Polizei fordert gemeinsames, koordiniertes Vorgehen gegen Diebesbanden

GdP: Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2008 bundesweit um fast 30 Prozent gestiegen

Berlin. Die Zahl der vollendeten und versuchten Wohnungseinbrüche in Deutschland hat 2012 nach Erhebungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im vierten Jahr in Folge deutlich zugenommen. Nach Auswertung der bisher veröffentlichten Kriminalstatistiken von 12 der 16 Bundesländer ergeben sich bundesweit etwa acht Prozent mehr Fälle als 2011, wo insgesamt 132.600 Wohnungseinbrüche registriert worden waren. Damit zeichnet sich in diesem Deliktbereich seit 2008 mit damals erfassten 108.300 Fällen ein Anstieg von annähernd 30 Prozent ab. Für Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen und das Saarland liegen die Zahlen für 2012 noch nicht vor.

Der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut appellierte angesichts des dramatischen Anstiegs der Einbruchszahlen an alle Länder, sich an einem bundesweiten Lagebild zu beteiligen. Der GdP-Chef: „Um den reisenden Diebesbanden polizeilich auf Augenhöhe zu begegnen, ist ein gemeinsames, koordiniertes Vorgehen dringend notwendig. Für den Schutz vor Gelegenheitseinbrechern helfen auch bessere Sicherungsmaßnahmen. Für effektivere polizeiliche Analysen bei die Kriminalitätsbekämpfung muss es zudem statt unterschiedlicher Datenerfassungen in den Ländern endlich bundesweit einheitliche Kriterien geben.“ Im Mai soll das Thema Wohnungseinbrüche auch Thema der Innenministerkonferenz (IMK) sein.

Die Zeitschrift DEUTSCHE POLIZEI berichtet in ihrer April-Ausgabe über eine bundesweit zunächst als Pilotprojekt angelegte Zusammenarbeit zur Abschreckung von Einbrechern in Wohn- und Gewerbeobjekten in Bremen. Dabei werden Türen, Fenster oder Wertgegenstände mit künstlicher DNA (KDNA) markiert. Ziel des 2009 gestarteten Projekts ist es, so der bei der Polizei Bremen verantwortliche Koordinator Jörg Reimann, die Anzahl der verübten Eigentumsdelikte in der Hansestadt messbar zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung deutlich zu erhöhen. Mittlerweile nutzten in Bremen rund 6.000 Haushalte, alle Schulen und einige gewerbliche Betriebe den Diebstahlschutz durch KDNA.

Die GdP fordert zudem bessere steuerliche Anreize zur Sicherung der eigenen vier Wände. Während Vermieter Investitionen in die Sicherheit ihrer Wohnungen bei der Steuererklärung absetzen könnten, blieben Eigenheimbesitzer weitgehend auf den mitunter hohen Materialkosten sitzen. Auch die Einführung eines Einbruchschutz-Förderprogramms mit zinslosen zweckgebundenen Darlehen sei durchaus vielversprechend.

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9 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. In Aachen wurde im März eine gemeinsame Kontrollstellen durch LaPo & BPOL im grenznahen Raum durchgeführt.
    Bisher war das tatsächliche Verhältnis zwischen den beiden Behörden eher als distanziert zu betrachten.
    Durch die eintägige Kontrolle wurden zahlreiche Straftaten und OWIs im grenzüberschreitenden Verkehr festgestellt.
    Diese gemeinsamen Kontrollen sollten häufiger durchgeführt werden. Sie dienen nicht nur zur Aufdeckung von Straftaten sondern stärkt auch das gemeinsame Miteinander.

  2. Hört sich ja alles super an mit dem gemeinsamen Vorgehen.

    Allerdings bleibt dann zu hoffen, dass die Bundespolizei genügend Personal findet um neben ihren eigenen Kernaufgaben (da wartet man doch sicher noch auf Antwort von oben, oder?) und im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten sowie Zuständigkeiten dieses alles zu leisten vermag.

    Also wäre es vielleicht sinnvoll erstmal zu prüfen, ob wir das Personal haben.

    Bekommt man das alles unter einen Hut?

  3. Es lebe die EU-Osterweiterung! Mit fliegenden 12-Sterne-auf-blauen-Grund-Fahnen in den Untergang!
    40% Bankenabgabe? Wann bei uns, Her Schäuble, Frau Merkel und Co.? Nur für Polizei ist kein Geld da.
    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Mal langsam drüber nachdenken, liebe Buschos!
    Liebe Gewerkschaften, wie soll ich mich demnächst verhalten, wenn die enteignete Masse der notleidenden und hungernden Bevölkerung die Supermärkte plündern wird?
    Glauben Sie nicht? Sie wissen doch aber, daß die Szenarien schon lange in den Schubladen des BMI liegen, nicht?!
    Antworten sind gefragt…

  4. @dyndre53

    Ich hoffe, das von Dir beschrieben Szenario nicht erleben zu müssen, obwohl ich auch glaube, dass es sich nur noch um einen gewissen Zeitraum handelt, bis das Kartenhaus zusammenbricht.

    Dann gnade uns Gott.

  5. Wen wundert das ? Keine Grenzkontrollen mehr, aber alle möglichen Staaten in die EU und in Schengen aufnehmen. Das war ja wohl die Einladung an alle Einbrecher schlechthin.
    Dann noch überall Personalabbau bei Bundespolizei und Länderpolizeien.
    Jetzt ist die Verwunderung groß !

  6. Kleiner Blick in die Zukunft:
    http://www.hartgeld.com/infos-europa.html

  7. Wie kann das sein? Laut Aussage der Politik, sollte es nach der „Abschaffung“ der Grenzkontrollen keinen Anstieg der Kriminalität geben.
    Wie erklärt sie das jetzt?

    Ich bin doch mal gespannt auf die Lösung!

  8. Unsere Hauptstadt, oder besser gesagt, der hochnäsige (lose) Verbund von Kleinstädten und Dörfern mitten in Brandenburg, war bisher an Inkonsequenz gegenüber ausländischen Einzelstraftätern Deutschland- und Europa-weit nicht zu übertreffen. Warum soll´s den dann bezüglich organisierten Banden anders sein.
    Als Bahnpolizist hab ich täglich mit Straftätern auch aus dem europäischen Ausland, vor allem aus dem baltischen Raum (Polen, Litauen, Estland usw.) zu tun. Dass die meisten Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und einfacher Körperverletzung in der Regel für den Papierkorb der Berliner Justiz geschrieben werden, ist allgemein bekannt. Auch anderswo werden Strafverfahren wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt.

    Aber bei erheblichen Straftaten, wie z.B. gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis hin zu Raubdelikten muss doch nicht mal überlegt werden, ob als Konsequenz diesen Straftätern die Freizügigkeit als EU-Bürger entzogen wird. Hier sind im FreizügG (EU) sowie internationalen Verträgen genug Handlungsgrundlagen vorhanden!
    Meist läuft es aber so, dass unsere „Pappenheimer“ mal wegen Eigentums- und/oder Betrugsdelikten „verknackt“, dann zur Festnahme ausgeschrieben und von uns dann kassiert werden. Nach ein paar Wochen täglich drei Mahlzeiten, kostenloser Unterkunft in „Zimmern“, die besser ausgestattet sind als manche Wohnung eines Rentners oder einer alleinerziehenden Mutter, begegnen wir diesen „Mitbürgern“, die uns angrinsen und da weiter machen, wo die aufgehört haben.

    Das in anderen europäischen Ländern das Äquivalent zum FreizügG (EU) konsequent gegen ausländische Straftäter angewandt wird, hab ich selber vor Jahren z.B. an der tschechischen Grenze erleben dürfen. Nach meinem Kenntnisstand hat sich auch bisher nichts daran geändert.

    Ein weiterer Punkt ist, dass nicht nur in der Bundespolizei ein Personalfehl „hoch gezüchtet“ wurde, sondern dies auch auf die Länderpolizeien übertragen werden muss. Ein gutes Beispiel hier ist die Berliner Polizei und die Personalkürzungen letzten Jahrzehnte in dieser Behörde.
    Um so trauriger ist, wenn dann die Kollegen aus den Grenzdienststellen quer durch die Republik an Dienststellen mit prioritärer Personalzuweisung abgeordnet werden, während ihre Nachbar zu Hause unter grenzüberschreitender Kriminalität leiden.

  9. Unsere Hauptstadt, oder besser gesagt, der hochnäsige (lose) Verbund von Kleinststädten und Dörfern mitten in Brandenburg, war bisher an Inkonsequenz gegenüber ausländischen Einzelstraftätern Deutschland- und Europa-weit nicht zu übertreffen. Warum soll´s den dann bezüglich organisierten Banden anders sein.
    Als Bahnpolizist hab ich täglich mit Straftätern auch aus dem europäischen Ausland, vor allem aus dem baltischen Raum (Polen, Litauen, Estland usw.) zu tun. Dass die meisten Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und einfacher Körperverletzung in der Regel für den Papierkorb der Berliner Justiz geschrieben werden, ist allgemein bekannt. Auch anderswo werden Strafverfahren wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt.

    Aber bei erheblichen Straftaten, wie z.B. gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis hin zu Raubdelikten muss doch nicht mal überlegt werden, ob als Konsequenz diesen Straftätern die Freizügigkeit als EU-Bürger entzogen wird. Hier sind im FreizügG (EU) sowie internationalen Verträgen genug Handlungsgrundlagen vorhanden!
    Meist läuft es aber so, dass unsere „Pappenheimer“ mal wegen Eigentums- und/oder Betrugsdelikten „verknackt“, dann zur Festnahme ausgeschrieben und von uns dann kassiert werden. Nach ein paar Wochen täglich drei Mahlzeiten, kostenloser Unterkunft in „Zimmern“, die besser ausgestattet sind als manche Wohnung eines Rentners oder einer alleinerziehenden Mutter, begegnen wir diesen „Mitbürgern“, die uns angrinsen und da weiter machen, wo die aufgehört haben.

    Das in anderen europäischen Ländern das Äquivalent zum FreizügG (EU) konsequent gegen ausländische Straftäter angewandt wird, hab ich selber vor Jahren z.B. an der tschechischen Grenze erleben dürfen. Nach meinem Kenntnisstand hat sich auch bisher nichts daran geändert.

    Ein weiterer Punkt ist, dass nicht nur in der Bundespolizei ein Personalfehl „hoch gezüchtet“ wurde, sondern dies auch auf die Länderpolizeien übertragen werden muss. Ein gutes Beispiel hier ist die Berliner Polizei und die Personalkürzungen letzten Jahrzehnte in dieser Behörde.
    Um so trauriger ist, wenn dann die Kollegen aus den Grenzdienststellen quer durch die Republik an Dienststellen mit prioritärer Personalzuweisung abgeordnet werden, während ihre Nachbar zu Hause unter grenzüberschreitender Kriminalität leiden.