Bundespolizei erlebt diese Gewalt jede Woche

Bild: Rüdiger Holecek

„Millionen Fernsehzuschauer konnten am Abend des 16. Mai 2012 auf dem Bildschirm Szenen aus dem Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin beobachten, die die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei während der Spielzeit jede Woche und häufig sogar mehrmals in der Woche direkt und unmittelbar vor Ort am eigenen Leib erfahren und auszuhalten haben“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin.

„Bevor die Politik jetzt unter dem Eindruck der Fernsehbilder wieder großangelegte Debatten ohne anschließende Konsequenzen führt, rate ich an, unseren Kolleginnen und Kollegen erst einmal die notwendigen Einsatzanzüge und Schutzausrüstungen zu beschaffen, so dass sie gegen die massiv zunehmende Gewalt ausreichend geschützt sind. Solange unser Land noch nicht einmal jedem eingesetzten Polizisten einen eigenen Einsatzanzug und eigene Schutzausstattung zur Verfügung stellen kann, braucht die verantwortliche Politik anderen keine Ratschläge zu erteilen. Meine Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei sind nicht nur massiv überlastet, sondern haben insgesamt auch das Vertrauen in die Politik verloren“, so Scheuring.

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Themenbereich: Gewaltbereitschaft | Drucken

6 Kommentare
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  1. Was dort abgelaufen ist war ein Skandal sonders gleichen. Hier trägt der DFB und die DFL die Verantwortung. Ein Stadion ohne Zäune das geht gar nicht. Und die Frage wie die Begalos reinkommen ist doch auch klar. Die sogenannte Security ist doch teils von den C Fans unterwandert.

    Die Gewaltbereitschaft hat die letzten Jahre stark zugenommen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis wir tote Polizeibeamte zu beklagen haben.

    Sehr geehrter DFB, es heißt jetzt handeln und nicht nächste Woche.
    Aber das ist euch ja sowieso scheiß egal.

  2. Welche Gewalt? mögen sich doch bitte mal die eingesetzten Kollegen dazu äußern, ob die Düsseldorfer Fans, ähnlich wie in anderen Stadien, marodierend in das Innere des Stadions gezogen sind um Spieler und Trainer „aufzumischen“ oder ob einfach nur ein paar „Schussel“ zu früh losgelaufen sind. Der folgende Rest wäre dann massenpsychologisch zu erklären. Ich denke dies ist ganz einfach keine Begebenheit, an der man zunehmende Gewaltbereitschaft festmachen kann. Die Einzigen, die hier groß angelegte Debatten führen sind die Medien mit ihren reißerischen Schlagzeilen.
    Allein schon der Umstand, dass man es relativ zügig geschafft hat das Spielfeld wieder freizubekommen sollte Anzeichen genug gewesen sein, dass man hier nicht vom Ausbruch totaler Gewalt und Anarchie reden kann. Unbestritten eignen sich solche Szenen auch hervorragend zur medialen Ausnutzung der Situation der Einsatzkräfte. ABER: je öfter man schreit, desto weniger wird man angehört. Auch dies sollte man seitens der Gewerkschaften mal bedenken.

  3. Lösung:

    Stadien:
    Karten persönlich (Name/ Ausweis) ausgeben. Das mag den einen oder anderen Fan stören?! Mach Pay-Back-System oder so drauf oder nach 50 Besuchen einen Gratis.
    Mach stärkere Videoüberwachung.
    Straftäter müssen Identifiziert werden und beanzeigt werden.
    Null Toleranz. Straftaten. Täter Identifizieren. Notfalls Spiel abbrechen. Täter Festnehmen.

    Fans:
    Die Fans müssen in die Pflicht genommen werden.
    Einige Fangruppen haben es vorgemacht.
    Straftäter wurden von den Fans isoliert und der Polizei übergeben.

    Wahre Fans haben nämlich auch keinen Bock auf solche Idioten.

    Kombiniere Lösung 1 und 2 und das wäre ein Anfang.

    Führe Gespräche mit Staatsanwälten und Richtern. Was brauchen die um zu verurteilen? Nimm sie mit zu Rot-Spielen. Zeig ihnen was Fussballgewalt heißt.
    Die Strafen müssen „weh tun“.

    Fananreise:
    Binde Richter in die Anreise von Problemspielen in die BAO mit ein.
    Ärger auf der Anfahrt muss konsequent mit einem Ende der Reise enden.

    Keine Fangruppe aus deren Mitte Straftaten oder Gewalt kommt darf Richtung Station.

    Die Fans werden selber die Straftäter der Polizei übergeben… denn sie wollen zum Spiel.

    Fanrückreise:
    auch hier muss viel Konsequenter die Fußballgruppe aus der es Ärger gibt „bearbeitet“ werden. So dass die Fans zukünftig die „Problemfans“ isolieren und der Polizei übergeben.

    Das muss den Fangruppen natürlich alles erklärt werden. Das Prinzip der ausgestreckten Hand auf der einen Seite und konsequentes Vorgehen auf der anderen Seite.

  4. Wir brauchen dringend eine verschärfte gesetzliche Regelung bezüglich des Mitführens von Pyrotechnik in Stadien, nämlich ein gesetzliches Verbot.
    Wer Pyrotechnik mitführt und erwischt wird muß dann hart bestraft werden (1000,-Euro) nur das hilft. Alles andere ist nur dummes Geschwafel. Die Chaoten kapieren es nur, wenn es ihnen massiv an den Geldbeutel geht.
    Offensichtlich sind ja die sog. privaten Sicherheitskräfte nicht in der Lage, die Bengalos zu finden.
    Deshalb gehts nur auf diesem Wege.
    Oder müssen erst richtige Fußballfans schwer verletzt werden ?

    Reiner Mischer

  5. Hallo Josef
    Hallo GDP

    Nach dem gestrigen Bericht von Frontal 21, habe ich ganz ernste Zweifel ob der Politik bzw. dem DFB etwas an einer Lösung liegt.
    Wie viel RUNDE TISCHE soll es denn noch geben? Wenn ich die Äußerungen des DFB-Sicherheitsbeauftragten Hendrik Große Lefert höre, dann sollte sich dieser mal fragen was er unter dem Thema Sicherheit versteht.
    Der DFB, die DFL, Vereine, und noch einige andere verdienen sich am Fußball eine goldene Nase.
    Der Steuerzahler muss hierfür mehr als 100 Mio im Jahr aufbringen, dass die Spiele einigermaßen sicher sind. Wenn sich die Hinweise bestätigen, dass einige Vereine mit den Ultral gemeinsame Sache machen und ihnen Räumlichkeiten für Pyrotechnikdepots zur Verfügung stellen, dann muss schnellstens was passieren.
    Es müssen viel härtere Strafen angewendet werden. Diese müssen in erster Instanz den DFB treffen. Ich habe hier nicht das Gefühl, dass es irgendein Verantwortlichen ernsthaft interessiert eine Lösung herbei zu führen.
    Wie viele Warnungen gingen durch Polizeiführer in Richtung Politik bzw. Fussballverantwortliche . Alle wurden gehört und sind verhallt. Eine ständig wiederkehrende Verurteilung bringt hier nichts mehr. Es müssen schnellstens Taten folgen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es den Vereinen gefällt, wenn sie Sicherheitsvorkehrungen wie an einem Flughafen treffen müssen.

    Die Politik, der Fußball ist es den Kollegen schuldig, die sich jedes Wochenende unter widrigen Bedingungen diesen Chaoten entgegen stellen und den vielen Fußballfans, die einfach nur einen schönes Fußballerlebnis haben wollen.

  6. Verbietet des Fußball ;-))