Jetzt geht´s los… Gute Besserung mit dem Gesundheitsmanagement!

imageIm Februar 2012 wurde der Behördenleitung des Bundespolizeipräsidiums ein  Entwurf einer Rahmendienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement vorgelegt. Dieser wurde von einer Arbeitsgruppe im Bezirkspersonalrat unter der Leitung von Judith Hausknecht ausgearbeitet. Dieser Vorschlag füllt die Rahmenvereinbarung zwischen dem Bundesministerium des Inneren, dem Deutschen Beamtenbund und dem Deutschen Gewerkschaftsbund mit Leben. Bei den Befunden für die Bundespolizei wird deutlich: Es gibt Handlungsbedarf! Die Ergebnisse der „Klartext 2010″-Studie und die sich daraus ergebenden Empfehlungen sind inzwischen allen Akteuren bekannt. Doch wir richten den Blick nach vorn.

Bestandteil eines ernstzunehmenden Gesundheitsmanagements ist auch die systematische Berücksichtigung der Auswirkungen von Führungsverhalten auf die Gesundheit. Die vielen unterschiedlichen Begriffe, mit denen wir als Personalräte in den letzten Jahren immer häufiger zu tun haben – wie “Fehlzeiten”, “Krankheitsquote” oder “Gesundheitsrate” – sind Hinweise darauf, wie es um die Gesundheit unserer KollegInnen bestellt ist. Die hohen Krankenstände, der große Anteil langfristiger Krankheitsfälle, die vielfach starke Überlastung sowie Burnout-Gefährdung in der Bundespolizei verlangen nach dem Ausbau eines behördlichen Gesundheitsmanagements. Es ist endlich Zeit für Maßnahmen, die den Menschen in der Organisation gut tun. Was bisher nur Startschuss für die Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Polizeivollzugsdienst war, soll zukünftig nicht nur für den Dienstsport, sondern auch für sämtliche Maßnahmen gelten, die der Gesundheit aller Beschäftigten in der Bundespolizei dienen. Wenn es um Gesundheitsmaßnahmen geht, gilt es erst, sich zu vergegenwärtigen, was wir unter „Gesundheit“ verstehen. Nach anerkannter Definition der Weltgesundheitsorganisation ist es eben nicht nur Fehlen von Krankheit oder Gebrechen, sondern ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.In diesem Wirkungsgefüge nehmen die Arbeitsbedingungen einen herausragenden Platz ein. Deren sorgsame und zweckmäßige Gestaltung vermeidet Gefährdungen oder begrenzt  sie auf ein unvermeidliches Maß, ermöglicht eine menschengerechte, gesundheits- und leistungsförderliche Behördenkultur und ein gutes Behördenklima, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich mit ihrem Arbeitsplatz identifizieren und hochwertige Arbeitsleistungen erbringen.

Um diesen beruflichen Anforderungen gerecht werden zu können, braucht es Achtsamkeit, die Gewissheit der aufmerksamen Fürsorge und der besonderer Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit des dienstlichen Umfeldes.

Das Zustandekommen der heute unterschriebenen Dienstvereinbarung glich auch eher einem „Langstreckenlauf“ den einem „Sprint“

Festzustellen ist, dass es in der Bundespolizei bereits Dienststellen gibt, die sich der Thematik angenommen haben und erste Maßnahmen positiv umsetzen. Die dort errungenen Möglichkeiten werden durch die Rahmendienstvereinbarung keineswegs gehemmt, sondern ausdrücklich zur Fortführung gefördert. Die angestrebte Verbindlichkeit zur Umsetzung in der gesamten Organisation schließt keineswegs Freiräume aus. Ganz im Gegenteil! Den Behörden wird vielmehr die Möglichkeit „auferlegt“, ihren Bedarf im Gesundheitsmanagement adressatengerecht und individuell umzusetzen, da den Verantwortlichen auch die zugehörigen Befugnisse übertragen werden. Es soll also festgeschrieben werden, dass etwas zu tun ist und wie strukturiert zu verfahren ist, nicht jedoch, welche konkreten Einzelmaßnahmen an welchen Orten den Beschäftigten zu Gute kommen sollen.

Gesundheitsmanagement bietet schließlich einen bunten Strauß an Chancen, die auf die Gegebenheiten (z.B. Personal-, Aufgaben- und Infrastruktur) vor Ort reflektiert werden müssen. Es wäre auch abwegig, zu behaupten, die Bundespolizei würde noch keine Instrumente des Behördlichen Gesundheitsmanagements (BGM) anwenden – beispielhaft seien die Sucht- und Sozialberatung, das Eingliederungsmanagement und die Seelsorge genannt. Der salutogenetische Ansatz des BGM zielt allerdings auf eine bessere Verzahnung und Erweiterung der Angebote ab. Dynamische Wechselwirkungen, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit führen, sollen als Prozess verstanden werden, der mehr als nur den gesetzlich normierten Arbeits- und Gesundheitsschutz umfasst.

Da Haushaltsmittel bekanntlich knapp sind, ist absehbar, dass kurzfristig kaum Mittel für das Gesundheitsmanagement verfügbar sein werden. Kein Grund, es nicht trotzdem anzugehen.

Keine hohen Investitionen, aber den Einsatz von Dienst- und Freizeit erfordern Maßnahmen der Prävention. An der Suche nach einer inneren Balance, um sich gegen den „Alltagsstress“ zu wappnen, kann sich der Arbeitgeber/Dienstherr zum Beispiel durch ein Angebot an Gesundheits-/Präventionssport und Ernährungsberatung in der Arbeitszeit beteiligen. Denn er zieht den Nutzen, wenn Beschäftigte ausgeglichener und dadurch effektiver sind. Was für den einen lächerlich sein mag, ist für den anderen Ausgleich. Die einen rennen bis zur Erschöpfung, die anderen kombinieren Übungen für Geist und Körper. Doch was hilft mir persönlich, um dem Stress im Alltag zu entfliehen? Das Potential, bei der Selbstfindung zu helfen, haben wir mit vielen Trainerinnen und Trainern oder anderweitig Ausgebildeten in jeglichen Sport- und Entspannungsarten. Nutzen wir es und lassen wir uns durch diese Beschäftigten inspirieren oder anleiten!

Gesundheit ist subjektives Empfinden und jeder trägt zweifelsohne auch eine Selbstverantwortung. Der Dienstherr/Arbeitgeber ist allerdings sehr wohl in der Verantwortung, im Rahmen der Fürsorgeverpflichtung die durch den Dienst/die Arbeit herbeigeführten Belastungen auszuschließen, zu minimieren oder geeignete Maßnahmen zur Bewältigung bereitzustellen. Die Rahmendienstvereinbarung wird den Dienststellen die Bausteine und die Arbeitsstoffe zur Verfügung stellen – die Mauer gegen Krankheiten und Belastungen dürfen dann jedoch vor Ort gebaut werden.


 

Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Personalkörper der Bundespolizei überlastet. Die Folgen der Veränderung in der Altersstruktur sind weitere Ursachen dafür, dass das Thema Gesundheitsmanagement zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Eine professionelle Auseinandersetzung damit setzt eine Erhebung über die aktuelle Situation voraus. Dazu wurde im Januar/Februar  2013 eine Erhebung durchgeführt. Für die allgemeine Erhebung des IST-Zustandes von Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) in der Bundespolizei wurde der Fragebogen zur Selbsteinschätzung „Gesundes Mitarbeiter in gesunden Unternehmen“ des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung“ verwendet. Die Datenerhebung steht am Anfang des Verbes-serungsprozesses.
Die Organisationsbereiche, die bereits gesundheitsfördernde Strukturen geschaffen haben sind unterrepräsentiert. Bislang vier Bundespolizeidirektionen (Pirna, Stuttgart, Koblenz und Flughafen FF/Main) verfügen über veröffentlichte Leitlinien.
Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Initiative zur Förderung des Gesundheitsmanagements in der Bundesverwaltung vom 10. Dezember 2009 noch nicht in der Organisationsstruktur und -prozessen der Bundespolizei verbindlich aufgenommen und eingeführt wurde.
Mit dem Abschluss der Rahmenvereinbarung wurden die theoretischen Grundlagen geschaffen,  um die Überlastung abzubauen, die Gesundheit zu fördern und das Wohlbefinden  zu steigern.

Doch zur tatsächlichen „Guten Besserung“ für den Personalkörper bedarf es  nun gemeinsamer Anstrengungen.  Wir haben nur eine Etappe erreicht, aber noch kein Sieg errungen.image

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18 Kommentare
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  1. Da lach ich mich ja schlapp! Gerade die Direktion Pirna.
    Da wird man nach langer Krankheit, wegen massiver Lendenwirbelsäulenpropleme, zwangsweise in den Dienst versetzt. Dabei wurde mir aber nicht mal eine Eingliederung zu teil. Ich durfte gleich wieder volle Zeit Dienst tuen. Wenn auch im Innendienst. Das ging bis Dezember gut, dann konnte ich mich nicht mehr bücken.
    Trotz Attest vom AMD. Keine langen Fahrtzeiten zum Dienst( max45 Min.)Keine Schutzausrüstung. Da werden dann auch noch dienstrechtliche Konsequenzen angedroht, falls man dieser Weisung, seinen Dienst zum angeordneten Zeitpunkt anzutreten nicht nachkommt. Und zu guter letzt soll man auch noch „probeweise“ Streifendienst in einer 250 Kilometer entfernten Dienststelle tun. Dann muß ich wohl zum Dienst Übernachtungen einplanen und während der Schicht neben dem Auto herlaufen. Leider hat sich bei mir nun auch noch ein HWS Proplem ergeben. Meine Nerven passen nicht mehr so richtig durch die Wirbelkörper, werden also blockiert. Feine Sache, wenn man teilweise den Arm nicht mehr so richtig gebrauchen kann. Alles zum Wohle der Beamten!!!!

  2. Ja, das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“ ist richtig und wichtig!
    Es stimmt auch, dass die Direktion S über bereits veröffentlichte Leitlinien verfügt!
    Diese wurden allerdings in der Form des Diktats und nicht in Form einer Dienstvereinbarung eingeführt. (Obwohl dies vor längerer Zeit schonmal begonnen wurde.)
    Die örtlichen Personalvertretungen mussten teilweise ihren Platz in den Gesundheitsteams massiv einfordern, bis eine Beteiligung erfolgte.
    Weiterhin wird hierzulande auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement als Massnahme zur Gesundheitsförderung in einem Atemzug mit, man höre und staune, der „konsequenten Durchführung von PDU-Verfahren“ genannt.
    Hier geht es dann offenbar darum, mit diesen „Massnahmen“ die Krankenstatistik etwas aufzuhübschen… Wer dies in Abrede stellen möchte, sei herzlich eingeladen, sich einmal die regionale Ableitung der Strategie der Bundespolizei für seine Direktion zu Gemüte zu führen!

    Dass man es bei der Durchsetzung dieser Ziele (vor allem beim zweiten der genannten Elemente…) nicht immer so genau zu nehmen scheint mit der Beachtung der entsprechenden Vorschriften und Erlasse, auch dafür könnten Beispiele aus jüngster Zeit benannt werden!
    Fehler kann jeder machen – keine Frage! Wenn jedoch die Behörde selbst nach schriftlichem anwaltlichen Hinweis auf die Erlasslage an der Fehlinterpretation festhält und eine SMD-Begutachtung anleiert, bevor die zwingend vorgeschriebene Prüfung einer anderweitigen Verwendung als PVB vorgenommen wurde, dann liegt da offenbar schon einiges im Argen und es zeigt sich deutlich, dass die schöne neue BuPo-Welt, wie sie momentan auf allen Kanälen gefeiert wird, nicht zwangsläufig etwas mit der Realität zu tun haben muss!

  3. Ich habe das Gefühl, da wird wieder was von „OBEN“ angeordnet und wir dürfen es wieder ausbaden.

    Vielleicht sehe ich es auch nur zu schwarz, aber ich habe schon zuviel in dieser Firma kennen gelernt. Schon wieder eine „Rahmendienstvereinarung“ oder „Dienstvereinbarung“ mit wem wurde etwas vereinbart? Mit mir nicht!

    Warum wird nicht mehr mit den Mitarbeitern, Kollegen und Kolleginnen gesprochen? Was ist mit dem Leit (d) bild? Wurde auch von Oben diktiert und keiner hat es gelebt.

    Werden für das Gesundheitsmanagement jetzt wieder Kollegen aus den Arbeitsbereichen entfernt und in die Teppichetagen integriert und diese sagen den Wechselschichtdienstleistenden was sie für ihre Gesundheit tun sollen, damit sie für den Dienstherren noch länger ausgepresst werden können?

    Der Wille ist da, ich bin auch daran interessiert meinen Ruhestand Gesund zu geniessen und vor allem ihn dann auch irgendwann zu erreichen, aber ich möchte nicht, das alles nur auf mich abgewälzt wird. Das ich die Sportangebote immer nur in meiner Freizeit nutzen kann (muss), wie es zur Zeit in meiner Dienstelle nur möglich ist.

    Da gibt es viel zu tun, aber erwartet nicht, dass die Basis damit anfängt, das hat bei den anderen Geschichten auch nicht geklappt.

  4. Ein Sportangebot, ein Apfel und ein Glas Wasser machen den Beamen nicht gesund. Ändert mal eure „Verkaufsstrategie“… dann klappt es auch mit den Kolleginnen und Kollegen!

  5. Ändert einfach mal die Wochenarbeitszeit. Davon spricht niemand – zurück zur 38,5 Std. Woche. Freizeit ist das wichtigste Gut zum persänlichen Gleichgewicht.

  6. @bke: Du sprichst es aus!!

    Ich gehe noch einen Schritt weiter

    – Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 39 Std
    – Vernünftige Personaldecke, die eine Kinderlandverschickung überflüssig macht
    – Kurangbote für Schichtdienstleistende
    – ORGANISATIONSRUHE, verbunden damit, die Mitarbeiter an der Basis, welche die Zahlen für die Kuchendiagramme liefern, wieder mitzunehmen und zu schätzen.

    DAMIT wird man sehen, wie plötzlich die Krankenquote sinkt.
    Wenn ich von mir spreche, gesund leben, wie Gewichtsreduktion über 20 kg, gesunde Ernährung und Sport, von Hypertonie geheilt habe ich auch ohne Hilfe, Sanktionen und sonstige Maßnahmen des Dienstherren geschafft.

    In diesem Sinne

  7. Liebe Kolleginnen, Liebe Kollege
    unsere gewerkschafltiche Ziele die Wochenarbeitzeit zu verkürzen und die Erschwernisse des Polizeiberufes auszugleichen blieben bestehen. Doch diese Ziele vor Augen sollten wir die kleinen Schritte nicht versäumen. Eine Empfehlung aus der „Klartextstudie 2010“ ist Ausbau der Betriebsmedizin und des Gesundheitsmanagments. Ein weiterer Anlass war die Rahmenvereinbarung zwischen BMI und den Spitzenorganisationen. Auf Initiative des BPR wurde diese Vereinbarungen für die Bundespolizei weiterentwickwickelt. Aus den Erfahrungen mit Prozesse , wie zum „Leitbild“. Wir wollen eine Verbindlichkeit herstellen. Der BPR hat für diese Idee mit Veranstaltungen bei den GPR`s geworben.
    Wir sind angetreten die Überlastung abzubauen. Auch der Aufbau eines Gesundheitsmangement gehört dazu ohne die Ziele Personalaufstockung und Arbeitszeitverkürzung aufzugeben.
    Jörg Radek

  8. Es ist doch erst soweit zu den hohen Krankenständen und Burnout-Quoten gekommen weil die Kollegen die letzten Jahre physisch und psychisch überlastet wurden in Form von permanenten Sonderdiensten zusätzlich zum Schichtdienst, Druck durch Zahlen Daten Fakten und Anhebung der Arbeitzeit auf 41 Stunden die Woche.
    Jeder Beamte soll ständig mehr Wissen und mehr leisten. Das geht auf Dauer nicht so weiter. Irgendwann ist bei jedem mal ein Punkt angelangt wo es nicht mehr weiter geht, aber dann kommen die tollen „Manager“ und wollen noch mehr rausholen. Die Statistiken müssen noch nach oben gesteigert werden. Das erinnert langsam an ein Feudalherrensystem.
    Wenn dann auch noch Sport zB. 12 Minutenlauf angeordnet wird und somit weiterer Leistungsdruck entsteht braucht man sich auch nicht zu wundern. Alles muß immer genau angeordnet und überwacht werden und in Statistiken erhoben werden und nach oben weiter gemeldet werden. Da stimmt doch einfach was nicht mehr in unserem System. Die Menschlichkeit, Achsamkeit und Kollegialität bleiben auf der Strecke. Ausserdem müssten längst mehr junge Mitarbeiter eingestellt werden. Wir überaltern langsam aber sicher in der Bundespolizei.
    Wenn auch mal wieder Reserven geschaffen werden und man sich auch mal eine Pause gönnen kann, dann erledigt sich vielleicht auch einiges bezüglich der Gesundheit der Kollegen wieder von selbst.
    Liebe Vorgesetzte und Politiker; denkt doch einfach mal wieder mit normalem Menschenverstand über die Zukunft der Mitarbeiter der Bundespolizei nach !!!!

  9. Gut das dieses Thema in diesem Forum mal aufgegriffen wird. Das Gesundheitsmanagement ist der größte Blödsinn den es gibt.
    Man hat für nichts mehr Zeit. Überall fehlt Personal. Ich sage nur 1.Mai. Jetzt wird zusätzlich noch Personal ( Vorturner ) für das sogenannte Gesundheitsmanagement benötigt. Bin zur Zeiten der 38,5 Stunden Woche noch viel gelaufen ( 2 X Marathon u.s.w ) . Konnte im privaten Berich viel trainieren. Habe mich einfach fit gehalten. Die Zeiten sind leider vorbei. Jetzt soll ich mir von selbst ernannten Vorturnern zeigen lassen, was gut für mein Körper ist. Das Personal das für das Gesundheitsmanagement benötigt wird, könnte man an vielen anderen Stellen besser gebrauchen. Wenn ich das Wort Gesundheitsmanagement nur höre bekomme ich einen Blutdruck von 220. Das soll gesund sein ???.

  10. Nicht das ich den positiven Ansatz der „Politik der kleinen Schritte“ nicht zu schätzen wüsste.
    Aber solange die Bundespolizei weiter regelmäßig Kollegen „Ü50“ an Wochenenden in KSA steckt und sie, mangels deutlich jüngerer Kollegen, zu mehrstündigen Fußballeinsätzen schickt, Wechselschichtdienstleistende die gleiche Lebens- und Wochenarbeitsszeit leisten müssen wie Tagesdienstleistende, Vorsorgekuren verwehrt werden, örtliche Sportstätten gekündigt werden, um dann in 75km !! Entfernung neue anzumieten usw, usw. Solange kann ich nicht glauben, dass die Gesunderhaltung dem Dienstherrn wirklich am Herzen liegt. Sorry, aber das Ding wird ein Papiertiger bleiben oder bis zur Ankunft an der Basis wieder bis zur Unkenntlichkeit „veredelt“.

  11. hallo,

    -Stundenreduzierung,wie auch immer,nur keine 41 Std mehr…
    -Zuschuss zu Mitgliedsbeiträgen Fitnessstudios am Wohnort,kann man sich bei Firmen in der Wirtschaft mal ansehen
    -und ein gesunder Ausgleich für den Schichtdienst….besonders nach den 12 Std. Nachtdiensten am Wochenende….
    – und vernünftige Streifenwagen,alte Autos weg…Chef fährt einen super neuen BMW….ich glaube,der Wgen steht sich irgendwann kaputt oder der Dieselpartikelfilter setzt sich zu

    und und und

  12. Warum wurde gerade dies von der Studie aufgegriffen?
    Richtig, wer lesen kann ist klar im Vorteil!!!!
    Dieser Satze ist recht interessant!
    „Da Haushaltsmittel bekanntlich knapp sind, ist absehbar, dass kurzfristig kaum Mittel für das Gesundheitsmanagement verfügbar sein werden. Kein Grund, es nicht trotzdem anzugehen.“
    Dies wurde übernommen,weil es am wenigsten oder kaum Geld kostet! So kann jeder für sich beantspruchen das man ja schon teile dieser Studie schon angeht oder angegangen ist!
    Typisch BPOL,seit dem ich da bin, nichts halbes und nichts ganzes! Wie immer!!!!

  13. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen
    seit Abschluss der Rahmenvereinbarung „Gesundheitsmanagement“ zwischen BMI dem DGB und dem DBB im Jahre 2009 haben wir seitens des Bezirk Bundespolizei das Thema “ auf der Tagesordnung gehalten. Im März 2011 kritisierten wir, das die Bundespolizei im Gesundheitsförderungsbericht für die Bundesverwaltung unberücksichtigt blieb. Einen Monat später stellten wir die Ergebnisse der „Klartext 2010“ – Studie vor. In deren Massnahmenempfehlungen werden 22 Ideen vorgestellt mit denen die Überlastung der Beschäftigten in der Bundespolizei reduziert werden können. Personalaufstockung, Verjüngungsschub – aber auch Ausbau der Betriebsmedizin und des Gesundheitsmanangement oder Bürokratieabbau, Zuschläge für Ballungraum oder Kinderbetreuungsmögllichkeiten gehören u.a. zu den Vorschlägen.
    Bei jeder gebotenen Gelegenheit thematisierten wird, das Gesundheitsfürsorge Chefsache ist oder es mehr als nur um Rückenschule geht.
    Das Feld , das es zu bestellen gilt ist weit. Die Widerstände dagegen sind in einigen Bereichen sind groß. Sollen wir es deshalb seien lassen. Nein – wir müssen jene stellen denen das Wohlbefinden in ihrem Verantwortungsbereich nicht die oberste Priorität hat. Doch wer jetzt nicht will, bei dem kann eingefordert werden. Die Idee der Vereinbarung ist flächendeckend seitens des BPR in den Direktionen bei den GPR´s vorgestellt worden. Vielerorts wurde auf die Vereinbarungen gewartet. Andere hate schon begonnen. Eine Vereinbarung bleibt solange ein Stück Papier, so lange sie nicht gelebt wird.
    Auf der politischen Ebene werden wir die Arbeitszeitreduzierung immer wieder ansprechen. Demnächst bei der sogenannten „Demografiestrategie der Bundesregierung“. Wir kümmern uns auch um die Zuschüsse für die Fitnessstudions, wenn die „Vorturner“ hängen gelassen werden. Wir haben nicht in den letzten Jahren für dies Thema gerungen, um es vorschnell nach Churchill´s Motto „No Sports“ fallen zu lassen. Es geht um mehr als einen Apfel pro Tag. So wie wir in den letzten Jahren uns für die Gesundheitsfürsorge eingsetzen haben, werden wir uns auch weiter einsetzen. Nicht nur weil es in der Satzung steht oder für die Personalräte gesetzlicher Auftrag ist, sondern weil es um die Menschen geht.
    Jörg Radek

  14. @radek
    Hallo Jörg, ich habe mich oben schon geäußert, ich bin nun fast 50 und im Wechselschichtdienst, ich gehe gerne laufen (sofern der Rücken mit macht), ich habe nur ein Problem mit dem Namen Dienstvereinbarung, dieses Wort sollte als Unwort 2013 gewählt werden, da es immer böse Dinge nach sich zieht, die keiner haben will. (Mein Gefühl)

    Ich habe mit meiner Tochter, die in diesem Themenbereich studiert gesprochen, der Ansatz ist schon richtig nur fehlen wieder die wichtigsten Dinge.

    Der Verantwortliche wird bestimmt wieder aus eigenen Reihen den Job machen dürfen, also geht der auf Lehrgang (wofür andere doch glatt drei Jahre studieren) und fehlt an der Basis für den Wechselschichtdienst,

    Es fehlt Geld, wenn es dem Dienstherren gefallen würde, die Krankenstände zu senken, würde er ehrlich mit uns umgehen und die Bedingungen für die, die die Belastungen tragen verbessern.

    Ich würde gerne mal, wie der Tagdienst, während der Dienstzeit laufen gehen, ist leider nicht drin, das darf ich dann nach der Dienstzeit machen, in meiner Freizeit. Ok, Freizeitsport hat schon was. Wenn ich das aber auch ggf als Dienstzeit angerechnet haben möchte, muss ich einen zweiten finden, der genauso veranlagt ist wie ich.

    Ich weiss auch nicht wie lange ich mich noch motivieren kann um laufen zugehen.

    Dann, die anderen Geschichten mit der Essenumstellung, Wie soll ich regelmäßig essen, wenn ich im Wechselschichtdienst bin, ich würde gerne ein paar Kilos verlieren, leider bin ich in einem Alter wo der Stoffwechsel nicht mehr so funktioniert und dann dazu die Wechselschicht, eine hervorragende Mischung.

    Aber vielleicht möchte der Dienstherr ja auch einfach nur, das wir die Lebensarbeitszeit gut rumbringen und Gesund sind und dann nach der Pensionierung, nicht mehr lange machen, damit wir Geld sparen.

    Ich glaube nicht, das in dieser Firma viele für die Gesundheitsführsorge gewonnen werden können, ich danke euch trotz allen Widerständen der „Glorreichen“ Führung für eure Bemühungen hier Verbesserungen zu verwirklichen.

    Ich werde mir, wenn es angeboten wird in meiner Inspektion, anhören und mit meiner Tochter durchsprechen und für mich das beste umsetzen.

    Alles in der Hoffnung, der Dienstherr wird wach und kümmert sich endlich um seine Leute.

    Gruß

  15. Bedauerlicherweise beschäftigt man sich nicht mit den Ursachen des hohen Krankenstand sondern
    betreibt Flickschusterei bei den Folgen. Wie lange kennen wir schon die Fakten der Klartextstudie
    und der damit verbundenen Erkenntnisse. Wir wissen doch, woher viele der Leiden kommen. Hohe Belastung, Stellenabbau, 41-Stunden-Woche, Kein Ende der Reise-BuPol. Dazu eine miserable Stimmung aller Orten, Leistungsdruck, durch marktwirtschaftliche Lenkungselemente (bei uns so überflüssig wie eine Kakerlake auf der Kirschtorte).
    Sport als Ausgleich klappt vielleicht noch beim Tagesdienst. Beim Schichtler muss es dann genau am Fortblidungstag sein, egal wie man drauf ist, egal ob es stürmt oder schneit. Und 12-Minuten-Lauf, auch wieder nur Leistungsmessung.
    Das alles hat doch nichts mit Prävention zu tun.

    Und was ganz fehlt, ist die Anerkennung. Ab und zu mal ein dämliches Dankschreiben, oder das ganze Geschwafel von „…was wir für eine tolle Familie sind…blah, blah, blah….das meine ich damit nicht.

    Liebe GdP! Auch wenn es manch einer nicht wahrhaben will…. . Man gibt Euch wenn es nichts kostet und sonst auch nicht stört schon mal ein Trostpflaster in die Hand.

    Die wirklichen Probleme werden nicht angefasst.

  16. @radek
    Immer wieder schreibst Du, an was Ihr allem dran seit. Aber es muss sich doch mal etwas verbessern!!!! Nein, es wird immer schlechter für uns auf der Straße. Wie wollt Ihr denn dranbleiben wenn es immer neue Baustellen gibt, ohne dass erst mal eine fertig ist? Bis heute nur Versprechen.
    PS. Am gestrigen Tag wurde bei einer an der polnischen Grenze liegenden Inspektion bekannt gegeben, dass es wieder zu Kilometervorgaben kommt. Unterschrieben vom IL. Machbar ab sofort. Ist das nicht eine neue Baustelle für Euch??? Sind wir nicht eine tolle Polizei?

  17. @Micha…

    genau so ist es. Für eine physische Gesunderhaltung meines Körpers kann ich selbst dazu beitragen. Für den Rest… hast du bereits geschrieben!

  18. Ich bin am heutigen Tage erst auf dieses Forum gestoßen. Aber glaubt mir Kollegen, ihr sprecht mir aus der Seele. Nach eine Nervenzusammenbruch Mitte Dezember 2012 war es auch für mich vorbei mit Schichtdienst. Nach fast einem Jahr Krankschreibung wurde ein erstes BEM Gespräch geführt. Durch Vorlage von 3 Attesten, eines davon vom Amtsarzt persönlich,( kein Schichtdienst, kein Wochenenddienst, musste ich mir doch die Frage gefallen lassen, ob ich nicht Frühdienst und Spät dienst machen kann. Die Nachtdienste sollte ich doch individuell gestalten.
    Waren diese Herrschaften vorher mal in den Dienststellen, um sich mal an der Basis einen Überblick zu verschaffen, was Arbeitsbedingung sind, unter denn mal leiden muss.( kein Tageslicht, Neonlicht 24 Std lang, keimisch, muchtig, Lüftung die zum Himmel stinken usw.)
    Mittlerweile kann ich mir Vorstellen, dass die Presse interessiert ist an solchen Artikeln.
    Schöne Polizei sind wir im Einklang von Familie und Beruf….
    Schlaft schön weiter da oben