Kommentar des Monats: Längst nicht mehr nur durch die Bundesbereitschaftspolizei …

Von Heinz Selzner, Vorsitzender der Direktionsgruppe Bundesbereitschaftspolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP)

Eigentlich handelt es sich bei Einsätzen ge­schlossener Einheiten um die Kernaufgabe der Bundesbereitschaftspolizei. Zunehmend wer­den jedoch auch Kolleginnen und Kollegen des Einzeldienstes als geschlossene Einheiten ein­gesetzt. Die Mobilen Kontroll- und Überwa­chungseinheiten (MKÜ) sind dafür in begrenz­tem Umfang vorgesehen; so wurde es jedenfalls im Rahmen des Feinkonzeptes zur Neuorganisa­tion festgelegt. Mittlerweile haben sich die MKÜ zu einem festen Bestandteil im verbands­polizeilichen Einsatz entwickelt.

Die ihnen ursprünglich zugedachte Rolle des gelegentlichen Einsatzes in Verbandsgliederung übernehmen in zu­nehmendem Maße die sogenannten Alarmeinheiten. Ganz offensichtlich be­steht ein hoher Bedarf an verbandsmä­ßig eingesetzten Polizeikräften. Das Per­sonal wird „zusammengestoppelt“ und es bleiben aber – aus Sicht der Beschäf­tigten – viele Fragen offen …

Personalansatz

Der Ausnahmefall des Einsatzes von Alarmeinheiten ist längst zum Regelfall geworden; und das nicht nur bei CAS­TOR-Einsätzen. Sind Bundesbereit­schaftspolizei und MKÜ personell zu schwach aufgestellt, um ihre Aufgaben wahrnehmen zu können? In diesem Zu­sammenhang möchte ich erwähnen, dass bereitgehaltene Kräfte keine 100%ige Einsatzauslastung haben können. Das wird heutzutage gelegentlich vergessen.

Effizienter Kräfteansatz & Planbarkeit

Zunehmend klagen die Einsatzkräfte der Bundesbereitschaftspolizei darüber, dass im Rahmen einer „Vollkasko-Mentaltität“ Einsätze mit überzogenem Kräfteansatz gefahren werden. Hier stellt sich die Frage, ob die Beurteilung der Lage den tatsächlichen Erfordernissen entspricht? Eine sehr unangenehme Ne­benfolge zu hoher Personalanforderun­gen ist die oft sehr späte Festlegung der konkreten Einsatzstärken. Die hieraus resultierende kurzfristige Planung trifft vom Bereitschaftspolizisten – bis hin zum durch die Umstellung des Regel­dienstes Betroffenen in den Inspektio­nen – alle. Mangelhafte Planung ist ein in hohem Maße krankheitsverursachender Faktor. Und zwar für die Beschäftigten und für ihre Familien. Dies wurde zwi­schenzeitlich durch wissenschaftliche Studien, wie z. B. durch die Klartext-Stu­die der GdP, belegt.

Ausstattung

Unbestritten sind die Bemühungen des Bundespolizeipräsidiums zur Verbesserung der Ausstattung anzuerken­nen. So ist in diesem Zusammenhang die Einführung des neuen Einsatzanzuges mit integriertem Kälte- und Nässeschutz für Bereitschaftspolizei und MKÜ zu be­nennen.

Aber insgesamt besteht auch gerade bei den Einsatzanzügen enormer zusätz­licher Bedarf. Letztlich ist die Zuwei­sung von zwei Einsatzanzügen bei der heutigen Einsatzfrequenz und -intensität zu gering.

Es besteht leider kein Zweifel mehr, dass die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamtinnen und -beamten zuge­nommen hat. Darum darf es auch kein Zögern bei der Anpassung und Beschaf­fung der entsprechenden Ausstattung geben. Das gilt im Übrigen auch für un­sere Kontroll- und Streifenbeamten.

Bei der Unterbringung von Einsatz­kräften hat sich zweifelsfrei ebenfalls vieles verbessert. Das ist richtig, auch wenn gelegentlich überflüssigerweise von „luxuriöser Unterbringung“ im Ein­satz gesprochen oder geschrieben wird. Deshalb dürfen die Mindeststandards des Leitfadens 150 zukünftig aus meiner Sicht nur im Ausnahmefall Platz greifen. Ansonsten müssen bei planbaren Einsät­zen die üblichen Dienstreisestandards zur Anwendung gelangen. Welcher Bun­desbeamte – außerhalb der Bundespoli­zei – würde (bei weniger anstrengenden Dienstreisen) eine Unterkunft in Contai­nern oder im Twin-Bett akzeptieren? Deshalb ist der Vorwurf einer zu „luxuriösen Unterbringung“ zurückzuweisen und falsch.

Dienstpostenbewertung

Die Anhebung der 1820 letzten noch vorhandenen Dienstposten der Wertig­keit der Besoldungsgruppe (BesGr) A 7/8 nach BesGr A 7–9 der Bundesbesol­dungsordnung (BBesO) stellt einen ers­ten kleinen Schritt in die richtige Rich­tung dar. Dennoch ist es für die Angehö­rigen der Bundesbereitschaftspolizei und teilweise auch der MKÜ einfach nicht einsehbar, warum ihre ansonsten hochgelobte Arbeit an den Brennpunk­ten polizeilichen Geschehens nach wie vor schlechter bewertet ist, als die unse­rer Kontroll- und Streifenbeamten im Einzeldienst. Das gilt gleichermaßen auch für die Bewertung der Dienstposten im gehobenen Dienst. Die Anglei­chung der Bewertung an die einzel­dienstlichen Funktionen ist unbedingt herzustellen! – Durch antiquiertes Den­ken der Verantwortlichen für Haushalts­fragen und Personalsteuerung wird ver­gleichbar gute Polizeiarbeit ungleich be­wertet und damit ungerecht besoldet.

Quintessenz

Der Einsatz geschlossener Einheiten bedarf aus meiner Sicht dringend einer intensiven Aufarbeitung. Die Einsatz­kräfte sind so einzusetzen, wie es ihrer Aufgabenbeschreibung entspricht. Das gilt für Bundesbereitschaftspolizei und MKÜ. Das gilt aber auch für die Ange­hörigen im Einzeldienst, die nur im Aus­nahmefall, sprich bei Polizeialarm, als

Alarmeinheiten gegliedert eingesetzt werden sollten. Sachgerechte Lagebeurteilung und effizientere Einsatzverfahren könnten zu einem verringerten Personalbedarf und damit zu einer Reduzierung der Belastung für unsere Kolleginnen und Kollegen führen.

Ideen hierzu sind vorhanden, werden aber meiner Ansicht nach nicht umgesetzt. Hierzu gehören alle Verantwortlichen der Bundespolizeibehörden an einen Tisch. Wer ausschließlich seinen Verantwortungsbereich im Fokus hat, erkennt nicht, dass in diesem vorbehaltlosen Austausch wesentliche Verbesserungspotenziale für eine bessere Einsatzgestaltung liegen; vor allem aber Möglichkeiten zur Optimierung der Rahmenbedingungen insgesamt und damit zur Steigerung der Berufszufriedenheit unserer Kolleginnen und Kollegen.

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

18 Kommentare
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  1. Zitat:“Durch antiquiertes Den­ken der Verantwortlichen für Haushalts­fragen und Personalsteuerung wird ver­gleichbar gute Polizeiarbeit ungleich be­wertet.“

    Dieser Umstand könnte schnellstens behoben werden, sobald diese Entscheidungsfinder einige Wochen ein „Praktikum“ in den Einsatzbereichen ableisten müssten. Denn ich kann nur dann eine adäquate Entscheidung treffen, wenn mir praktisch erworbene Informationen zu Verfügung stehen. Temperaturen, TwinBetten, Einsatzplannung und lange Arbeitszeiten lassen sich einfach besser erleben. Auf dem Papier verlieren solche Umstände an der realistischen Schärfe und erscheinen ganz, ganz weit weg.

  2. 1. Zitat:
    Ausstattung
    Unbestritten sind die Bemühungen des Bundespolizeipräsidiums zur Verbesserung der Ausstattung anzuerken­nen. So ist in diesem Zusammenhang die Einführung des neuen Einsatzanzuges mit integriertem Kälte- und Nässeschutz für Bereitschaftspolizei und MKÜ zu be­nennen.
    Aber insgesamt besteht auch gerade bei den Einsatzanzügen enormer zusätz­licher Bedarf. Letztlich ist die Zuwei­sung von zwei Einsatzanzügen bei der heutigen Einsatzfrequenz und -intensität zu gering.

    1.1. Zur Info: Mit Einführung des „neuen Einsatzanzuges mit integirirtem Kälte- und Nässeschutz“ musste von den Beamten der zweite blaue Einsatzanzug abgegeben werden. Der „Neue“ kann allein von seiner Bestimmung „Kälte- und Nässeschutz“ nicht als Ersatz für diesen dienen. Wer das Teil schon mal getragen hat, weiß von was er spricht…..

    Jetzt laufen halt die Einsatzkräfte wieder in „GRÜN“ durch den Einsatzwald.

    2. Zitat:
    ”Durch antiquiertes Den­ken der Verantwortlichen für Haushalts­fragen und Personalsteuerung wird ver­gleichbar gute Polizeiarbeit ungleich be­wertet.”

    2.1. Zur Info:
    Nach meinen Informationen aus der Abteilungsführerbesprechung hat die Personalvertretung in Person von Herrn Selzner und Herrn Gieck verhindert, dass für die Beamten mit Dienstposten GF oder stellv. GF mit Führungslehrgang I eine Ausnahmeregelung (bei Nichtereichen der 40 Lebensjahre) für den erleichterten Aufstieg getroffen wurde bzw. getroffen werden kann.
    Diese qualifizierten, erfahrenen Beamten mit teilweise mehreren Zusatzqualifikationen (Polizeitrainer, mehrere Auslandseinsätze) werden jetzt von den Stellen genommen, so ist es angekündigt.

    Wenn einer den Lehrgang (auch nicht das „VAV“) nicht absolvieren will ist das eine andere Sache.

    Eignung-, Leistung und Befähigung ?????

    „antiquiertes Den­ken der Verantwortlichen??????“ Ich frage mich von wem……….

    Gerhard Nagel

  3. Wie bei allen operativen, einsatztaktischen Praxisentscheidungen,kann und wird wieder mal nichts dabei rauskommen.Warum….? Das hat Betrayed vorab trefflich beschrieben. Ersteinmal brauchen wir mehr PVB,zweitens adäquate Praxistaugliche und erfahrene Entscheider und Führungskräfte und drittens ein Konzept was klar regelt wer Großlagen bewältigen soll….entweder Bundesbereitschaft oder Alarmeinheiten/MKÜ.Zwischen beiden gibt es nämlich personell und auch qualitativ große Unterschiede…..gewollte Unterschiede!!!
    Und was ich mir garnicht erklären kann ist,wie sich die hohen Herren das mit der Personalplanung vorstellen A10ér als PVB in der Gruppe einzusetzen.Ich hoffe nur kurzfristig innerhalb einer Alarmeinheit oder was?? Quelle: Abteilungsführerbesprechung.
    Nur noch Stoppelei und Flickschusterei

  4. Immer das leidige Thema. wenn jemand vor Jaaahren mal einen GF gemacht hat, erhält er also automatisch den Anspruch ohne VAV in den gD zu wechseln? Wenn man hier mal ehrlich sein will, dürfte so ein schwachsinn überhaupt nicht geben. jeder PVB im mD der seit Jahren oder Jahrzehnten seinen Mann gestanden hat, egal im Einzeldienst oder Verband, sollte automatisch, wie beim Land , zum gd befördert werden. Wenn ich mal provozieren darf, dann glaube ich, dass der PVB im Einzeldienst u.U. mehr leistet, da er sehr wichtige Entscheidungen mit dem Gegenüber oder am SV unverzüglich, teilweise in sekunden entscheiden muss ohne seinen “ GF “ zu fragen. Hier liegt die verantwortung m.E. sehr viel höher.
    Man kann aber halt alles im kreis drehen, bis es rund wird. Diejenigen, die sich im Ausland – HoD usw. – mit ordentlichen Zulagen versüßt haben ( ich spreche aus Erfahrung ) haben natüüürlich den Anspruch bevorzugt zu werden. Was ist denn mit dem PVB, der in der Zwischenzeit seinen Allerwertesten für den “ Auslandskollegen “ hingehalten hat, der nicht frei machen konnte, weil der “ Auslandskollege “ in der Schicht fehlte und somit die Mindeststärke nicht erreicht wurde…selber Pech gehabt, könnte man sagen.

    Man kann sich alles sehr einfach machen, immer drehen wie man es braucht.

    Für mich steht fest….alle PVB im mD. bei entsprechendem Alter und Berufsjahren in den gD. befördern. Nicht, damit sie alle tolle “ Offiziere “ sind, sondern damit sich die Pension später noch rechnet. Es geht allemal nur ums Geld.

    Oder…man bezahlt den POM zB. entsprechend, dann bleibt man auch POM.

  5. @ heinz

    ich gebe dir recht.

    zunächst das unwichtigere: Einsatzanzüge. Fakt ist: ich habe nicht zwei, sondern einen Einsatzanzug und einen mit Nässe und Kälteschutz.
    ich brauche aber zwei.
    In diesem Zusammenhang sollte man mal über Latzhosen nachdenken.

    Über Unterbringung müssen wir uns nicht beschweren. Wir sind Bereitschaftspolizisten und keine Urlauber. Der Standart, den wir haben ist ok. Sogar dir Container. Sind echt nicht mehr zum schimpfen. Ich habe auch schon in Turnhallen mit mehren Zügen und unterschiedlichen Einsatzzeiten gewohnt. Wenn die Bild nun ein höherwertiges Hotel als feudale Unterbringung anpreist, geht es doch eh nicht um das Thema. Und wenn Einheitsführer einfach wieder abreisen, weil die Unterbringung nicht genehm ist, fass ich mir an Kopp; dem gehört ein anständiger Tritt auf die vier Buchstaben. Wir waren letztes Jahr in Berlin in Schmidt Knobbelsdorf, das ist echt eine der schlechtesten Unterbringungen, das wissen wir und unsere Kräfte waren nicht begeistert aber haben professionell ihren Auftrag gemacht (es gab Lob von höchsten Stellen).

    was aber echt ein Problem ist ist konkurrenz im eigenen haus. Mkü Vs. Verband. Ausgetragen auf dem Rücken aller Kollegen und den Einsatzauftrages. Der Einzeldienst kann die Mküen die schon verbandspolizeilich voll verwenungsfähig sind gar nicht für den Grundauftrag verwenden sondern nur für verbandsähnliche Aufgaben und Einsätze und hat riesen Lücken im normalen Dienstbetrieb und muss dauernd Alarmzüge ausrufen.
    und der Verband blutet aus. Auf dem Papier voll, real leer. Wann kommt endlich eine echte IST Festellung. Ich kenne nicht alle Abteilungen auswenig, grob geschätzt fehlt JEDER HUNDERTSCHAFT mindestens ein kompletter Zug. Das ist das reale IST.

    und nochwas: controlling mag richtig und wichtig sein. Bei unserer Firma kann man aber nicht so rechnen wie bei Firmen der freien Wirtschaft und man muss nicht „alles controllen“. Und die Leiter sollten die Zahlen zur Unterstützung ihrer Dienststellenführung nutzen aber nicht die Zahlen als einziges Ergebnis der Dienststelle werten, echte Kontrolle kann nicht durch Controlling ersetzt werden. Gerne auch echte Kontrolle durch den Innenminister, Haushaltspolitiker, Kanzler und wer sonst noch über uns entscheidet, und Controlling nur noch als Hilfsrichtwert.

  6. @ gerhard nagel

    Lieber Kollege Nagel,

    zum Thema Einsatzanzug mit Kälte- und Nässeschutz sind wir ja einer Meinung. Das habe ich in meinem Beitrag auch so ausgedrückt. Die GdP – Direktionsgruppe Bundesbereitschaftspolizei hat über den Hauptpersonalrat die Forderung erhoben, das Ausstattungssoll für Einsatzanzüge auf mindestens 3 zu erhöhen. Wir werden heute über den Bezirkspersonalrat den Sachverhalt mit Herrn Seeger besprechen und ihm die Meinung der Kolleginnen und Kollegen zur Geeignetheit des neuen Anzuges bei normaler Witterung darstellen.

    Zum Thema Aufstieg auf Dienstposten des Blocks 1: Ihre Quellen aus der Abteilungsführerbesprechung sind mir nicht bekannt. Auf jeden Fall gab es keinen Vorschlag, den Wolfgang Gieck und ich verhindert haben. Wir haben dort über die Situation der Abarbeitung des Aufstiegsprogramms gesprochen und von unserer Behörde eingefordert, dass wir uns konkret über jeden Betroffenen unterhalten wollen und hier Lösungsmöglichkeiten auf die individuelle Situation hin ausarbeiten. Wir haben auch kritisiert, dass die Information der Betroffenen mit wenig Fingerspitzengefühl gelaufen ist.
    In Abstimmung mit den örtlichen Personalräten werden wir das jetzt angehen. Im Übrigen habe ich auch mit Ihrem Abteilungsführer über eventuelle Lösungsansätze gesprochen.
    Wir haben allerdings deutlich gemacht, dass eine Verniedlichung des Problems oder die vage Aussicht auf eine Veränderung der BPOLLV uns nicht sachgerecht erscheint. Die GdP hat zwar die BPOLLV deutlich kritisiert und gerade auch die Herabsetzung der Altersgrenze für den verkürzten Aufstieg als klare Verschlechterung angegriffen, aber die Verordnung ist jetzt erst mal in Kraft getreten.

    Sofern Sie persönlich betroffen sein sollten, biete ich Ihnen gerne ein vertiefendes Gespräch an.

    Heinz Selzner

  7. Längst nicht mehr nur durch die Bundesbereitschaftspolizei

    Der Ausnahmefall des Einsatzes von Alarmeinheiten ist längst zum Regelfall geworden; und das nicht nur bei CASTOR-Einsätzen. (Zitat)
    Da muß ich dir vollkommen Recht geben Kollege Heinz Selzner. Gut, daß dieses Thema mal auf der Tagesordnung steht.
    Diese s. g. Alarmeineihten werden ausnahmslos durch im Einzeldienst tätige Beamten abgedeckt.
    Ich frage mich schon seit langem, wieso verbandsmäßig gegliederte Kräfte z. B. in der Wochenmitte grenzpolizeiliche Einsätze (Binnengrenze etc.) durchführen und die sogenannten Alarmeinheiten, gespickt mit lebensälteren Einzeldienstbeamten, die weder dafür geeignet sind noch die entsprechende Ausbildung erhalten haben Fußballeinsätze (Fanbegleitung) und diverse andere Lagen abarbeiten müssen, geschweige denn ordentlich auggerüstet sind.
    Das durch die Einbindung die grenzpolizeilichen Aufgaben und geforderte Fallzahlen auf der Strecke bleiben ergibt sich somit von selbst.
    „ Der Krug geht immer solange zum Brunnen bis er bricht „
    Wo bleibt das vielgelobte Feinkonzept der Neuorganisation?

  8. „In diesem Zu­sammenhang möchte ich erwähnen, dass bereitgehaltene Kräfte keine 100%ige Einsatzauslastung haben können. Das wird heutzutage gelegentlich vergessen.“
    Aus dem Kommentar von Heinz Selzner

    In der Tat, Heinz! Und das ist auch eine der Schlüsselerkenntnisse, von denen man hoffen darf, dass sie sich irgendwann auch mal Zugang zur Gedankenwelt unserer „Entscheider“ verschaffen werden!

    Man kann aber durchaus noch weiter gehen: dieses betrifft nicht nur Bereitschaftskräfte, sondern im Grunde genommen jede Institution, die sich mit der Bewältigung von nicht hundertprozentig vorplanbaren Lagen befassen muss: Das ist bei der Polizei so, das ist im Rettungswesen so, ebenso wie bei der Feuerwehr oder im Gesundheitswesen!
    Vor allem aber betrifft es ganz konkret mittlerweile in irgendeiner Form nahezu jeden einzelnen in unserer Firma!

    Rein rechnerisch kann ich immer alles noch ein wenig „optimieren“, „rationalisieren“ oder sonst was „ieren“.
    Praktisch fahren wir damit an die Wand und spielen auf Dauer unser Personal kaputt! (Das ist uns ja , wie wir seit Beerlage wissen, zu einem nicht unbeträchtlichen Prozentsatz bereits gelungen!)

    Fazit scheint jedenfalls zu sein: Weder, das „BKE“- noch „MKÜ“- , noch das Alarmkräfte“- oder sonst irgendein „Konzept“ scheint auch nur ansatzweise zu funktionieren! Es rächen sich nunmehr bitter die bereits im Rahmen der Reform II begangenen Fehler , nämlich die viel zu drastische Reduzierung der Bereitschaftskräfte! – Den „Erfolg“ spüren mittlerweile alle, und zwar nicht nur die Bereitschaftskräfte!

    Was ist eigentlich mit dem alten Grundsatz „Reserven bilden“?
    Wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre anschaut, muss man zu dem Schluss kommen, daß die Politik offenbar gar nicht gewillt ist, diesen Grundsatz zu akzeptieren, die operative Basis hingegen gar nicht mehr in der Lage ist, diesen zu praktizieren! Wichtig wäre es wohl vor allem auch, seitens unserer Führung auf diesen zunehmenden Spagat immer wieder und mit allem Nachdruck hinzuweisen! – Jedenfalls wichtiger, als sich mit irgendwelchen Pseudo-Erfolgsmeldungen zu produzieren und damit die Realität zu verhöhnen!

  9. @ heinz selzner
    zu 1. Dann beschreiben sie doch in ihrem Kommentar die von ihnen angestrebten oder veranlassten Maßnahmen. So wird es dann auch deutlich.

    zu 2. Quelle?
    Der Vorsitzende des Personalrats aus BBZ kann ihnen dazu Infos aus erster Hand geben.

    Ausnahmen?
    Wurden bisher schon genügend gemacht. ( z.B. zuletzt die Flieger)

    Lösungsvorschläge?
    Wurden bei der Personalversammlung auch mit Herrn Gieck besprochen.

    Geschenkt?
    Möchte keiner was von den Beamten. VAV möchte jeder machen.
    Geht ja auch um Beamte der BeDo-Einheiten usw.

    Ich denke das sollte an Aussagen hier auch reichen. Die zielführende Diskussion ist hoffentlich angestoßen.

    @ kritischer
    Ja, der Aufstieg sollte irgendwann für allen Beamten möglich sein. Die Lebensleistung jedes einzelen ist zu respektieren und zu honorieren.
    Für andere die sich wie auch immer qualifizert bzw. weitergebildet haben (z.B.: PTR > min 11 Wochen und dann im Nebenamt) sollte dies auch früher oder auf einem anderen Weg möglich sein (ist es auch schon und sollte weiter so sein).

    Zu deiner Einschätzung der Leistungen der GF / stellv GF oder Bedo-Truppführer usw will ich es mit
    Johann Wolfgang von Goethe halten:
    „Getretener Quark wird breit, nicht hart“

    Gerhard Nagel

  10. Wenn es nicht brennt…schaffen nur dumme Leute die Feuerwehr ab.

    Jedoch kokelt es mindestens.

    die Bundes BePo muss dringend mit ca. 1000 jungen Polizeimeistern aufgefüllt werden (real).

  11. Genau… Und gD für alle. Da das Alter gem. Herrn Nagel ja ein Verdienst ist und unbedingt mit der Überführung in den gD gewürdigt werden muss, ist das nur gerecht und logisch.
    Vorschlag: VAV abschaffen und wir sparen uns diese Debatten. Die Kollegen können ja den richtigen Aufstieg machen. Ach ich vergass, das kann ja nicht jeder der älteren Kollegen. Junge Kollegen mit Familie natürlich schon.
    PTR soll auch gewürdigt werden, gut, dann aber bitte auch BFHu, MFE, ERMD und und und… Sind ja herausragende Lebensleistungen.
    Ich glaube dazu muss nichts mehr gesagt werden. Kleiner Finger —> Ganzer Arm usw.

  12. Habt Ihr es schon gehört??????? Bald ist wieder 1. Mai………die Demo in Frankfurt vor zwei Wochen war laut indymedia org. nur der Anfang.
    Kaum Kräfte,Einsatzausstattung gekürzt, Schlagschutz für alle und Oberschenkelprotektoren…..alles nicht gelöst.Der 1. Mai 2009 ist ja auch erst drei Jahre her.
    Zum Totlachen das alles—–

  13. Hier soll der große Hebel umgelegt werden,aber die die es machen müßten,sind zu b… die Knöpfe zu finden.
    Da hilft nichteinmal ne Bedienungsanleitung.
    Mal sehen wo wir diesmal sinnlos rumstehen,während es woanders knallt. Die Direktionen werden sich wieder gegenseitig in Sachen Kräfteanforderung überbieten ohne ein reales Lagebild erstellen zu können bzw. Kräfte freigeben wenn es die Lage hergibt.
    Naja bin ich wenigstens schön braun im Gesicht von der hoffentlich scheinenden Sonne.

  14. Naja, es gibt Verwendungsmodelle, da kommt man im Alter automatisch in dengen gD. Ich bin gegen so ein Model. VAV jedoch ist keine Dauerlösung, das war nur weil das System Stellen des mD angehoben hat. EIN GF, der sich über Jahre praktisch bewährt hatte sollte nur die Chance haben auf seiner Stelle zu bleiben. Meiner Meinung nach ist das fair. Wenn die „alten“ fertig sind bedarf es zur fairen Aufgabenverteilung das VAV nicht mehr.

    was jedoch unfair ohne ende ist, ist die Stellendotierung. GRUPPENLEITER Einzeldienst ist bis A11 der Gruppenführer ist bis A10. Dgl, zugführer, hundertschaftsführer das gleiche. KSB einzeldienst ist A8, Pvb Verband beginnt bei A7.

    Das ist nicht nur fiskalisch eine mangelnde Wertschätzung.
    Der GF ist hinterlegt wie einige KsB im Einzeldienst; er trägt aber für 10 Menshcen, 2 Fahrzeuge die Verantwortung.

    Freie planbare Wochenden gibt es bei einigen Dienststellen des Einzeldiensten auf fünf Wochen zwei
    bei der BePo eins auf vier Wochen. Wir schimpfen deswegen nicht, das ist unser Job, wir wollen nur unsere uns zusethende Wertschätzung und das auch gerne mit der Stellendotierung, die uns zusteht.

  15. Aufstieg für alle? BP – MKÜ – Alarmeinheiten? Lebensleistung?

    Ist doch alles egal.

    In 10 Jahren diskutieren wir hier darüber das alle A 14 werden müssen!

    Das zutun wofür man da ist, fällt einigen besonders schwer. Aber Energie ins Nörgeln und Meckern bringen, da schaffen sie immer.

    Ich als KSB (Jahrgang 73) weiß, dass ich in meinen letzten 5 Dienstjahren noch PHM werde. Ok, darauf habe ich mich familiär und finanziell eingestellt. Bitte jetzt nicht erschrecken, es geht.

    Und ohne die ständige „Rumheulerei“ geht die Arbeit viel leichter.

    Ist denn wirklich alles so schlecht, oder bin ich der einzige „dämliche“ Beamte der genau ins System Bundespolizei passt?

    Gut, ich gebe zu die Reduzierung der Anzahl der Beurteilungshöchstnote (von 15 % auf 10%) halte auch ich für kritisch. Abstufung ohne Verschlechterung der Leistung ist kaum verständlich. Diese 5% 9er drücken sich dann nach unten durch!

    Was sagt denn die Gewerkschaft dazu?

  16. Ich denke nicht, dass alle in den gD aufsteigen werden.
    Die BuPo hat die dreigeteilte Laufbahn.
    Einige Länder zweigeteilt; das Problem ist dort jedoch dass der PK zweigeteilt ungefähr unser A8 hat und bei POK ist Schluss. Bei uns geht es bis PHMz.

    Der VAV war zwingend notwendig, um Funktioner und Führungskräfte mD, die seit über 15 Jahren den Job machen, ihre Arbeit weiterer machen zu lassen. Denn deren Arbeit wurde in den gD neu eingestuft.
    Ich hoffe, dass das den Verantwortlichen auch bewusst ist; damit müsste das VAV dann bald endgültig beendet werden.
    Dann bleibt nur noch ein Ausbildungsaufstieg.

    Ich kenne einige PHM, die haben noch keine 20 Dienstjahren.
    Es gab davon noch einige mehr, die haben jedoch den Ausftieg gemacht – jedoch den Ausbildungsausftieg, da die unter 40 waren.
    Ich kenne POM, die sind über 50.
    Und es gibt einige POM die sind mitte 30 und die müssen die nächsten Beförderungen bekommen.

    Ich sehe und weiß wer neben seinen Grundauftrag noch zusätzliche Arbeit macht. Das wird auch erkennt und belohnt.
    Wer jedoch nur seinen Grundauftrag macht, teilweise sogar diesen nicht mal besonders eigenständig und mit nicht herausragend Arbeitsergebnissen und auch den größten Schwerpunkt auf seine persönlichen Belange legt, der sollte sich in der Organisationskritik zurück nehmen.
    Und ja – es gibt auch erheblichen Bedarf in der Organisation selber sich der mit Planstellenobergrenzen, Bäuchen (POM, PK/POK) zu beschäftigen. Nur alleine ist die Organisation nicht verantwortlich.

    Wer unbedingt befördert werden will, der kann das machen; muss aber möglicherweise dann zu einer Schwerpunktdienstelle wechseln.

    Die Änderung der Richtwerte sehe ich gelassen entgegen. Erstens gibt es da keine Abstufung, denn ein neuer Beurteilungszeitraum wird NEU beurteilt. Zweitens werden sich die neuen Richtwerte praktisch gesehen durch eine sehr große Anzahl an Beförderungen aus diesem Jahr großteils erreicht werden können. Möglicherweise ist der Spielraum von Hebungen ein wenig eingeschränkt. Drittens kann man immer noch den gleichen Ranglistenplatz erreichen wie vorher; nur bedarf es dann für den Ranglistenplatz eben weniger Topnoten.
    Beispiel: Wenn heute die 15 besten befördert werden, dann sind das 15 mit einer neun. Wenn bei den neuen Richtwerten die 15 besten befördert werden, dann sind das 10 mit einer Neun und 5 mit einer Acht
    (Achtung: Fraglich ob die 10 Prozent dann 9 oder 9/8 abdecken; es ging aber nur um das System).

  17. @ aeM

    Ich beneide dich für deine Erkenntnisse. Wenn es mir doch nur vergönnt wäre, diese zu erkennen und zu teilen.

    Die Änderung der Richtwerte wird zwangsläufig wieder zu Missstimmungen und Konkurrenzdenken innerhalb der Dienststellen führen.
    Es ist ganz einfach:
    Jetzt habe ich 15 Beamte mit 9 beurteilt. Zukünftig dürfen dies nur noch 10 sein.
    Also haben 5 das Nachsehen. Ich weiß nicht, wie man daran etwas positives sehen kann.

    Zu deinem Beförderungsbeispiel:
    Auch zukünftig wird es heißen, dass nur die besten befördert werden; somit dann eben nur noch 10 Beamte, anstatt wie bisher 15 Beamte.
    So einfach spart die BPOL Geld und die Beförderungen rücken in noch weitere Ferne.

  18. Du machst einen Gedankenfehler; wieso soll es denn wegen verändeter Richtwerte plötzlich andere Beförderungzahlen geben. Jeder stellt sich mit seinen Beurteilungen in die Rangfolge ein. Dort steht auch jetzt der drinne der nur fünfen hat. Wenn im Momen 15 neuner die ersten 15 Plätze besetzen so werden dann 10 neuner die ersten 10 besetzen und Platz 10 bis 15 sind dann die achter. Sehr vereinfacht ausgedrückt. Aber seinen Ranglistenplatz wird man dennoch wiederbekommen, da ja die Topnoten gesunken sind, wird man eben auch mit „kleineren Noten“ einen besseren Ranglistenplatz erreichen. Da kann man dann eben mit einer sieben befördert werden.