„Allianz pro Schiene“ stellt Positionspapier zu mehr Sicherheit im öffentlichen Verkehr vor

Allein auf dem Bahnsteig: "Allianz pro Schiene" will das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste verbessern. Foto: Ich-und-Du - pixelio.de

Allein auf dem Bahnsteig: „Allianz pro Schiene“ will das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste verbessern. Foto: Ich-und-Du – pixelio.de

GdP unterstützt breites Bündnis für ein besseres Sicherheitsgefühl im öffentlichen Verkehr

Berlin. Die von der Gewerkschaft der Polizei unterstützte „Allianz pro Schiene“ will das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste verbessern und den öffentlichen Verkehr attraktiver machen. „Das Thema Gewalt und Belästigung im öffentlichen Verkehr macht immer wieder Schlagzeilen. Während die Gewalttaten nach amtlichen Zahlen stagnieren oder sogar abnehmen, empfinden die Fahrgäste die Sicherheit im öffentlichen Verkehr schlechter, als es die Statistik nahelegt. Wir wollen gemeinsam mit allen Akteuren Wege aufzeigen, wie die Sicherheit und vor allem das Sicherheitsgefühl verbessert werden kann“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, auf einem parlamentarischen Abend am Donnerstag in Berlin. Die GdP forderte, in allen gesellschaftlichen Bereichen Projekte zur Gewaltprävention aufzusetzen. „Debatten um lückenlose Videoüberwachung, die dann als Allheilmittel ausgegeben wird, sind aus unserer Sicht reiner Populismus“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende und Bahn-Sicherheitsexperte, Jörg Radek.

In einem ersten Schritt hält es das Bündnis für wünschenswert, einen einheitlichen „Bundesbericht Sicherheit im öffentlichen Verkehr“ durch die Sicherheitsbehörden erarbeiten zu lassen, da es bislang bundesweit keine vollständige Zahlenbasis gebe.

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn gab zu bedenken, dass die mediale Berichterstattung das Unsicherheitsgefühl vieler Bus- und Bahnfahrer geschürt habe. „Dennoch können wir uns nicht mit dem richtigen Hinweis zufrieden geben, dass der öffentliche Verkehr überwiegend sehr sicher ist. Damit wäre jeder im Unrecht, der in dunklen Unterführungen und Bahnhöfen Angst hat“, sagte Naumann. „Maßgeblich muss also sein, was beim Kunden ankommt, denn das entscheidet über die Nutzung.“ Naumann verwies auf eine Forsa-Umfrage von Pro Bahn und der Allianz pro Schiene, wonach sich inzwischen mehr als zehn Prozent der Bus- und Bahnreisenden unsicher fühlen.

Der Vorstand Personenverkehr bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Reiner Bieck beklagte eine Zunahme der Gewalt- und Belästigungsvorfälle gegenüber dem Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln. „Die Zahl der Übergriffe auf das Personal in Bussen und Bahnen steigt seit Jahren“, sagte Bieck. Dies wirke sich auch negativ auf das Empfinden der Fahrgäste aus. „Wer den öffentlichen Verkehr zugkräftiger machen will, kommt nicht darum herum, das Sicherheitsempfinden von Personal und Fahrgästen zu verbessern.“ Bieck forderte die öffentliche Hand auf, in jedem Bundesland organisierte Dialoge mit allen Beteiligten aus dem Unterzeichner-Spektrum zu beginnen.

Der Leiter der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn, Gerd Neubeck, wies darauf hin, dass es juristisch und gesellschaftspolitisch eine Vielzahl von Akteuren gebe, die für ein verbessertes Sicherheitsgefühl die Verantwortung trage. „Die Bahnen und Bahnhöfe sind schon heute viel sicherer, als die Menschen sie teilweise auf der Gefühlsebene wahrnehmen. Wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, kann das Sicherheitsniveau nochmals deutlich erhöht werden“, sagte Neubeck.

Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) bekräftigte, dass sich Investitionen in die Sicherheit auszahlen. „Ziel muss es sein, dass die Fahrgäste besonders abends, frühmorgens und an Feiertagen auf ansprechbares qualifiziertes Personal treffen.“

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Themenbereich: Über den Tellerrand, Gewaltbereitschaft | Drucken

6 Kommentare
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  1. Papiere sind immer gut und Zahlen sind ja das wichtigste überhaupt.
    Da steht bestimmt ein neuer OZ dann an, der den Schutzmann noch mehr an den PC als an die S-Bahn bindet.
    Lasst uns evaluieren, controllen, Konzepte und strategische Planungen machen.

    Eine ordentliche Stärke des operativen Dienstes, diesen dann effizient geführt könnte aber zu deutlich besseren Ergebnissen führen.
    Vielleicht einfach mal den Schutzmann im Bahnhof fragen woher dieses “ subjektive, durch keine Statistik untermauerte Unsicherheitsgefühl“ kommt.

    Außerdem sollte sich das größte EVU, die DB, mal fragen ob es Sinn macht, mies bezahlte, schlecht bis überhaupt nicht qualifizierte „Uniformträger“ auf die Menschheit los zulassen.

  2. Ich möchte diese Runde mal an einem Samstag Nachmttag oder Vormittag an einem Bundesligaspieltag (1.+2+3. Liga) in irgendeinem Nahverkehrszug irgendwo zwischen Hannover und Köln sehen.
    Dann haben sich alle Fragenen erledigt. Die Gesichter werden aussagekräftig genug sein.

  3. *hajo
    Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen!
    Hatte das Vergnügen eine solche Fahrt als unbeteiligter Bahnfahrer mitmachen zu dürfen!
    Grauenvoll!
    Dank und Anerkennung an alle eingesetzten Kolleginnen und Kollegen, die immer die Ruhe behalten!

  4. Die EVUs und dort insbesondere die DB AG sollen endlich mal ihre Hausaufgaben machen.
    Klar kostet das Geld (Videotechnik, Modernisierungsmaßnahmen, geschultes Personal etc.) und sich nicht immer auf die Bundesbahnpolizei verlassen.

    Aber wir spielen ja immer mit – haben anscheinend keine andere Großbaustelle mehr.

  5. @ schotterscheriff
    Volltreffer auf den „Nagel“, genauso hätte ich´s auch formuliert! Selbst die Kollegen der Landespolizei bekommen lange Gesichter, wenn sie unsere Personalstärken mitbekommen (wohlgemerkt, gerade bei den berliner Kollegen wurde über die Jahre auch sehr viel an Personal gekürzt)!

    @hajo
    Die Gesichter möchte ich im Anschluß auch gerne sehen.

    Abschließend möchte ich dennoch eine „Lanze“ für die Mitarbeiter der DB Sicherheit „brechen“! In den letzten Jahren ist eine (auch altersbedingt) positive Entwicklung zu erkennen, da immer mehr junge Mitarbeiter in der DB Sicherhit eingestellt und ausgebildet werden.

    Leider wird diese Personalentwicklung von einer Personalreduzierung „aufgefressen“. Zumindest ist dies die, durch die MA der DB Sicherheit selbst gefühlte Entwicklung, als auch meine subjektive Wahrnehmung als Bahnpolizist (KSB/POM). Hinzu kommt ein Altersdurchschnitt von 58 (laut Aussage eines langjährigen MA der DB Sicherheit von heute Nacht).

    Viele dieser Leute waren vorher auf Stellwerken tätig oder Aufsichten auf jetzt unbesetzten Bahnhöfen (es wurde in vielen Fällen nicht mal technischer „Ersatz“ geschaffen, weshalb dort immer wieder sowohl Prävention als auch Repression ins leere laufen).

    Genau so, wie in unserer Behörde ein Personalmissmanagment vorherrscht, läuft es z.B. bei der DB AG bzw. der DB Sicherheit.

    Da ich mit etwas über 40 noch ein paar Dienstjährchen (bestimmt zu einem nicht unerheblichen Teil bei der Bahnpolizei) vor mir habe, bin ich mal auf die weitere Entwicklung gespannt.

    Fakt ist auf alle Fälle, ohne wirklichen Abbau des Personalfehls wird jedes (falls vorhanden) noch so gute Personalverwendungskonzept „mit Vollgas gegen die Wand gefahren“!

  6. die beim 5. Kommentar mir unterlaufenen Rechtschreibe- und Grammatik-Fehler sowie den falschen Anfangsbuchstaben beim Nicknamen Bitte ich zu entschuldigen!