WAZ: „Bundespolizisten warnen vor offenen Grenzen zu Rumänien und Bulgarien“

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei

Josef Scheuring im Interview mit der Tageszeitung WAZ:

Bundespolizisten warnen vor offenen Grenzen zu Rumänien und Bulgarien

Essen, 08.03.2013. Josef Scheuring von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält eine Ausdehnung des Schengen-Raums auf Rumänien und Bulgarien für verfrüht. „Das wäre vollkommen naiv“, sagt Scheuring im Interview.

Josef Scheuring ist Vorsitzender der Gruppe Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Bundespolizisten schützen die Grenzen und kontrollieren sie.

Sie haben vor dem Abbau der Grenzkontrollen zu Bulgarien und Rumänien gewarnt. Warum?

Josef Scheuring: Rumänien und Bulgarien müssten dann an ihren Grenzen Grenzschutzaufgaben für die ganze EU übernehmen. Aber sie sind überhaupt nicht in der Lage, die neuen Außengrenzen am Schwarzen Meer und Richtung Ukraine zu schützen. Das Rechtssystem funktioniert nicht. Wir haben dort eine hohe Korruption.

Wäre dies der einzige Schwachpunkt des Schengen-Raumes?

Scheuring: Nein. Die Außengrenzen sind schon jetzt nicht sehr belastbar. Zwischen Griechenland und der Türkei können wir nicht mehr vom Schutz der Außengrenze reden. Rumänien und Bulgarien zusätzlich aufzunehmen hieße zu riskieren, dass das ganze System der Außengrenzen zusammenbricht.

Mit welchen Folgen?

Scheuring: Nicht nur die illegale Migration würde zunehmen. Auch der Schutz vor einreisenden Terroristen ist wichtig und wird oft übersehen. Es wäre also vollkommen naiv, den Schengen-Raum auf Bulgarien und Rumänien auszudehnen.

Waren frühere Osterweiterungen ein Fehler?

Scheuring: Die Auswirkungen des Wegfalls der Grenzkontrollen 2008 in Osteuropa sind zumindest unterschätzt worden. Wir haben damals gewarnt, dass illegale Einwanderung, Kriminalität und die Zahl der Asylbewerber steigen werden. Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat gesagt, im Gegenteil, alles wird sicherer. Gerade im Ruhrgebiet spüren Sie doch die steigende Eigentumskriminalität. Das ist eine Folge der damaligen Ausdehnung des Schengenraumes. Man kann so etwas in der politischen Abwägung machen. Aber dann muss man die Menschen auf die Folgen vorbereiten und sie mit Maßnahmen schützen. Die Politik hat nichts dergleichen getan.

Wie geht es jetzt weiter?

Scheuring: Rumänien und Bulgarien brauchen noch einige Jahre Zeit.

(Quelle: WAZ, Dietmar Seher)

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Themenbereich: Luftsicherheit & grenzpolizeiliche Aufgaben | Drucken

3 Kommentare
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  1. Irgendwann wird RU und BG aber Schengenvollanwenderstaat. Und dann wird es interessant.

    Was ich nicht verstehe ist, dass unser BMI den derzeit noch bestehenden Status ín den Medien als Schutz vor Armutsflüchtlingen aus RU und BG vorschiebt… Hallo? Wenn die Leute ankommen und einen RU oder BG Pass oder Personalausweis vorlegen, können sie innerhalb der EU reisen wie sie wollen… Selbst ohne Personaldokumente.

    Entweder hat er keine Ahnung oder schlechte Berater. Aber er hat doch Jura studiert…

  2. Ein Land ohne Grenzen funktioniert nicht.Wir sehen es doch bei uns selber.Hört auf mit dem Stellenabbau an den Grenzen.Und wenn mal einen Monat nicht so viele Aufgriffe sind macht nicht gleich wieder alles dicht.

  3. wir haben schon damals alle gesagt……….wenn diese grenzen offen sind *dann ist land unter*
    dann brauchst du deine haustür nicht mehr abschließen.gg.
    und so ist es gekommen.die quoten der wohnungseinbrüche schießen in die höhe.straff organisierte gruppen die kommen und wieder verschwinden.ein fass ohne boden.

    wir persönlich sind auch davon betroffen gewesen.genau von rumänien-und bulgarenbanden.