Mittelfristige Perspektiven schaffen – faire Verwendungsstrukturen herstellen!

Josef Scheuring und Dr. Hans-Peter Friedrich bei ihrem Treffen am 19. April

Die Entwicklung von Perspektiven im Anschluss an das im Jahr 2013 auslaufende Attraktivitätsprogramm für die Bundespolizei und die Schaffung besserer Verwendungsstrukturen waren zwei Themen in dem Gespräch zwischen dem Bundesminister des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich und dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei – Bezirk Bundespolizei Josef Scheuring in Berlin.

Scheuring schlug dem Minister dabei vor, in einem weiteren Entwicklungsprogramm den Anteil gehobener Dienst in der Bundespolizei in mehreren, neuen Jahresschritten von 40% auf 50% zu erhöhen. Weiter schlug der Gewerkschaftsvorsitzende vor, den Anteil höherer Dienst in der Bundespolizei ebenfalls in Schrittfolgen von 1% auf 2% zu erhöhen. Damit sei man dann auch im Bereich der Bezahlungsstrukturen auf der Höhe zum Beispiel der Polizei Bayerns. Zudem machte er den Vorschlag, die einschränkenden Planstellenobergrenzen gänzlich aufzuheben und die weitere Entwicklung in der Bundespolizei ausschließlich über den Bundeshaushalt zu steuern.

„Die Planstellenobergrenzen waren bis zur Föderalisierung der öffentlichen Dienstrechts ein Instrument, um die Bezahlungsstrukturen zwischen dem Bund und den Ländern in einem ausgleichenden Maß zu halten. Nach der Verlagerung der Verantwortung auf die einzelnen Bundesländer ist eine Obergrenzenverordnung nicht mehr notwendig. Die Aufhebung der Planstellenobergrenzen ist für die Lösung des „POM – Problems“ aber auch zur Verbesserung der Beförderungssituation bei den Verwaltungsbeamtinnen und Verwaltungsbeamten ein gutes Mittel „, so Scheuring.

Dr. Hans-Peter Friedrich gab sich gegenüber der Forderung nach einer Fortschreibung der Perspektiven hin zum gehobenen und höheren Dienst, wie von Scheuring aufgezeigt, durchaus aufgeschlossen. Den gänzlichen Wegfall der Planstellenobergrenzen sah er dagegen kritisch. Er machte aber deutlich, dass es auch für ihn ein ganz wichtiges Ziel sei, Gerechtigkeitslücken in der Bundespolizei, wie das vorhandene „POM-Problem“ klar anzugehen und dabei auch Planstellenobergrenzen zu verändern. Weiter stellten beide Gesprächspartner die Notwendigkeit bedarfsorientierter, regionaler Werbung und Einstellung in die Bundespolizei fest. „Es mir wichtig, dass die jungen Menschen von Anfang an möglichst klar wissen, wo sie später in der Bundespolizei gebraucht werden“, so Friedrich.

Der GdP-Vertreter regte an,  ein verbindliches Rückversetzungskonzept aus den Ballungsräumen heraus und bessere Verwendungsmöglichkeiten aus der Bundesbereitschaftspolizei heraus zu entwickeln. Beide Gruppen müssten eine faire Chance haben, nach ihren Verwendungszeiten auch heimatnäher versetzt zu werden. Dafür ist es erforderlich, dass die freiwerdenden Stellen in der Bundespolizei bundesweit ausgeschrieben und ein festzulegender Teil daraus, für diese Gruppen vorbehalten werden, so Scheuring. Der Minister hielt diesen Vorschlag für geeignet, um vorhandene Probleme in den beiden Bereichen zu lösen.

Gesprächsausschnitt aus dem Gespräch zwischen dem Minister und Josef  Scheuring:

„Herr Minister, ich habe gehört, sie hätten gesagt, sie würden eher etwas für die Menschen in der Bundespolizei tun als noch einen weiteren Hubschrauber zu kaufen?“

„Herr Scheuring, das habe ich so nicht gesagt, aber es könnte durchaus von mir sein“!
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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

4 Kommentare
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  1. Das Verwendungsmöglichkeiten für Beamte der Bereitschaftspolizei geschaffen werden, wäre ein feiner Schachtzug, so hat man wenigstens die Möglichkeit aus dem Verband zu kommen, ohne Spezialverwendung, Aufstieg oder FFM.

    Was mir allerdings schleiferhaft ist:

    – was macht ein Beamter im gD anders als einer im mD? mehr Lohn beziehen, aber die Arbeitsqualität ist m.E. die Gleiche.

  2. Das Verwendungsmöglichkeiten für Beamte der Bereitschaftspolizei geschaffen werden, wäre ein feiner Schachtzug, so hat man wenigstens die Möglichkeit aus dem Verband zu kommen, ohne Spezialverwendung, Aufstieg oder FFM.

    Zusatz: Würde man eine Mitarbeiterumfrage nur in den Verbänden durchführen, würde man feststellen, wie erschreckend hoch die Unzufriedenheit ist, weil man eben keine Perspektiven hat.

    Was mir allerdings schleiferhaft ist:

    – was macht ein Beamter im gD anders als einer im mD? mehr Lohn beziehen, aber die Arbeitsqualität ist m.E. die Gleiche.

  3. Lieber Josef,

    danke für Deinen Einsatz! Ich als Tarifbeschäftigter gehe davon aus (weil du auch mein Vorsitzender bist), dass nicht nur über die Weiterführung des Attraktivitätsprogramms und Verbesserungen für die VB´s gesprochen wurde. Wäre schön, wenn hier auch evtl. besprochene Ideen für Perspektiven im Tarifbereich veröffentlicht werden.

  4. Mal ne frage an alle hier!
    Wann werden den nun die Beamten md des fliegenden Personals per Handauflegen zum Kommissar gemacht?
    Und vorallem warum?
    Ich fliege zwar nicht durch die Weltgeschichte habe aber auch eine Spezialverwendung!
    Warum kann ich den nicht per Handschlag in den dg wechseln ohne einen Lehrgang zu besuchen?
    Und warum können den nicht, alle die eine Spezialverwendung haben, in den gd wechseln ohne einen Lehrgang zu besuchen?
    Das wäre doch mal was für das auslaufende Attraktivitätsprogramm!
    Ich denke die Stimmung schnellt von null auf hundert in null komma nix!