Witthaut: Fußball zeigt bei Pokal-Ausschluss von Dynamo Dresden klare Kante

Berlin. Der Ausschluss von Dynamo Dresden von der DFB-Pokalrunde 2013/2014 sei ein richtiger Schritt auf dem Weg zur Eindämmung der Gewalt rund um den Fußball, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut. Die Entscheidung des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes zeige klare Kante. Der GdP-Bundesvorsitzende: „Von diesem Urteil erwartet die Gewerkschaft der Polizei eine erhebliche Signalwirkung. Die Nichtteilnahme an einem der Prestige trächtigsten und spannendsten Wettbewerbe im deutschen Fußball trifft den Verein und seine friedlichen Fans ins Mark. Der Vorstand und die vielen Dynamo-Anhänger beißen sich auf die Nägel, wenn bei der nächsten Pokal-Auslosung die großen Lose wie Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 den anderen Vereinen zugelost werden.“ Zudem entstehe dem sächsischen Traditionsclub neben dem großen Imageschaden auch ein veritabler finanzieller Verlust.

Witthaut: „Jetzt kommt die Zeit der großen Gruppe wahrer Fußballfreunde, die die kleine Schar der Fußballzerstörer in die Schranken weisen kann. Den Anfang haben Tausende Schalker Fans vor kurzem gemacht, als sie unverbesserlichen Pyro-Ultras die Teilnahme an der Schalker Gemeinschaft lautstark und eindeutig abgesprochen haben.“

Angesichts der nahenden Abstimmung des Maßnahmenpakets „Sicheres Stadionerlebnis“ mahnte Witthaut erneut vor Forderungen nach immer Vorschriften und Kontrollen im Zusammenhang mit dem Stadionbesuch. Man werde der Gewalt nicht Herr, indem man die Regeldichte für Fußballfans und Vereine ins Unendliche treibe. Das könne einem echten Fußballfan, der seinen Kindern den Lieblings-Verein nahe bringen will, den Stadion-Besuch nachhaltig verderben.

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Themenbereich: Aus dem Bundesvorstand | Drucken

13 Kommentare
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  1. „Verschuldensunabhängige Haftung“ heißt das große Zauberwort. Und das wird begrüßt. Ich kann es nicht glauben.

  2. Gerade im Fall von Dynamo Dresden war dieser Schritt überfällig.
    Vllt. dreht ja auch die Stadt, welche ja regelmäßig einspringt, wenn´s finanziell eng wird, auch mal den Geldhahn zu.

  3. Die Wortwahl Herrn Witthaut`s sagt alles! Sippenhaft des Vereins, der alles in seiner finanziellen Macht gemeinsam mit den Faninitiativen stehende tut, um gegen die Zustände anzukämpfen. Sippenhaft für die große Mehrzahl der wahren friedlichen Fans dieses Vereines! Sippenhaft die nicht eine Ursache der zunehmenden Gewalt grundsätzlich löst! Mag sein, daß ich ein wenig die Vereinsbrille aufhabe. Aber mit dem damit verbundenen Interesse über BLÖD-Zeitung-Niveau hinaus und dem Wissen rund um die tatsächlichen Zuständen vor und während der Durchführung der Spiele in Dortmund und Hannover, bin ich mittlerweile überzeugt davon, daß mit einem Exempel von dem wahren Versagen unserer politischen Hauptverantwortlichen, den steuerfinanzierten Bundes-und Landesinnenminister abgelenkt werden soll! In Anbetracht der Zahl von eingesetzten Beamten erscheinen mir die Festnahmezahlen der beiden Ereignisse als lächerlich gering! Was haben die alle eigentlich gemacht vor Ort, außer tausende anreisende Gästefans stundenlang zu sammeln und einzukesseln? Ist das die deeskalierende Einsatzführung? Die Vereine wie der BVB hatten es im Vorfeld nicht nötig, von ihrem hohen Roß runterzusteigen und auf die Angebote Dynamos in Bezug auf eine Sicherheitsstrategie einzugehen!
    Ich war persönlich in Dortmund dabei und habe das dilletantische Einlassprozedere erlebt! Völlig unterschätzt hat auch Hannover das Problem.
    Und jetzt verlangt Herr Witthaut und die Innenminister wie der sächsische und der niedersächsische eine finanzielle Beteiligung der Vereine an Polizeieinsätzen! Ich als friedlicher Besucher bezahle also letztlich über das Eintrittsgeld die Hilflosigkeit der staatlichen Verantwortlichen? Meines Wissens beansprucht der „Staat“ doch das Gewaltmonopol abseits des Hausrechts, oder? Dann soll er es gefälligst auch umsetzen, Herr Witthaut! Die gewaltbereiten Straftäter unverzüglich festnehmen und bestrafen! Steuern werden doch vom Bürger genug eingestrichen, dann sollte der „Staat“ doch in der Lage sein, dieses Geld richtig einzusetzten! Um Ordnung und die Sicherheit der Bürger und seines Eigentumes (siehe Grenzkriminalität und zunehmende Eigentumsdelikte bundesweit!) zu garantieren!!!

  4. Was sollen solche Aussagen? Nicht nur, dass das Verhältnis Polizei und Fans sowieso schon angekratzt ist, befeuern solche Statements diese Spirale nur noch weiter.

    Dem Verein wurde wiederholt, wie schon letztes Jahr beim Dortmundspiel, durch den vorsitzenden Richter bescheinigt, alles Mögliche gemacht zu haben. Dass Heimvereine auf Vorschläge aus Dresden reagieren, dass man sich nichts sagen lassen müsse, schließlich spiele man international, ist traurig und naiv genug. Das aber (ehemalige, weil von der aktiven Zeit scheint man sich bereits zu weit in die Politik verabschiedet zu haben) Polizisten ein Urteil für verschuldensunabhängige Haftung begrüßen, ist beschämend und lächerlich. Kann ich dieses Prinzip im nächsten Einsatz auch anwenden, wenn etwas zu Bruch geht oder jemand verletzt wird? Werden demnächst die Verwandten festgenommen, weil Sie den Nachwuchs nicht unter Kontrolle haben? Oder eine Volkspartei von der Wahl ausgeschlossen, weil ein kleiner Parteisoldat Mist baut? Ja wo leben wir denn?

    Es wäre mindestens zu erwarten, dass Sie klarstellen, dass Sie ausdrücklich nicht im Namen der Polizisten sprechen, die Sie angeblich vertreten! Traurig genug, dass sich die Gewerkschaften vor den Karren profilierungssüchtiger Innenpolitiker spannen lassen, die zwar wenig gehaltvolles, dafür aber umso lautstarkes beizutragen haben. Ein guter Artikel aus dem Focus dazu: http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/umstrittenes-stadion-konzept-ehemaliger-dfl-beirat-fan-macht-wird-unterschaetzt_aid_879581.html

    Und wenn man jetzt schon einmal bei Ehrlichkeit und Offenheit ist: Die Gewalt im Zusammenhang mit dem Fußball ist nur das Ventil eines gesellschaftlichen Problems, nicht die Ursache. Aber das klingt eben nicht reißerisch genug, um es auf die Titelseite zu schaffen. Von daher nur weiter so, Inhalte egal, Hauptsache was gesagt…

  5. @dyndre53
    Wie merkbefreit muss man eigentlich sein, um Straftaten der sog. „Fans“ als versagen des Staats oder anderer Vereine darzustellen???

    Warum haben die Vereine für die Idioten (oder sog. „Fans“) kein Bundesweites Stadionverbot ausgesprochen und kontrollieren dieses auch? (Datenabgleich mit z.B. DFB Datei bei dem Einlass)

    Warum gibt es nur noch in Deutschland Stehplätze?
    Anderswo in Europa hat man diese Idioten (sog. „Fans“) durch Sitzplätze gebändigt.

    Also „liebe“ Vereine was tut Ihr? – Wenn „nichts“ die Antwort auf die Frage ist – dann zahlt auch gefälligst dafür!

  6. na bei dir ist der Name offenbar Programm. Das viel gelobte England hat auch eine andere Seite: http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-united-of-manchester-a-871909.html

  7. Anmerkung zu 5. Beitrag :
    Die Vereine werden wohl um einen beträchtlichen finanziellen Aufwand nicht herumkommen,soll die Eindämmung der gewalttätigen Besucher nicht in die Leere münden!
    Aufstellung von Sicherheitspersonal mit fundierter Ausbildung sind daher zwingend erforderlich,wenngleich die Führungsetage der Vereine dies bisher sehr widerwillig händelt!
    Die Einnahmen möchten diese Herrschaften gerne nehmen….die Probleme soll doch die Allgemeinheit tragen….
    …Schilda lässt herzlich grüßen!

  8. Unwissender: Gehen Sie mal ins Stadion-dann könnten Sie sich vielleicht ein wenig mehr zum Wissenden hinentwickeln! Ich habe überhaupt keine Befürchtung, meine kleine Tochter mit nach Dresden zu nehmen! Was die Stadionverbote betrifft, sollen wohl über 5000 bestehen bundesweit. Klar könnten es mehr sein-diese müssen aber umgesetzt werden und das findet noch viel zu wenig statt, ist aber wohl mittlerweile in ernsthafterer Umsetzung. Das setzt aber widerum ein Miteinander aller Beteiligten und den konsequenten Einsatz aller legalen Mittel der Strafverfolgung voraus-daran muß sich ein politisch verantwortlicher Innenminister messen lassen! Ich habe auch nicht behauptet, die ALLEINIGE Schuld liege bei den Gastgebervereinen oder wem auch immer. Es sind alle angesprochen. Dynamo hat als Verein keinen Einfluß auf gewalttätige Nicht-Fans, die aus allen Ecken des Bundesgebietes zu solchen „Events“ anreisen.
    Mich beschleicht ja nur mal wieder der Hauch einer Ahnung, daß so mancher politisch „Verantwortlicher“ von so manchem Versagen, siehe Verfassungsschutz und NSU-Zelle, ablenken möchte.

  9. @ Frank Fischer
    Merkbefreiung wohl auch nicht weit her…
    In dem verlinkten Beitrag ist nur zu lesen das sich einige Engländer die deutsche „Fan Kultur“ wieder zurückwünschen…

    Aber solange deutsche „Fußball-Fans“ meinen sie hätten ein Recht auf Straftaten (Bengalos etc.) und Randale ist der „Fan-Kultur“ nicht mehr zu helfen…

    Und falls die selbstverherrlichenden „Fans“ meinen ohne sie würden die Vereine die Stadien nicht mehr füllen können…. selten so gelacht!
    Denn dann würden die Fans wieder auftauchen die sich seit Jahren wegen der Idioten im Stadion den Besuch verkneifen.

    Das es auch andere Fans – mit mindestens genauso guter Stimmung – gibt zeigen Handball, Basketball, Eishockey und American Football um nur mal ein paar zu nennen.

  10. Man muß bzw.hätte schon früher handeln müssen.Es kann nicht sein das bei zweit oder dritt-Liga spielen mehrere Hunderschaften anrücken müssen.Wenn man nicht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchgreift , bekommt man evtl.Verhältnisse wie im polnischen Fußball.

  11. @ Unwissender. Recht hast Du!!!! Mein Sohn spielte mal 6 Monate Fußball in einem kleinen Vorortverein. Bei den Spielen musste man nur die anderen Eltern beobachten. Sie adaptierten 1 zu 1 das Hartz IV Vormittagsfernseprogramm! Da weiss man dann wo die Reise hingeht. Seit nunmehr 6 Jahren ist mein Filius in der Leichtathletik aktiv. Die Sportevents sind ruhig, ausgeglichen und trotzdem spannend.
    Diese sogenannte „Fan-Kultur“ ist doch nichts als ein archaischer Ersatz für die nicht mehr stattfindenden Auseinandersetzungen mit dem Nachbarstamm. Nur, dass man beim Fußball keine Frauen rauben kann.

    Von mir aus sollen die Aggressionen im Fußball so weit gehen, dass man diese ganze Sportart an die Wand fährt. Kein Fußball, kein Stress…! Da das aber wohl Wunschdenken bleibt folgender Vorschlag :

    Als Ergänzung zu den Stadionverboten könnte man noch die Auflage erteilen „Krieg und Frieden“ zu lesen. Nach 4 Wochen melden sich die dann gebildeten Hohlköpfe bei ihrer Grundschule ihres Vertrauens und schreiben eine Textinterpretation. Wer schlechter als 4 schreibt bekommt lebenslanges Stadionverbot. :-)

    P.S.: Jetzt kommt mir keiner damit, dass Hooligans Anwälte und Ärzte sind. Ich hab noch keinen Akademiker in der Klientel getroffen. Vielleicht liegts aber auch daran, dass sie schlauer sind als der Rest und sich nicht erwischen lassen…

  12. Sehr zu begrüßendes Urteil. Das heißt nichts anderes als ein mal weniger verletzte PVB, ein mal weniger Straftaten.
    Ein mal weniger stundenlang mit diesen „Fans“ in der Bahn sonst wohin fahren müssen. Danke DFB.
    Kommt gut Heim, Kollegen

  13. So lange sich Spieler von Dynamo noch nach Spielen vor laufenden Fernsehkameras mit Ultra-Capos verbrüdern und umarmen, kann keine Rede davon sein, dass der Verein alles tut, um diese hirnlosen Idioten in die Schranken zu weisen.

    Fußball-Dresden macht sich bundesweit lächerlich – wo sind die prominenten Ex-Dynamo Idole, die hier mal Klartext reden: Ede Geyer, Kreische, Dörner – alles nur Opportunisten?

    Für uns, die wir öfters mit Dynamo zu tun haben unter dem Strich ein paar weniger Einsätze – ach nee, jetzt fahr’n die Idioten an den freien Spieltagen nach Zwickau oder sonst wo hin…:-)