Gute Resonanz auf Pressekonferenz in München

München. Bei der gestrigen Pressekonferenz in München freute sich die GdP über die positive Resonanz. Gut ein Dutzend Pressevertreter waren gekommen, um sich über die aktuellen Herausforderungen der Bundespolizei nach dem Personalwechsel in der Führung zu informieren. Für die GdP standen Josef Scheuring und Karlfred Hofgesang für den Bezirksvorstand, sowie Siegfried Walczok und Hans Ibel, als Vorsitzende der Direktions- bzw. Kreisgruppe München, der Presse für ihre Fragen zur Verfügung.

Josef Scheuring erklärte, dass aus Sicht der GdP der innere Zustand der Bundespolizei im Jahr 2012 von massiven Überlastungsproblemen, fehlender politischer Ausrichtung und einer daraus folgenden inneren Orientierungslosigkeit gekennzeichnet sei. Nach der Auswechslung der Bundespolizeiführung sei der Bundesminister des Innern nun aufgefordert, der Bundespolizei  auch eine klare, inhaltliche Ausrichtung zu geben und die Kernaufgaben der Grenzpolizei, der Bahnpolizei, der Bundesbereitschaftspolizei und der bundespolizeilichen Aufgaben an den deutschen Flughäfen zu definieren. Allein der Wechsel der Führungsspitze wird nicht ausreichen, um die massiven Probleme in der Bundespolizei zu beheben.

Karlfred Hofgesang schilderte vor allem die Auswirkungen der Personalnot: Zum Einen für die Kolleginnen und Kollegen selbst, was sich nicht zuletzt in einer Burnout-Quote von 25% widerspiegele. Zum Anderen für den Steuerzahler, der für jede Abordnung monatlich ca. 1.000 € zu zahlen habe, da es die Politik und Bundespolizeiführung nicht schafften, für eine den Aufgaben angemessene Personaldecke zu sorgen. Das ständige Personalfehl sei für die Bürger in Bayern vor allem auch im bahnpolizeilichen Bereich spürbar. Hier – so erläuterte Hans Ibel – könne die Bundespolizei zwar alle Einsätze abdecken, für die Präventionsarbeit aber, die für das Sicherheitsempfinden der Bürger mindestens genauso wichtig sei, habe sie kaum Personal zur Verfügung.

Die prekäre Lage der Tarifbeschäftigten wurde von Siegfried Walczok aufgegriffen, der deutlich machte, dass die Bundespolizeidirektion München für ihre Tarifbeschäftigten keine Attraktivität böte. Bei Eingruppierungen, die mehrere Stufen über der in der Bundespolizei lägen, einer speziellen „Münchenzulage“ und Vergünstigungen im öffentlichen Personennahverkehr, die andere Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes in München ihren Beschäftigten gewährten, müsse man sich nicht wundern, wenn die Bundespolizei im Tarifbereich langsam ausblute.

Freie Presse: Gewerkschaft klagt über massiven Personalmangel bei Bundespolizei

B5 (Bayerischer Rundfunk) – Bayern kompakt am Abend

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Themenbereich: Direktions- und Kreisgruppen | Drucken

25 Kommentare
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  1. Wir haben nach der Wende im Osten zwischen den Schichten eine Freischicht gehabt. Wenn wir Aufgriffe hatten,schliefen wir im Keller der Dienststelle ca 5 Stunden bis zur nächsten Schicht. Und das ging über Jahre. Burnout gab es bei uns nicht. Und alle die nach der Wende im Osten waren wissen, wie hoch damals die Belastungen waren. In jeder Schicht Aufgriffe,die danach noch abgearbeitet werden mussten. Habe meine Pension 2005 ohne Schaden erreicht und lebe immer noch.
    Gruß
    Peter

  2. Lieber Peter, schön, dass es Dir gut geht.
    Ich bin in ein paar Tagen vierzig Jahre im Dienst und habe die, von Dir beschriebenen guten, alten Zeiten auch erlebt. Wir hatten immer zu wenig Personal und zuviel Arbeit. Aber wir hatten in dieser Zeit auch große innerdienstliche Freiräume, wenig Führungsebenen und ganz wenig Bürokratie. Eine Festnahme war in den siebziger Jahren mit dem handschriftlichen Ausfüllen eines DIN A 5 Blattes und der Übergabe an die Landespolizei erledigt. Und doch gabe es auch in den, von Dir beschriebenen Jahren überlastete und mit der „Dienstwelt“ nicht zurechtkommende Kollegen. Ich habe am Flughafen Frankfurt gerade Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre immer wieder Kollegen gehabt, die an den gesamtdienstlichen Rahmenbedingungen „zerbrochen“ sind. Und ich habe in dieser Zeit dort auch vier meiner Kollegen durch Selbttötung verloren. Und das zu einer Zeit, zur der nur etwa 10 % der heute eingesetzten Kolleginnen und Kollegen dort tätig waren. Und in der von Dir beschriebenen Zeit im Osten gab es diese Fälle ebenfalls. Es ist sehr gut, dass inzwischen in unserer Gesellschaft auch öffentlich über Überlastungen und seelische Probleme gesprochen wird. In der „Männergesellschaft“ der früheren Jahre war das gerade auch im Bundesgrenzschutz ein Tabu. Geholfen hat dieses Tabu den Betroffenen nicht. Ich habe mich gestern nachmittag am Hauptbahnhof in München mit jungen und wirklich ganz toll engagierten Kolleginnen und Kollegen unterhalten. Wir haben in der Bundespolizei derzeit ganz viele, gute junge Leute. Und wir tragen die Verantwortung dafür, dass sie bei uns eine Arbeitswelt vorfinden, die sie eben nicht überlastet und krank macht. Wenn wir die finanziellen Rahmenbedingungen für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen in München nicht zügig verbessern, laufen die Gefahr, absehbar immer „im Keller“ zu übernachten, weil sie sich ordentliche Unterbringungen dort nicht mehr leisten können. Ich rede wie Du auch gerne einmal über die guten alten Zeiten, aber wir sollten sie nicht insgesamt verklären und problemfrei stellen. Das waren sie nicht. Und wir können durchaus Respekt vor den Jungen in unseren Reihen haben. Sie bringen trotz deutlich stärkerem Druck von innen und von außen gerade auch in ganz herausfordernden und problematischen, dienstlichen Bereichen eine tolle Arbeit für unser Land.
    Mit herzlichen Grüßen
    Jupp Scheuring

  3. Wir sind so stolz auf dich, Peter. Und da das ja früher so toll war, muss es heute selbstredend so weitergehen. Wir sind ja nur noch weinerliche Luschen.

  4. Peter, im Keller der Dienststelle zu schlafen, kann nicht das Ziel und der Stolz einer modernen Bundespolizei sein. Diese Zeiten gab es sicherlich vor ein paar Jahren, aber dezeit haben wir andere Probleme.

    Jupp, klare und richtige Worte!

  5. Wenn ich keine Familie hätte die auf mich wartet, keine Freunde die ihre Lebenszeit mit mir teilen wollen, kein Bett hätte das ich mir leisten könnte, dann würde ich meinen Leiter fragen ob ich auch im Keller meiner Dienststelle zwischen Dreck und Ratten schlafen dürfte.

    Lieber Peter, ich habe selten so etwas gelesen.
    Wie kann man auf solch menschenunwürdiges auch noch vermeintlich Stolz sein?
    Niemand wird Notfallsituationen hinterfragen, aber meinst du wirklich das deine Aussage das Ziel sein kann?
    Wir sind keine Sklaven sonder Menschen.
    Im 21. Jahrhundert ist das Denken , Leben und Handeln des letzten Jahrhunderts völlig Fehl am Platz.
    Schau, wohin dies uns gebracht hat…
    Es gab hohe Suizidraten hohe Scheidungsraten, Kinder die ihre Elternteile selten sahen, psychische Probleme und daraus resultierende körperliche Krankheiten, viel Trauer, daraus resultierende qualitätsverluste auch bei der Arbeit…etc.

    Ich finde es gut, daß heute die Menschen den Mut haben dürfen offen darüber zu sprechen und das Tabu Themen nicht mehr existieren.
    Wer weiss, wieviele Kollegen wir sonst noch hätten zu Grabe tragen dürfen!!!

    Ich hoffe, auch ein alter Baum lässt sich heute mal verpflanzen….

  6. Ich will überhaupt nicht in Abrede stellen,dass es große Probleme in der Bundespolizei gibt und auf dem Personalsektor auch nicht alles zum Besten steht. Mein Beitrag sollte nur aufzeigen,dass wir kurz nach der Wende solche Bedingungen auch in der Unterbringung vorgefunden haben,da es keine anderen Unterkünfte in der Fläche gab. Sicherlich haben das nicht alle PVB aus dem Westen für gut befunden. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Es hat auch zu diesem Zeitpunkt keine Gewerkschaft groß zur Kenntnis genommen. In einem muss ich Jupp vollkommen Recht geben. Uns hat bis ca 2000 die Papierkram nicht groß eingeschränkt. Es waren auch andere Zeiten,die vom Staat noch gut vergütet wurden. Außerdem wurde ich 1963 in den BGS eingestellt,da gab es nur Befehl und Gehorsam. Diese Zeit hat mich auch Geprägt .
    Mit freundlichem Gruß
    Peter

  7. @Peter

    Leider gab es und gibt es immer noch einige wenige Beamte die kein Privatleben, keine Familie und keine Freunde haben.
    Das ist sehr traurig, aber es kann ja wohl nicht sein, dass man darauf auch noch stolz ist und den anderen normalen Kollegen vorwirft dass sie weinerlich sind.
    Ich kann auch nicht verstehen wie man stolz darauf ist im Keller zu schlafen.

  8. Hallo Peter!
    Ich glaub wir kennen uns noch von damals. An die goldnen Zeiten im Keller kann ich mich noch ganz gut erinnern. Man das war was! Nach der Schicht, Schicht im Schacht und hoch die Tassen. Dort unten im Loch stand immer ein Kasten und teilweise haben wir gar nicht geschlafen, wenn die nächste Schicht losging.
    Damals waren die Vorgesetzten noch vom alten Schlag und wenn wir was geschafft haben waren sie stolz auf uns und haben wohlwollend ihren Leuten ’nen Kasten spendiert, sich dazu gesetzt und sich die Sorgen und Nöte ihrer Leute angehört.
    Und jetzt das Gejammere von unserem jungen Gemüse. Jeder ist mit jedem per Du und von den Duz-Freunden bekommt man irgendwann ein PFG, BEM-Gespräch, BGM, Leistungszulagen und was es sonst noch so gibt.
    Also ich wünsch mir manchmal die Zeiten im Keller wieder. Nur wer diese miterlebt hat kann auch wirklich mitreden.
    Ich kann dieses ewige Gejammere nicht mehr hören.

  9. Was ist denn hier los?
    Ich war zwar nicht beim alten BGS, aber bei der alten Bundeswehr. Und ich habe natürlich keinen Schaden daran genommen, zwei Jahre mit neun anderen Kameraden (ne, ne, die sind nicht alle in Stalingrad geblieben!) eine vermiefte Stube teilen zu müssen, morgens in dieselbe Gemeinschaftsdusche im Keller zu müssen, die mein Vater schon 20 Jahre zuvor benutzt hatte (kein Witz!) und beim Revierreinigen, da Abiturient, natürlich das Klo erwischt zu haben. Der einzige Schaden ist vielleicht, dass ich heute Verwaltungsbeamter bin…
    Spaß beiseite!
    Ein Bekannter hat neulich einen guten Spruch ausgegraben: „Das gute an den alten Zeiten war eigentlich nur, dass wir damals alle noch jung waren“.
    Ich zumindest nehme die Sorgen und Probleme der heutigen Generation sehr ernst, nicht zuletzt, weil auch meine Kinder dazu gehören. Die schlagen sich halt mit anderen Problemen herum, als wir damals vor 30, 40 oder 50 Jahren.
    Aber es sind Probleme und wir haben sie ernst zu nehmen.
    Es mag auch viel Gejammere geben (gab es das nicht zu „unserer“ Zeit auch schon? Nur halt auf anderen Gebieten? Ich weiß noch gut, wie groß das „Gejammere“ über die böse NATO, die böse Bw, die böse Nachrüstung und viele andere ganz böse Dinge war…).
    Aber alles pauschal abzuwatschen, halte ich für nicht angebracht. Es steckt viel Konfliktpotenzial in der Bundespolizei und es gibt so manches Problem. Das mag uns „Helden von damals“ oft nicht so vorkommen, aber trotzdem ist es eine Realität!

  10. zu Kellerassel…

    Echt gut und witzig geschrieben, wäre doch fast drauf reingefallen!
    Sowas kann ja gar nicht ernst gemeint sein… ;)

  11. @Kellerassel
    „Nach der Schicht, Schicht im Schacht und hoch die Tassen. Dort unten im Loch stand immer ein Kasten und teilweise haben wir gar nicht geschlafen, wenn die nächste Schicht losging.“
    Hmmm, den jungen nun zu erzählen, dass du unter Alkohol Dienst gemacht hast ist auch nicht gut. Also hast du deine Sorgen im Alkohol ertränkt und hast nicht darüber geredet, so wie die Jungen jetzt.
    So lese ich das aus deinem Beitrag raus. Lass dir helfen.

  12. Liebe Kolleginnen,
    Liebe Kollegen,

    was wird wohl ein Journalist denken, der sich hier ein Stimmungsbild über die Bundespolizei machen möchte? Er liest den Text und dann diese Kommentare.

    Versteht mich nicht falsch. Mir ist hier jeder Kommentar lieb und ich lese alle. Für ein Gesamtbild sind auch alle Kommentare wichtig. Nur vermisse ich hier die Kommentare, die sich auf den Beitrag oben beziehen.

    Wo sind die Beiträge von den Bahnhöfen, die oft nur 1-2 Streife für ein Bereich über 3 Landkreise haben? Was ist mit den Kollegen von den Flughäfen, die wegen der Ampel kein frei mehr bekommen und im Sommer ihre Familie kaum sehen? Warum schreibt hier kein Kollege vom Verband, wie es am Wochenende in Fußball-Deutschland zugeht?

    Nein, wir fallen übereinander her was die gute alte Zeit (die ich auch mitgemacht habe) betrifft, wer was ausgehalten hat und stellt Vermutungen an, ob ein Kollege die Nacht zwischen den Schichten durchgezecht hat…

    Wir spiegeln hier der interessierten Öffentlichkeit ein internes Bild der Bundespolizei wieder. Da sollten wir unsere Probleme auch ansprechen.

  13. @DFS
    Also, ich geh‘ jetzt erst mal in den Keller!

  14. @Peter
    Ob die guten alten Zeiten wirklich so toll waren wo nach jeder Schicht Bier bis zum Abwinken getrunken wurde und als viele Kollegen zu Dienstbeginn eine Fahne hatten ? Und im Keller liegen Bierleichen auf den Campingbetten und Luftmatratzen ?
    Ich bin mir da nicht so sicher.
    Dann doch lieber nach Hause zur Familie oder zu Freunden fahren.

  15. @Keller
    Die Zeiten kommen wieder! Kann ja nicht mehr solange dauern, wenn’s so weitergeht!

  16. Ich hatte in der Inspektion ein Zimmer und kann mich auch nicht daran erinnern,dass im Keller noch gezecht worden ist,da die Kollegen nach einer 12 Std Schicht schlicht zu müde waren. Da es damals im Osten locker zuging,lag daran das es fast keine Vorschriften gab. Große Einweisungen,vor der Schicht gab es nicht,denn meistens mussten wir sofort raus, da wieder Ausländer über die grüne Grenze geschleust worden sind. Für mich war allerdings der BGS mein Leben. Die Frauen und Männer,die zum BGS/Bundespolizei gegangen sind, wussten das sie im Schichtdienst und am Wochenende Dienst haben.Da bleibt eben für die Familie wenig Zeit über. Ich bin einige Jahre bei der Handelsmarine gewesen. Da bin ich nach ca 8 Monaten einmal zu Hause gewesen. Jeder hat sich freiwillig den Beruf als Polizeibeamter mit allen Höhen und tiefen ausgesucht. Früher beim BGS 1963 haben wir das anders gesehen. Jeder war stolz,dass er beim BGS angenommen worden ist. Ich glaube kaum,dass sich hier jemand vorstellen kann,wie damals die Grundausbildung abgelaufen ist. Vor dem Personalrat (den gab es nicht)hätten sich in heutiger Zeit,lange Schlangen gebildet. Ich bin froh,dass ich die jetzige Zeit nicht mehr aktiv als Vorgesetzter erleben muss.
    M.f.G
    Peter

  17. Nachtrag zu meinem Kommentar.
    Ich habe war zu meiner Aktiven Zeit bei den Verbänden,BGS-SEE,GSE und 16 Jahre im Osten. Also habe ich mich auch oft bewegt um eine höhere Planstelle zu bekommen.

    M.f.G
    Peter

  18. Nun um mal wieder zu dem Thema zurück zukommen: Ich weiß nicht ob die Aussage und Forderung ( in der Freien Presse ) sinnvoll ist, das Personal oder die Aufgaben zu reduzieren. Da überall gespart werden muss, könnte ich mir vorstellen, dass das mit dem neuen Personal nicht so einfach ist und daher dann doch eine Aufgabe abgegeben werden muss. Daher müsste wieder eine Reform eingeleitet werden, wieder wird für Unruhe gesorgt und wieder müssen Mitarbeiter die Koffer packen und Haus und Hof verlassen. Daher hatte ich nicht unbedingt so eine Forderung gestellt bzw halte ich sie für gefährlich.

  19. Natürlich liegt bei uns vieles im Argen; das dürfte wohl unbestritten sein. Aber in einigen Punkten muß ich Peter Recht geben!

    Jedem, der bei uns anfängt, müßte eigentlich klar sein, dass er zumindest zu Beginn seines Berufslebens Schichtdienst zu leisten hat. Wir haben nun einmal 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr „geöffnet“. Und das beinhaltet logischerweise auch, Dienst an Wochenenden und Feiertagen leisten zu müssen. Wenn man dann aber Kollegen, die gerade frisch vom Laufbahnlehrgang zu uns gekommen sind, sagen muß, dass sie Weihnachten eben nicht frei bekommen können, da erst einmal Kollegen dran sind, die die letzten drei oder vier Jahre an Weihnachten Dienst geleistet haben und manche von den neuen Kollegen fast anfangen zu weinen, frage ich mich in der Tat, ob sie sich für den richtigen Beruf entschieden haben.

    Und auch ich war stolz, als ich beim BGS genommen worden bin. Und das war logischerweise nicht 1963, sondern erst 30 Jahre später! :D Und auch ich habe fern der Heimat angefangen und leiste seit nun über 15 Jahren Schichtdienst! Das gehört ganz einfach zu unserem Beruf!

  20. Guten morgen zusammen,

    ich finde einige Beiträge hier sehr befremdlich.
    Was soll denn der Bürger von uns denken, wenn er das hier niedergeschriebene liest??? Daher möchte ich auf einzelne Beiträge von Peter und anderen „Kellerkindern“ nicht weiter eingehen.

    Worum geht es denn hier eigentlich?
    Wollen wir abs sofort nur noch Tagesdienst machen, weil wir mit dem Schichtdienst nicht „öm“ können oder wollen wir einfach wieder mehr Möglichkeiten haben, den Schichtdienst entsprechend mit Leben zu füllen ?!?

    Hier geht es ganz klar darum, dass aufgrund fehlendem Personal es in Teilbereichen von Überbelastungen bei den Mitarbeitern kommt.
    Ich selber komme aus einem Flächenrevier, wo wir regelmäßig mit 2 PVB zwei Land- bzw Stadtkreise abdecken müssen. Wenn wir mal Hilfe benötigen ( und das am eigenen Bahnhof ), sind wir zwingend auf die Hilfe der Lapo angewiesen.
    Wo sind denn die anderen 3 PVB nach ODP? Richtig, die füllen turnusmäßig die Lücken auf der Hauptwache oder anderen Revieren oder müssen auch einmal ohne Nachersatz Urlaub machen. Wo sind die PVB der Hauptwache? Richtig, die leisten ihren Dienst als Leitstellenbeamter; FKB, in unterschiedlichen Verwenungen der FüGr und ErmD oder turnen durch die weite globale Welt.

    Eine Bemerkung muss ich mir dennoch erlauben.
    Früher beim „guten alten BGS“ haben haben wir die Grenzdienststellen in Zug- bis Hunderschaftsstärke unterstützt, in miefigen BW- Unterkünften gehaust und der einzige Lichtblick war das gemeinsame Bier in irgendwelchen Uffz-Heimen nach der Schicht. Hatten also genug an Personal.
    Aber hier muss man ganz klar zwischen Äpfeln und Birnen unterscheiden.
    Achja, ist zwar lange her aber ich meine, wir hätten damals eine 38,5 Std Woche gehabt und sämtliche Überzeit wurde nach Erreichen UNT großzügig abgefeiert. ich wage auch einmal zu behaupten, dass nach Grenzöffnung Anfang der 90er Jahre es genug Aufbauhelfer an den Ostdienststellen vorhanden waren. Das Bier zu zweit im Keller wäre ja sonst spätestens nach dem dritten Tag langweilig
    geworden, oder ;-)

    Ich denke, daher ist das ein oder andere von anderen Kollegen abschätzig gemeinte „Jammern“ durchaus angebracht, da es hier längst nicht um das „ob“ sondern eindeutig um das „wie“ geht.

    In diesem Sinne
    Michael Prinz

  21. Als ich zum BGS ging wollte ich Dienst in einer Einsatzhundertschaft machen, also im Verband.
    Großlagen, Einsätze, auch mal Abordnungen und Unterstützungseinsätze zum Einzeldienst, Ausland!
    Einfach was Erleben!
    Über Beurteilungen und Beförderungen habe ich mir keine Gedanken gemacht, mit einem Dienstposten A6, später A7 konnte man sowieso nix werden. War mir aber auch egal. Mit A7 habe ich mehr verdient, als manch ein Schulfreund, welcher im Handwerk oder Industrie gearbeitet hat.
    Außerdem war meine Abteilung heimatnah und in einer Gegend mit geringen Lebenshaltungskosten.
    In den Schicht/Wechseldienst wollte ich im Grunde nie gehen.
    1998 kam das Kasernensterben und ich mußte wandern, „von einer zur andern“!
    An den Schichtdienst und viele Wanderkollegen konnte ich mich gewöhnen. Auch die Sachbearbeitung hat irgendwann Spaß gemacht.
    Was mir damals aber bereits zu denken gegeben hat war das herablassende Verhalten einiger Stammbeamter (welche nicht ihren Arsch bewegen mußten) und Vorgesetzter.
    Mit einer grünen Diensthose und grünen Schirmmütze ist man erst mal blöd angemacht worden.
    Ich mußte mir das Gejammere von ortsansässigen „Stammbeamten“ anhören, wie ungerecht sie behandelt würden weil sie z. B. nur mit der 7 beurteilt sind und jetzt die neuen kämen und ihnen die guten Posten wegnehmen würden.
    Brüllerei von Vorgesetzen (wohlgemerkt Einzeldienst), welche mit dem Namen Bundesgrenzschutz nix anfangen konnten, aber leider bei der Lapo nicht genommen wurden! :)))
    Wie gesagt die Arbeit war nicht das Schlimme…hat sogar Spaß gemacht! Man gewöhnt sich an vieles!
    Was sich gewandelt hat war schlagartig das Betriebsklima.
    Grenzer gegen Bahner, Bahner gegen Verbändler, Verbändler gegen Grenzer…
    Ein Ellenbogendenken (auch bei mir) hat eingesetzt, weil man eben nicht immer der Letzte sein wollte und irgendwann auch auf die Kohle angewiesen war (aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten/siehe München oder Frankfurt).
    Ein Hauen und Stechen untereinander und sinnloses Verheizen von PVB in selbstkreirten Einsätzen hat angefangen.
    Eine Steigerung des Ganzen war letztendlich noch das Einführen des „Mißmanagements“.
    Kennzahlenfetischismus, Statistiken, Qualitätszirkel, Evaluierung…bla bla bla!
    Und…das Ende vom Lied? …Mir geht der Laden mittlerweile so am Allerwertesten vorbei!!!

  22. Moinsens!

    @Micha

    Sehr schön beschrieben, wie das aktuell größte Problem der Bundespolizei aussieht.

    Bei uns ist es ähnlich altersbedingte Abgänge, Kollegen, die sich im Ausland oder in anderen Spezialverwendungen beweisen wollen, Kollegen mit „Verwendungseinschränkungen und Teilzeitkräfte lassen das Ist an Personal an manchen Tagen schon sehr dünne aussehen.
    Die 41 Std-Woche und die inflationär steigende Felxibilisierung der sowieso schon flexiblen Schichtmodelle lassen in meiner Dienststelle momentan fünf fest planbare dienstfreie Tage in fünf Wochen zu. Bei allen anderen „frei“ gesetzten DF/DA-Tagen sollte man erfahrungsgemäß nichts privates planen.
    Dieser physische Raubbau beim verbliebenen Personal wird sich dauerhaft nicht mit Absichtserklärungen in Bezug auf Gesundheitsprävention und dem Angebot zur Teilnahme an einer monatliche „Rückenschule“ beheben lassen.

    btw, der letzte junge Kollege des mD ist im Jahre 2000 zu uns gestoßen (ehemalige Inspektion, jetzt Revier).

    Bevor ichs vergesse:
    Als Flächeninspektion dürfen die verbliebenen voll dienstfähigen Kollegen dann auch noch an den Wochenenden mit aus den Schichten zusammengesammelten PVB Fußballbegleitungen durch die halbe Republik durchführen, um dann spätestens zwei Tage später wieder in den üblichen Schichtdienst zu gehen.

    Gruß

    AB

  23. Obwohl so wenig Personal auf den Dienststellen vorhanden ist werden dennoch immer neue Sondereinsätze gefahren und Zusatzdienste gefordert !
    Dann wudert man sich über Burnout-Quoten und führt ein BGM ein.
    Da stimmt doch irgend was nicht oder ?

  24. Zumindest an den Flughäfen ist es kein Problem der Personalstärke oder Aufgabenumfang. Allein schon bei der täglichen Personalplanung könnte man schon „entspannen“. Ebenso muss dringend der Papierkram überdacht werden. Wenn man z.B. schon der Ansicht ist, dass nichtunterschriebene Pässe mittlerweile als INAD – Pax zählen (man beachte die eigentliche Bedeutung des Zusatzes INAD und dass es wohl nichts wichtigeres mehr zu geben scheint) muss es nicht unbedingt sein, dass man wegen völliger Überregulierung des Zettelkrams auch noch stundenlang in der Bearbeitung sitzt.

  25. @Ice B

    So, zumindest an den Flughäfen ist es kein Problem der Personalstärke oder des Aufgabenumfangs? Sehr interessante Aussage! Dann möchte ich Dich mal das vorhandene Personal dort planen sehen; natürlich unter Berücksichtigung aller rechtlichen Vorgaben! Beim Papierkram gebe ich Dir Recht! Und ein nicht unterschriebener Paß? Ok, man kann über alles geteilter Meinung sein! Aber es ist nun einmal so, dass die Beförderung eines solchen Pax in der Theorie eine unerlaubte Beförderung seitens der Fluggesellschaft darstellt! Genauso wie laut StBG der Tatbestand des §265a auch dann erfüllt ist, wenn die Fahrkarte nur 1 € kostet!