DGB-Vorsitzender zu Gast bei der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main

Im Gespräch befanden sich u. a. (v.l.n.r.): Martin Schmitt, Michael Sommer, Stefan Körzell (DGB-Bezirksvorsitzender Hessen Thüringen), Dieter Spacek (ständiger Vertreter des Präsidenten der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main) sowie Joachim Jungk. - Foto: C. Altenhofen, BPOLD FRA

Im Gespräch befanden sich u. a. (v.l.n.r.): Martin Schmitt, Michael Sommer, Stefan Körzell (DGB-Bezirksvorsitzender Hessen Thüringen), Dieter Spacek (ständiger Vertreter des Präsidenten der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main) sowie Joachim Jungk. – Foto: C. Altenhofen, BPOLD FRA

Michael Sommer besuchte auf Initiative der Direktionsgruppe Flughafen Frankfurt/Main der Gewerkschaft der Polizei (GdP) am 20. Februar 2013 die Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main. Erstmals konnte damit dem obersten Gewerkschaftschef ein Einblick in die Aufgabenstellung der Kolleginnen und Kollegen dieser bundespolizeilichen Schwerpunktdienststelle präsentiert werden. Eingebettet wurde dieser Besuch in einen Kontext von Betriebsbesuchen des Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Thema „Neue Ordnung der Arbeit – Beschäftigung und Demografie“.

Michael Sommer wurde bei seiner Reise von insgesamt elf Pressevertretern (deutscher Printmedien sowie Fernsehen und Hörfunk) begleitet und er erhielt u. a. eine theoretische Einweisung in die Organisation und Schwerpunktaufgaben der Bundespolizei auf dem Rhein-Main-Flughafen.

Besonders wichtig waren in diesem Zusammenhang auch die Gespräche mit den GdP- und Personalratvertretern vor Ort, für die namentlich Martin Schmitt und Joachim Jungk verantwortlich zeichneten. Dabei konnten die gewerkschaftspolitischen sowie die personalrätlichen Reflexe auf die Entwicklung des damaligen Bundesgrenzschutzes hin zur Bundespolizei – sowie insbesondere die ausgestaltende Rolle des DGB und der GdP – gelegt werden. Ein Aspekt, der im Zuge der Schnelllebigkeit von Meldungen immer wieder in Vergessenheit gerät.

Ein weiterer Themenschwerpunkt stellte auch die anstehende Weiterentwicklung im Bereich der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen dar: Insbesondere die Überlegungen zur Pendlerproblematik, die Diskussionen zur (Neu-)Ausrichtung von Dienst- und Arbeitszeiten, die Initiativen zu Personalentwicklungsüberlegungen sowie einem Attraktivitätsprogramm für den Bereich unserer Tarifbeschäftigten und unserer Verwaltungsbeamtinnen und – beamten. So machten die GdP-Vertreter deutlich, dass insbesondere die Eingruppierung in die Entgeldgruppe (EG) 3 nach Berufsabschluss nicht nur nicht mehr zeitgemäß seien, sondern auch in Bezug auf Lebenshaltungskosten im Ballungsraum Rhein-Main nicht mehr akzeptiert werden kann. Zur Theamtik „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gibt es – aus Sicht der Gewerkschafts- und Personalratvertreter – ebenfalls noch „Handlungsspielräume“. Diese mache sich jedoch in erster Linie auch an politischen Festlegungen über die Haushaltsberatungen fest. Martin Schmitt und Joachim Jungk warben nachdrücklich um die Einflussmöglichkeiten des DGB auf dieser Ebene, zumal die Zuerkennung von weiteren polizeilichen Aufgaben lediglich in Funktionenszuweisungen mündete und der Gesetzgeber keine zusätzliche Stellen hierzu bis jetzt vorgesehen hat. Aufgrund dieser bereits lang anhaltenden Entwicklung, fehle vielen Kolleginnnen und Kollegen hierfür das Verständnis.

Michael Sommer sagte auch im Hinblick auf die Bezahlungsstrukturen, dass er dem Bundesinnenminister bereits zu verstehen gab, dass dieser, sofern er kein demografisches Problem bei der Bundespolizei zukünftig heraufbeschwören möchte, er auch diese Strukturen – insbesondere in Ballungsraumen – verbessern sollte.

Abschließend dankte Martin Schmitt als Vorsitzender der GdP-Direktionsgruppe und Vorsitzender des Personalrates für den Besuch des DGB-Chefs und damit für die Wertschätzung, die aus einem solchen Aufenthalt auch den Beschäftigten gegenüber zum Ausdruck gebracht wurde. „Mitbestimmung und daraus sich ergebende Verhandlungsverantwortung stellen auch ein Kulturgut dar, auf das immer wieder in einer Zeit hingewiesen werden muss, in der kulturelle Errungenschaften in unserer Gesellschaft hinten an gestellt werden. Betriebsfrieden und Berufszufriedenheit sind nämlich nicht zum Nulltarif zu erhalten, sondern stützen sich auch auf das Zulassen von differenierten Betrachtungen und Meinungen sowie die ernsthafte Auseinandersetzung darüber. – Und exakt in diesem Kontext wollen die GdP- und Personalratsvertreter auch zukünftig streitbar agieren“, so der Frankfurter GdP- und Personalratsvorsitzende abschließend.

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Themenbereich: Internes & Personalien | Drucken

4 Kommentare
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  1. Eine ordentliches Personalmangment wäre erforderlich , dann könnten alle anderen Beamten im Bundesgebiet mit AO und Zwangsversetzungen in Ruhe gelassen werden.

  2. Erstmal super, dass der oberste Vertreter des DGB ein Auge in das “ Problemkind “ Flughafen Frankfurt am Main geworfen hat. Das ist ein dicker Finger, welcher in eine Wunde gelegt wird, welcher die BPOL seit Jahrzehnten arg zu schaffen macht. Ein ehrliches, konstruktives bis zum BMI ausgerichtetes Miteinander ist mehr als wichtig, um diese Dienststelle fortzuentwickeln.
    Sollten sich nicht längst notwendige Veränderungen gemeinsam ermöglichen lassen,sehe ich persönlich den so wichtigen Betriebsfrieden in Gefahr.
    Mit einer auf 5-10 Jahre ausgelegten Verwendungsspanne in der Schwerpunktdienststelle Frankfurt, wäre ein 1. Schritt getan.
    Hier würde ein Modell der Gerechtigkeit für alle Kollegen entstehen. So würde man Kolleginnen und Kollegen das Gefühl geben, dass der Dienst am Frankfurter Flughafen einfach dazu gehört, dann aber ein abfließen möglich sein muss.
    Auch muss endlich stärker das Problem der Ballungsraumzulage mit allen Entscheidungsträgern besprochen werden. Teilweise ist das für viele Kollegen ein enormes Problem. Würde man hier die Haushaltsmittel der AO verwenden, wäre ein erste Tendenz erkennbar.
    Auch die echt miserable Fortentwicklungsmöglichkeit der Kolleginnen und Kollegen VB`e & TB`e ist so wichtig, gerade weil wir innerhalb der BPOL aufeinander angewiesen und nur gemeinsam stark sind.
    Es ist nun echt an der Zeit, alle Kräfte zu bündeln, um Perspektiven zu schaffen und alte Strukturen aufzubrechen. Nur so ist eine Veränderung möglich.

  3. ……wie sieht es aus, den Kollegen an den Schwerpunktdienststellen finanzielle Entschädigungen zu gewähren. Hierdurch wurde sich der ein oder andere Kollege evtl. noch hinzu gewinnen.
    Die Anfahrt zur Dienststelle, wenn nicht mit ÖPNV, ist schon geldmäßig hart, da Anfahrt über einige Km. Dann keine Parkplätze an der Dienststelle bzw. nicht ausreichend.
    Noch etwas: in der BPOLABT oder BPOLAFZ gehen die Mitarbeiter z. B. zum Mittagessen für 2,87€ oder so. Am Flughafen bekommt man einen Zuschuß aber man bezahlt trotzdem gut das Doppelte, wie die Kollegen auf dem Land. Und das für alles eigentlich. Macht etwas für diese Leute.

  4. …tja werte Kollegen. Das Rennen um junge, motivierte und gute Leute für die Ausbildung bei der Bundespolizei in Ballungsräumen, wie dem Rhein-Main-Gebiet, werden wir gegen die freie Wirtschaft verlieren bzw. haben wir doch schon verloren.
    Als junger PM geht man im Monat mit 2000 Euro nach Hause (DUZ, Schichtzulage alles mit drin). Dann kommen im Großraum Frankfurt erhebliche Mietpreise hinzu.
    Die Firmen der freien Wirtschaft bieten bessere Gehälter, Parkplätze für ihre Mitarbeiter, mehr oder gleich viel Urlaub und eine geringere Wochenarbeitszeit als der Bund.
    (Bitte kommt jetzt niemand mit aber, aber, ich persönlich kenne genug Beispiele für solche Arbeitsplätze bzw. Arbeitgeber im Großraum Rhein-Main).
    Wo werden die jungen Leute wohl hingehen? Zur Bpol? Bei der ich eine Ausbildung in Eschwege oder einem anderen mindestens 200km entfernte AFZ machen muss? Um danach meinen Dienst für die ersten Jahre in einer Abteilung, welche ebenfalls alle 200km von Frankfurt entfernt sind, leisten zu müssen?
    In Zeiten von Fachkräftemangel und Firmen die in Schulen gehen um die Besten gleich einzufangen stehen wir mit unseren Konditionen doch ganz hinten an.
    Die ganzen Studien und Themen der letzten Jahre (Burnout, Klartext) haben sich alle als Papiertiger entpuppt.
    Der Schichtdienst gehört endlich entlastet und das Thema Ballungsraumzulage mal ernsthaft auf den Tisch, nicht nur für Frankfurt.
    Eine schöne Woche wünsche ich noch…