Ausbildung bei der Bundespolizei: Es ist Eile geboten!

Peter Ludwig, Vorsitzender der Tarifkommission

Unsere Auszubildenden stehen kurz vor Abschluss ihrer Ausbildungsverhältnisse.

In § 16a des TVAöD war bisher geregelt, dass die Tarifvertragsparteien darauf hinwirken, dass Auszubildende nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung für mindestens 12 Monate in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, soweit nicht personen- oder verhaltensbedingte Gründe entgegenstehen. Auszubildende mit mindestens der Abschlussnote „befriedigend“ wurden bei dienstlichem Bedarf für 12 Monate übernommen, für alle anderen Auszubildenden gab es nur eine Absichtserklärung zur Übernahme.

Mit der Tarifeinigung 2012 gab es für unsere Auszubildenden einen nicht unwesentlichen Erfolg: Bei Bedarf sollen alle Auszubildenden, unabhängig von ihrer Abschlussnote befristet übernommen werden. Sofern sich der/die Beschäftigte in diesen 12 Monaten bewährt, wird er/sie endgültig in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Leider wird nun im Bereich der Bundespolizei der Abschluss anders interpretiert als durch den Bundesinnenminister Dr. Friedrich, als Verhandlungsführer des Bundes, im März unterschrieben. Die Bundespolizei erweckt damit den Eindruck keinerlei Interesse an einer wie auch immer gearteten Übernahme der Auszubildenden, seien es nun Köche/-innen, ArzthelferInnen oder TischlerInnen, zu haben. Es wird Zeit, dass hier durch die Führung der Bundespolizei ein klares Wort gesprochen wird, mit dem Ziel, dass der Tarifabschluss keiner gesonderten „Interpretation“ durch die Bundespolizei bedarf.

Die Bundespolizei sollte den aufgestellten Kassenanschlag für Tarifbeschäftigte 2012 im Interesse der Auszubildenden und des Tarifabschlusses 2012 endlich umsetzen.

Die ewigen „Bedenkenträger“ sollten sich vor Augen halten, dass es auch bei den Tarifbeschäftigten den demographischen Wandel gibt: Wir werden nicht jünger.

Als Tarifkommission des GdP-Bezirk Bundespolizei fordern wir, dass schnell eine zufriedenstellende Lösung für die Auszubildenden gefunden wird.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

3 Kommentare
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  1. Peter! Stehe hier voll hinter den Forderungen von Dir und meiner GdP! Aber alle auch richtig Eingruppieren, nicht EG 3! Fertige ehm. Auszubildende gehören wenigstens in die EG 5! Besser höher, sonst schnappen uns die Kommunen und Länder unsere Leute weg!

  2. Gute Positionsbeschreibung………., bin dankbar dass sich unsere GdP den Interessenlagen der jungen Menschen deutlich annimmt. Ich wünsche mir auf allen verantwortlichen dienstlichen Ebenen mehr Gestaltungswille im Sinne unserer Azubi. Fairer Umgang mit den jungen Menschen ist auch ein Beitrag für positive Öffentlichkeitsarbeit unserer BPOL – Organisation!

  3. Die aktuelle Lage ist doch so: Übernahme nur, wenn Stelle vorhanden, basta.
    Wer hat das bitteschön so verhandelt?
    Es gilt halt leider nicht das, was bei Verhandlungen „gemeint“ war, sondern nur das, was anschließend im Tarifvertrag steht.
    Aber das hat ja noch weitere Folgen: in der Zukunft wird die Ausbildung, die durch den Übergang der meisten Kammerberufe an die BImA (die nicht ausbildet) ohnehin schon extrem gelitten hat, noch weiter heruntergefahren, da es im Verwaltungsbereich nicht genügend viele freie Stellen gibt, die man mit den Absolventen besetzen kann.
    Ist zwar riesengroßer Schwachsinn, zumal die Demografie etwas anderes nahelegt, aber leider die konsequente Folge des tarifvertraglichen Abschlusses.
    Wie beweglich unsere obersten Institutionen sind, wissen wir ja…