Der (Un-)Sinn des Betreuungsgeldes

mariliese / pixelio.de

Vier Jahre hatte die Bundesregierung Zeit in den Ausbau eines flächendeckenden Kinderbetreuungsangebots zu investieren. Zeit, die nicht genutzt wurde und nun knapp wird. Als wären die Hürden nicht ohnehin groß genug, soll nun auch noch kurz vor der Bundestagswahl 2013 das von der CSU geforderte Betreuungsgeld umgesetzt werden.

Die Frauengruppe des GdP-Bezirk Bundespolizei ist den Schlingerkurs der Bundesregierung leid. Wir fordern endlich ein praxistaugliches Konzept, auf das sich Väter und Mütter verlassen können. Die zukunftsorientierte Investition in ausreichend Kitas und Krippen ist zwingende Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dieser Auffassung stehen wir nicht allein – sondern geschlossen mit all unseren DGB-Schwestergewerkschaften.

Gerade für die Beschäftigten der Bundespolizei ist eine Sicherstellung von flexiblen und qualitatv hochwertigen Kinderbetreuungsangeboten unbedingt erforderlich. Geschuldet der bundesweiten Verwendung und der häufigen Ortswechsel leben mögliche private Betreuungspersonen für unsere Kinder, wie „Opa und Oma“, in der Regel eben nicht im gleichen Ort, sondern teils Hunderte von Kilometern entfernt.
Wer die Vereinbarkeit von Famillie und Beruf will, muss endlich zeitnah für qualitativ hochwertige Kindereinrichtungen und ausreichend ErzieherInnen sorgen.

Die Frauengruppe des GdP-Bezirk Bundespolizei unterstützt daher ausdrücklich den Aufruf des Deutschen Frauenrates „Nein zum Betreuungsgeld! Ja zu echter Wahlfreiheit!“, denn

  • Das Betreuungsgeld ist schädlich.
  • Das Betreuungsgeld ist teuer.
  • Das Betreuungsgeld will niemand – außer der CSU.

Hier könnt Ihr mit Eurer Unterschrift unterstützen:  http://neinzumbetreuungsgeld.de/

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Themenbereich: Über den Tellerrand, Frauengruppe | Drucken

11 Kommentare
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  1. Zitat: „Die Frauengruppe des GdP-Bezirk Bundespolizei unterstützt daher ausdrücklich den Aufruf des Deutschen Frauenrates “Nein zum Betreuungsgeld! Ja zu echter Wahlfreiheit!”, denn

    Das Betreuungsgeld ist schädlich.
    Das Betreuungsgeld ist teuer.
    Das Betreuungsgeld will niemand – außer der CSU.“

    Solch einen Unsinn habe ich selten gelesen. Es gibt bestimmt genügend Familien (und nicht nur bildungsferne, wie häufig unterstellt wird), die das Betreuungsgeld gerne annehmen würden. Warum eigentlich sollen die Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, weniger wertgeschätzt werden als solche, die ihre Kinder mehr oder weniger sofort in eine Kinderbetreuungseinrichtung geben, um schnellstmöglich wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Außerdem wird gerne verschwiegen, dass das Betreuungsgeld ausschließlich in den ersten beiden Lebensjahren, also in der Zeit, in der die Mutter-Kind/Vater-Kind Bindung am intensivsten ist, gezahlt werden soll. Wenn ich Kinder in die Welt setzen möchte, dann habe ich auch die Verpflichtung, einzig und alleine zum Wohle des Kindes zu handeln. Ich selbst bin auch Vater von zwei Kindern und meine Frau ist freiwillig und für sie selbstverständlich zuhause geblieben, um den größten Teil der Kinderbetreuung umsetzen zu können. Meine Kinder sind dann mit 3 Jahren in den Kindergarten gegangen, was für uns auch eine Selbstverständlichkeit war. Damals hätte uns ein entsprechendes Betreuungsgeld finanziell gesehen sicherlich gut getan, da wir mit der Geburt des ersten Kindes auf das komplette Gehalt meiner Frau verzichten mussten. Keine einfache Sache, konnten wir doch vorher mit 2 Monatsgehältern aus den “Vollen” schöpfen. Ich denke mal, dass wir als Polizeibeamte/innen nicht so schlecht verdienen und zwingend auf ein zweites Gehalt angewiesen sind. Zumindest in den ersten beiden Jahren sollte es doch möglich sein, die Betreuung des/der Kindes/r in die eigenen Hände zu legen. Egal ob nun der Mann, oder die Frau in dieser Zeit zuhause bleibt!

  2. Zu T. Breuer:

    Was hat das Betreuungsgeld mit Wertschätzung zu tun? Ich werde denjenigen welcher seine Kinder zuhause erziehen möchte genauso wertschätzen wie denjenigen der sich für den Kindergarten entscheidet.
    Fakt ist doch das das Betreuungsgeld nur erfunden wurde um den Mangel und Anspruch auf Kitaplätze zu kompensieren. Die Bundesregierung und die Länder können die Plätze nicht bereitstellen, also hoffe ich auf „Abspringer“ in Richtung Betreuungsgeld um Klagen aus dem Weg zu gehen.
    Über Sinn und Unsinn der Betreuung zuhause und die Vater-Mutter-Kind-Bindung gibt es seit je her unterschiedliche Meinungen. Meine ist jedenfalls im Gegensatz zu T.Breuer das Kinder so früh wie möglich soziale Bindungen in jede Richtung erfahren sollten, nicht ausschließlich innerhalb der Familie. Unser Sohn hat sich seit Eintritt in den Kindergarten bzw. (in Bayern) anschließende Hortbetreuung berächtlich weiterentwickelt, sowohl sozial als auch sprachlich etc. Er lernt sich durchzusetzen oder auch mal zurückzustecken und mit anderen zurechtzukommen und zu akzeptieren. Aber sei es drum, jeder erzieht oder betreut wie er möchte, darum soll es hier auch nicht gehen.
    Meiner Meinung nach ist hauptsächlich in Bayern das Betreuungsgeld ein Schlag ins Gesicht eines jeden der aus welchen Gründen auch immer auf Betreung angewiesen ist. Warum bestrafe ich denjenigen mit Krippenplätzen ab 400 € aufwärts der arbeiten muss und belohne den anderen, der es sich sowieso leisten konnte sein Kind zuhause zu lassen?
    Wenn ich mich entscheide mein Kind zuhause zu erziehen dann ist das ist das durchaus legitim, konnte man bisher ja auch (in Bayern eh Tradition). Warum muss ich das jetzt fördern?
    Im Gegenzug werden diejenigen mit Gebühren belastet welche Arbeiten, Steuern zahlen, sich meist mit einem Zweitwagen herumschlagen müssen (der auch Steuern kostet). Normalerweise sollte Kinderbetreuung kostenneutral sein.
    Zig Studien aus anderen Ländern haben schon belegt das Betreuungsgeld völlig fehl am Platz ist und sogar der Integration noch entgegenwirkt und schaffen es wieder ab. Das Geld welches hierfür „rausgeworfen“ wird sollte genau für die Betreuungsplätze verwendet werden.
    Wer zuhause betreuen möchte soll es nach wie vor tun, kostenfrei wie bisher. Die Wahlfreiheit (Kita ja oder nein) bleibt doch deshalb bestehen. Ich zweifle ernsthaft ob jemand nu des Geldes wegen das Kind zuhause betreut… und dies zudem noch die bessere Variante für das Kind ist, wenn es nur wegen des Geldes so sein sollte…

    So… genug Stoff zum Nachdenken oder zum Draufhauen…

    (Eine Familie die monatlich 450 € für Betreung ausgeben muss und trotzdem alternativ nicht zuhause bleiben kann)

  3. Nur nochmal zu dem „guten Verdienst“…
    Ich weiss nicht wo T. Breuer lebt… Ballungsraum schließe ich mal aus.
    Wir haben auch 2 Gehälter, nur müssen wir leider im Großraum München Dienst tun, da wird es selbst mit 2 Vollverdienern knapp.

  4. Ich kann den Kommentar des Kollegen Breuer aus eigener Erfahrung als VBmD mit vier Kindern voll und ganz unterstützen.
    Zwar würde ich ein Betreuungsgeld nicht direkt fordern wollen, das sollte besser über die steuerliche Berücksichtigung von Kindern in einer wirklichen Steuerreform erfolgen, aber es ist eine kleine Anerkennung der häuslichen Betreuung.
    Für mich und meine Frau haben Kleinkinder oder noch Fast-Babys in einer Kinderkrippe nichts zu suchen.
    Mit diesem Umfeld sind sie in der Regel überfordert und die nicht seltenen „Störfälle“ (Krankheit u.a.) bringen neue Probleme die mit großem Aufwand und Kosten wieder gelöst werden müssen.
    Natürlich ist Kindererziehung auch immer ein finazieller Kraftakt, der sich in Ballungsräumen noch verstärkt. Aber durch die Familienzuschläge haben wir in unseren Bezügen praktisch schon ein Betreuungsgeld eingearbeitet, was es in der freien Wirtschaft so nicht gibt. Es bleibt nicht aus bei Kindern die Prioritäten neu zu setzen, was in unserer Konsumgesellschaft viele nicht nur nicht können sondern auch nicht wollen.

    Den Aufruf unserer Frauengruppe werde ich deshalb auch nicht unterstützen.
    Familie und Beruf – ja, aber alles zu seiner Zeit. Unsere Kinder haben es verdient.

  5. Die kontroverse Diskussion über das Betreuungsgeld in allen Parteien sowie allen Medien ist schon schlimm genug.
    Das jetzt folgender Aufruf
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    „Die Frauengruppe des GdP-Bezirk Bundespolizei unterstützt daher ausdrücklich den Aufruf des Deutschen Frauenrates “Nein zum Betreuungsgeld! Ja zu echter Wahlfreiheit!”, denn
    Das Betreuungsgeld ist schädlich.
    Das Betreuungsgeld ist teuer.
    Das Betreuungsgeld will niemand – außer der CSU“
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    durch die GdP mitgetragen wird, finde ich unerträglich.

    Mehr als 60% der Elternpaare wollen in den ersten Lebensjahren ihre Kinder viel lieber daheim erziehen, anstatt diese in einer Kinderkrippe, im Hort oder sonst wo fremden Menschen „anvertrauen zu müssen“.
    Und ich persönlich finde dies auch richtig!!! Wenn die Kleinen ab dem dritten Lebensjahr in einen Kindergarten gehen, ist dies meiner Meinung früh genug.
    PUNKT….das war es grundsätzlich…

    Dass es die Fälle gibt, wo Eltern ihre Kinder wegen der Notwendigkeit des Doppelverdienstes bereits mit einem Jahr weggeben müssen, ist ein Fakt. Und das ist schlimm. Aber dann muss auch über dieses Problem diskutiert werden.

    Es kann aber nicht sein, dass in der ganzen Diskussion so langsam die Betreuung und Erziehung von Kindern bis drei Jahren durch ihre Eltern daheim als negativ dargestellt wird. Und dies nur mit dem Ziel, das Erziehungsgeld zu verhindern.
    Wenn Eltern ihre Kinder in den ersten Jahren daheim versorgen, umsorgen und erziehen, dann ist dies meiner Meinung immer noch der beste Weg.
    Und jetzt muss keiner kommen und sagen, aber es gibt auch Eltern, die sich nicht so um ihre Kinder kümmern…
    Richtig, aber deshalb muss nicht jedes Kind in eine Kinderkrippe.
    Wohlgemerkt, ich fordere nicht das Betreuungsgeld.
    Ich fordere aber, dass Engagement und Verzicht von Eltern für Ihre Kinder mehr anerkannt und gewürdigt wird.

    Nicht gut finden kann ich daher eine Gewerkschaft, die sich nun auf so ideologische Art und Weise in gesellschaftlich-politische Diskussionen einzubringen versucht… Wir haben genug andere Probleme…

  6. Ich finde die Initiative gut. Das Betreuungsgeld ist eine weitere unnötige Subvention, die im Jahr ca. 2,7 Milliarden Euro kosten wird. Und wofür? Dafür das eine staatliche Leistung nicht in Anspruch genommen wird? Dann fordere ich auch einen Zuschuss vom Staat, weil ich noch nie die Leistungen einer Arbeitsagentur in Anspruch genommen habe.
    Meine Kritik soll sich in keiner Weise gegen Eltern richten, die ihre Kinder selbst betreuen. Ich bin aber der Meinung, dass die Milliarden besser im Ausbau von Kita-Plätzen und Schulen aufgehoben wäre. Seien wir doch mal ehrlich, wer entscheidet sich denn wegen max. 150 Euro im Monat dafür, zuhause zu bleiben und nicht wieder in Teil- oder Vollzeit arbeiten zu gehen. Das sind Familien, die sich das auch ohne 150 € monatlich leisten könnten oder Eltern die Sozialleistungen beziehen. Die meisten Familien sind auf ein zweites Einkommen angewiesen und könnten dies auch nicht mit einem Betreuungsgeld in dieser „lächerlichen“ Höhe ausgleichen.
    Ohne pauschalieren zu wollen, muss man auch die Ergebnisse von Studien zum Betreuungsgeld berücksichtigen. In Ländern mit Betreuungsgeld (Teile Skandinaviens u. Thüringen) haben vor allem sozial schwache Familien und Familien mit Migrationshintergrund ihre Kinder aus den Betreuungseinrichtungen genommen. Ob diese Entwicklung für ein Betreuungsgeld spricht? Unbestritten ist die Betreuung in einer guten Kita sehr gut für die soziale Kompetenz und sprachliche Entwicklung der Kinder. Das sollte wir als Polizeibeamte auch verinnerlichen.
    Abschließend möchte ich noch Folgendes anführen: Gegen ein Betreuungsgeld haben sich unter anderem der DGB, die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die OECD ausgesprochen. Das sind teilweise Institutionen, die sich für das Wohl der Menschen einsetzen. Sollten diese in ihrer Einschätzung so falsch liegen?

  7. Lieber Flughafenmann!
    Die von mir angeführte Wertschätzung bezieht sich auf die viel zu wenig honorierte Leistung von Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen und den Haushalt schmeißen. Keine einfache Sache. Meine Kinder sind jetzt 13 und 16 Jahre alt und das Gehalt wurde mir damals (nehme ich die KiGa-Zeit meiner Kinder) noch in der guten alten D-Mark ausgezahlt. Ich lebe auf dem Land, wo es sich zur damaligen Zeit sicherlich günstiger leben ließ. Heute sieht die Sache aber zum Teil ganz anders aus, wenn man die enormen Fahrtkosten und den Zeitaufwand (ich bin jeden Arbeitstag mindesetns zwischen 12 und 13 Stunden unterwegs) berücksichtigt. Aber jeder sollte es halten, wir er es gerne möchte oder kann. Abschließend möchte ich nochmals betonen, dass es ausschließlich um die ersten beiden Lebenjahre in der Kindererziehung geht. Um nicht mehr und nicht weniger.

  8. Kann mich den meisten Kommentatoren hier nur anschließen:
    „Selten so einen Unsinn gelesen“.

    Es muss langsam mal aufhören mit der Verteufelung von Eltern, die es bevorzugen ihre Kinder in den ersten Jahren selbst zu erziehen, als in einer „Abgabestation“ a la „DDR“ zeitweise zu entsorgen.

  9. @ „Frust VB mD“
    Wahrscheinlich hast du nie etwas von den Defiziten in der Beschulungsfähigkeit von Kindern gelesen (und zwar keineswegs nur solchen nichtdeutscher Herkunft), sonst würdest du das notwendige Recht auf einen KiTa-Platz nicht so heruntermachen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Chancen von Alleinerziehenden (und die materielle Situation ihrer Kinder) hängen sehr stark von der Verfügbarkeit eines KiTa-Platzes ab. Wenn 2,7 Mrd. zur Verteilung anstehen, muss man sich schon fragen, ob sie gesellschaftspolitisch besser in KiTa-Plätze zur bessen Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit die Einkommens- und Rentensituation vor allem von Frauen, alternativ auch gern in Schulessen für alle Kinder, eingesetzt werden oder in gesellschaftlich nichts bewirkende Anerkennungsprämien für einzelne Hausfrauen. Der gesellschaftliche Nutzen spricht für die Kinder- und KiTa-Förderung. Zudem sollte eine im gesamtdeutsche Maßstab Kleinpartei wie die CSU mit ihren Partikularvorstellungen nicht die Kinderzukunft eines ganzes Volkes majorisieren.

  10. @Steve
    Offensichtlich hast Du nicht richtig gelesen.
    Ich habe nicht das Recht auf den KITA-Platz „heruntergemacht“, sondern gebeten die „Verteufelung“ von Eltern zu unterlassen, die ihre Kindern in den ersten Lebensjahren selbst erziehen wollen.

    Auf die anderen Argumente gehe ich hier nicht ein, denn mit

    dem Abschreiben von anderen Publikationen (aus Parteiprogrammen) disqualifizierst Du dich als ernst zu nehmenden Diskussionspartner.

  11. *die herdprämie*
    ist der größte blödsinn überhaupt den die csu vorangebracht hat.ja sicher bleiben gut ausgebildete mütter für 100 euro *herdprämie*zu hause und betreuen ihr kind.ein hohn für jede frau.
    das geld hätten sie lieber in den ausbau von neuen kita plätzen stecken sollen.aber diese*herdprämie* ist ja günstiger wie eine bereitstellung eines *kita* platzes.
    diese 100 euro herdprämie wurde damals schon in thüringen eingeführt!!!!also so neu ist das thema ja nicht.
    studien zu folge ist genau das eingetroffen was wir alle befürchtet hatten.es haben genau die eltern ihre kinder zu hause gelassen,wo es eher angebracht war,daß die kinder in die kita gehen sollten.( hartz 4 kandidaten und bildungsferne gruppe)
    jetzt bei der umsetzung der herdprämie* bundesweit* wurde auf solche dinge dann geachtet.das geld wird mit den hartz 4 verrechnet.wenigsten jetzt mal schlau überlegt!
    ich als berufsorientierte mutter finde es einen beleidigung,daß so gelder sinnlos verschleudert werden, und eine bundesregierung denkt man bleibt deswegen zu hause.ich bestimmt nicht!