die Zeitung.“

Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, so Philipp, hätten im vergangenen Jahr einen Reallohnverlust von 0,6 Prozent hinnehmen müssen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums betrage der Reallohnverlust im öffentlichen Dienst in den letzten zehn Jahren 8,7 Prozent.

pdf Tarif Flyer (Nr. 3): Erste Verhandlungsrunde ohne Angebot AG

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

16 Kommentare
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  1. Tja, warum hatte ich auch nichts anderes erwartet…
    Mir fällt es mittlerweile immer schwerer, meinen Dienst gewissenhaft anzutreten! Ich werde ja schon förmlich von Seiten des Arbeitgebers massiv verhöhnt und provoziert.
    Aber macht mal immer schön weiter so, die Quittung kommt eines Tages…

  2. Was sollen wir Beamten uns noch alles gefallen lassen?
    1- Vereinbarkeit von Familie und Beruf ? Pustekuchen was unser Präsident sich auf die Fahne schreibt und gut meint kommt beim normalen KSB im mD NULL an!
    2- Beförderungen… Wenn man sieht das PK mit ner Note 7 OK werden ist das lachhaft! Die Obermeister warten 20 Jahre auf nen Hauptmeister und da können die soviele 8 er oder 9 er haben wie sie wollen!
    3- Schichtzulage ein Durchschnittswert im Monat von ein paar um die 20 Euro! und einmal im Jahr gibts den Rest? was ist das denn ? was uns da Zinsen verloren gehen!
    4- Diensstellenwechsel? Jeder wird ja nur noch Unabkömmlich geschrieben ! Vor allem an Flughäfen!

    Der Job an sich ist mein Traumjob ! Ja Eine Berufung nur was der Dienstherr mit uns macht ist das aller letzte !
    Beispiel ( ja Herr x sie haben ja eine Tochter und wir haben das total vergessen ! Sie haben bis Morgen Zeit alle Unterlagen beizubringen da ja nächste Woche entschieden wird wo sie nach der Ausbildung hinkommen! ( Schnell mal Urlaub genommen und 200 km abgerissen und geradeso Termine auf den Ämtern erhalten! ) Wofür um mir eine Woche später sagen zu lassen das Sozialpunkte nichts zählen und auf meine Heimatnahe Diensstelle jemand kommt der Single ist und keine Kinder hat!

    Fazit wir sollen es richten! So ist das hört man nur ! Die Jungen werden entmutigt und die Alten resignieren! Respekt!

  3. Da war ja nichts Anderes zu erwarten.

    Aber daß die Arbeitgeber mit dieser Arroganz und Gleichgültigkeit an den Tisch gehen, ist eine absolute Frechheit und zeigt wieder , daß wir in deren Augen ein Stück Dre… sind , der nichts zählt.

    Ich habe meine Konsequenzen schon lange gezogen und jetzt erst recht nach dieser Ver……

    Gruß von der Strasse

    Der Maulwurf

  4. Mein Vorschlag an alle:
    Wenn unser BM meint wir wären gut bezahlt, dann tun wir doch so als würden wir gut arbeiten:-)

  5. Spartengewerkschaften, jede Woche neue Streik´s (Flughäfen), das ist doch das Ding was die Arbeitgeber beschworen haben!
    Wer hat die Flughäfen privatisiert- doch wohl der Bund mit dem Verkauf seiner Anteile, und hat das andere möglich gemacht.
    Ohne Verkauf und Privatisierung wären immer noch die Tarifverträge des öD gültig- damit ein Verhandlungspartner, der DGB!

  6. Hallo Zusammen,

    seid Monaten wird hier in den Beiträgen immer wieder von Wertschätzung geschrieben.

    Nun sehen wir wieder, was damit seitens des BMI gemeint ist.

    Ich habe 34 Dienstjahre auf dem Buckel. Mir wird meine Pension entgegen ursprünglicher

    Voraussetzungen gekürzt, Zulagen fallen raus, die Beihilfe ist nahezu auf ein erbärmliches Maß gekürzt,

    und seit Jahren rennen wir bei der Gehaltsentwicklung der Musik hinterher.

    Hoffentlich bleiben wir diesmal hart.

  7. Diesesmal dürfen die Gewerkschaften nicht locker lassen!

    Wenn wir uns diesesmal wieder mit einem kleinen Abschluss zufrieden geben, wann dann sollen wir überhaupt mehr fordern???

    Bitte, liebe GdP, bleibt dran und lasst nicht locker!

    Danke!

  8. Solange aber immer noch „Nummern“ auf Teufel komm raus gebracht werden, weil der Vorgesetzte das nun mal so will, sieht man bei den Arbeitgebern doch, dass alles bestens ist. Die PVB auf der Straße sollten einfach mal viel kürzer treten, leider können das viele aber nicht. Streiken dürfen wir nicht, aber was wäre eine Woche ohne „Nummern“? Die Chefs drehen durch. Wird niemals kommen, weiß ich selbst, war aber mal ein Gedanke. Ich hoffe auf die Tarifangestellten, da ich denen mehr zutraue.

  9. Das ist eine absolute Frechheit der Arbeitgeber! In jeder anderen Tarifverhandlung in der freien Wirtschaft wird zumindest ein schlechtes Angebot von Arbeitgeberseiten gemacht. Bsp: Gewerkschaft: +7%, Arbeitgeber: +1% Kompromiss nach langen Verhandlungen: +3,5%.
    Die IG BCE mit den Verhandlungen im Chemiebereich ist da seit geraumer Zeit ein tolles Beispiel!

    Nun kommen die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst und sagen: Nö, von uns gibt’s nichts!
    Das ist nicht nur dreist und (entschuldigt die Worte) UNTER ALLER SAU, es zeigt jedem einzelnen Mitarbeiter, egal ob Angestellter oder Beamter, dass unsere Arbeitgeber NICHTS von uns halten und uns NICHT IM GERINGSTEN wertschätzen!

    Wie hat man uns seinerzeit an der FH in Lübeck beigebracht? Führungslehre? Schätze und respektiere deinen Mitarbeiter, motiviere ihn, etc etc etc.
    Gilt das nicht auch für die „hohe“ Führungsebene?
    Oder hab ich das falsch verstanden? Wir Deppen sollen uns dran halten und die nicht?

    Da kann es nur eine sinnvolle Lösung geben! STREIKRECHT FÜR BEAMTE!!!
    Wir müssen uns mit unseren Kollegen und Freunden die im TVÖD sind solidarisieren und mit ihnen den Arbeitskampf aufnehmen.
    Die Arbeitgeber werden sich schon umgucken, wenn die Bundespolizei nur noch auf Notfälle reagiert und sonst…äh…nichts mehr macht?!

    Herzlichen Glückwunsch Arbeitgeber! Ihr bringt die hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums ins Wanken.
    Unsere Gesellschaft gerät aus den Fugen.

    PROST!

  10. Ich glaube es wird schon gestreikt. Man siehe die Krankenrate – und die ist noch zu niedrig!!

  11. Eine Frechheit! Wertschätzung? „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ (O-Ton BMI) Alles eine Farce! Wenn es nach unserem „tollen“ Arbeitgeber geht, ist nie Geld da für eine (richtige) Gehaltserhöhung. Da gehen die Ausreden nie aus! Aber für Diätenerhöhungen oder einen „Ehrensold“ für einen gewissen Herrn Wulff ist immer Geld da.

    Jetzt heißt es hart bleiben! Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir haben schon genügend dazu beigetragen, die Suppe, die uns die sogenannten Experten und Eliten aus der Politik und dem Finanzsektor eingebrockt haben, wieder auszulöffeln!

    Und vergeßt nicht die 39 Stunden – Woche für Beamte! Sonst wird ja auch alles aus dem Tarifbereich auf uns übertagen, was uns Nachteile bringt! (Gesundheit, Rente bzw. Pension,…)

  12. Eine stolze Leistung!

    Wieviele Vertreter beider Seiten sind irgendwo zusammengekommen?

    Reisekosten, wolhlmöglich Übernachtungskosten, Essen, Trinken, Gehalt…

    Ein einfaches Telefonat oder eine Rundmail hätten es getan, Kostenpunkt im Centbereich!!!

    Unsere Tarifbeschäftigten verdienen teilweise an der unteren Einkommensgrenze das ist Verhöhnung meine Damen und Herren sie sollten sich was schämen!

  13. Es ist schon sehr erstaunlich, wieviel man sich in diesem Land gefallen lassen muss.
    Von uns wird jeden Tag alles gefordert, volle Hingabe und 100 % Leistung.
    Zum Ende des Jahres, kann man dann in einschlägigen Zeitschriften lesen, wie Stolz doch die Führung unseres Landes
    über die geleistete Arbeit jedes einzelnen von uns ist.
    Ist der Tag aber gekommen, so wie jetzt, wo Farbe zu bekennen ist und man endlich mal das Lob, in bare Münze wandeln will/soll, da hört man leider nichts mehr.
    Worte kosten kein Geld, hören sich gut an und stärken die Moral. Aber leider kann man seinen Kindern von den Worten nichts kaufen und in den Tank, um zum Dienst zu fahren, lassen sich leider noch keine Worte füllen.
    Ich möchte keine leeren Worte mehr hören oder lesen, wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht.
    Wenn ich in den Medien lese, das unser Herr Wulff alle Verünstigungen haben möchte, die die anderen auch bekommen haben, da fällt mit nichts mehr ein.
    Wir bekommen Tag ein, Tag aus, Wasser gepredigt und die hohen Herren und Damen der Politik trinken Wein.
    Wie lange lässt man sich das noch gefallen?!

  14. …und dass, wo die meisten Kommunen in ihren Haushalten zwischen 2 und 3 % höhere Lohn und Gehaltskosten für 2012 bereits eingeplant haben.

  15. … ohne Worte, hier hilft nur ein flächendeckender Streik mit aller Konsequenz.

  16. Sehr schade, dass wir Beamte leider immer noch nicht ein Streikrecht besitzen. Spontan fällt mir hierzu ein ausgefallener Spieltag der Bundesliga ein, auf Grund fehlender/streikender PVBs, da wäre der Aufschrei riesig…!!!
    Deshalb hoffe ich, dass möglichst viele Angestellte von ihrem Streikrecht Gebrauch machen werden, um dieser unverschämten Haltung der Arbeitgeberseite Paroli zu bieten. Ein ordentlicher und gerechter „Sockelbetrag“ insbesondere für die niedrigen Lohngruppen der Angestellten ist ein zwingendes MUSS bei den diesjährigen Verhandlungen. Wenn ich sehe, was für Entlohnungen bei den Kitas und Krankenhäusern oder Verwaltungen bezahlt werden, das ist doch ein schlechter Witz für einen Vollzeitjob! Für alles ist genug Geld da, nur bei den eigenen Beschäftigten nicht, so geht`s definitiv nicht weiter. Ja, ja die Krise ich weiß, aber im Präsidialamt ist diese ja auch nicht vorhanden, oder? 200.000 Euro pro Jahr sind zwar „Peanuts“ aber mit Büro, Mitarbeiter, Wagen und nicht zu vergessen Personenschutz kommt da in den nächsten Jahren auch eine stolze Summe zusammen…aber unsere Forderung als abwegig und illusorisch bezeichnen.
    „Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht“, macht ruhig so weiter, ich habe fertig!!!