Rührt Euch!

Nun also auch bei der Bundeswehr: Die TU Chemnitz hat mit einer Studie fast 4.000 Führungskräfte zur Stimmung in der Bundeswehr befragt. Im April 2011 stellte Prof.Dr.Strohmeier seine Ergebnisse der „Klartext 2010“- Studie für die Bundespolizei vor. In beiden Fällen wurde wissenschaftlich fundiert ein Stimmungsbarometer der Menschen in ihren Großorganisationen erstellt. Beide Untersuchungen belegen das hohe Maß der Unzufriedenheit der Mitarbeiter.

Für die Bundespolizei gilt nach wie vor die massive Belastung durch die Aufgabendichte. Angesichts der zunehmenden Schere zwischen Aufgaben und Herausforderungen der Bundespolizei einerseits und den dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen anderseits bleibt es bei der festgestellten chronischen Überlastung der Menschen in der Bundespolizei. Die Überlastung steht in keinem Verhältnis zu ihrem Ausgleich. Dieser würde bei einer notwendigen Personalaufstockung und dem damit verbunden Verjüngungsschub beginnen. Der Ausgleich schließt aber auch ein besseres Kräftemanangement und eine verlässlichere Dienstplangestaltung mit ein. Es umfasst auch den Ausbau der Betriebsmedizin bzw. Gesundheitsmanagement, das sich aus umfassenden Massnahmen zusammensetzt, die zielgerichtet an berufspezifischen Erkrankungen ansetzt. Doch nicht nur bei der Heilung, sondern insbesondere, schon bei der Vorsorge.

Die  Bedingungen für die Berufsausübung zu verbessern, ist Kerngeschäft von Gewerkschaften. Es ist aber auch Ausdruck der Fürsorge des „Dienstherren“. Seine Wertschätzung zeigt sich hier sehr konkret. Ob Beurteilungssystem, Bürokratieabbau, Beförderungsgerechtigkeit (POM, Verwaltung), Fragen der Ausstattung und Bekleidung oder Verbesserung der IT-Technik. Die gewerkschaftlichen Iniativen dazu liegen vor. Die politische Reaktionszeit entspricht nicht dem akuten Handlungsbedarf. Auch wenn 64% der Bundeswehrangehörigen kein Vertrauen in politischen Entscheidungsträger haben. So gilt für die Bundespolizei sowohl für die Politiker als auch für die Bundespolizeiführung: Rührt Euch!

Jörg Radek

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1 Kommentar
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  1. Es ist doch überall gleich, ob bei der Bundespolizei, Landespolizei oder auch Bundeswehr und Zoll.
    Reformiert wird auf Teufel komm raus. Personal wird eingespart, es werden Gelder gekürzt aber es kommen neue Aufgaben und damit verbundene Versetzungen hinzu.
    Das sind nun mal alles Gründe warum die Menschen gestresst, überarbeitet und kank werden.
    So kann und darf es in Zukunft einfach nicht weitergehen.
    Wenn kein Geld mehr da ist und gekürzt werden muß, dann ist es halt zwingend erforderlich Aufgaben abzugeben.
    Denn weniger Geld und weniger Personal heisst in der Konsequenz auch weniger Leistung und weniger Sicherheit.
    Das müssen die Führungskräfte, die Politiker und die Bevölkerung leider einsehen.
    Dafür müssen sich ( und sie tun es ja auch ) die Gewerkschaften und Personalräte einsetzen !