Armin Hofschulte 50 Jahre Gewerkschaftsmitglied

Armin Hofschulte und Josef Scheuring

Als Armin Hofschulte in den Bundesgrenzschutz eingestellt und gleichzeitig Mitglied der früheren ÖTV wurde, waren weniger als 1.000 Beschäftigte des Bundesgrenzschutzes Mitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund. Heute fünfzig Jahre später hat sich diese Zahl um mehr als das zwanzigfache erhöht und der frühere, paramilitärische Bundesgrenzschutz hat sich zu einer modernen und anerkannten Bundespolizei in Deutschland weiterentwickelt. Für diese Entwicklung war der Eintritt von Hofschulte in den Bundesgrenzschutz und seine Gewerkschaftsmitgliedschaft ganz besonders wichtig. Hat er doch durch sein personalrätliches und gewerkschaftliches Wirken an vorderster Stelle dafür gesorgt, dass der Bundesgrenzschutz diese Entwicklung überhaupt machen konnte. Mit wenigen, anderen Gewerkschaftskollegen hat Hofschulte schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Vision einer Polizeistruktur für den damaligen Bundesgrenzschutz entwickelt und sie dann, als die Bekämpfung des RAF – Terrors die Notwendigkeit einer veränderten Polizeiaufstellung in Deutschland deutlich machte, mit aller Kraft politisch entscheidungsreif gemacht. Seine ausgezeichneten, persönlichen Kontakte zum damaligen SPD – Bundestagsfraktionsvorsitzenden Herbert Wehner und vielen anderen, herausragenden Politikern dieser Zeit waren dazu die Grundlage.

Das Personalstrukturgesetz mit dem Wegfall des einfachen Dienstes, der Einführung einer polizeilichen Ausbildung und der polizeilichen Dienstgrade im Bundesgrenzschutz war die eigentliche Geburtsstunde der heutigen Bundespolizei. Wenige Gewerkschafter hatten sich gegen die Beharrungskräfte der früheren Generäle im Bundesgrenzschutz durchgesetzt und diese Entwicklung hat nicht nur den heute mehr als 38.000 Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei, sondern auch dem gesamten Land einen großen Mehrwert gebracht.

v.l.n.r.: Roland Braun, Bernd Bittner, Reinhold Knieper, Karl-Heinz Müller, Rainer Stammberger, Armin Hofschulte, Mario Mannebach und Josef Scheuring

Armin Holfschulte war dann über lange Zeit, bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2000 Vorsitzender des heute von Sven Hüber geführten und in Berlin angesiedelten Bundespolizei – Hauptpersonalrates beim Bundesministerium des Innern. 1994 hat er zusammen mit Dieter Wimmer und einer Gruppe weiterer Kolleginnen und Kollegen den Bezirk Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei gegründet, hier war er bis zu seinem Ruhestand Vorstandsmitglied. Nachdem Otto Schily Bundesminister des Innern wurde, hat Armin Hofschulte die Möglichkeit sofort genutzt, um auch noch das letzte Relikt aus der „alten Zeit“, die militärischen Kragenspiegel von den Uniformen des damaligen Bundesgrenzschutzes entfernen zu lassen.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, der die Ehrung von Hofschulte und einer Reihe weiterer, verdienter Kollegen in Koblenz vornahm, sagte dazu: „Ohne die Vorarbeit von Armin Hofschulte wäre es vollkommen unmöglich gewesen, die von uns mit Otto Schily vereinbarten Weiterentwicklungen bis hin zur Umbenennung des Bundesgrenzschutzes in eine Bundespolizei überhaupt anzudenken. Es ist eine historische Wahrheit, dass die Weiterentwicklung der paramilitärischen Strukuren des alten Bundesgrenzschutzes eben nicht durch die verantwortlichen Generäle sondern durch junge, engagierte Kolleginnen und Kollegen, wie den damaligen Meister im BGS, Armin Hofschulte auf den Weg gebracht wurden. Hofschulte ist der lebende Beweis dafür, was alles zum Wohle der Menschen und des Landes möglich ist, wenn sich Menschen zielorientiert und verantwortlich in demokratische Strukturen einbringen. Und die Arbeit von Armin Hofschulte fordert alle auf, die berechtigterweise schlechte Zustände und Rahmenbedingungen beklagen, sich selbst einzubringen und diese Dinge selbst zum Positiven zu verändern. Wir sind stolz darauf, Armin Hofschulte in unseren Reihen zu haben“.

Gruppenbild mit den „50jährigen“

Im Rahmen der Ehrungen in Koblenz wurde festgestellt, dass Armin Hofschulte bereits mit Beginn seiner beruflichen Lehre im Alter von 14 Jahren Mitglied in einer DGB – Gewerkschaft wurde. Diese acht Jahre sind offensichtlich in der Mitgliederverwaltung „verloren gegangen“. Das kann sicher repariert werden. Und so sollte man sich nicht wundern, wenn Armin Hofschulte bereits in zwei Jahren für seine 60 – jährige Gewerkschaftsmitgliedschaft geehrt wird.

Insgesamt konnte der Kreisgruppenvorsitzende Roland Braun mit Unterstützung des Bezirksvorsitzenden Josef Scheuring folgende Ehrungen vollziehen:

25 Jahre Mitgliedschaft:    Bernd Bittner, Mario Mannebach und Rainer Stammberger

40 Jahre Mitgliedschaft:    Reinhold Knieper

50 Jahre Mitgliedschaft:    Armin Hofschulte und Karl-Heinz Müller

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4 Kommentare
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  1. Lieber Armin,

    wir kennen uns noch aus meiner aktiven Zeit im BPR der damaligen GSDir Koblenz und gratuliere Dir herzlich zur 50-jährigen Mitgliedschaft in der der GdP, die einzige und richtige Gewerkschaft für die Polizei.
    Dem o.a. Artikel ist nichts hinzuzufügen.
    Alles Gute.

    Reiner Mischer

  2. Lieber Armin,

    alles Gute für Dich auch aus dem Südwesten!

    Abgesehen davon, dass ich mich an manche Gelegenheit erinnern kann, anlässlich derer Du uns und auch mir persönlich weitergeholfen hast, tut es einfach gut, solche Vorbilder zu haben!

  3. Hallo Armin.
    Ich wünsche Dir für deine Zukunft weiterhin alles Gute und genieße deine redlich verdiente Pension.
    Was du für den damaligen BGS und zur damaligen Zeit getan hast ist einmalig.
    Du warst für alle ein Vorbild und eine Gewerkschafter durch und durch.

    Alles Gute und besinnliche Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins Jahr 2013

  4. Von Armin habe ich das Handwerkszeug als Interessenvertreter gegenüber den Ministerialen gelernt. Er ist ein hochgeschätzter, den Menschen zugewandter Freund, geradlinig, aufrichtig, mit Prinzipien. Ein Mann, der sich nie einschüchtern ließ, weder als eines der ersten (und seltenen), dafür angefeindeten ÖTV-Mitglieder im BGS (dem GdP-Vorläufer) noch von amtlichen Autoritäten. Unvergessen ist sein persönlicher Einsatz für die Tausende Kolleginnen und Kollegen aus dem Osten im Zuge der Wiedervereinigung. Für Armin ist es eine Frage von Achtung und Charakter, auch nach der Pensionierung der GdP treu zu bleiben. Danke, lieber Amin, und alles Gute!
    Sven Hüber