Illegale Migration steigt weiter an

Berlin/Hilden. Laut Gewerkschaft der Polizei – Bezirk Bundespolizei nimmt die illegale Migration nach Deutschland weiter deutlich zu. „Das wird sowohl durch die steigenden Asylbewerberzahlen, als auch durch die erneut gestiegene Zahl von polizeilich festgestellten, illegalen Einreiseversuchen nach Deutschland eindeutig belegt“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der GdP – Bezirk Bundespolizei.

Bereits im Jahr 2011 war die Anzahl polizeilich festgestellter, illegaler Einreisen auf über 20.000 angestiegen. Die Gewerkschaft der Polizei geht aufgrund bisheriger Erfahrungen davon aus, dass die Dunkelziffer bis zu zehnmal höher liegt ist als die festgestellten Zahlen.

„Die europäischen Außengrenzen sind gerade an der türkisch-griechischen Grenze löchrig wie ein Schweizer Käse. Was sich dabei für Kriegsflüchtlinge als humanitärer Glücksfall erweist, ist für die Abwehr der Terrorgefahr und der Bekämpfung der illegalen Migration mit ihren unmenschlichen Folgewirkungen ganz katastrophal. Und alle benutzen die gleichen Routen. Deutschland kann und muss dieser Entwicklung mit einem starkem Netz flexibler polizeilicher Maßnahmen an den EU-Binnengrenzen entgegenwirken. Gleichzeitig muss aber auch Griechenland bei der Erfüllung seiner Pflichten an den Außengrenzen deutlich stärker unterstützt werden. Der Anstieg illegaler Migration mit seinen negativen Folgeerscheinungen kann den europäischen Integrationsprozess deutlich belasten. Gerade deshalb ist es dringend geboten, auch mit wirksamen Binnenkonzepten dagegegen anzutreten“, so Scheuring weiter.

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11 Kommentare
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  1. Wer soll denn noch die Binnegrenzen sichern.Zwangsversetzungen,Krankheit , zu hoher Altersdurchschnitt und schon wieder drohende Abordnungen nach FFM.Neben der illegalen Migration steigt ja auch wieder die Verbringungskriminalität an.Hier im Nordosten ist zur Zeit was los, da kommt selbst Cobra 11 nicht mit.Aber man macht oben weiter wie immer und man redet sich alles schön.

  2. …wirksame Binnenkonzepte…da gibts doch bestimmt schon eine Handlungsanweisung Binnengrenze oder Handlungsanweisung Fahndungspolizei oder oder oder …lauter gut gemeinte Papierchen für die der Verfasser fürstlich entlohnt wurde…nur die notwendigen (Binnen) PVB fehlen – die sind in FFM, München,Tegel oder Schönefeld…und laufen als Hilfspolizei durch die Terminals – weil das Stammpersonal flexible Dienstpläne auslebt oder z.B. in Leitstellen, die eigentlich nicht existent sind verschwinden…das kann es einfach nicht sein!

  3. Die Aufgriffszahlen an den Binnengrenzen wären noch weitaus höher, wenn der KSB endlich einmal von dem Verwaltungswust entlastet würde. Es kann nicht sein, dass ein ganzes Revier nach Aufgriffen den Rest der Schicht in der Aktenerstellung gebunden ist. Zusätzlich müssen auch die Nachermittlungen oder Flugbuchungen selbstständig durchgeführt werden.
    Bei der Reform hat man eine ganz wichtigen Bereich vergessen. Die Aufgabenteilung zwischen Streifen- und Ermittlungsdienst gehört reformiert. Derzeit überlässt man dies dem IL und dem Leiter ErmD wer was wann macht.
    Der Streifendienst sollte entlastet werden. Durch ständig neue Anweisungen und Arbeitsvorgaben passiert hier aber das Gegenteil. Durch Vergleiche der DG’n untereinander wird der Aufgriffsdruck sogar noch erhöht. Kein DGL möchte in Bezug auf die Aufgriffszahlen den letzten Platz belegen. Am liebsten also Sachbearbeitung und zeitgleich auch noch Aufgriffe ranschaffen. Nicht umsonst war der Krankenstand der Inspektion vor kurzem der Höchste innerhalb der BPOLD…

  4. Die Aufgriffszahlen würden noch mehr steigen, wenn die Streifen endlich wieder mal Auto fahren dürften. Jedenfalls mehr als 100 km …

  5. In unserer Direktion soll jetzt eine AG eingerichtet worden sein. So hat es zumindest mein DGL unserer Dienstgruppe mitgeteilt. Der IL hätte es so verfügt.

    „Wie spare ich noch mehr Sprit“ und „Wie kann ich ohne Dienst-KFZ noch mehr Aufgriffe machen“

    Mehr gaga geht wirklich nicht.

    Ob das BPOLP davon Kenntnis hat?

  6. Mehr gaga geht wirklich nicht.

    First 28. September 2012

    …dochdoch, das geht! – Du wirst es sehen! Das hat sich im Laufe der vergangenen jahre auch dermassen verselbstständigt, dass da nur ein wirklicher Paradigmenwechsel helfen könnte. Ob unsere neue Führung in P das leisten kann, wage ich zu bezweifeln. (Zumal bekanntlich mit Seeger nicht das wirkliche Problem „beseitigt“ wurde…)
    Man hört diesbezüglich auch kaum was, geschweige denn, dass man wirkliche, auch nur ansatzweise Problemlösungen erkennen könnte.
    Verschwunden von der Homepage hier ist ja auch wieder der Hinweis auf die angeblich wegweisende Rede des Präsidenten von dieser bzw. letzter Woche. – Vielleicht auch gut so, denn das roch verdächtig nach Vorschusslorbeeren .
    Und davon haben wir in den vergangenen Jahren genug gehabt, während es im wirklichen Leben permanent bergab ging!

  7. Will man es hier Aufgriffszahlen oder die illeg. Migration eindämmen? Wenn sie zurückgeht, geht automatisch die Zahl der Aufgriffe zurück und somit die Daseinsberechtigung vieler DSt.

    Wenn jedoch die Politik nichts wirksames dagegen tut, wird sich dieser Zustand nicht verbessern oder gleich bleiben, nein, er wird sich verschlechtern.

    So wird es gewünscht, so soll es geschehen!

  8. Kollegen! Es muß endlich etwas getan werden! Das Verbrechen schläft nicht!
    In der Ortenau steigt die Kriminalität kontinuirlich an.
    Man muß sich nur die Pressemeldungen der BPOLI Offenburg (zu lesen im Intranet) anschauen, um zu begreifen wie es um die Bundespolizei in der Region bestellt ist.

    – 27.09.12 – Ohne Kfz-Zulassung jedoch mit zwei Messern +++ Kehl – Unter Drogeneinfluss gefahren
    – 26.09.12 – Die Bundespolizei, dein Freund und Helfer +++ „Einsatzhorn rettet vor Erfrieren“ –
    Hier eine amüsante Geschichte aus einem zufällig gefunden „Streifenbericht“ der BPOLI Offenburg

    Wie soll das alles bewältigt werden? Und mit welchem Personal, wenn die Inspektion nicht zu 100% aufgefüllt ist?
    Wo bleibt das qualifizierte Personal des gD?

  9. @ BKE PVB:

    Das ist doch alles ganz einfach:

    Mit weniger Personal werden die Aufgriffszahlen sinken. Normal.

    Interpretation der Politik anhand der Aufgriffsstatisitk: Illegale Migration sinkt. Nicht normal.

    So bereits geschehen bei den Kollegen in RLP (weniger Straftaten wegen permanentem Personalfehl „auf der Straße“ festsgestellt = Rückgang der Straftaten).

    Ein weiterer Sack Reis, der in Mainz schon umgefallen ist und in Berlin und vielleicht auch anderswo gerade kippt.

  10. @ toyota,

    nicht umsonst wurde wieder das Thema „Burnout“ als Titelthema für die GdP Zeitschrift gewählt. Mehr Ausfälle, weniger Zahlen, weniger Kriminalität!

    Schön wär’s! Es wird sich nichts ändern, weil ein jeder nur nach senem Geldbeutel schaut… dort oben. Wasser predigen und Wein trinken, es wird so bleiben. Und ihr, ihr Sklaven eures Dienstherren müsst diese salzige Suppe alleine auslöffeln…

    ..

  11. Wir dürfen gespannt sein, ob die Politik auf dieses Problem wirklich adäquat reagiert bzw. überhaupt reagieren will. In der Werthebach-Kommission I wurde doch eigentlich ein ganz vernünftiger Vorschlag diskutiert: nämlich die Zusammenlegung der BPOL mir der FKS. Wir als BPOL brauchen auf dem Gebiet des AuslR endlich präventive Inlandszuständigkeiten, die vollkommen losgelöst sind von Grenzbezügen. Unsere Fachlichkeit auf dem Gebiet der Urkundenkriminalität und AuslR ist anerkannt; die Defizite der LaPo auf diesen Gebieten sind enorm.

    Die Zusammenlegung BPOL/FKS wäre hier der richtige Einstieg, zumal es sich auch um zwei Bundesbehörden handelt. Aufgrund der gesamten Schengen-Konstellation machen Flughafen- und 30 km-Kontrollen nur noch wenig Sinn. Deshalb wünsche ich mir von der Politik richtige und wegweisende Entscheidungen. Denn nur mit der Verstärkung von Dienststellen, die das Ziel haben, mehr Präsenz in den 30 km- Bereich zu zeigen, ist es schon lange nicht mehr getan. Wir laufen Gefahr, uns hier lächerlich zu machen.

    Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung. Erfahrungsgemäß werden notwendige politische Entscheidungen leider immer erst dann getroffen, wenn es eigentlich schon längst zu spät ist.

    Es grüßt der ErmB