Wissenschaftlerin: Burn-out ist Sprengstoff für die tägliche Arbeit von Polizistinnen und Polizisten

AusgebranntPsychische Erkrankungen in Polizei nehmen offenbar stark zu

Berlin. Die zunehmende Zahl von Burn-out-Erkrankungen in Deutschland macht offenbar auch vor der Polizei keinen Halt. Wie Universitätsprofessorin Andrea Fischbach von der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster unter Berufung auf eine aktuelle Studie der Bundes-Psychotherapeutenkammer sagte, gibt es einen „ganz klaren Trend zu einem Anstieg der Burn-out-Zusatzdiagnose“. Als eine Ursache für diese beunruhigende Entwicklung nennt die Wissenschaftlerin in einem vorab veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift DEUTSCHE POLIZEI (Mai-Ausgabe) häufig erlebte Aggressivität, persönliche Verletzungen und Beschimpfungen bei der Arbeit. Risikofaktoren seien zudem Zeitdruck, Arbeitsdichte, sinnlose Tätigkeiten sowie mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten auf Arbeitsausführung und -ergebnis. Prof. Dr. Fischbach: „Das ist Sprengstoff für die Entwicklung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, was sich zu Angststörungen, Depressionen oder eben Burn-out entwickeln kann.“
Studien zufolge hat einer von zehn Polizeibeamtinnen und -beamten im Polizeivollzug ein starkes Risiko, an Burn-out zu erkranken. Dabei erhöhten langjährige Wach- und Wechselschichtdienste die Gefahr einer schweren Beeinträchtigung der seelischen Gesundheit. Fischbach regte ein „groß angelegtes Burn-out-Forschungsprojekt in den Polizeien in naher Zukunft“ an.

Ohne eine gesunde und leistungsfähige Polizei sei Sicherheitsdienstleistung nicht möglich, sagte die Professorin. Dabei spiele für die Polizei in der kommenden Dekade eine gesundheitsförderliche Führung die zentrale Herausforderung. Fischbach kritisierte: „Zum Beispiel bleibt für Themen wie Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement und das Hamburger Modell gerade mal eine Viertelstunde im Rahmen meiner Vorlesung. Hier sehe ich deutlichen Handlungsbedarf für eine stärkere Schwerpunktsetzung.“ Die Deutsche Hochschule der Polizei ist die zentrale Ausbildungsstätte angehender polizeilicher Führungskräfte.

Prof. Dr. Andrea Fischbach: "Burn-out ist aus der tabuzone herausgetren." Foto: DHPol

Prof. Dr. Andrea Fischbach: „Burn-out ist aus der tabuzone herausgetren.“ Foto: DHPol

Die Wissenschaftlerin warnte davor, das Sich-Ausgebrannt-Fühlen zu einer Modeerscheinung werden zu lassen. „Aber das Gute ist, es hat einen gesellschaftlichen Prozess gegeben, in dem Burn-out einfach aus der Tabuzone herausgetreten ist.“ Die Kehrseite der Medaille sei aber, „wenn plötzlich jedes persönliche Unwohlsein, allgemeine Unlust und Unzufriedenheit und mangelnde Arbeitsmotivation sofort mit Burn-out gleichgesetzt und quasi als Entschuldigung vorgeschoben wird.“ Ein Phänomen, von dem Fischbach zufolge ihr zunehmend genervte Kollegen, Vorgesetzte, Personalräte, Psychotherapeuten und Ärzte berichten.

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24 Kommentare
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  1. Zitat Prof. Dr. Andrea Fischbach: “Burn-out ist aus der tabuzone herausgetren.”

    Wie hoch ist die Akzeptanz in Wirklichkeit?
    Wie werden diese Kolleginnen und Kollegen tatsächlich angesehen und behandelt?
    Wer macht sich über diese Personengruppe lustig?

  2. Wir (Schichtdienstleistende an der Basis) brauchen kein Burnout-Forschungsprogramm, wir brauchen eine deutliche Reduzierung der Arbeitszeit, ein abgesenktes Pensionsalter ohne jegliche Abzüge und eine eine deutliche Anhebung der Zulagen DUZ und der Wechselschichtzulage.
    Auf den Rest (Forschungsgruppen, hochgeistige Ratschläge und Empfehlungen von Leuten, die gar nicht im Schichtdienst sind, u.s.w.) können wir meiner Meinung nach dankend verzichten.

  3. Dann gibts eben noch einen Sporttag mehr und fertig. Denn nur Sport hilft bei Seelenschmerz …

  4. Wieder eine „Spezialistin“, die sich über das burn-out-Problem bei der Bundespolizei bzw Polizei äußert. Da gab es doch schon zig andere Experten vorher, die ähnlich über das Phänomen berichtet haben. Die Klartext-Studie hat doch auch ergeben, dass es eine extreme Mehrbelastung bei der Bundespolizei gibt und daraus burn-out-Fälle sich ergeben. Unsere Führung sollte doch einfach mal die Vorschläge, die im Anschluss an die Klartextstudie von dem Prof. herausgegeben wurden, umsetzen. Es würde ja in meinen Augen schon reichen, wenn man nur 50 % davor umsetzt. Aber anstatt dessen werden jetzt nach der Evaluierung der letzten Reform wieder nur Thesen wie z.b. die Aufgabe des dienstlichen Wohnsitzes herausgegeben. Und solche Sachen tragen doch nur dazu bei, dass viele Kollegen immer mehr sich von ihrem Beruf entfernen und in Situationen kommen, wo burn-out nicht weit weg ist.

    Wenn ich gerade jetzt die anstehenden Beförderungen in unserer Inspektion sehe, dann kann man es dem einen oder anderen bzw der einen oder anderen Kollegen(in) nicht für übel nehmen, wenn sie nicht mehr können oder wollen.

    Man sollte sich wirklich wie Norbert oben beschrieben hat, Gedanken machen, ob man für die Schichtdienstleistenden nicht doch die Regelarbeitszeit verkürzt, das Pensionsalter herabsetzt bzw die geleisteten Schichtdienstjahre irgendwie auf die Pension anrechnet oder die Attraktivität für den Schichtdienst dahingehend erhöht, dass man die Zulagen wie DuZ oder die Schichtzulage erhöht. Dann könnten man die einen oder anderen „Unannehmlichkeiten“, die mit der Reform kamen, etwas in den Hintergrund setzen.

  5. @ Norbert

    Ich glaube finanzielle Anreize (höheres DUZ o.ä.) bringen nicht wirklich viel. Man wird nicht krank, weil man zu wenig DUZ bekommt, sondern weil man im Schichtdienst keine Ruhe bzw. Bioryhtmus findet. Daran muss sich etwas ändern.

    Deswegen für einen 24/7 Betrieb nicht mit 5 DG rechnen sondern 6. Dann kann man auch besser tauschen.
    Schichtdienst auf das Pensionsalter anrechnen klingt auch gut.

  6. Wenn man Burn-Out mal übersetzt, dann heißt das ausgebrannt. Wenn jemand ausgebrannt ist, setzt das voraus, dass er gebrannt hat. Es gibt Menschen, die „brennen“. Ich meine ein positives Brennen. Die arbeiten hart und viel. Einerseits „saugen“ die sich viel Arbeit an, anderseits lagern Kollegen und Vorgesetzte auch viel Arbeit bei diesen Kollegen ab. Hier ist jeder gefragt, ob er diese Kollegen nicht unterstützt; durch Abnehmen von Arbeit, wenn die es zulassen, oder durch zuarbeiten oder zumindest dadurch dass man die eigene Arbeit nicht auf diese Kollegen abwälzt.
    Wenn ein solcher Kollege mal seine Funktion wechselt und eine „Trantüte“ übernimmt, dann weiß man, was man gehabt hat. Hier sollten wir alle fair sein.
    Übrigens ein Phänomen, was weniger den Streifendienst betrifft, als die administrative Arbeit.

    Ich habe das Gefühl, das Burn-Out als Grund vorzuschieben versucht wird, weil man Schichtdienst tut, unzufrieden, perspektivlos ist, weil die Reform einem selber Nachteile gebracht hat.

    Mal drüber nachdenken, es kann nur ausgebrannt sein, wer gebrannt hat!

    Die Klartext-Studie hat doch die Probleme offenbart.
    Da beschweren sich Mitarbeiter, dass Polizei Schichtarbeit ist und am Wochenenden… Geht’s noch?

  7. es soll ja auch der eine oder andere „törtchenmaler“ in unserer behörde an burn-out erkrankt sein.
    zur bekämpfung des burn-out -phänomens könnte die notwendigkeit mancher „bestellter törtchen“ beim „auftraggeber“ hinterfragt werden. insbesonders im lichte fehlender personalressourcen.
    wird der personalknappheit in der bundespolizei ein erfolgversprechendes, langfristig tragendes konzept der personalgewinnung entgegengestellt, gehen auch die burn-out-raten zurück. das kostet natürlich geld. ist der gesetzgeber zu solchen investitionen nicht bereit, geht die wurstelei auf kosten der beschäftigten weiter.
    alternativ könnten auch die aufgaben der bundespolizei reduziert werden. ob ein solches szenario allerdings kostenneutral wäre, darf auch angezweifelt werden.

  8. Die Klartext-Studie hat doch die Probleme offenbart.
    aeM 27. April 2013

    …nicht nur die! Vor allem die vom BMI in Auftrag gegebene Beerlage Studie stellte (zu Vorreformzeiten, wohlgemorken!) einen Prozentsatz von 25,…% Burnout – Ge f ä h r d e t e n in der Bundespolizei fest. Bevor man sich nun am Prozentsatz von 25, oder vielleicht doch nur 20 oder 22% festbeisst: wesentlich wichtiger war die Aussage, dass diese Quote bei den vergleichbaren Länderpolizeien bei weniger als der Hälfte lag! (Allerdings auch, bevor dort die Reformitis losging…) Das sollte eventuell Anhaltspunkte dafür bieten, dass bei uns was nicht stimmen kann, oder?

    Selbstverständlich gibt es die „Trittbrettfahrer“ oder „Durchgerosteten“, was uns aber nicht generell dazu verleiten sollte, das Problem kleinreden zu wollen. Wer sich näher mit der Materie befassen möchte, dem sei folgender Beitrag eines ausgewiesenen Fachmannes empfohlen:

    http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/burnout.html

    Es gilt also zu trennen. Wer wirklich betroffen ist, dem hilft der Appell zum Zusammenreissen nicht. (Das ist ungefähr dasselbe, wie wenn ich meinem Hund befehlen würde : „Hör auf zu stinken!“)
    Ein Bekannter, seines Zeichens Pfleger in der Psychiatrie, erjlärte es mir gegenüber mal so:

    Burnout ist, wenn du mit immer mehr Aufwand immer weniger gebacken bekommst

  9. Super Thema…nur wird man von oben her nur als Spinner und als faul angesehen!
    Anfängen könnte man vielleicht mal mit den gesundheitsgefährdenden Dienstplänen!
    ….Gesundheit kann man nicht mit Geld oder kleinen Zulagen erhalten!

  10. @ kowallsky 27. April 2013

    Was du schreibst ist richtig aber kein Burn-Out sondern ein Problem falscher Personalwirtschaft – einfach gesagt: es ist viel viel viel viel zu wenig Personal dar. Das zweite Problem ist, dass man Polizei nach wirtschaftlichen Grundsätzen lenken und auswerten will. Das geht nicht weil schon alleine das Produkt „Sicherheit“ nicht wirklich messbar ist. Und was du zu den Zitat: “törtchenmaler” sagst, da verweise ich auf meinen Beitrag: wenn dort einer Burn-Out haben sollte, dann muss er vorher gebrannt haben. Die “törtchenmaler”, die ich kenne, haben niemals gebrannt. Die haben also auch kein Burn-Out sondern etwas anderes, keine Lust, Unzufriedenheit, private Sorgen, etc.

    @ Gerhard Medgenberg, KG Weil 27. April 2013

    Die Bundespolizei hat einige Probleme, die angegangen werden müssen. Aber Schichtdienstbelastung ist nicht Burn-Out. Ich denke eher, dass wir 20% Schichtdienstbelstungskranke haben, eine Handvoll die auf Grund der Reform und Unzufriedenheit resigniert haben und dass überall zu wenig Personal vor Ort ist.

    @ KSB Norden 27. April 2013

    Da steckt nämlich die Wurzel: in der Schichtdienstbelastung.
    Hier muss man „anpacken“.
    – bedarfsorientiertes Schichtmodel
    (was aber nicht heißt, dass mehr Wochenende frei ist; Kerngeschäft ist nun mal Freitag und Samstags Nachts)
    – Anrechnung der Schichtdienste auf Pensionseintritt / Aufrechnung wer keinen Schichtdienst gemacht hat
    (so dass z.b. der KSB, der seit er 20 Jahre alt war Schichtdienst gemacht hat mit 55 geht und der, der mit mitte Zwanzig in die Teppichetage gegangen ist bis 65 arbeitet)
    – Einrichten von Ruheräumen für Nachtdienste. Bewusste Ruhepause einplanen.
    – flexiblere Dienstzeiten
    (z.b. früher Frühdienst ab 5:30, mittlerer Frühdienst ab 07:00, später Frühdienst ab 09.00; Nachtdienste ab 20:00, 22:00 Uhr)

    Mehr Personal regional einstellen.

    Und die Burn-Out-Rate sinkt

  11. Norbert hat natürlich vollkommen Recht! Diese Maßnahmen würden aber GELD KOSTEN! Unsd dieses Geld schmeißt derjenige, der die ganze Reformmisere zu verantworten hat, lieber Banken und Pleitestaaten hinterher!

    Und was wir den politischen „Eliten“ tatsächlich wert sind, zeigt doch anschaulich das Hickhack bei diesem Thema:

    http://www.gdpbundespolizei.de/2013/04/weitere-gesprache-uber-anderung-bei-zulagen-und-zusatzurlaub-fur-schicht-und-einsatzdienst/

    Was soll da eigentlich noch besprochen werden? Das steht schon JAHRE LANG auf der „Agenda“! Das ist meiner Meinung nach nur eine Hinhaltetaktik, um alles hinauszuzögern, um Geld zu sparen, das man dann Steuerhinterzieherländern hinterherschmeißen kann, wobei diese Milliarden“hlifspakete“ komischerweise ruck zuck durchgepeitscht werden!

  12. @ Präsidianer

    Zum allgemeinen Wohlbefinden des Beamten gehört selbstverständlich auch ein dementsprechender Verdienst und vor Allem eine zufriedene Familie.
    Es reicht den Ehefrauen bereits völlig aus, wenn ihre Männer zur Nachtzeit oder am Samstag / Sonntag nicht zu Hause sind. Als Ausgleich dafür gibt es dann ja üppige Zulagen (DUZ). Die lächerliche Höhe der Stundensätze ist uns ja allen bekannt und meiner Meinung nach nur noch ein Hohn.
    Für die Ehefrauen der Schichtdienstleistenden gilt somit überwiegend:
    „Am Tag kein Geld, Nachts keinen Mann“.
    Und daher gehören meiner Meinung nach (entgegen der Meinung Präsidianer) als Ausgleich für diese Belastung die Schichtzulagen und DUZ ganz erheblich angehoben.

    Letztendlich möchte ich noch anmerken, dass ich genügend Bekannte habe, die in einem großen Automobilwerk arbeiten.
    Dort wird 35 Stunden gearbeitet, sehr gutes Geld verdient, es gibt zudem Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Erfolgsbeteiligungen. Dort wird auch der Schichtarbeiter nach 25 Jahren Schichtdienst aus dem Schichtdienst genommen und in Tagesarbeit beschäftigt. Seine Schichtzulagen bekommt er dann aber im Rahmen der Besitzstandswahrung weiterhin bezahlt.
    Komischerweise leidet keiner meiner Bekannten an Burnout. Im Gegenteil, alle identifzieren sich mit ihrem Arbeitgeber und gehen mit Freude zur Arbeit.
    An was das wohl liegt?
    Vielleicht sollte mal jemand bei unserer Firma darüber nachdenken?

  13. Wir hatten Beerlage, Klartext und jetzt Fischbach.
    Alle haben wissenschaftlich fundierte Realitäten über die Bundespolizei festgestellt.
    Teilweise wurden sogar Handlungsempfehlungen gegeben.

    Was ist passiert???
    NIX !!!!!

    Welcher Wissenschaftler bemüht sich denn als nächstes?
    Stephen Hawkins? ( ja ich weis, es ist ein Naturwissenschaftler )

    Klartext mit Bundespressekonferenz hat stark angefangen und noch stärker nachgelassen.
    Was ist Beerlage??

    Leute, so langsam kommt in mir die Wut hoch und mein Hemdkragen gelangt an seine Kapazitätsgrenze.
    Ich als einfaches Mitglied kann nicht viel ausrichten. Ihr Funktionäre seit geschützt und könnt es.
    Lasst es uns gemeinsam angehen !

    Gruß
    Michael

  14. @aeM

    Du fällst mir nicht zum ersten Mal als Hobby-Psychotherapeut mit Deiner ganz im Sinne des Dienstherren vorgertragenen Darstellung von Burn-Out und anderen berufstypischen Krankheiten.
    Burn-Out ist NUR EINE URSACHE für die mittlerweile unerträgliche Belastung in unserer Organisation. Viele andere haben das hier schon seit Jahren hier geschildert. Es ist für jeden Schichtdienstleistenden ein Schlag ins Gesicht
    wenn man diesen —

    „Ich habe das Gefühl, das Burn-Out als Grund vorzuschieben versucht wird, weil man Schichtdienst tut, unzufrieden, perspektivlos ist, weil die Reform einem selber Nachteile gebracht hat“

    —Satz liest.

    Und auch in den Abteilungen gehen doch die Leute am Stock. Ich meine nicht die Hundertschaftsführer oder die Zugführer, die nur alle paar Wochen mal unterwegs sind. Nein ab Gruppenführer abwärts.

    Und ja, die sozialen Kontakte funktionieren nun mal am Wochenende. Da ich denke, dass Du als Zugführer arbeitest, und dir den Monat mit Deinen Kollegen aufteilst, kein Problem.

  15. Ich glaube im Präsidium oder einer Direktion ist das burn-out nicht so oft als bei Beamten die als KSB oder PVB ihren Dienst an der Basis verrichten!

    Warum?

    Diese „schichtdienstleistenden“ Beamten werden immer weniger bei immer mehr Aufgaben und Zusatzdiensten welche sie leisten müssen! Und wenn zu diesen „Zwangs- bzw. Pflichtsonderdiensten“ noch unbedingt Fortbildungstage vorgeschrieben werden, welche die Freischichten auf ein Minimum reduzieren, dann ……!

    Eine Symbiose zwischen Dienst und Familien- bzw. Privatleben gibt es kaum noch!

    Aber was schreibe ich nur – dies ist schon jahrelang bekannt und es werden keinerlei Maßnahmen auf Verbesserung dieser Situation getätigt!

    Ach ja, doch! BEM – das große Zauberwort, welches noch mehr Druck auf die Beamten ausübt!

    frustl

  16. In unserer Gesellschaft muss es immer schneller, höher und weiter gehen.

    Im Sport geschieht dies durch Einnahme von Doping. Bei zuviel Doping zerfällt der Körper.

    Im Berufsleben geschieht dies durch Auferlegen von „Mehrarbeit“ . Dies geschieht durch Vorgesetzte und diese verteilen es auf leistungsstarke PVB, weil das Personal fehlt.
    Unsere Organisation möchte in der Rangliste aller Polizeien immer an erster Stelle stehen. Hier wir immer wieder das Rad neu erfunden. Da werden dann Arbeitskreise gebildet ( wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bilde ich einen Arbeitskreis ) und damit dies dann genügent „Futter“ bekommen, wird die Basis noch mehr genötigt, irgendwelche Statistiken u.s.w. mal so nebenbei zu führen. Dann kommt das eine und andere lagebedingt hinzu und der schleichende Prozeß geht los. Man will ja nicht als Versager da stehen und als Taugenix, denn die Beurteilung steht im Raum und und und.
    Letztendlich streikt der Körper bis hin zum Burnout und ggf Herzinfakt.

    Unsere Organisation muss jetzt endlich was dagegen tun, denn mit dem wenigen gesunden Personal ist es dann auch bald vorbei.

  17. hallo,

    sage ja,viel aktionismus und dann verschwindet alles wieder irgendwo….generell das syndrom bei der bundespolizei

    -woche stdzahl senken
    -anrechnung schichtdienst auf lebensalter
    -flexibler schichtdienst ab einem gewissen alter
    -zulage monatsbeitrag für ein fitnessstudio vor ort(zu Hause)
    -regeldienst regeldienst sein lassen und nicht als fußballtruppe ummodeln(50-jährigen truppe)
    -jüngere müssen nachrücken
    -beförderungen sind eh gleich null

    gruß an alle

    ein 51-jähriger pom aus dem bahnpolizeilichen bereich auf einer schwerpunktdienststelle

  18. @ norbert
    Im ersten Teil Deines Textes gebe ich Dir Recht.

    Zum Blick auf die freie Wirtschaft kann ich nur sagen, dass genau dieses Unternehmen ohne zu zögern auf Kurzarbeit umstellt und Leute innerhalb von 4 Wochen entlässt, wenn es die finanzielle Lage erfordert.
    Natürlich wird dort mit den Mitarbeitern sorgsamer umgegangen, da diese ja mit jedem Handschlag messbaren Umsatz generieren! Was messbares produzieren wir denn?
    Leider nichts was ein Politiker gut „verkaufen“ kann, um wieder gewählt zu werden. Da ist die Rettung von 500 Arbeitsplätzen schon deutlich greifbarer.

    Wie die Geschichte bewiesen hat, müssen leider erst (sehr schlimme) Ereignisse passieren, damit sich etwas tut. Ich erinnere nur an Startbahn West, Rostock Lichtenhagen, Terrorpakete usw.

  19. Es können hier noch 100 Wissenschaftler, Doktoren und Professoren eine Studie über die BPol aufstellen, unsere hohe Führung wird es trotzdem immer wieder besser wissen und alle Feststellungen einfach aussitzen, bzw. ignorieren!!!

    Und in einem hat *Präsidianer* leider absolut recht:
    „….müssen leider erst (sehr schlimme) Ereignisse passieren, damit sich etwas tut“

    Vorher passiert hier gar nichts, schlimm aber wahr…

  20. @keycount
    „regeldienst regeldienst sein lassen und nicht als fußballtruppe ummodeln(50-jährigen truppe)“

    Diesen Einwand kann ich nur unterstützen. Nach 12-13 Stunden im Turtle fühle ich mich am nächsten Tag wie gerädert.

  21. Ich möchte am Rande kurz den Hinweis geben, dass „Burn-Out“ nicht immer so wörtlich genommen werden sollte und man per se „ausgebrannt“ sein müsse oder ansonsten ja nur ein Simulant wäre.

    Zum einen kann man Burn-Out durchaus als Sammelbegriff verschiedener psychosomatischer Erkrankungen / Misstände verwenden, dessen Symptome sich bei jedem anders gestalten können und meistens auch tun.
    Heißt, der eine klappt eben plötzlich um weil die Batterie leer ist, ein anderer zieht sich schleichend in sich selbst zurück und kann daran selbständig auch gar nichts ändern, und wieder ein anderer wird sogar noch lebhafter, jedoch in ungesundem Maße, nämlich ausgedrückt durch zunehmende Aggression, (Selbst-)Zerstörungstrieb (v.a. im karrieretechnischen Sinne) und Gereiztheit.

    Zum anderen sind die Grenzen zu anderen Bereichen schwimmend und bisweilen kann man die zugrunde liegende Krankheit auch anders nennen, nämlich Depression.
    Und auch diese hat nicht nur unterschiedliche Schweregrade, klar, sondern äußert sich wiederum bei jedem etwas anders.
    Es gibt im Internet ja genügend Kurztests, die man machen kann um sich selbst ein Bild davon zu machen, ob man ggf. in den Bereich einer Depression gekommen ist (aber wohlgemerkt sind das eher oberflächliche Kurztests, die ersetzen niemals den Gang zum Spezialisten! Sie sind einfach mal ein grober Gradmesser ob man sich langsam Sorgen machen sollte.).

    Ich habe das alles hier erzählt damit man sich nicht ständig um die Frage streitet, ob überhaupt von Burn-Out gesprochen werden darf in diesem oder jenen Fall, denn das kann nur ein Spezialist beurteilen, nicht der Kollege weil er irgendwo gelesen hat wie Burn-Out „definiert“ werde.
    Scheint eine typische Berufskrankheit zu sein, erst mal eine gedankliche Checkliste hernehmen und alle Symptome bzw. Umstände prüfen, und wenn am Ende nicht genügend Punkte zustande kommen dann kann der in Frage stehende Kollege ja gar nicht Burn-Out haben und folglich nur simulieren…..
    Gefährlich, Leute, falls ihr so denkt!

    Zerbrecht euch also nicht den Kopf über andere, ob sie denn überhaupt ein Burn-Out haben können nach dieser oder jenen Definition, bzw. macht euch im umgekehrten Falle Gedanken (oder ggf. einen Test) ob ihr nicht selbst betroffen sein könntet, vielleicht ja von einer waschechten Depression, vergesst nicht dass Depression oder Burn-Out oft den gleichen Nenner haben und die Grenzen oft /meist schwimmend sind und fragt euch zuguterletzt lieber wie es überhaupt soweit kommt, dass jemand am Ende in der Depression / Burn-Out landet.
    Und wie man wieder daraus herauskommt oder jemanden dabei unterstützen kann, der solche Symptome zeigt.
    Alles andere führt zu nichts.

    Gruß

  22. @aeM v. 28.03.2013

    ich danke dir, daß du in deinem ungewöhnlichen „3-adressaten-posting“ die ausführungen der beteiligten ergänzt und ihnen im ergebnis zugestimmt hast. Daher schließe ich, erneut, mit deinen worten:

    „Mehr Personal regional einstellen. Und die Burn-Out-Rate sinkt“

    beste grüsse

    kowallsky

  23. Nr. 14
    ALT-POK 28. April 2013

    Unbestritten liegt die größte Einsatzbelastung bei der BP bei den PVB mD.
    Es fehlt grob geschätzt pro Hundertschaft ein E.Zug (also gut 1.000 junge PVB mD)

    Auch wenn ZF und Führungsgruppen in der Einsatzbelastung nicht so hoch stehen, heißt das nicht, dass dort die Arbeitsbelastung gering ist.
    Ich denke, dass dein Vorwurf ungerecht ist und der Arbeit in den Bereichen nicht gerecht wird.

  24. Nehmen wir dieses „Krankheitsbild“ doch einfach mal ernst.
    Alle die hier gepostet haben, kennen mindestens 1 -2 Kollegen auf die die ersten Anzeichen zu treffen. Sorgt bitte dafür, dass diese auch zum Arzt gehen und isch krank schreiben lassen.

    Nutzen wir dieses „Krankheitsbild“ doch einfach mal richtig und lassen uns deswegen krankschreiben.
    Keine Studie ist so gut, als wenn Montag plötzlich ca. 5000 Kollegen mit diesen Anzeichen krank sind! So bewegt man die Politik.