GdP begrüßt DFL-Maßnahmen für mehr Sicherheit im Fußball

Witthaut: Bei Umsetzung des Sicherheitspakets für friedlichen Fußball nicht auf Verlängerung spielen

Berlin. Mit dem Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Stadionsicherheit habe die Deutsche Fußballliga (DFL) der Debatte um einen sicheren Fußball die richtige Wendung gegeben, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, in Berlin. Die vorgeschlagenen Maßnahmen nähmen gleichermaßen Vereine wie Fans in die Pflicht, für friedlichen Fußball zu sorgen. Witthaut: „Die deutliche Warnung der Innenminister, bei sich zuspitzender Gewaltlage notfalls Stehplätze zu verbieten, hat beim Ligaverband offenbar alle Alarmglocken klingeln lassen. Die DFL will den Vereinen jetzt an’s Eingemachte. Mit der Absicht, erweiterte Sicherheitsmaßnahmen zum Bestandteil des Lizensierungsverfahren zu machen und Auflagen-Verstöße mit dem Entzug von Fernsehgeldern zu bestrafen, droht der Verband mit dem konkreten Griff in die Clubschatulle.“ Die GdP erwarte nun, dass DFL und Vereine auf ihrer nächsten Sitzung Mitte Dezember, das Sicherheitspaket einmütig beschließen und nicht auf Verlängerung spielen. Der GdP-Bundesvorsitzende: „Der Fußball befindet sich noch auf gefährlichem Kurs. Sich die Bälle weiter zuzuschieben, ohne das Tor machen zu wollen, würde die Lage weiter verschärfen.“

Die GdP begrüße, so betonte Witthaut, den Vorstoß der DFL, die Dauer von Stadionverboten von drei auf wieder fünf Jahre verlängern zu wollen. Zudem sei es richtig, Fangruppierungen, die sich Vereinbarungen mit ihrem Verein verweigerten, vom Fußballerlebnis im Stadion auszuschließen.

Witthaut appellierte an die Profivereine, sich noch stärker an der finanziellen Unterstützung von Fan-Projekten zu beteiligen. Zwar legten die Vereine finanziell ein Schüppchen drauf, doch ergebe sich bei gleichzeitiger Entlastung der Kommunen ein Nullsummenspiel. Witthaut: „Die Fan-Projekte leisten nicht nur an den Spieltagen Sozialarbeit. Ihre Arbeit geht über den Fußball hinaus und wirkt positiv in den Alltag der Fans hinein.

Die Gewerkschaft der Polizei, so Witthaut, hege indes die Hoffnung, dass Spaß und Freude in den Fußball zurückkehrten.

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Themenbereich: Aus dem Bundesvorstand | Drucken

3 Kommentare
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  1. Erneut werden die Betroffenen (Fans, Fanvertreter und auch Fanprojekte) aus der sicher notwendigen Diskussion ausgesperrt. Dies kann niemals das Ansinnen der GdP sein! Wozu Geld in die Fanprojekte stecken, wenn sie dann bei derartigen Entscheidungen regelrecht ausgesperrt werden. Und der Schrei nach Strafverstärkung klingt auch ziemlich abgedroschen.

  2. Noch als Ergänzung. Was sagt die GdP eigentlich zu derartigen Brandstiftern:
    http://www.rundschau-online.de/koeln/fc-gegen-dynamo-dresden-koelner-polizei-befuerchtet-fan-krawalle,15185496,20074658.html

  3. @Frank: Die Gewerkschaft der Polizei hat sich in der Vergangenheit immer Dialog bereit gezeigt. Gemeinsame Veranstaltungen Anfang des letzten Jahres in Frankfurt/Main oder im Laufe des Jahres in Düsseldorf stehen dafür. Gegenwärtig gibt es ein gemeinsames Projekt des Landesbezirks Niedersachsen der GdP und dem Niedersächischen Fussballverband um die Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen zurück zu drängen. Ich kann also nicht erkennen, wo wir nicht bereit wären zum Gespräch. Das Kölner Beispiel ist ein Beleg für unsere Befürchtungen. Die Vereine müssen sich mehr um ihre Anhängerschaft kümmern. Dort wo Fanarbeit geleistet wird haben unsere Kolleginnen und Kollegen weniger Probleme. Wir werden an dieser Stelle die Verantworltichen auch nicht aus ihrer Pflicht entlassen.
    Jörg Radek