GdP zu Ramsauers Kennzeichen-Vorstoß

Bild: Heike (pixelio.de)

Richter: Neue Kfz-Kennzeichen erschweren Arbeit der Polizei nicht

Berlin. Die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer geplante Lockerung der Buchstabenkombinationen bei Kfz-Kennzeichen wird der Polizei nicht erschweren, den Halter eines Fahrzeuges schnell und zweifelsfrei zu ermitteln, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Frank Richter, angesichts anders lautender Stimmen. Die Polizei müsse nicht mühsam in dicken Katalogen blättern, sondern stütze sich auf moderne Technik. Dazu gehörten unter anderem die digitale Foto- wie Videografie sowie eine direkte Verbindung zum Zentralen Verkehrs-Informationssystem des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes (ZEVIS). Richter: „Wer behauptet, neue Kfz-Kennzeichen seien ein Problem für die Polizei, redet am polizeilichen Alltag vorbei.“ Im Übrigen, so Richter weiter, seien Polizeibeamte durchaus in der Lage, eine Kombination aus neun Buchstaben und Ziffern zu identifizieren und zu sichern. Das können sie nämlich schon heute.“

Ramsauers Kennzeichen-Vorstoß bezeichnete Richter als „sommerlich ambitioniert“. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende forderte Bundesverkehrsminister Ramsauer auf, sich alsbald wieder den ernsten Themen der Verkehrspolitik zu widmen. Die letzten Zahlen der Verkehrsunfallstatistik müsse er nach der Sommerpause ja auf seinem Schreibtisch gefunden haben. Richter: „Deutschlands Straßen sind bei weitem keine Sicherheitszone. Die Verrohung der Sitten im Straßenverkehr schreitet weiter voran.“

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Themenbereich: Aus dem Bundesvorstand | Drucken

6 Kommentare
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  1. Wenn wir sonst keine Probleme haben.
    So ein Schwachsinn. Vielleicht war Ramsauer zu lange in der Sonne.
    Der soll sich lieber um die viel zu hohen Spritpreise kümmern.
    Das mit den Nummernschildern kostet unnötig Geld der sowieso schon ausgebeuteten Autofahrer.
    Wir brauchen keine neuen Nummernschilder, es gibt genug anderes und wichtigeres zu tun. Basta.

  2. Hallo

    (Zitat) „Wer behauptet, neue Kfz-Kennzeichen seien ein Problem für die Polizei, redet am polizeilichen Alltag vorbei.“ (Zitat Ende)

    Na Na Na Herr Richter. Da haben Sie sich vielleicht etwas vorschnell aus dem Fenster gelehnt. Bedenken sie doch bitte, dass wir Polizisten künftig auch bis 62 (oder gar länger) arbeiten müssen. Viele von uns haben heute schon Probleme, sich Telefonnummern zu merken, die nicht im eigenen Mobiltelefon oder auf dem Telefonverzeichnis am Arbeitsplatz stehen. Wie soll das denn erst mit den Kennzeichen werden, hm?! Sicher ist es so, dass sich der konservative Beamte aus Bayern sich für München M merkt und dann auch in den Computer eingibt, auch wenn das künftig mit BLM auf dem Kennzeichen angegeben ist (Bayrische Landeshauptstadt München). Im Ruhrgebiet, wo die Grenzen zwischen den Städten schon verschwunden sind, wird es dann noch schwieriger: GE (Gelsenkirchen) ist künftig nur noch im Stadtzentrum anzufinden. Je weiter man an den Stadtrand kommt, je eher findet man dann GNG (Gradnochgelsenkichen), FSE (Fastschonessen) oder GGG (Gelsenkirchnergrenzgebiet)…
    Alles nicht so einfach zu merken…

    Das das nächste Problem: Da Fahrzeuge sehr oft sehr schnell unterwegs sind und die Kennzeichen am Frahrezug daher auch sehr schnell sehr klein werden kommen wir auch dabei sehr schnell an unsere Grenzen. Ja, Sehfähigkeit ist im fortgeschrittennen Alter keinesfalls mehr so selbstverständlich und schon unserer Versicherungsvertreter weist uns immer wieder darauf hin: „Das kleingedruckte ist schlecht für die Augen…“

    Wie gut, dass es die Notizzettel und Notizblöcke noch gibt, so dass man sich nicht nur sein Passwort für die Anwendung merken, sondern auch die Kennzeichen, die man sich notieren will. Wenn man noch wüsste, wo man den Block zu letzt gesehen hat …

    Mal Scherz bei Seite…

    Der Computer arbeit sehr zuverlässig und findet alles zwischen A-A1 und ZZZ-ZZ 9999. Und wenn diese Ides der Beitrag des Verkehrsministeriums zur Ankurbelung unserer Binnennachfrage sein soll – bitte sehr. Mir ist es gleich. Ich sehe kein Grund mit ein neues Kennzeichen ans Auto zu pappen. Wers braucht … bitte.

    Mit Gruß
    Kugelblitz

  3. Reiner Mischer hat vollkomen Recht! Ich halte das Ganze eh nur für einen Sommerlochfüller!

  4. Es geht auch um das Merken von Kfz-Kennzeichen durch Zeugen. Wenn nun eine Vielzahl neuer Orts-Kennzeichen hinzukommen, wer kann sich völlig „neu ausgedachte“ denn noch merken? Bei der früheren Umstellung ging es gerade darum, verbindliche und logische Kriterien der Identifizierung zu schaffen.

  5. Ramsauer produziert doch alle 14 Tage ne neue Luftnummer – Hauptsache im Gespräch bleiben u. auf die Wahl vorbereiten. Und die anderen CSU-Minister? Aigner? Friedrich? Zeitweise werden die nur noch von der FDP getoppt, die mit billigem Klamauk über die 5%-Hürde will. Ich habe nicht mehr lange zur Pension. Wenn ich so zurückschaue, war der mit Abstand Beste halt doch Otto Schily. Drücke ihm die Daumen für nen langen u. gesunden Ruhestand!

  6. …Karo4 hat absolut Recht: Es ist halt Sommerloch und der Ramsauer muss dann von Zeit zu Zeit eine neue Sau durchs Dorf jagen, damit er im Gespräch bleibt. Die Aktionen sind schon so durchschaubar, dass es eigentlich absolut peinlich ist!!!