Regionale Pressekonferenzen zu Problemen der Bahnpolizei

Hilden. Mit zwei regionalen Pressekonferenzen wird sich die GdP Bundespolizei exemplarisch der Probleme unserer Kolleginnen und Kollegen im bahnpolizeilichen Bereich annehmen. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten. Am 30. April werden Martin Schilff, Vorsitzender der Direktionsgruppe Hannover und Mitglied im Bezirksvorstand, sowie Josef Scheuring, Vorsitzender des Bezirks,  die Probleme unserer Kolleginnen und Kollegen darstellen. Am 2. Mai stehen dann Roland Voss, Vorsitzender der Direktionsgruppe Koblenz, Reiner Bieker, Vorsitzender der Kreisgruppe Frankfurt und Josef Scheuring am Hauptbahnhof Frankfurt den Journalisten Rede und Antwort.

Unser Ziel ist es, damit die Probleme der Bahnpolizei und das tägliche Sicherheitsrisiko für unsere Kolleginnen und Kollegen kontinuierlich in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Die steigende Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei ist nicht hinnehmbar. Neben der zunehmenden Gewaltbereitschaft bei Großveranstaltungen, berichten unsere Kolleginnen und Kollegen auch immer häufiger von einem zunehmenden Aggressionspotential, das ihnen in ihrer alltäglichen Arbeit entgegenschlägt.

In einem aktuellen Artikel der Frankfurter Neuen Presse werden die Dimensionen deutlich: Allein an der Frankfurter Inspektion der Bundespolizei stieg die Zahl der Attacken auf Beamtinnen und Beamte innerhalb eines Jahres von 51 auf 97, die Zahl der Verletzten sogar von 84 auf 162.

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Leseempfehlung: Frankfurter Neue Presse „Polizisten im Fadenkreuz“

 

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

9 Kommentare
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  1. Das größte Problem der Bahnpolizei ist die Fläche.
    Bahnhöfe sind Kilometer weit weg. Bis die Streife der Bahnpolizei vor Ort ist, ist jede Lage weg.
    Einige Bahnhöfe können kaum im Rahmen der Dienstschicht bestreift werden.

    Das zweite Problem ist die sachliche Aufgabenzuständigkeit.
    Da werden hunderte von Bereitschaftspolizisten des Bundes auf einen Bahnhof gestellt, empfangen Fussballrandalierer und bringen diese 50 Meter zum Ausgang, bis hunderte Landespolizisten die in Empfang nehmen.
    Wäre es da nicht billiger, wenn man das Land „mietet“ und die die 50 Meter Bahnhof mitmachen?

    Was ist mit all den Dorfbahnhöfen, wo nach 10 Minuten eine Wagen vom Land vor Ort ist und der zuständige Bahnpolizist mit Signalhorn knapp 2Stunden braucht?

    Wenn man Probleme angehen will, dann aber richtig.

  2. @ aeM

    Volle Zustimmung. So läuft es in Dresden ständig bei Risikospielen. Eien Abteilung rollt an. Begleitet die Fans 100 m auf dem Bahnsteig bis vor den Bahnhof, wo dann das Land übernimmt. Das kostet Personal und Geld. Aber das erkennt wohl keiner.

    Und die Fläche ist auch so ein Thema… Viel zu große Inspektionsbereiche.

  3. In unserer Organisiation dürfte der bahnpolizeiliche Bereich – mit seinen vielfältigen und oft schwierigen Aufgaben – innerhalb der Bundespolizei am arbeitsintensivsten zu bewerten sein. Ich habe den Eindruck, dass dieser wichtige Aufgabenbereich seit der Übernahme durch den BGS am 01.04.1992 immer noch ein eher stiefmütterliches Dasein fristet. Prioritäten, weil politisch so gewollt, genießen nach wie vor andere Bereiche (z. B. Flughäfen, Spezialkräfte). Und das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Da bedarf es schon einer Menge Idealisten innerhalb der „Bahnpolizei“ um mit dem aktuellen und sicherlich unzureichenden Personalbestand das hohe Arbeitsaufkommen überhaupt noch bewältigen zu können. Als alter Bahnpolizist kenne ich die personellen Nöte innerhalb der „Bahnpolizei“ nur zu gut.

  4. Bin der Meinung man sollte die Einsatzhundertschaften auflösen und das gewonnene Personal in die Inspektionen verteilen.
    Eventuell die MKÜ’s verstärken, damit solche Lagen trotzdem mittels professionellen Beamten bewältigt werden kann.
    Kleine Anlässe könnten durch die gewonnenen jüngeren Beamten als bekannte Alarmzug bewältigt werden.

    M.E. unterstützen die Verbände zu oft die Länderpolizeien und zu wenig die einzelnen Inspektionen im Tagesgeschäft, da wo die Verbände in der Woche meistens nur rumsitzen!
    Mit mehr Unterstützungskräft aus den Verbänden könnte, dass Sicherheitsrisiko für die einzelnen Beamte auch minimiert werden, da man mit einer größeren Präsenz auftreten kann!

    Bei einer Schlägerei zwischen mehreren Personen rollt man meistens alleine oder gerade mal mit 2 Wagen an, wenn die Lapo nicht noch vorbei kommen würde, sieht es ziemlich schlecht aus.
    Und die Lapo hat meistens auch noch Gruppenfahrzeuge (zu jeder Tageszeit) in der Hinterhand.
    Das fehlt uns gänzlich bei Ad hoc – Lagen. – da reicht schon eine simble Hausdurchsuchung nach gestellten Graffititätern!

  5. bpolist 14. April 2012

    du meinst: Verbände komplett auflösen und dafür MKÜ´en verstärken?
    Wäre eine Überlegung…

    Es kommen dann aus den Verbänden jedoch aus jeder Abteilung: 1 kompletter Stab, 3 Hunderschaftsführer, 3 Hundertschaftsführungsgruppen, 9 Zugführer und alle stellV.

    Wie will man die in die Inspektionen integrieren???

    Meine Idee: ABAU der MKÜ´en.

  6. Ich habe so den Verdacht, dass die bahnpolizeilichen Aufgabe den Ländern übertragen werden sollen. Dafür spricht u.a. die letzte Neuorganisation. Hier wurde doch der Weg aus der Fläche eingeschlagen. Wenn in der Fläche entsprechende Vorfälle sind, dann wird doch in der Regel die LaPo angerufen und um Unterstützung gebeten. Das klappt aber auch nicht immer, da die LaPo diese Art der “ Amtshilfe“ sich auch nicht mehr erlauben kann. Jetzt gibt es bestimmt Stimmen die sagen, dass diese Übertragung der bahnpolizeilichen Aufgaben nicht so einfach geht, da gebe ich allen Recht, aber was ist schon ein so genannter “ Federstrich“.
    Laut dem BPOLP sind wir doch eine Fahndungspolizei. Bahnpolizeiliche Aufgaben und Zugbegleitungen von Fußballfans sind doch nur noch ein “ lästiges Übel „.
    Mal gespannt, wann die Übertragung der bahnpolizeilichen Aufgaben wieder laut im politischen Gespräch ist.

  7. Ich könnte damit leben.

    Fußballpolizei nervt nämlich auf Dauer.
    Und Fußballpolizei für 50 Meter und dann Übergabe an LaPo ist bekloppt.

    Viellleicht sollte man das gesamte Konzept der inneren Sicherheit mal übedenken.
    Wertebach war ein guter Anfang, leider komplett falsch angedacht und falsch angegangen. Eine Zusammenschließung und Aufgabenanpassung zwischen BuPol, LaPol, Zoll, Bka könnte durchaus Kostensparen und die Aufagbenerfüllung optimieren.

    Problem wäre eine Grundgesetzänderung und Einschnitte im Föderalismus.
    Erweitert man aber dann diese Gedanken und bleibt nicht nur bei dem Punkt der inneren Sicherheit, wenn man eh den Föderalismus verändert so kann man die gesamte Staatsorganisation straffen und Kosten sparen und den Schritt zu mehr Demokratie wagen. Quasi eine Deutschlandreform; jedoch bitte etwas durchdachter als die Bundespolizeireformen.

  8. Ich finde die Betrachtungsweise meiner Vorredner stellenweise nicht gänzlich falsch, aber in Teilen auch zu kurz (gedacht). Vergesst bitte nicht, dass wenn die Abteilungen und oder MKÜ’en „die Fans 100 m auf dem Bahnsteig bis vor den Bahnhof“ begleitet diese schon durch unsere Kolleginnen und Kollegen der Abteilungen/MKÜ’en zu diesen Bahnhof begleitet wurden.

    Die Aufgabe Bahnpolizei ist eine schwierige und allen Kolleginnen und Kollegen an den Bahnhöfen kann man (wie jedem anderen PVB egal ob Flughafen, Abteilung, Grenze, MKÜ, u.s.w.) nur Respekt zollen !

    @aeM – Das Problem der Fläche ist auch ein Problem welches die Landespolizei täglich erlebt. Wenn auch in der Räumlichkeit beschränkter fallen die Tagebuchnummern den Kollegen nicht vor die Füße und in NICHT-Ballungszentren dürfte die ein oder andere Einsatzfahrt auch länger dauern.

    Deine Idee Abbau der MKÜ’en ist mit Sicherheit nur ein verspäteter Aprilscherz. Ich denke, dass die Kollegen der MKÜ’en ihre Berechtigung im bundespolizeilichen Konzept haben. Mit dem Wegfall der präsidialen Abteilung der ehemaligen BPOLP’en wird hier eine entsprechende Lücke gefüllt. Falsche Befindlichkeiten, eventueller Neid oder einfach auch nur Unkenntnis oder Befindlichkeiten schüren deine (mit Sicherheit nicht) Einzelmeinung. Die MKÜ’en sind ja auch faktisch die Direktionsfeuerwehren. Wie in der alten Struktur hat die Direktion direkten Zugriff auf verbandspolizeiliche Kräfte und muss nicht erst einen Anforderungsweg beschreiten.

    Deinen letzten Punkt und letzten Kommentar wiederrum teile ich voll. Bei aller historisch begründeten Wichtigkeit des uns heute zu Grunde liegenden Föderalismus ist es meiner Ansicht nach in einem von Haushaltsdebatten bestimmten Zeitalter nicht verständlich wieso wir uns: 16 Landespolizeien, 1 Bundespolizei, 1 Polizei Deutscher Bundestag , 16 Landeskriminalämter und 1 Bundeskriminalamt, 16 Landesämter für Verfassungsschutz und eben ein Bundesamt, leisten…

    Natürlich ist eine solche Debatte über das Sicherheitsgefüge in unserem Land keine die „mal eben so“ gestartet wird.

  9. Zitat : Nordlicht

    Bei aller historisch begründeten Wichtigkeit des uns heute zu Grunde liegenden Föderalismus ist es meiner Ansicht nach in einem von Haushaltsdebatten bestimmten Zeitalter nicht verständlich wieso wir uns: 16 Landespolizeien, 1 Bundespolizei, 1 Polizei Deutscher Bundestag , 16 Landeskriminalämter und 1 Bundeskriminalamt, 16 Landesämter für Verfassungsschutz und eben ein Bundesamt, leisten

    Ende.

    Ich teile diese Meinung uneingeschränkt. Mich würde die Meinung der Gewerschaft der Polizei dazu interessieren, wie nimmt ihr dazu Stellung? Herr Scheuring?