In der Bundespolizei ist kein Platz für Rassismus

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP Bezirk Bundespolizei

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP Bezirk Bundespolizei

Berlin/Hilden. Die Bundespolizei von heute verfügt über ein höheres Bildungsniveau, ein höhere Fremdsprachenkompetenz, über deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund und über deutlich mehr Frauen im Polizeidienst als noch vor zehn Jahren. In dieser Polizei ist überhaupt kein Platz für rassistisches Verhalten“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, auf einen Bericht im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit dem Titel „Klagen über Rassismus in der Bundespolizei“.

Richtig ist aber, dass in der Zeit seit 2009 der dienstliche Druck zur Durchführung von mehr polizeilichen Kontrollen auch zur Verhinderung der illegalen Migration nach Deutschland deutlich erhöht wurde. So wurde in sogenannten „Zielvereinbarungen“ in einzelnen Bundespolizeidirektionen z.B. eine Erhöhung solcher Kontrollen um 25 Prozent pro Jahr gefordert. Diese Kontrollmaßnahmen wurden ständig zahlenmässig erfasst und mit den anderen Bundespolizeidirektionen abgeglichen. “ Bei diesen stark ausgeweiteten Kontrollen wurden dann sicher auch ausländische Menschen verstärkt kontrolliert. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben sich von Anfang an gegen diese Kontrollvorgaben gewehrt. Nachdem diese Vorgaben trotzdem weitergeführt wurden, haben Personalvertretungen auch mit Unterstützung der Gewerkschaft der Polizei gegen diese Vorgaben vor Gericht geklagt. Wir gehen davon aus, dass derzeit solche Vorgaben in der Bundespolizei nicht mehr existieren. Gleichwohl werden wir aber auch zukünftig miteinander in der Bundespolizei darauf achten, dass Rassismus auch in kleinsten Ansätzen keinerlei Raum in dieser Polizei hat“, so Scheuring.

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24 Kommentare
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  1. Ich habe den Bericht auch gelesen und finde, dass dieser (obwohl der Spiegel nicht so mein Fall ist) nach wie vor sehr sehr realistisch ist. Mit Rassismus hat das meiner Meinung nach zwar nichts zu tun, aber Druck auf die jungen Beamten wird doch ständig nachgestellt. So wie ein Motor. Immer im roten Bereich. Das über 3- 4 Jahre, bis man es zum POM/ POK geschafft hat. Dann ist der Mensch im Arsch (Burnout) aber der „Chef“ ein super Typ. Er kann ja super Zahlen melden.
    Sollten mal 2 – 3 Tage keine „Treffer“ erzielt worden sein, bekommen die jungen Kollegen dumme Sprüche vom GL/ DGL. „Bist du faul geworden/ bist du krank/ hast du kein Bock?“ usw.
    Ich arbeite schon sehr sehr lange am Hbf und weiß wovon ich spreche.

    ” Bei diesen stark ausgeweiteten Kontrollen wurden dann sicher auch ausländische Menschen verstärkt kontrolliert.“

    Wir sollten sagen „fast ausschließlich“.

    „Wir gehen davon aus, dass derzeit solche Vorgaben in der Bundespolizei nicht mehr existieren.“

    Bitte???
    Aber auch nur, weil Fahdnungstreffer wie z.B. eine AE jetzt viel mehr wert sind. Die „Treffer“ werden aber auch nur bei den o.g. Personen und Junkies erzielt. Früher hat man halt einen unerlaubten mit rein gebracht und sich gefreut und feiern lassen. Heute verdreht man dann die Augen weil es zuviel Arbeit ist. Eine AE wäre doch viel besser gewesen ;-(

  2. Bei allem Verständnis über die Sorge.

    Der Rassismus ist dienstlich provoziert. Die Kollegen müssen Zahlen bringen, d.h. sie müssen kontrollieren. Siehe der Vorgang bei der BPOLI Kassel in der BPOLD Koblenz. Das ist kein Einzelfall, sondern gesteuerte (controllierte) Realität.

    Kollegen die sich weigern zu kontrollieren erfüllen ihre (nicht vorhanden) Zielvereinbarungen nicht.

    Traurig aber wahr.

  3. Zitat aus dem SPIEGEL:

    „Im Oktober erklärte das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz die Praxis des sogenannten Racial Profiling, das die Beamten im Fall des Studenten zugegeben und angewandt hatten, für rechtswidrig. Nach dem Urteil entschuldigte sich die Bundespolizei bei ihm. “

    Die Bundespolizei musste sich entschulidgen, da sonst die Norm des § 22 1 a BPOLG gefährdet wäre und somit die wichtigste Einstiegsnorm der Bundespolizei für ihre flächendeckenden Kontrollen (Befragungen) möglicherweise weggefallen wäre.

    Sonst steht die Bundespolizeiführung hinter diesen Kontrollen und ermutigt die Beamten weiter so zu kontrollieren.

    Zahlen bringen heißt die Devise !

  4. …tja, KaffeeJunkie, Du schreibst, wie es mit gewissen abweichenden Schwerpunkten, zwischenzeitlich wohl leider überall üblich ist.
    Das hat auch mittlerweile derartige Selbstläufereigenschaften entwickelt, dass es nicht mehr reicht, den Fuss vom Gas zu nehmen, sondern es muss aktiv gebremst werden! Die Behörde muss erkennen (und dies auch aktiv kommunizieren!), dass sie sich mit der sogenannten „ergebnisorientierten Steuerung“ ein gewaltiges Ei gelegt hat, welches intern nicht nur bei den Beschäftigten mittlerweile für massive gesundheitliche Probleme sorgt, sondern auch geeignet ist, den Ruf in der Öffentlichkeit nachhaltig zu versauen!

    Unserer Führung sollte man daher ins Stammbuch schreiben:
    Bei aller verständlichen Genugtuung über steigende „Aufgriffs“zahlen (die sich allerdings sehr häufig eben nur als Steigerung der Zahlen, nicht aber der Ergebnisse selbst darstellen):
    Eine Polizei, die von der Bevölkerung nur noch als „Anscheisser“ wahrgenommen wird, wird über kurz oder lang ihren Rückhalt in derselben verlieren und geht damit ihrer demokratischen Legitimation verlustig!

    Ob uns die allgegenwärtige Zahlenhuberei das wert ist, sollte eigentlich überhaupt keiner Frage bedürfen!

  5. Über eins müssen wir uns im Klaren sein. In der heutigen BPol zählt nur noch eines und das sind Zahlen. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit werden diese durch DGL und IL den Kollegen präsentiert (zuletzt im Weihnachtsdankschreiben), um den Druck zu erhöhen. So etwas hat es beim alten BGS und erst recht nicht bei der Bahnpolizei (alt) gegeben.
    Meine Lösung: Weg mit dem Controlling und den Kuchendiagrammen. Alle halbe Jahre eine „Erfolgsstatistik“ (wie früher) an die BPolDir, dass muss reichen.

  6. Wer hat die Aussage getätigt, solche Vorgaben würden es nicht geben ( nicht mehr geben ) ? Das wäre glatt gelogen ! Selbst auf DG Ebene wird verglichen ! Übrigens alle Zahlen werden passend gemacht bevor sie weiter geleitet werden ! Übrigens nicht nur Kontrollzahlen ! keiner kann sich dem entziehen !
    Ich erinnere an die ca. 99, 5 Prozent Teilnahme der BGS läuft um die Welt ….da begann das Ganze

    Alles gute der GDP für 2013 und viel Kraft

  7. Da versteh ich Uferschwalbe recht gut. Die Forderung „weg mit Controlling“ ist mir sehr sympathisch.

    Irgendwann kommt man vieleicht darauf, dass Controlling für viele Missstände die Ursache sein könnte. Wo nur noch Zahlen, Daten und Fakten zählen bleibt der Mensch mit seinen Erfahrungen/Wissen und vor allem aber auch als Mensch an sich in dieser Bundespolizei auf der Strecke.
    Zahlen und Statistiken können und dürfen den Mensch und seine Erfahrung nicht ersetzen. Auch Motivation, Berufszufriedenheit und Zusammengehörigkeitsgefühl kann man mit Controlling nicht erzeugen.

    Daher gehört Controlling entweder stark zurückgefahren oder eben möglicherweise auch weg. Man hat es einfach übertrieben mit Controlling.

    Allerdings wundert es mich schon etwas, dass das den Gewerkschaften bislang nicht so deutlich aufgefallen ist was Controlling für mögliche negative Auswirkungen auf die Beschäftigten hat/schon hatte bzw. dies nicht deutlich angeprangert wurde.

  8. Liebe GDP; ob das alles auch für die Direktion Koblenz / Inspektion Trier gilt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

  9. Also ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen!
    Seit Jahren geht das nun schon so. Bundespolizei – Fahndungspolizei. Zwar soll es die offiziellen Vorgaben so nicht mehr
    geben, aber „schlechter werden wollen wir ja auch nicht“. Das hat zumindest unser IL angedeutet. Druck, Stress Zahlen, nein, nein, das wollen wir doch gar nicht…. . Komisch nur, dass dann wieder heisst, oh-oh, Leute heute müssen wir aber ran, die DG(?) hat ganz schön vorgelegt. Da darf man nicht nachstehen.

    Vergleich der Reviere, Vergleich der Dienstgruppen, Vergleich der Inspektionen, Vergleich der Abteilungen, Vergleich, Vergleich, Vergleich…. und gleichzeitig wird abgewiegelt. Ich erinner mich daran, als ich vor einiger Zeit die Koffer eines alten Rentnerehepaares auf einen Bahnsteig hochgeschleppt habe. Da ist mir mein IL über den Weg gelaufen… . Seid froh, dass ihr das Gesicht nicht gesehen habt. Dafür gibt es halt keinen Strich.

    Oder stellt Euch vor, es gäbe eine Statistik, die dienstlich KFZ-Unfälle pro gefahrener Kilometer erfasst. Wozu? Keine Ahnung! Auf den ersten Blick denkt, wer eben nicht Böses denkt, dass man bei hohen Unfallzahlen vielleicht die Fahrausbildung verbessert. Obwohl 1 Kfz-Unfall pro gefahrener 150 000 km auch nicht so schlimm ist, dann die Überlegung, dass ja die Organisationseinheit XY „nur“ 1 Unfall pro 190.000 km hat. Auweia… Und dann die rettende Idee: hehehe, wir erhöhen einfach die Fahrleistung.

    Leute, Spaß beiseite. Wir befinden uns ein einer Tretmühle, aus der kein Weg herausführt. ECHTE Polizeiarbeit, Prävention, Strafverfolgung, jaja…auch mal der Oma über die Strasse helfen oder einen Koffer tragen, dass alles gehört dazu.
    Striche bringen aber diese Dinge kaum. Dann schon eher der von „größter krimineller Energie“ getragene „räumliche Verstoß“, oder die o.g. AE.

    Gerhard, mit der Bremse, dass stimmt schon. Aber wer soll das tun , wann und wie? Ich komme mir vor wie auf einer Schussfahrt. Und wie soll man da wenden???

  10. Zahlen Daten Fakten, ich glaube jedem ist bewusst, dass die Daten für bestimmte Bereiche vorliegen müssen. Ich glaube es ist nicht verkehrt als Bundespolizei seine „Erfolge“ aber auch Entwicklungen usw. mit Zahlen zu untermauern.

    Aber diese Zahlen dürfen nicht für Leistungsbewertung der einzelnen Kollegen herhalten!

    Aber solange diese BPOL nicht in der Lage ist, selbst grundlegende mechanismen der BWL anzuwenden (z.B. mal eine Inventur aller Einsatzmittel), wird mit den vorhandenen Zahlenwerken irgendwie herum gedoktort.

  11. Gerhard, mit der Bremse, dass stimmt schon. Aber wer soll das tun , wann und wie? Ich komme mir vor wie auf einer Schussfahrt. Und wie soll man da wenden???
    Schutzmann 7. Januar 2013

    …das geht nur via Öffentlichkeitsarbeit! – Auch, wenn´s weh tut! (oder vielleicht eher gerade deswegen…) Und zwar möglichst über die sogenannten „Leitmedien“. So müsste man also zum besagten „Spiegel“-Artikel jetzt nachlegen und die Hintergründe, die ja hier ziemlich offen zutage treten, auch ebenso offen benennen! Dafür jedoch braucht man Kontakte zu den o.a. „Leitmedien“. Wer das (wie ich bereits öfter…;-) schonmal versucht hat, kann ein Liedchen von den automatischen Antwortmails singen (…vielen Dank für Ihren Beitrag, wir haben ihn an den zuständigen Redakteur weitergeleitet…).

    Klar, sooo wichtig sind wir auch nicht! Wir sind aber immerhin die größte Einzelbehörde im Geschäftsbereich des BMI und insofern verwundert es mitunter schon, welcher Pillepalle es landauf, landab in die „Leitmedien“ schafft und jedes geplante Regenwasserrückhaltebecken in Kleinknödlingen ein größeres Medienecho entfaltet als zum Beispiel das enendliche Reformtrauerspiel und die geradezu absurden (und mittlerweile gefährlichen) Auswüchse des gewollten, aber nicht gekonnten „Managerspielens“ in der Bundespolizei!

    Ohne öffentlichen Zwang werden sich unsere selbsternannten Manager ihr Spielzeug nicht wegnehmen lassen!

    Sollte Dr. Romann es tatsächlich schaffen, hier ein Umdenken einzuleiten (oder wohl besser: anzuordnen): Der Dank aller Beschäftigten wäre ihm gewiss! – Und die Arbeit würde mit Sicherheit auch nicht schlechter erledigt werden, im Gegenteil!

    Die Frage wird halt sein, ob er das will, ob er es darf und es letztendlich auch durchsetzen kann. Zumindest, was er vorhat, würde man aber schon ganz gerne mal wissen…..

  12. Stellt Euch mal vor:
    In Mitteldeutschland ein großer Hbf und am Wochenende wird keine Taschendiebstahlanzeigen, weil die BPOL ständig auf den Bahnsteigen, Haupthalle u.s.w. Präsenz zeigen.

    Oder:
    Die gleiche Lage, nur es werden am Wochenende 20-30 Taschendiebstahlanzeigen gefertigt.

    Das Ergenis:
    Die Anzeigen sind zählbar und somit war dies ein erfolgreiches Wochenende für die Statistik/BPOL.

    Ich find aber, dass Wochenende ohne Anzeige war erfolgreicher, da die eigentliche Aufgabe Prävention zu 100% erfüllt wurde.

    An dieser Einstellung, Zahlen produzieren, krankt unsere Organisation. Und solange an dieser Einstellung, auf allen Ebenen, nicht gearbeitet wird, ändert sich auch nichts.

  13. Da fällt mir doch noch was auf:
    Sollte die Überschrift den nicht besser heissen „In der Bundespolizei ist kein Platz für Controlling“.

    Den so wie es ja anscheinend hier beschrieben worden ist, hängen die angesprochenen Kontrollen mit den Vorgaben zusammen. Und woher kommen die Vorgaben? Aus der unendlcihen Erfassung von allen möglichen und unmöglichen Zahlen, Daten und Fakten?

    Weiterhin wurde hier noch die auf die Zahlen, Daten und Fakten beruhende Leistungsbewertung von Beamten angesprochen. Dazu kommt aus meiner sicht noch Motivationsverlust, sinkendes Zusammengehörigkeitsgefühl und fehlen einer eigenen BPOL Identität.

    Es zählen eben nur ZDF (wohlmöglich nur um sich mit anderen Behörden zu vergleichen oder sich mit entsprechenden hohen Erfolgszahlen der Öffentlichkeit, anderen Behörden und der Politik zu präsentieren). Fraglich wäre, ob dies alles zu Lasten der Beschäftigten geht?

    Also dann sollte man doch ernsthaft über die Abschaffung von Controlling nachdenken. Aber das tut ja anscheinend niemand. Warum bloß ?

  14. @Gerhard Medgenberg
    „Eine Polizei, die von der Bevölkerung nur noch als “Anscheisser” wahrgenommen wird, wird über kurz oder lang ihren Rückhalt in derselben verlieren und geht damit ihrer demokratischen Legitimation verlustig!“

    Und??? Schöner Satz aber das interessiert unsere „Karrieremanager“ nicht die Bohne. In diesen Höhen ist das nächste güldene Sternchen näher als der gemeine Streifenpolizist.

  15. Würde ich an der Westgrenze überwiegend die Müller, Maiers & Schmitzens grenzpolizeilich überprüfen, wäre mir nach einer gewissen Zeit der Spruch „falscher Schwerpunkt“ gewiss.
    Es geht wirklich nur noch um Zahlen, Zahlen, Zahlen… Das hat sich offenbar zu einem Wettstreit entwickelt. Strafanzeigen im Bereich des AufenthG und Fahndungstreffer wenn möglich im Akkord. Entlastung für den Streifendienst um einen Burnout vorzubeugen? Fehlanzeige auf der ganzen Linie. Eher geht es ab wie beim freundlichen Metzger! „Darf es ein wenig mehr sein?“ Bei der Erstellung des Vorgangs und der Akten wird kopiert, gescannt, gefaxt, gemeldet, vernommen, telefoniert, nachermittelt. Anschliessend muß sich der fertige Vorgang elektronisch sowie in Papier auch noch der mehrmaligen Qualitätskontrolle stellen und wehe… !
    Das bleibt fast keine Zeit mehr sich um den Beschuldigten in seiner Zelle zu kümmern. Hunger? Habe ich auch.
    Es gibt, zumindest bei uns, keinen Rassismus! Höchstens Unverständnis darüber, dass in einigen Ländern nach dem Motto:“Reisende soll man nicht aufhalten“ gearbeitet wird. Da durchfahren regelmäßige Fernlinienbusse vier europäische Länder und werden dann im fünften Land, Deutschland nämlich, zum ersten Mal grenzpolizeilich überprüft.
    Die Beschuldigten, die das Pech ereilt in Abschiebehaft zu müssen, werden selbstverständlich von uns in uralten, klapprigen und technisch unzuverlässigen Gefangenentransportfahrzeugen, einmal quer durch das Bundesland, in die Haftanstalt verbracht. Nach wenigen Wochen trifft man sich aber bei der Abholung zur Überstellung und/oder zur Verteilung zu den jeweiligen Flughäfen teilweise wieder.
    Vielleicht sollte man doch etwas mehr die Müller, Maiers & Schmitzens grenzpolizeilich überprüfen…

  16. Der Bericht des Spiegel als auch das Urteil des OVG RLP führen zu weiteren Fragen – auch in der Politik. Die Fraktion „die Linke“ hat deshalb an die Bundesregierung eine kleine Anfrage (24 Fragen) zum Thema „„racial profiling“ bei „verdachtslosen Personenkontrollen der Bundespolizei“ gerichtet (Drucksache 17/11776 v. 28.11.2012).

    In einem Artikel der Zeitschrift „kritische Juristinnen“(KOP-Berlin.de) heißt es u.a.:

    Zitat:

    Die Polizei als Teil der gesamtgesellschaftlichen Struktur handelt daher im Einklang mit vorherrschenden (bewussten sowie unbewussten) rassistischen Denk- und Wahrnehmungsmustern wie dem des „afrikanischen Drogendealers“ oder generell des „kriminellen Ausländers.“ Daneben ist davon auszugehen, dass auch entsprechende Fahndungsvorgaben seitens der Leitungsebenen solche Kontrollen anweisen.

    Hier geht es schlicht um die Verunglimpfung der Kollegen und ihrer Arbeit. Vielleicht sollte man eine Kampange für Polizeibeamte die Opfer von solchen Angriffen werden durchführen, weil sie der vom Gesetzgeber gewollten Arbeit nachgehen betreiben.

    Polizei – Dein Freund und Helfer

  17. Das Hauptproblem sind eigentlich nicht die Zielvereinbarungen, die Erhebung von Kennziffern, Zahlen und Statistiken und der damit verbunde Kontrolldruck (unerheblich ob nun objektiv oder subjektiv empfunden) solche Zahlen hat es immer schon gegeben, sondern die einerseits wischi-waschi / aber auch zu spezielle Befugnsinorm des § 22 (1a) BPOLG; der nur auf die unerlaubte Migration abzielt.
    Warum nutzt man nicht mehr nur den § 22 (1) und zielt auf eine der Bundespolizei obliegenden Aufgabe ab ? Ich kann doch auch einen Reisenden befragen ob er Angaben zu einem beschädigten Fahrkartenentwerter, Fahrausweisautomaten, Graffiti oder sonstige. Klar hier müssen schon Tatsachen vorliegen und nicht nur irgendwelche „Lageerkenntnisse “ und „grenzpolizeiliche Erfahrung“.
    Seit 15 Jahren diskutieren wir nun schon die Gesamtproblematik und nicht hat sich geändert. Die Befugnisnorm im Gesetz und die praktische Umsetzung (die hängt aber von jedem Einzelnen ab!) ist einfach schlecht gemacht. Logisch das sich dann mindetens einzelne Personen beschweren das sie aufgrund ihers „Aussehens“, „Bekleidung“ oder sonstiger Kriterien befragt werden. Wenn das OVG Urteil Koblenz die Runde macht und man von oben „weich“ wird, wer weiss vielleicht werden dann in Zukunft die Zielvereinbarungen abgeschafft?

  18. @ Schutzmann vom 7. Januar 2013
    …“Aber wer soll das tun , wann und wie? Ich komme mir vor wie auf einer Schussfahrt. Und wie soll man da wenden???“…

    -Selbst ist der Mann. Keiner auf der „Straße“ muß diesen Controlling-Blödsinn (zumindest nicht so, wie er in unserer Behörde „umgesetzt“ wird) mitmachen!
    Allein den Meisten fehlt das Kreuz in der Jacke, dies zu äußeren bzw. ihre Meinung auch zu vertreten, wenn der Vorgesetzte um die Ecke kommt und versucht einen mit den Zahlen zu beeindrucken, den Finger hebt -aber du kannst doch nicht…und wenn du schön mit ziehst und Erster im Zahlen bringen bist, eine Belohnung in Form einer Prämie oder Beförderung in Aussicht stellt!
    Für mich entsteht aber der Eindruck das man es mit 99% unserer Koll. so machen kann…und es funktioniert…nur eben nicht mit dem Versprochenen :-(.
    Ich muß nicht nach „höheren“ lechzen. Was ist so falsch daran, wenn man mit sich im Reinen ist – seine Arbeit erledigt, auch mal außerhalb seiner örtlichen/ sachlichen Zuständigkeit einer ältern Frau/ Mann hilft.
    Wichtig ist – ich bleibe in erster Linie Mensch und dann widme ich mich meinem Beruf als Polizist zu.
    Ich kann Fehler eingestehen (fällt schwer, ich weiß) (die jeder in irgendeiner Art und Weise macht!), und werde bemüht sein, diese in Zukunft abzustellen… -sollte auch nicht nur eine Floskel sein-!

    Doch zurück zum eigentlichen Thema.
    Auch wenn vieles unserer Arbeit (Auftreten, Äußerungen, Maßnahmen etc. vor allem gegenüber ausländischen Staatsbürgern) nicht immer der feinsten Netiquette entspricht, kann man meiner Meinung nach nicht von Rassismus sprechen.
    Ablehnende Haltungen gegenüber bestimmten Mentalitäten, Wortwahlen, welche schon weit im rechten Sektor einschlagen, sollten sicherlich nicht unüberlegt und in verachtender Weise geäußert werden.
    Ein vorbehalt gegenüber ausländischen Staatsangehörigen, dazu noch der einen oder anderen Mantalität angehörig, wird es immer geben. Dies jedoch mit Rassismus auf eine Stufe zu stellen, ist wirklich sehr weit hergeholt.
    Ich würde es als unsympatisch definieren…das tritt allerdings nicht nur gegenüber einem gewissen Kreis von Ausländern auf. Unsypatisch kann mir auch schon der Koll. auf Arbeit sein. Ich kann mich mit seiner Einstellung, seinen Äußerungen, seinem Verhalten etc, in keinster Weise anfreunden…bin ich deswegen rassistisch?

  19. Was wäre denn an der Abschaffung der Zielvereinbarungen, egal aus welchem Grund, so schlimm?

  20. Den Bundespolizeibeamten Rassismus nachzusagen, ist eine übelste Unterstellung. Häufig kommt dies von scheinheiligen Linken. Andererseits nämlich beschimpft ein Bundestagsvizepräsident in kleinkariertester Fremdenfeindlichkeit in Berlin lebende Schwaben.

  21. Ich verabscheue Nazis. Ich kann diese dämlichen Spinner nicht leiden!

    Das ist meine persönliche Meinung! Ich lebe in einem Land in Freiheit und Sicherheit, dieses Land, der Staat und seine Gewalt garantieren mir das Recht diese Meinung offen kundzutun.

    Ab und an, muss ich die Anreise der Nazis zu ihren Veranstaltungen schützen. Ich tue das, da ich meinen Beitrag zur Wahrung der Grundrechte, der Sicherheit, des Friedens in diesem Land leisten will. Ich will, dass jeder seine Rechte wahrnehmen kann und sich niemand, egal wie bescheuert er ist, verstecken muss, sondern seine Ansichten, Weltanschauungen, Religion vertreten und leben kann. Dafür stehe ich nicht nur mit meiner Arbeitskraft sondern mit meiner Gesamtheit ein – auch wenn es das Risiko beinhaltet dass ich beim Schutz der braunen Spinner verletzt werde.

    Ist das deutlich geworden, was ich aussagen will?

    Ich bin froh in einem offenen Europa zu leben. Grenzenloses Reisen, Arbeitnehmer- und Dienstleistungsfreiheiten in ganz Europa. Ich könnte, hätte ich einen anderen Beruf, leben, arbeiten, wohnen wo ich das will in Europa. Ich genieße überall die vollen Rechte. Das ist toll.
    Ich mag unsere multikulturelle Gesellschaft. Eine tolle Bereicherung für unserer Land!!

    Ich bin kein Rassist! (ich hoffe auch das ist deutlich!)

    Und wen werde ich kontrollieren, wenn ich die polizeilichen Fahndungsaufgaben zur Unterbindung unerlaubter Migration durchführe? Die Zielgruppe. Das ist so.

    Ich könnte kotzen, wenn Medien uns dafür öffentlich Rassismus unterstellen.
    Ich vermute, wenn diese anklagenden Journalisten unsere Arbeit machen würden, dass diese nach diversen Beleidigungen, Angriffen (verbal und körperlich von Betroffenen und Umherstehenden), nach diversen erfolglosen, frustrierenden oder sonstigen nervenden Erfahrungen, die wir machen durften, so menschlich und gut mit den Menschen umgehen würden, wie es tausende KSB immer und immer wieder tun!

  22. Ergänzung:

    Es muss natürlich heißen: dass die Journalisten dann wohl NICHT so menschlich arbeiten würden, wie die KSB. Ich vermute, dass dort der Stressfaktor zu unangebrachtem Verhalten führt.

  23. „Brandanschlag auf BPOL-Wache Mönchengladbach am 11.01…….“ War da nicht was erst kürzlich?
    Die Geister die ich rief, die werd`ich nie mehr los.

  24. Hallo, auch wenn es nicht direkt mit dem eigentlichen Thema zu tun hat, so geht es hier doch stellenweise um das große Thema „Controlling“. Hierzu habe ich heute einen für mich interessanten Bericht bei welt-online entdeckt. In diesem Bericht geht es nicht direkt um „Controlling“, allerdings ist der Abschlusssatz sehr gut auf unsere „Firma“ projizierbar.

    „(…)Auch deswegen sollten Firmenlenker, die ihre täglichen Geschäftsentscheidungen auf Basis von Echzeit-Daten fällen, fähige Analysten direkt einbeziehen, sagt Patil: „Die wichtigste Lektion aus Raumschiff Enterprise haben bislang selbst datenaffine Firmen meist nicht verstanden: Wenn Mr. Spock auf der Brücke ist, kann er konkrete Entscheidungshilfen geben. Wenn er nur Tortengrafiken aus dem Maschinenraum schicken darf, geht alles schief.“(http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article113063427/Big-Data-veraendert-unserer-Leben-radikal.html – 23.01.2013)

    Parallelen sind durchaus erkennbar. Die Betonung liegt dabei auf FÄHIGE Analysten.