Neue Chance

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP Bezirk Bundespolizei

von Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei

Die neue Führung des Bundespolizeipräsidiums ist im Amt. Wir haben ein erstes Gespräch mit dem Bundespolizeipräsidenten Dr. Dieter Romann und mit den Vizepräsidenten Jürgen Schubert und Dr. Franz Palm geführt. Und wir haben in dieser Woche auch mit dem Bundesminister des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich und mit dem Staatssekretär, Klaus-Dieter Fritsche gesprochen.

Notwendig ist jetzt ein klares, politisches Wort zum Aufgabenverständnis und zur zukünftigen Aufgabenerfüllung der Bundespolizei.

Die Rahmenbedingungen für die Aufgaben der Grenzpolizei mit der Aufstellung an den verbleibenden Außengrenzen und den Binnengrenzen sowie einem übergreifenden Ansatz zur ganzheitlichen Bekämpfung illegaler Migration, die Aufgaben der Bahnpolizei und auch ihrer Schutzwirkung auf die Infrastruktur, die Aufgaben der Bereitschaftspolizei, der notwendige Erhalt ihrer Einsatzfähigkeit und der Erhalt polizeilicher Reaktionsmöglichkeiten sowie die bundespolizeilichen Aufgaben auf den deutschen Flughäfen unter Berücksichtigung der umfangreichen Ausbauvorhaben müssen politisch klar und zukunftsorientiert beschrieben werden.

Die Spezialverbände der Bundespolizei brauchen neues Selbstvertrauen und die nötige, organisatorische Beweglichkeit. Ausbildung und Fortbildung müssen, wie alle anderen, bundespolizeilichen Aufgaben auch einen genügenden materiellen und personellen Rahmen haben. Zu diesen Fragen politisch klar Stellung  zu nehmen ist jetzt zwingend geboten. Die Bundespolizei braucht dieses Ministerwort.

Weiter braucht die Bundespolizei klare und verlässliche Personalentwicklungsstrukturen. Die Menschen, die zur Bundespolizei kommen und die Menschen, die in der Bundespolizei arbeiten, müssen wissen wo es lang geht. Die derzeitige Personalplanung, wenn man überhaupt von Planung sprechen kann, geht ausschließlich zu Lasten der Beschäftigten. Während sich die Planer von aller Verbindlichkeit freistellen, fühlen sich unsere Kolleginnen und Kollegen zunehmend unfair und unangemessen behandelt und um die Möglichkeit ihrer Lebensgestaltung gebracht. Eine junge Kollegin, die nach ihrer Ausbildung jetzt am Flughafen Frankfurt/Main arbeitet hat das Problem in einem Interview mit Armin Thiel für die neue „Bundespolizei kompakt“ klar auf den Punkt gebracht.

Wir tragen seit Jahren Vorschläge vor, die deutlich mehr Planungssicherheit enthalten und damit auch die Aufgabenerfüllung der Bundespolizei stärken.

Der Personalbedarf für die problematischen Ballungsräume muss mit separaten Werbe- und Einstellungskonzepten gewonnen werden. Rückversetzungen aus den Ballungsräumen und Versetzungen aus der Bereitschaftspolizei heraus müssen endlich praktikabel gemacht und fair sowie auf ausschließlich freiwilliger Basis  gestaltet werden. Erste Maßnahmen dazu wurden nach langen Diskussionen getroffen.

Zudem muss das POM-Problem und die Perspektivlosigkeit der Verwaltung und der Tarifbeschäftigten schnell angegangen werden. Neben Geld braucht eine solche Lösung vor allem auch Phantasie.

Und der weitere Weg der Anpassung der Bundespolizei an die Bezahlungsstrukturen  der führenden Polizeien in Deutschland muss jetzt vereinbart und in den nächsten Jahren verbindlich umgesetzt werden. Ein Attraktivitätsprogramm III mit dem Ziel 50 % gehobenen Dienst und 2 % höheren Dienst aber auch Attraktivität für die Verwaltung und den Tarif zu bieten, muss mit der Aufgabenausrichtung einhergehen.

Für diesen Weg brauchen wir klare, politische Verbindlichkeit, wir brauchen aber auch die offene und klare Unterstützung unserer Polizeiführung.

Eine klare Aufgabenausrichtung und klare, berufliche Perspektiven für die, die diese herausragenden Aufgaben im In- und Ausland bewältigen, das sind die Leitplanken für eine gute Zukunft der Bundespolizei.

Wir haben bei unseren Gesprächen ein durch vorhandenes Problembewusstsein und den ernsten Willen, die Probleme anzugehen und eine starke Bundespolizei weiter zu entwickeln, wahrgenommen. Das versetzt uns noch nicht in Euphorie, aber wir sehen eine neue Chance. Und wir werden alles tun, um diese Chance für unsere Kolleginnen und Kollegen zu nutzen.

Der starke, positive Kern der Bundespolizei mit ihren 40.000 ganz wertvollen Menschen ist vorhanden. Er kann im Sinne des Bestseller-Autors, Benediktinerpaters und Philosophen Dr. Anselm Grün zu neuem Leben erweckt werden.

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33 Kommentare
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  1. …danke, dass diesmal wirklich nur von Chancen die Rede ist, nicht von Signalen, die hoffen lassen, auch nicht von Versprechungen, die gemacht wurden (und die man auch noch geglaubt hat…) usw….

    Es sollte nun darauf geachtet werden, dass diese Chancen durch die Politik genutzt und nicht wieder vergeigt werden, wie das bislang bei fast jedem politischen Führungswechsel der Fall war! Bislang hat ja nun auch unser derzeitiger IM nicht gerade durch übertriebenes Interesse an der Bundespolizei von sich reden gemacht, man konnte eigentlich eher den Eindruck gewinnen, dass ihm diese ziemlich wurscht sei, zumindest hat er auch nicht sehr viel dazu beigetragen, diesen Eindruck zu zerstreuen.

    Kann aber natürlich sein, dass das Mediendesaster um den „Seeger-Coup“ hier den „fröhlichen Wecker“ gespielt hat…

    Auch die neue polizeiliche Führung muss nun den Beweis erbringen, tatsächlich selbstbewusst die Interessen der Bundespolizei zu vertreten! Ich wünsche es uns allen von Herzen, ob aber der Seeger-Abschuss tatsächlich geeignet war, den Boden zu bereiten für ein neues Selbstbewusstsein von Führungskräften aller Ebenen?
    Tut mir leid, ich sehe hierin eher ein Signal an die neue Führung des BPOLP wie auch an die der BPOLDen:
    „So kann es euch auch gehen, wenn ihr nicht spurt!“

    Was wir brauchen, ist aber, wie Jupp ganz richtig feststellt, die o f f e n e und klare Unterstützung unserer Führung!
    Warten wir ab, was passiert, warten wir vor allem aber auf k o n k r e t e Schritte , die mannigfaltigen Probleme anzugehen!

    Was wir nicht brauchen, sind irgendwelche mehr oder weniger blumigen Ankündigungen!
    Beschleunigt werden könnte dieser Prozess allerdings in der Tat dadurch, dass nächstes Jahr bekanntlich Bundestagswahl angesagt ist…..

  2. Zitat: Der Personalbedarf für die problematischen Ballungsräume muss mit separaten Werbe- und Einstellungskonzepten gewonnen werden.

    Nicht nur in den Ballungsräumen gibt es erheblichen Personalbedarf.

    Bitte nicht vergessen !!!

  3. so schreibt die Financel Times Deutschland (FTD) am 10.08.2012

    Hilfloser Friedrich

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:innenpolitik-hilfloser-friedrich/70074432.html

  4. Und eine weitere Frage sollte offen gestellt werden: wollen wir die Verbände halten? Dann müssen wir investieren, vorrangig ca. 1.000 junge Polizeimeister und -innen für die Verbände. Oder wollen wirnur MKÜen, dann müssen die Führungskräfte der Verbände adäquat in die dann aufwachsenden MKÜen integriert werden, unter Beachtung jahrelanger höherwertiger Tätigkeiten.

    Besser wäre es, wenn man ernsthaft die Bahn an die Länder abgibt. Anfahrtzeiten von über einer Stunde (DGL brauchen teilweise über zwei Stunden zum EO) sind einfach in keiner weise effizient.

  5. Warum soll den die Bahn zu den Ländern? Die Länder wollen weder die Aufgabe der Bahnpolilzei übernehmen noch unser Personal!
    Eine GG Änderung wird es nicht geben. Auch das die DB Sicherheit mit Rechten als Hilfspolizist aus dem BPOLG ausgestatte unsere Arbeit machen soll, ist alles versucht worden und für … befunden.
    Da hat auch kein Angleichen der Uniform nach unserem Muster nix gebracht.
    Diese ewige Genörgel über unsere Aufgaben nervt einfach nur noch. @aeM welche höherwertige Tätigkeit meinst du denn?
    Ein DGL einer Bahnflächeninspektion oder in Berlin hat mehrere Reviere zu führen und sein Zuständigkeitsbereich erstreckt sich teilweise über 2 Bundesländer.
    Ein DGL hat nunmal mehr Verantwortung wie ein ZF und ein HU Führer. Nicht umsonst ist der DGL mit A13 unterlegt.
    Wie oft ist den eine MKÜ oder der Verband für unsere originären Aufgaben noch da?

  6. Es müssen bezüglich der Bundespolizei von Seiten der Politik endlich mal klare und verbindliche Entscheidungen getroffen werden.

    1. Personalstärke 40.000 oder ?, wenn 40.000 gehalten werden sollen dann ein schlüssiges und auch durchführbares Personalgweinnungskonzept bei ausreichender Ausbildungsplatzkapazität.

    2. Aufgaben halten/abgeben oder Aufgabenzuwachs?

    3. Laufbahnen mehr Durchlässigkeit zwischen mD/gD/hD, prüfungsfreie Aufstiege?

    Personalgewinnung aus wirtschaftlich starken Ballungsräumen wird nicht funktionieren, wie macht man diese Arbeitsplätze trotzdem atraktiv?

    Vereinbarkeit Beruf und Familie und Gesundheitsmanagment sind Schlüsselindikatoren für die Zukunft

    Ich habe wenig Hoffnung das sich in politischen Kreisen a jemand überhaupt Gedanken macht und b wenn dann auch die notwendigen Schritte einleitet und durchzieht.

  7. Neuer präsident hin, neuer IM her,

    bei der Flickschusterei die die Politik der letzten Jahre geboten hat, wird es keine Fortschritte mehr geben.
    Und kein anderer als die Politik sagt, wo es lang geht.

    Also schaun, dass man es bis zur Pension schafft.

  8. Was machen wir uns eigentlich für Gedanken für die Zukunft.
    Die EU bricht auseinander und der Grenzschutz bewacht wieder die Aussengrenzen. Wir sind doch nur in einem Stand by Modus.
    Wartet noch ein Jahr ab und wir haben wieder unsere Aufgabe!

  9. @aem

    also die Abgabe der Aufgaben an die Länder halte ich auch für vernünftig. Hier in Berlin ist in aller Regel die Landespolizei als erster am Ort. Ausserdem ist das Land spätestens ab Verbrechenstatbeständen zuständig.

    Zu den Verbänden: War 17 Jahre, sowohl beim BGS als auch beim Land, Angehöriger von EE´s. Nunmehr versehe ich seit 5 Monaten meinen Dienst auf einem Abschnitt. Erst im einzedlienstlichen Bereich lerne ich die richtige Polizeiarbeit kennen. Also von der Verantwortung her, sollte ein DGL mindestens mit A 13 unterlegt sein. Wenn nicht gar im hD angesiedelt sein.

  10. Gegen die Dotierung eines DGl mit A13 habe ich gar nichts gesagt.
    Die Verantwortung eines ZF ist ebenfalls hoch.
    GF/ ZF und PVB sind im Verband (immer noch) zu niedrig dotiert.

    Aber darüber habe ich nichts geschrieben, sondern von höherwertiger Tätigkeit; das ist z.B. wenn ein GL auf seiner Stelle die Funktion eines DGL(v) wahrnimmt.

    Abgabe der Bahn:
    was bringt es eine Aufgabe wahrzunehmen, wo man nicht mal vor Ort ist. Anfahrzeiten von über einer Stunde sind nicht tragbar; der DGL benötigt teilweise über 2 Stunden anfahrt.
    Ein Polizeirevier NUR auf einem (großen) Bahnhof ist auch überholt. Die Aufgabe Bahn müsste an die Länder übertragen werden. Ob das Land ein Polizeirevier nun auf dem Bahnhof platziert oder in der Stadt müssten die örtlichen Gegebenheiten zeigen.

    Aufgabe Flughafen:
    was bringen 3 Polizeien (wenn man den Zoll mal mit zählt) so eng neben einader?

  11. @aeM Also dann bitte lieber die KSB hochdotieren, statt den DGL, der sitzt ja eh meist fern vom Geschehen und die KSB treffen die meisten ihrer Maßnahmen innerhalb von wenigen Augenblicken. Ein KSB muss meiner Meinung nach sowieso viel mehr Leisten als ein DGL, vor dem Kadi stehe ich zum Schluss eh selber.

  12. warum wollem immer alle höher dotiert werden? für was denn? dafür das man seine Arbeit macht? nach 2,5 jahren Ausbildung kann man ja wohl verlangen die richtigen Maßnahnem am EO zu treffen!
    Es ist nunmal nicht überall in Deutschland so dass , man 1h Anfahrtszeit hat. Deswegen die ganze Aufgabe abschaffen macht keinen Sinn. Dann lieber die Flughäfen dort wird Personal verbrannt und die Beamten machen eh nix außer die Lapo zu holen..

  13. Ein KSB muss anderes leisten als ein DGL, mehr leisten würde ich nicht sagen – anderes. Aber unstrittig arbeitet der KSB dichter am Bürger und näher an der Basis des gestzlichen Auftrages als der DGL.

    Vorm „Kadi“ steht der, der die Verantwortung trägt. Diese Laier, dass nur der KSB dort steht nervt. Der KSB muss nur sein Handeln verantworten. Viele tiefere Eingriffe entscheidet der GL oder DGL, der dann vor den Kadi müsste und bei Zwang kann da auch schnell der Polizeitrainer und der DGL und der Verantwortliche Fortbildung ebenfalls vorm Kadi stehen.

  14. Ja so ist unser „Laden“, durch die neuen Personalien wird die Zukunft der BPOL entschieden und hier wollen gleich wieder einige festhalten wie wichtig aber niedrigdotiert sie doch sind.

  15. Ich bin mal gespannt wann die nächste Reform kommt. Vielleicht nach der nächsten Bundestagswahl.
    Widerstand wird aus der Führungsetage der Bundespolizei nicht kommen, denn die hat man sich ja jetzt gefügig gemacht und mit Leuten die das richtige Parteibuch haben !

  16. Und wieder meckern die ewig Gleichen über die Bahnpolizei. Ich mach mal einen anderen Vorschlag:

    Lasst uns doch eine Aufgabe, die mit Polizei gar nichts zu tun hat, an die Länder abgeben oder privatisieren. Also: weg mit § 4 BPolG.

  17. @aeM

    Wenn ich meinen GL oder DGL bei jeder Situation fragen würde, wie ich entscheiden soll, gäb`s richtig Stress.
    Die sind mit anderen Dingen zugepflastert. Wollen höchstens wissen, wie was weitergeht.

    Es ist schön, dass Du als Verbandler für den Verband eine Lanze brichst. Ich habe beide Seiten zu Genüge kennengelernt.
    Während der Verband in erster Linie mit Lagebereinigung zu tun hat, ist es schon so, dass der kleine KSB die ganze Palette abarbeitet. Und ja, der steht dann auch vor Gericht, wenn es sein muss. Und wenn ich vor Ort mich entscheide Zwang anzuwenden, (wie viel tiefer geht die Entscheidung eigentlich noch) dann kann ich auch keinen DGL oder GL fragen ob ich soll.

    Du siehst, die Verantwortung ergibt sich aus der Aufgabe und der Situation. Achja, und wenn man alles richtig gemacht, dann kommt trotzdem noch einer und sagt Dir, dass Du mit der Sachbearbeitung hinterherhinkst.

  18. Von reiner Lagebereinigung sind wir lange weg; wir leisten um einiges mehr!

    und ich meinte nicht, dass du wegen allem fragen sollst, sondern wegen gravierender Entscheidungen. Auch wenn Zwang voll zu den „größeren Eingriffen“ zählt wird man wohl oft aus Zeitgründen die Entscheidung selber treffen. Hat man Zeit gehört auch diese Entscheidung in die Hand des GL/ DGL. Es ist doch gut, wenn dem KSB ein Teil der Verantwortung abgenommen werden kann, schließlich soll er ja nicht alleine vor den Kadi müssen. Und einige wesentliche Entscheidungen liegen oft sogar unter hD Vorbehalt. Auch das ist gut so.

    und die die kommen und wegen der Sachbearbeitung „Druck machen“ kenne ich auch. Die schmeiß ich aus dem Büro (und ich selber schreibe keine Vorgänge)

  19. Ob unmittelbarer Zwang angewendet werden darf bzw. muß oder nicht, kann nur der Beamte vor Ort entscheiden, sonst niemand!

  20. Momentan sehe ich leider noch keinen Lichtblick am Horizont. Es wäre schön, wenn endlich die Probleme ernsthaft von allen Seiten angegangen werden, wie Personalmangel / Personalplanung, POM-Bauch, Attraktivitätsprogramm III, Arbeitszeit, zusätzliches freies Wochenende im Monat, Bezahlstruktur , Bekleidungswirtschaft etc..
    Ich möchte nur ein Thema ansprechen, das der Berufszufriedenheit. Von dem sind wir nach Aussagen der Strohmeier Studie, weit entfernt. Wir können zum Beispiel nur ausreichenden Nachwuchs gewinnen, wenn die Zufriedenheit in der gesamten Organisation stimmt. Das fängt schon auf der untersten Ebene an. Ich sage nur, das Miteinander(„Menschliche“). Wenn es da schon nicht stimmt, wird jede Initiative scheitern. Das soll nicht heißen, das die obere Führungsebene sich entspannt zurück legen kann. Im Gegenteil, von Ihr muß der Impuls ausgehen, das sich endlich was zum Besseren bewegt. Denn wer größtenteils zufriedene Beamte bzw. Beschäftigte vorweist, brauch sich um die Zukunft nicht fürchten. Ein Vorschlag wäre zum Beispiel, das jedes Jahr ein Vorgesetzten-Feedback, von allen Unterstellten anonym erstellt wird. Das wäre der richtige Ansatz, um erstmal die kleinen Probleme anzugehen.
    Alles weitere wurde schon von meinen Vorrednern erörtert.
    Bis bald und hofft alle auf ein gutes Gelingen!

  21. @Hoffnung 13. August 2012

    Du hast genau den zentralen Punkt angesprochen: Die Mitarbeiterzufriedenheit!
    Ich glaube auch, die „Führung“ muss weg von dem Denkmuster, dass für eine Steigerung der Berufszufriedenheit von ihr vor allem einseitige (Vor-)Leistungen abverlangt werden. – Diese sind sicherlich erforderlich, nur würde ich diese nicht Vorleistungen nennen, sondern „notwendige Schritte“, um den „Prozess“ in Gang zu bringen! (Vielleicht ist das ja eher die Sprache, die man in diesen Ebenen versteht….)

    Ob ich mir allerdings eine neue „Verbesserungs- Produkt- oder Prozesslandschaft“ wie z.B. die Vorgesetztenbeurteilungen wirklich wünsche, da bin ich mir nicht so sicher….

    Sicherlich wäre das e i n möglicher Ansatz, der allerdings Gefahr läuft, wie nahezu alle erhobenen Daten irgendwann auf einem Datenfriedhof zu enden!
    Wichtiger wäre momentan für mich die Konzentration auf das zentrale Ziel „Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit“ , was allerdings bedeuten müsste, die Masse der bislang erhobenen Daten auf eben denselben zu befördern! (Wahrscheinlich würde man auch sehr schnell erkennen, dass die Masse ohnehin völlig überflüssig ist…)

    Man könnte allerdings den Eindruck gewinnen, dass man in bestimmten Ebenen geradezu panische Angst davor schiebt, das liebgewonnene Spielzeug „Ergebnisorientierte Steuerung“ weggenommen zu bekommen.
    Müsste man doch dann zugeben, a) dieses in den vergangenen Jahren masslos übertrieben zu haben und b) sich damit letztendlich teilweise überflüssig zu machen….

    Ich bin aber sicher, dass es auch abseits von Datenerhebung und -Auswertung durchaus sinnvolle Aufgaben für Führungskräfte gibt. Teilweise könnten diese sogar darin bestehen, vor (unnötigen und kontraproduktiven) Neuerungen zu warnen und so das Pferd am ****** zu halten! (Never change a running system…)

    Um auf die anfängliche These zurückzukommen: wenn die „Führung“ begreift, dass eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit nicht in erster Linie die Abgabe von Macht bedeutet, sondern den Mitarbeitern, der Organisation, der Aufgabenerledigung dient und damit letztlich dem Bürger zugute kommt, dann kann dieses Ziel auch gemeinsam erreicht werden!

    Soweit ein kleiner Exkurs in „positives Denken“….
    Was die Realisierungschancen anbetrifft, verharre ich mit meiner Prognose dann allerdings zugegebenermassen auch eher in traditionellen Denkmustern…..

  22. Es braucht „positives Denken“, um die „neue Chance“ zu erkennen.
    Wenn ich nur zurück blicke und alles schlecht reden, dann werde ich auch nie eine Veränderung meiner Situation erreichen.
    Wir sind da mit unserer GdP besser aufgestellt, als der gewerkschaftliche Mitbewerber.

    Weitere Ausführungen mache ich besser nicht, da manche Beiträge knapp am Thema vorbei gegangen sind – um es neutral auszudrücken. Wobei es mich sehr in den Fingern juckt auf Beiträge des Kollegen aeM zu antworten…

  23. Hallo,Schutzmann vom 12.August:
    Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: jeder KSB,vielleicht ja auch der eine oder andere bei den Tagdienst-Diagrammtörtchen-Malern wird demnächst gaaaanz schnell seine eigene zugewiesene KSA bekommen. Dafür muß dann aber jeder etwas von seinem Besoldungsniveau runter-so 20,30%-siehe GR,E usw. Die eigene Gesundheit ist ja schließlich was wert,oder?

  24. Tagdienst-Diagrammtörtchen-Maler!? :-))

  25. Ich wünsche mir endlich eine zukunftsfähige und leistungsfähige Polizei – ohne Zwischeninstanzen und nach alten DDR Muster aufgeblähter Strukturen. Abschaffung von Dingen, welche mit Polizeiarbeit nichts zu tun haben, sollte sofortige Prio haben. Einstellung von Verwaltungsbeamten die sich genauso mit Konzeptionen und Programmierung beschäftigen können und in den Sachbereichen wahrscheinlich mühelos einen PVB ersetzen. Denn die haben das gelernt. Und schickt die gut ausgebildeten PVB`S dahin wo Sie hingehören.
    In den Einsatz, auf die Strasse, Prävention, Kriminalitätsbekämpfung. Um diesen Schritt zu gehen müssten die Aufgaben Lusi und Bapo in die Länderhoheit mit Übernahme dieser. In 3 Jahren würde niemand mehr davon sprechen. Jedoch – was macht man dann mit den Direktionen. Die KrimBS gehören meiner Meinung nach dem Vorschlag Werthebach angepasst. Die Bundesbereitschaftspolizei mit den BePoS der Länder zusammen in die Regionen wo keine Unmengen von Fahrtkosten entstehen.
    Unter Umständen noch den Zoll mit in das Gefüge integrieren. Und schon hätte man in der Zukunft sehr viel Geld eingespart.

  26. Es ist erst wenige Tage her als die Führungsspitze ausgetauscht wurde. Am Anfang war das Entsetzen groß und jeder war empört. Die Opposition wollte eine Anhörung im Bundestag. Dies wurde vom Bundestagspräsidenten abgelehnt.
    Passiert ist weiterhin nichts. Die neue Führungsspitze wurde eingeführt, begrüßt und es wurden erste Gespräche geführt.
    Irgendwie hat man sich schon seit einigen Tagen mit dem Wechsel abgefunden und das Alltagsgeschäft geht weiter.
    Eigentlich schade, dass alles so schnell in Vergessenheit geraten ist.

  27. Netter Hinweis „Tagesdienst-Diagrammtörtchen-Maler“
    Dieses zentrale Problem in der o.g. subtilen Kritik sollte mit der „NEUEN Chance“ auch angegangen werden. Abschaffung von unnötigen Vorschriften, Ebenen, Administration, Dokumentationen,Statistiken diese vielen Beauftragten und Spezialisierungen, die z.T. den Kern und Wert der polizeilichen Aufgaben nicht erkennen lassen. All das behindert uns beim gesetzlichen Auftrag! Diese Kolleginnen und Kollegen fehlen trotz jeder durchgeführten Reform auf der Straße, Dienststellen, Schichten und letztendlich belasten diese „Ausfälle/Fremdverwendungen“ auch damit unsere Gesundheit. Sie führen zur systemischen Überbelastung (Burnout u.a.) und gehören auf ein Mindestmaß reduziert. Auch dann haben Vorgesetzte wieder Zeit zu führen, auch Gespräche zu führen, sich um Menschen und Mitarbeiter zu kümmern. Die dann wieder ein Feedback für ihre Arbeit/ Engagement erhalten und sich wahrgenommen fühlen…

  28. Zum Thema „Neue Chance“…

    Herr Bosbach hat im Rahmen der ganzen Diskussion um die Absetzung der Führungspitze der BPOL gesagt, dass sich die BPOL wieder mehr um ihre Kernaufgaben kümmern soll… Gerne Herr Bosbach, gerne…

    Ich hab seit Jahren das Gefühl, dass eine unserer ureigensten Aufgabe, nämlich der Grenzschutz, gar nicht mehr gewollt ist. Fakt ist, dass diese Aufgabe gar nicht mehr erledigt werden KANN! Die technische Ausstattung ist ein Witz. Wir fahren noch mit den gleichen Autos umher, wie vor 10 Jahren. Da diese Fahrzeuge nun nach und nach „zusammenbrechen“ und kein Ersatz mehr kommt, fährt man eben zu fünft Streife… Was hat das bitteschön mit einer „MODERNEN FAHNDUNGSPOLIZEI“ zu tun?!

    Man kommt sich immer so vor, als sei das „Produnkt“ was wir an den Außengrenzen produzieren, gar nicht gewollt. Ein Unternehmer würde in so ein Produkt keinen müden Euro mehr stecken… Der Unterschied ist aber hier, dass nicht der „Kunde“ derjenige ist, der das Produkt nicht mehr will (kauft…IM GEGENTEIL) sondern die „Manager“ in unserer Behörde.

    Nun könnte man sich die Frage stellen, ob man dieses „Produkt“ weiterhin im „Sortiment“ haben will oder nicht. Mir scheint es so , als solle es eher nicht mehr „hergestellt“ werden … (Aber der „Kunde“ ´WILL es doch…Geht es nicht IMMER um den „Kunden“?!!)

    Aber halt!!! Da gibt es ja ein Gesetz! Und da steht es noch drin. Hm, man könnte es ja einfach aus der „Karte“ nehmen. Geht aber auch nicht, da die Bundesländer diese hoheitliche Aufgabe damals an den BUNDESGRENZSCHUTZ abegegeben haben (Außer Bayern). Da müsste man dort ja erst mal nachfragen, ob die Bundesländer da mitspielen. Ich glaube eher nicht…

    Ich glaube, die hohen Herren haben Angst, dass sich mal wieder einer beschwert, weil er im Grenzgebiet „gezielt“ kontrolliert wurde… Aber hey… Man guckt zum EuGH… Dort wurde erst kürzlich die Legitimität der Binnenfahndungskontrollen von eben diesem Gericht für „gut“ befunden. Es ging um einen Streitfall in den Niederlanden.

    (Gasim 24/12)

    Vielleicht besteht ja nun wieder mal die Chance, dass wir, die Bundespolizisten, endlich auch von „Oben“ mal wieder das Gefühl bekommen, das es durchaus gewollt ist was wir an der Basis machen. Und vielleicht ist ja Herr Dr. Romann der Mann, der uns wieder zu dem macht, was wir mal waren. Stolze Polizisten und keine Truppe, die teilweise wie eine geprügelter Hund durch die Gegend läuft… Vielleicht etwas viel Polemik und Satire dabei aber so siehts nunmal meiner Meinung nach aus…

    Ich hoffe innigst auf eine „Neue Chance“… Die hat sich die Bundespolizei redlich verdient nach dieser tollen Reform… Ich hoffe , dass diese neue Chance sich nicht als neue Reform darstellt… Den diese können wir nun wahrlich gar nicht gebrauchen… Was wir brauchen ist eine Konsolidierungsphase und ein vernünftiges Personalkonzept…

    In diesem Sinne… I hope…

  29. Also warum sollen wir ständig Aufgaben an die Länder abgeben?Die Länder wollen weder unsere Aufgaben übernehmen, noch unser Personal.
    Denn Sie können sich uns schlicht und einfach nicht leisten!
    Ein BPOL Beamter muss sich nicht verstecken. Er kann auf der Bahn,dem Flgh. oder der Grenze arbeiten, weil er die nötige Ausbildung hat.
    Geh mal zu einem Landespolizisten und erzähl dem was von der Bahn..
    Und auch eine Abschaffung unserer Behörde wird es nicht geben! Ihr glaubt doch nicht ernsthaft dass sich der Bund seine Polizei wegnehmen lässt.
    Das BKA wäre nicht mehr arbeitsfähig. keine Verbindungsbeamte im Ausland und und und.
    Die Länder haben selber Personalabgebaut. Und die Länderkollegen verdienen oftmals weniger als wir.
    Wenn sich stattdessen jeder mal um seine arbeit kümmert und seine Energie dort einfliessen lassen würde, dann hätten wir alle mehr davon.

  30. @Schotterhans,

    deinem Kommentar ist nichts, aber auch wirklich gar nichts, hin zuzufügen. TOP.

  31. Vollkommen richtig, Schotterhans! Genau so sieht es aus! Anstatt uns gegenseitig zu zerfleischen und die jeweils „anderen Aufgaben“ madig zu machen, sollten wir uns unserer Stärken bewußt sein! Es kann doch niemand ernsthaft glauben, dass bei einer Übernahme bestimmter Aufgaben durch die LaPo (z. B. Bahn oder Lusi) alles besser würde bzw. dann mehr Personal dort eingesetzt werden würde! Lachhaft ist solch eine Vorstellung!
    Die Länder würden das „gewonnene Personal“ auf längere Sicht gesehen wieder abbauen, um weiter auf Kosten der inneren Sicherheit sparen zu können!
    Die große Masse unserer Kollegen will und macht gute Arbeit, wenn man sie nur läßt; das ist doch der Punkt! Wir sind einer der größten Polizeien in ganz Deutschland! Ohne uns geht nichts bei der inneren Sicherheit!

  32. Vielen Dank Schotterhans!

    Ich bin mir sicher, dass die Zufriedenheit vieler Mitarbeiter wesentlich besser wäre, wenn nicht ständig die „unzufriedenen“ Mitarbeiter die Stimmung „vergiften“ würden. In meinen Augen ist jeder einzelne Mitarbeiter in der BPOL-Organisation wichtig! Wir können glücklich sein, dass die meisten den Polizeiberuf nicht als „Job“ betrachten, sondern sich für diese Aufgabe, beispielsweise zur Kriminalitätsbekämpfung (hierzu zählt auch die oben in abgewerteter Form angesprochene Polizeiliche Statistik und die Polizeiliche Auswertung etc.), berufen sehen. Da wir (in der „Ausführungsebene“) an der Organisation und den rechtlichen Rahmenbedingungen in der Regel (unmittelbar) nichts ändern können, sollten wir uns viel mehr auf die eigene Arbeitsleistung konzentrieren und für den respektvollen Umgang untereinander engagieren.

  33. Liebe GDP,

    das was Ihr seit Jahren fordert und auch thematisch in der Studie „Klartext 2010“ klargeworden ist, scheint jetzt auch endlich in der Öffentlichkeit angekommen zu sein. Man hört es ja seit gestern in den Leitmedien und liest es auch heute in allen Zeitungen…

    „Mobile Arbeitswelt
    Psychische Leiden deutscher Arbeitnehmer nehmen zu“

    Auszug aus focus.online..

    …“ Die AOK forderte die Wirtschaft auf, die immer flexiblere Arbeitswelt verträglicher zu machen. Krankheitsvorbeugung tue not. Die Mitherausgeberin des Reports, Antje Ducki, forderte: „Arbeit möglichst vorhersehbar halten, planbar machen, Sinn herstellen.“ Gefragt seien vor allem die Chefs.

    Wir haben jetzt eine „NEUE Chance“ den Herren in Potsdam/ BMI klar zu machen, dass das wirklich so ist und das die Chefs nun wirklich mal gefragt sind, sich einen Kopf um ihre Mitarbeiter zu machen…