GdP Bundespolizei solidarisch mit Streikenden an Flughäfen

Berlin/Hilden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, zeigt sich solidarisch mit den aktuellen Warnstreikaktionen der privaten Sicherheitskräfte an deutschen Flughäfen. „Deutsche Urlauber zahlen jetzt den Wartepreis dafür, dass die Bundesregierung eine Mitschuld an den teilweise widerlichen Arbeitsbedingungen der Sicherheitskräfte an den Flughäfen trägt“, so Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirk Bundespolizei. „Wir haben volles Verständnis für die ver.di-Warnstreiks. Eigentlich müssten die Streikenden nach Berlin vor das Bundesinnenministerium ziehen – denn dort befindet sich der Ausgangspunkt des Problems.“

Nach GdP-Angaben wird seit Jahren die Passagier- und Gepäckkontrolle des Bundes schrittweise privatisiert. Der Bund baue eigenes Sicherheitspersonal ab und verkaufe sogenannte „Kontrollstunden“ an private Unternehmen. „Um Geld zu sparen, werden seit einiger Zeit nur noch bröckchenweise Kontrollstunden den Unternehmen bezahlt, verkleckert auf den ganzen Tag. So kann aber kein Mensch einen Beruf ausüben und erst recht nicht davon leben“.

Direkte Folgen der Vorgaben des Bundesinnenministers seien inakzeptabel anwachsende befristete Beschäftigungsverhältnisse und eine hire-and-fire-Mentalität in einem extrem sicherheitssensiblen Aufgabenbereich. „Das kann nicht hingenommen werden. Der Bundesinnenminister ist in der Pflicht, zum einen für Sicherheit und zum anderen für ordentliche Rahmenbedingungen und Beschäftigungsverhältnisse zu sorgen. Denn auch die privaten Sicherheitsleute arbeiten letzlich für sein Ministerium. Die Sicherheit der Passagiere ist keine ausquetschbare Sparzitrone und die Passagiere zahlen ihre Luftsicherheitsgebühr nicht für sklavenähnliche Beschäftigungsverhältnisse“, so Scheuring.

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5 Kommentare
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  1. Ich habe da mal eine Frage !!!
    Glaubt auch nur einer daran, dass es einen in der CDU / CSU /FDP gibt, der sich um Arbeitsbedingungen kümmert ?
    Das ist allen sch…. egal, es soll in erster Linie gespart werden.
    Luftsicherheit gibt es nun mal nicht zum NULLTARIF, leider fehlt da die Einsicht.

  2. Danke für Eure Solidarität!

  3. Sicherheit wollen alle haben, nur zahlen will dafür keiner.
    Eigentlich könnte keiner von den LiuSis entlassen werden, denn Sklaven werden im allgemeinen verkauft.
    Hauptsache die Flughafenbetreiber und Aktionäre können sich die Taschen vollstopfen, aber das letzte Hemd hat keine Taschen.

  4. Eigentlich und ich sage bewusst eigentlich, werden die privaten Profiteure (Flughafenbetreiber und Aktionäre) vom BMI begünstigt und gefördert.
    Es ist eines der sehr wenigen Unternehmen, die vom Bund Puderzucker…. (ihr kennt den Spruch)!
    Es kann einfach nicht sein, dass diese Unternehmen Forderungen stellen. Es sollte doch mal die Frage objektiv beantwortet werden: „Wer ist der Profiteur des Ganzen?“

    Der Bund, das BMI,… wer?

    Wer einen Internationalen Flughafen betreiben und daran verdienen will, darf nicht vom Staat unterstützt werden. Das Paradoxe daran ist, dass der Flughafen Pacht, Standmiete für Gerätschaften und sonstiges verlangt!

    Wo leben wir?

  5. Eins vorweg, ich bin kein Unternehmer sondern nur ein Insider!
    Die einzigen die Schuld an diesem ganzen Dilema sind, ist das BMI !
    Bei der Ausschreibung werden nur ca. Jahresstunden angegeben und die Bundespolizei vor Ort muss
    diese Stunden so gut einteilen das alle Zeiten so abgedeckt werden das keine Staus entstehen.
    So werden auch die Mannstunden angefordert. das kann es also passieren das um 7 Uhr Morgens 100 Stunden
    angefordert werden um 8 Uhr 60 m 9 wieder 70 und um 10 Uhr 110 usw. Wie sollen da die Unternehmen planen können.
    Das natürlich bei einigen Firmen auch nicht alles mit richtigen Ding zugeht will ich nicht abstreiten. Aber nur die Schuld bei den Firmen zusuchen ist nicht richtig!