Geringschätzung von Leistung!

Martin Schilff

Staatssekretär Dr. Ole Schröder führte in seiner Festrede anlässlich der Verabschiedung des 66. Studienjahrgangs am 30.08.2012 in Lübeck aus, dass die Bundespolizei und insbesondere der Nachwuchs der Bundespolizei dem BMI besonders am Herzen liegen. Martin Schilff, vom geschäftsführenden Vorstand der GdP – Bezirk Bundespolizei, stellte im Anschluss in einem persönlichen Gespräch mit dem Staatssekretär fest, dass dies scheinbar nicht für alle Beschäftigten der Bundespolizei gilt:

In dieser Woche haben auch Verwaltungsfachangestellte, die bei der Bundespolizei ausgebildet wurden, ihre Ausbildung (zum Teil mit hervorragenden Noten) abgeschlossen. Nach ihrer erfolgreichen Ausbildung erhalten die KollegInnen bei der Bundespolizei eine Eingruppierung in die TVöD-Entgeltgruppe 3. Die Entgeltgruppe E 3 ist jedoch lt. den Qualifikationseckpunkten des TVöD vorgesehen für „Einfache Tätigkeiten, An- und Ungelernte“. Dies ist für die bei uns ausgebildeten Verwaltungsfachangestellten somit völlig unzutreffend! Vielmehr müsste deren Eingruppierung in die Entgeltgruppen E 5 bis E 8 vorgenommen werden, die gem. TVöD-Qualifikationseckpunkten für Beschäftigte mit mind. 2- bis 3-jähriger Ausbildung vorgesehen sind und im Vergleich mit den Beamten dem mD entspricht. Die KollegInnen werden also unterwertig eingruppiert. Die Folge ist, dass diese nachgewiesen Leistungsstarken zu anderen Behörden in den Ländern und Kommunen abwandern.

Diese Geringschätzung von Leistung ist inakzeptabel. Staatssekretär Dr. Ole Schröder konnte diese Eingruppierung nicht nachvollziehen und versprach, sich dieser Angelegenheit umgehend anzunehmen.

pdf Artikel zum ausdrucken

Share

Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

22 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. GdP – Nur so geht es! Klasse Martin, nun haben wir als Tarifbeschäftigte einen Fuß in der Tür, es war doch beschämend zu sehen wie unsere eigenen ehemaligen Auszubildenden im Tarifbereich behandelt worden sind. Wir haben gute Frauen und Männer aus eigener „Produktion“ wir sollen diese auch gut Bezahlt wissen! Ich hoffe für meine Kollegen und Kolleginnen aus dem Tarifbereich! GLÜCK AUF!
    PS: Die RSA-Stellen in Hamburg und in Hannover wurden schon von EG 3 auf EG 5 gehoben – weiter so GdP!

  2. Auch wir haben in Bad Bergzabern eine Kollegin die ihre Prüfung mit der Note 1 abgeschlossen hat. Die mündliche Prüfung hat sie sogar mit 98 von 100 Punkten bewältigt. Leider sah man sich bei der Direktion BP nicht in der Lage eine unbefristete Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Zum Glück konnte die RBW BBZ aushelfen und hat die Kollegin Unbefristet übernommen.

  3. Tja, Kollege Kuhn, das lag an den zwei fehlenden Punkten…
    Spaß beiseite: die Abteilung Bad Bergzabern sah sich sehr wohl in der Lage, die Kollegin mit ihrem hervorragenden Abschluss weiter zu beschäftigen, nur dass mir hier kein falscher Zungenschlag reinkommt! Sie wissen das ja sicher genauso gut wie ich.
    Die Maßgabe kam von den vorgesetzten Dienststellen und in Zeiten des Zentralismus (oder der Planwirtschaft?) sind wir dagegen leider machtlos. Und dass die RBW, also das Präsidium!, „aushelfen“ konnte, beweist ja gerade, dass die guten Stellen nur noch auf wenige Organisationseinheiten konzentriert sind – sicher nicht bei den Abteilungen.
    Was die Bezahlung der jungen VFA angeht ist das genauso eine Schande wie die neueste, allerdings von Gewerkschaftsseite wohl mitgetragene Urlaubsregelung für lebensältere Auszubildende: man klaut ihnen einfach mal drei Urlaubstage! Habe ich gerade heute Vormittag inoffiziell auf den Tisch bekommen. Wenn das so stimmt, müssen sich die Tarifpartner in Kürze einige unangenehme Fragen gefallen lassen: zumindest ein Azubi saß heute schon mit hochrotem Kopf vor mir und war kaum zu bremsen.

    In diesem Zusammenhang habe ich aber auch so ein wenig den Verdacht, dass da nicht so konsequent verhandelt wurde, wie es erforderlich gewesen wäre: die Arbeitgeberseite reagiert auf den „Erfolg“ der Azubi-Übernahme aus den vergangenen Tarifverhandlungen äußerst restriktiv – und so wird so mancher Azubi in die Röhre schauen, weil es keine Stelle für ihn/sie gibt bzw. wenn, dann in EG 3 am A…. der Welt.
    Und sage mir jetzt keiner, das sei bei den Verhandlungen ja nicht abzusehen gewesen!

    Und noch etwas: Herr Staatssekretär Schröder hat auch zugesichert, die Ausbildung in Handwerksberufen trotz BIMA fortzusetzen und gleich darauf heftigst zurück gerudert. Mall sehen, was jetzt herauskommt…
    Liebe Azubis, macht euch nicht allzuviele Hoffnungen!

  4. Wer auf Ole Schröder baut, hat (bisher oft) auf Sand gebaut!

  5. „dass die Bundespolizei und insbesondere der Nachwuchs der Bundespolizei dem BMI besonders am Herzen liegt“…..

    Für mich persönlich:
    > typische Politiker Gerede, nix greifbares…

    > wo sind konkrete Handlungsansätze???
    – das für mich als Einsatzkraft nicht mehr undurchschaubare Meldewesen in alle Richtungen wird weiter
    ausgebaut.
    Stichwort: Einführung E-Plan…es fallen jedoch weder tkn, tkz, epos
    (ich kann mir die Abkürzungen gar nicht mehr merken)weg. nein zusätzlich.
    – was passiert eigentlich mit diesen ganzen Daten, die zudem noch von vollausgebildeten PVB , erhoben,
    bearbeitet und weitergeleitet werden?
    – wieviele Stellen bzw. Beamte sind dann weiter mit der Bearbeitung, Auswertung, Weiterleitung
    beteiligt?

    Ich könnte hier noch einige Fragen aufwerfen. z.B. die Zusage mit dem 2. E-Anzug für die Verbände, Rückenkennzeichnung, aber auch die für ein ungesundes Arbeitsklima führende Personalpolitik zwischen den mittlerweile fühlbaren zig Laufbahnen;-)… 16 a, VAV, Praktikum 1, Bachelor, uneingeschränkt…….

    Mich beschleicht nach jetzt fast 30 Jahren in operativen Einheiten immer mehr das Gefühl, dass die Frauen und Männer auf der „Straße“ immer weniger zählen. Ich weiß…subjektiv….

  6. Für mich ist das „moderne Slaverei“! Die jungen, bei der BPOL gut ausgebildeten Verwaltungsfachangestellte werden einfach nur ausgenutzt!!! Die Bundesregierung will „Begabtenförderung“ und bezahlt KollegInnen die ihre Prüfung mit 1 abschließen als „ungelernte Arbeitskräfte“!
    Warum bezahlt man denn nicht die BPOL-Personalchefin, die dafür wohl die Verantwortung trägt, wie jemand ungelerntes? Verdient wäre es…

  7. Zur Mail von Kollege Rubeck.
    ich habe in meinem Kommentar die Direktion BP gerügt und nicht die Abteilung. Insoweit ist da kein falscher Zungenschlag hineingekommen. Ich persönlich wäre für eine sofortige Änderung der Zuständigkeiten innerhalb der BPOL. So müsste als erstes die Zuständigkeit für Einstellungen, Eingruppierungen u.v.m. im Tarifbereich wieder auf die Abteilungen delegiert werden. Damit könnten dann auch die Tarifbeschäftigten in den Abteilungen vielleicht auch mal wieder auf höhere Eingruppierungen als (alt: BAT VII) hoffen.

  8. Ich denke mal, dass es sich bei der Rede bzw. bei den Aussagen um leeres Gerede und falsche Versprechungen handelt wie man es von Politikern nur zu gut kennt.
    Schade !

  9. Geringschätzung von Leistung

    Kann sich noch jemand an die Fotoaffäre im Juli/ August erinnern? Jetzt 3,5 Jahre später werden die Beamten abgestraft.

  10. @Kollege Rubeck

    Hallo!

    Mich verwundert die Aussage zum „inoffiziellen“ Papier und der Urlaubskürzung sehr… Offiziell ist das alles in folgendem Rundschreiben nachlesbar (ab Ziffer 2.1)
    http://www.bmi.bund.de/RundschreibenDB/DE/RdSchr_20120803.html;jsessionid=146F7A0B124B2621A60DC29F5A095887.2_cid239?nn=304574
    Demnach erhalten Auszubildende nunmehr 27 Tage EU – früher waren das 26 Tage, es sei denn, die Azubis wären älter als 30 Jahre gewesen… Und auch erst ab 40 Jahren hätten sie nunmehr 3 Tage weniger. Der Ausbildungspakt des Bundes richtet sich aber an Jugendliche zum Einstieg in das Berufsleben – insoweit dürfte die Regelung allgemein eine Verbesserung sein, denn Azubis über 30 Jahren sind doch eher die Ausnahme. Im Übrigen erhalten auch die Auszubildenden für 2011 und 2012 30 Tage Erholungsurlaub entsprechend dem BAG-Urteil, da vor der Neuregelung die Regelungen des TVöD Anwendung fanden und keine separate im TVAöD aufgenommen war.

    Was die Übernahme nach Ausbildung angeht, empfehle ich einen Blick in die Alt- und Neuregelung. Schon immer war eine Übernahme ausgeschlossen, wenn keine Haushaltsstellen vorhanden waren. Nunmehr ist aber ein Anspruch normiert, der zwar mehrere Prüfstufen hat, aber immerhin nachvollziehbar, da nachweisbar, ist. Die Problematik der niedrigen Stellenunterlegungen ist leider auch nicht nur Problem der Ausbildung, sondern generell im Tarifbereich zu finden – Aufstiegschancen für vorhandene Beschäftigte sind mangels Stellen nahezu ausgeschlossen. Dass auch die Dienstpostenbewertungen, damit die Eingruppierungen und in Folge ebenso die Stellensituation einer dringenden Nachbesserung bedürfen und dies von der GdP eingefordert wird, kann in anderen Beiträgen auf dieser homepage nachgelesen werden. Und neben anderen habe ich selbst in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Staatssekretär auf die Verwaltung aufmerksam gemacht und verdeutlicht, dass der Vollzug auch geschwächt wird, wenn die Verwaltung (Beamte und Tarif!) nicht attraktiver wird und einer besseren Bezahlungs- bzw. Entwicklungsstruktur zugeführt wird.

    Herzliche Grüße
    Judith Hausknecht

  11. @ Guido Kuhn:
    Wir argumentieren in die gleiche Richtung, ich wollte lediglich verdeutlichen, dass hier von außen Sachzwänge konstruiert werden, die es vorher so nicht gab.
    Hätte ein Präsidium nicht alle lukrativen Stellen für VFA in den Abteilungen gestrichen, müsste dasselbe Präsidium jetzt nicht wie der Retter in der Not „aushelfen“.
    Aber die Diskussion ist müßig, ich habe nicht allzuviel Hoffnung, dass man wieder zu einer vernünftigen Zuständigkeitsregelung (mehr Kompetenzen vor Ort) zurückkehren wird.

    @ Judith Hausknecht
    Es geht in der Tat um einen lebensälteren Auszubildenden – und er scheint kein Einzelfall zu sein. Im gleichen inoffiziellen Papier heißt es: „Für ca. 1.200 Auszubildende bedeutet dies eine Kürzung (des Urlaubsanspruchs; der Verf.) um zwei Tage und für ca. 260 Auszubildende eine Verkürzung um drei Tage“.
    Dem wird in der Tat die Verbesserung um einen Tag für immerhin 47.000 AzuBi gegenübergestellt.
    Heißt das jetzt: weil für 47.000 AzuBi im TVöD-Bereich eine Verbesserung um einen Tag eintritt, kann man die anderen 1.460, denen zwei bzw. drei Tage genommen werden, vernachlässigen?
    Und was die Übernahme nach Ausbildung angeht: Danke für die Aufklärung über die haushaltsrechtlichen Bestimmungen.
    Aber es geht mir nicht um einen schönen theoretischen Anspruch, sondern um die gelebte Praxis.
    Und die sieht so aus: die Arbeitgeber übernehmen nur, wenn eine Stelle frei ist und dann auch nur zu einer Bewertung, die jeder Beschreibung spottet. Mehr ist „halt nicht drin“… Und obendrein hat man sich ja damit an die „überprüfbaren“ Ansprüche gehalten.
    Tut mir leid, aber da lasse ich nicht locker: ein Anspruch auf Übernahme ist nur dann tatsächlich etwas wert, wenn es sich um eine adäquate, also leistungs- und befähigungsgerechte Übernahme und handelt. Solche, werthaltigen Jobs gibt es in der Bundespolizei mehr als genug zu erledigen, zur Unterstützung und zur Entslastung des Vollzugs (Stichwort: 1.000 PVB mehr auf die Straße).
    Was Ihre Bemühungen beim Staatssekretär angeht, ist das ja anerkennenswert, da durchaus nicht selbstverständlich.
    Aber, liebe Kollegin Hausknecht: vor einigen Jahren war hier ein Parlamentarischer Staatssekretär zu Gast, der u.a. auf die penetranten Fragen des Beamten R. durchaus glaubwürdig aussagte, man müsse doch wirklich endlich was für die Verwaltungsleute tun. Vielleicht hat er was getan, vielleicht auch nicht – mir ist nichts dergleichen bekannt geworden.
    Heute ist er Bundesumweltminister und hat sicher andere Probleme…
    Kurzum: das Mindesthaltbarkeitsdatum staatssekretärlicher Aussagen ist schon abgelaufen, bevor die Aussage vollständig ausgesprochen ist.
    Morgen ist der Staatssekretär weg – und mit ihm alles, was er mal gesagt hat.
    Ziel muss sein und bleiben: Attraktivität für die Polizeiverwaltung, und zwar für Verwaltungsbeamte und für Tarifbeschäftigte (nicht nur VFA, sondern alle).
    Wenn da kein Befreiungsschlag kommt, ist die Motivation endgültig ernsthaft gefährdet.

    Beste Grüße
    Jürgen Rubeck

  12. Hallo,
    damit unsere tägliche Arbeit wider die Kriminellen, Straftäter und anders gelingt und diese am Ende im Namen des Volkes weggeschlossen werden können, bedarf es sehr vieler Hände. Nicht nur jene des erfolgreichen KSB, des akribischen Auswerters und Ermittlers und eines sorgfältigen Kriminaltechnikers, sondern vieler Hände, die im Hintergrund die Voraussetzungen dafür schaffen und/oder diese dauerhaft gewährleisten: Funktionierende Dienstfahrzeuge, Rechner, Einsatzmittel und und und…

    Man kann nicht oft genug unterstreichen, dass deren beflissene Arbeit leider sehr oft vergessen wird. Vielen Dank für euer täglich Engagement!

    Die fehlerbehaftete Einstufung deren Tätigkeit ist schlimm (was sicher noch tiefgestapelt ist). Ferner kann ich jedem Mal empfehlen, sich einen Überblick zu verschaffen, was bei diesen Personen Brutto auf dem Gehaltszettel steht: Wer dann die Steuerschuld abzieht, ebenso die Beiträge für eine gesetzliche Renten- und Krankenversicherung… der kann ernüchtert feststellen, dass das sehr bescheiden ist.

    Wer sich dann anstrengt und jeden Cent so lange umdreht, bis das er Kupferdraht hat, hat damit vielleicht in Standorten wie das genannte Bad Bergzabern die Möglichkeit, sich ein sehr bescheidenes Auskommen zu sichern. Wer das in den Dienststellen in den Metropolen wie München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt am Main möchte…

    Mit Gruß
    Kugelblitz

  13. Lieber Kollege Rubeck und hallo @ all,

    ich widerspreche keinesfalls der Zielsetzung einer attraktiven Polizeiverwaltung mit Entwicklungsmöglichkeiten für alle Angehörigen unabhängig vom Status und des Aufgabengebietes, obwohl sich aufgrund gesetzlicher und tariflicher Normen in manchen Teilbereichen Entwicklungen „einfacher“ vollziehen könnten als in anderen. Trotzdem tritt die GdP für all diese Bereiche an – nicht nur bei Staatssekretären, sondern auch bei Präsidenten, Verwaltungsleitern, Abgeordneten, Ausschussmitgliedern und jedem, der überzeugt werden muss, damit alle (im Zusammenwirken von Parlament, Regierung und umsetzenden Behörden) an der Realisierung von Verbesserungen und Zielen mitwirken. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass nicht alles immer einfach ist und schnell verwirklicht wird – trotzdem möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben, vom (m.E. erreichten) Tiefpunkt aus wieder nach vorne blicken zu können und diese Entwicklung gewerkschaftlich voranzutreiben und mitzugestalten.

    Ich kann es mir auch nicht verkneifen, nochmals auf die Tarifverhandlungen hinsichtlich der Azubis einzugehen… TarifVERHANDLUNGEN werden auch durch Kompromisse geprägt. Ich möchte niemanden „vernachlässigt“ wissen, aber stelle hier die mögliche Gegenrechnung dieser Verhandlung auf: pro Jahr 47.000 Urlaubstage mehr gegenüber insgesamt 3180 (1200 x 2 + 260 x 3) „gestrichenen“ Tagen für derzeitig vorhandene lebensältere Auszubildende, die teilweise ja in 2011 und 2012 sogar aufgrund des BAG-Urteils den vollen Anspruch auf 30 Tage haben und im letzten Ausbildungsjahr u.U. sogar den Mindestanspruch von 20 Arbeitstagen (gemäß BUrlG, wenn Ausbildung im zweiten Halbjahr endet). Bitte entschuldige, wenn ich denke, dass das auch vor arbeitsmarktpolitischen Hintergründen und in Anbetracht der Ausbildungsinitiative des Bundes durchaus tragbar und gerechtfertigt ist. Den Unmut der Betroffenen kann ich deswegen trotzdem durchaus verstehen – eventuell ließe sich hier aber ein Anspruch aus dem Ausbildungsvertrag herleiten (eine ungeprüfte spontane Idee!)!? Im Gesamtkontext Urlaub sei auch erwähnt, dass ohne Tarifeinigung ebenso ein Zurückfallen auf den gesetzlichen Mindestanspruch von 20 Tagen in der 5-Tage-Woche bei Kündigung durch die Arbeitgeberseite möglich gewesen wäre…

    Die genannten Zahlen betreffen im Übrigen alle unter den TVAöD fallenden Auszubildenden der Bundes- und Kommunalverwaltung und sind offen im Internet nachlesbar – z.B. auf den Seiten von ver.di.

    Zum Hintergrund der Übernahmeregelungen: hier stand eindeutig die Weiterbeschäftigung überhaupt im Vordergrund. Eine Übernahmegarantie ohne Bedarf wäre völlig utopisch und auch kontraproduktiv, da dann die Ausbildungsquote abgesenkt werden müsste und ggf. weniger Jugendliche eine Ausbildung bei der Bundespolizei absolvieren könnten. Natürlich müsste selbst dann die Eingruppierung und Stellenunterlegung im Tarifbereich generell angehoben werden, denn wir haben – wie hier mehrfach festgestellt – viele anspruchsvolle und höherwertige Aufgaben zu erledigen, die eine adäquate Eingruppierung zur Ausbildung und Berufserfahrung rechtfertigt. Das gilt selbstverständlich für Entwicklungs- und Aufstiegschancen der Verwaltungsbeamtinnen und -beamten gleichermaßen.

    Herzliche Grüße
    Judith Hausknecht

  14. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, lieber Kollege Rubeck,
    einige grundsätzlichen Anmerkungen zu den Tarifverhandlungen, Personalratsarbeit und dem Sachverhalt. Tarifrunden sind davon geprägt, einen Kompromiss zu erzielen. Dies galt auch bei dieser Runde. Vor der entscheidenden Verhandlungsrunde teilte das Bundesarbeitsgericht seine Entscheidung, dass die bisherige Alterstaffelung (bis zum vollendeten 30. Lebensjahr 26 Arbeitstage, bis zum vollendeten 40. Lebensjahr 29 Tage und danach 30 Tage) gegen das Verbot der Diskriminierung wegen Alters verstößt, mit. Die Arbeitgeber wollten in dieser Tarifrunde eine Neuregelung des Urlaubsanspruchs erreichen. Die Umsetzung des Urteils hätte auch dahingehend hätte erfolgen können, dass lediglich die gesetzliche Urlaubsregelung umgesetzt worden wäre (§ 3 BUrlG, d. h. 20 Urlaubstage bei einer 5-Tage-Woche). Dies galt es für die Mehrheit abzuwenden.
    Von Martin Schilff ist in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des BPR und Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Bezirk Bundespolizei seinem Kontrollauftrag nach dem Personalvertretungsrecht nachgekommen. Er überwacht die Einhaltung von Tarifverträgen und Gesetzen. Er fordert ein und macht von seinen Rechten Gebrauch. Dies tat er ggü. dem STS. Er wird auch eine Ergebniskontrolle vornehmen. Die Theorie in die Praxis umzusetzen kann nur so erfolgen. Dieser Weg erfordert langen Atem. Den haben wir !
    Jörg Radek

  15. Liebe Kollegin Hausknecht, lieber Kollege Radek,

    schön, dass hier jetzt so viele Reaktionen kommen.
    Ich bin mir durchaus darüber im Klaren – und es ist mir nicht ganz neu – , dass Verhandlungen auch eine gewisse Kompromissbereitschaft erfordern.
    Und was die Aufgaben des Kollegen Martin Schilff anbelangt, glaube ich, sie durchaus zu kennen – ich habe sie auch keineswegs in Abrede gestellt oder seine Tätigkeit kritisiert.
    Im Allgemeinen bin ich durchaus mit der Arbeit dieser meiner Gewerkschaft und ihrer Funktionsträger mehr als zufrieden.
    Allerdings erlaube ich mir, in einem demokratischen Forum auch hin und wieder anderer Meinung zu sein, als der mainstream oder der GdP-Vorstand es vielleicht lieber sähe.
    Manches Verhandlungsergebnis mag in langen und schwierigen Runden zustande gekommen sein und einen gelungenen Kompromiss darstellen. So scheint ja der gesamte TVöD zustande gekommen zu sein, der sich ja nicht gerade dadurch auszeichnet, dass er die betroffenen Kolleginnen und Kollegen auf Rosen bettet.
    Aber Kompromiss hin, Kompromiss her: es bleiben erhebliche Unzulängliichkeiten und die muss man aussprechen dürfen.
    Und noch etwas: sehen Sie es mir bitte nach, dass ich nach so vielen Jahren, in denen wir Verwaltungsleute von unterschiedlichen Stellen hören und lesen, dass man etwas zur Verbesserung tun müsse, immer skeptischer geworden bin. Allzuviel hat sich in dieser Hinsicht nämlich nicht getan.
    So, nun habe ich auch mal etwas „grundsätzliches“ erklärt.
    Macht weiter so, aber rechnet halt auch immer damit, dass ich auch weiterhin störrisch bleibe!

    Grüße aus der stets revolutionären Pfalz
    Jürgen Rubeck

  16. Hallo Kollege Rubeck, herzlichen Dank für die offenen Worte. So können wir gemeinsam Transparenz herstellen. Grüße aus der Hauptstadt Jörg Radek

  17. Wertschätzung? Welche Landespolizei versteckt ihre Tarifbeschäftigten so wie unsere Behörde? Für den Bundesadler haben unsere FKD-Kräfte lange gekämpft, der Zusatz Polizei fehlt bis heute. Es soll neue Dienstbekleidung eingeführt werden, dann soll über dem Bundesadler „Bund“ stehen – Klasse!
    Benötige ich als Tarifbeschäftigter ein Dienst-Kfz, wird darauf geachtet, das es ein Ziviles-Kfz ist! Dafür ist Personal im Überfluss vorhanden.
    Wenn es aber Not am Mann ist, sollen die Tarifbeschäftigten die Karre aus dem Dreck ziehen: Hier nur mal die Egis- Anwendung wenn die Entschärfergruppe schon zu Hause ist! DGL ordnet an: Egis – Kontrolle am verschweisten Luftfrachtstück – geil! Oder Egis – Kontrolle an einem Koffer, welcher vor der Flughafentür steht – noch besser! Ich mache diese Aktionen nicht mehr mit, bekomme dafür Regelmäßig „Mecker“ vom Chef!! Dienstvorschriften werden immer nach der Lage ausgelegt, oftmals sind die anordnenden DGL nicht in der Lage Dienstvorschriften auszulegen. Solange sich die Bundespolizei ihrer Tarifbeschäftigten schämt, solange ist mir diese Polizeibehörde fremd! Ich mache meine Arbeit, aber alles darum vergesse ich!

  18. Der Nachwuchs liegt einem also am Herzen so so…

    Wieso erhalten dann Kollegen die sich in spezialisierte Verwendung beworben haben und die Voraussetzungen erfüllt haben plötzlich keine DPÜn im Bereich der Bundesbereitschaftspolizei?
    Somit sind die weiter nur abgeordnet und müssen immer noch damit rechnen, das es zurück geht…

    Wertschätzung sieht anders aus…

  19. Hallo Nordmann,
    du sprichst auch den BUK aus der Seele.
    Das gleiche Theater wie bei uns an der Ostgrenze, ist Not am Mann dann werden die BUK`s plötzlich wichtig und unentbehrlich. Sind aber die PVB wieder da, dann schickt man uns wieder in den Besenschrank, ganz nach dem Motto: der Mohr hat seine….
    Und im Verstecken seiner Angestellten ist die Bundespolizei einfach spitze.
    Blaues Dienstauto nur in Zivil, wenn man als BUK, alleine unterwegs ist, weil es dienstlich einfach sein muss, die Leute könnten ja meinen du bist Beamter, wo da die Logik liegt, erschließt sich uns seit 19 Jahren nicht. Aber offensichtlich stört das weder die Gewerkschaften noch sonst wenn.

  20. @ Da Ostler: Über Deine Zuschrift habe ich mich sehr gefreut, es geht wohl allen Tarifbeschäftigten in dieser Behörde so – schade!
    Ihr habt ja noch das Problem, das ihr als „grüne“ den Dienst macht. Lustig ist es an den Flughäfen mit wenig FKD-Kräften in den Kontrollspuren: Stehen dort mal fünf Beamtinnen / Beamte um einen FKD´ler, kommt der Flugreisende auf den FKD´ler zu: Warum? Er hat die bessere Dienstbekleidung, sein Hemd ist „weiss“ und die Hose ist aus guten Stoff: Keine „Beamtenbeutelhose“ – Das ist dann mal eine schöne Sache, da lacht das Herz eines Tarifbeschäftigten! Das mal nur so für euch BUK´ler zur Unterstützung! Halten wir zusammen, sind wir mit dem heutigen HPR und BPR in Tariffragen gut aufgestellt! Das hatten wir viele Jahre leider nicht! Gruß aus dem Norden in die ganze Republik! Tarifbeschäftigte meldet euch… LG NORDMANN

  21. Hallo Anja Scheuermann,
    ich würde gern etwas zu Deiner Mail vom 11.09. schreibeben, bin aber seit einigen Tagen durch technische Dinge vom e-mail-Verkehr ausgeschlossen!
    Netiquette und Solidarität sind innerhalb der Tarifbeschäftigten eingehalten – oder? Auch die nicht so tolle Mail war wichtig für euch in Hilden. Läuft mein e-mail-Laden wieder, werde ich mich gern bei Dir melden. Geht nun leider nur in eine Richtung! LG Matthias Böckenhauer, Hamburg

  22. @ Jürgen Vorbeck 1. September 2012

    Das scheint in der Familie zu liegen. Seine Frau Kristina ist auch nicht viel besser !!