Ziel verfehlt, Umgang unwürdig!

Berlin/Hilden. Wenn der Bundesminister des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich, heute dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages den Bericht zur Evaluierung der Neuorganisation der Bundespolizei vorstellt, steht fest, dass das Ziel, die Bundespolizei im operativen Bereich zu stärken, vollkommen verfehlt wurde.

Es ist keine personelle Verstärkung feststellbar – im Gegenteil: Allein seit 2008 wurden mehr als 1.000 Stellen abgebaut. Die Bundespolizei, der man in dieser Zeit auch noch eine Reihe neuer Aufgaben zugeordnet hat, ist seit 2008 und damit seit Beginn der Neuorganisation eindeutig personell geschwächt worden.

Gleichzeitig wurden sowohl im Entscheidungsprozess zur Neuorganisation, als auch bei der Evaluierung der Ergebnisse die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei, die Personalvertretungen und die Gewerkschaft der Polizei aus den notwendigen Beteiligungen ausgeschlossen. Die Beschäftigten mussten bereits die politische Entscheidung zur Neuorganisation und die damit verbundenen Ziele aus der Zeitung erfahren. Auch die Führung der Bundespolizei war in diesen Prozess nicht eingebunden.

Dieses Verhalten hat sich jetzt auch bei der Evaluierung fortgesetzt: Die Beschäftigten der Bundespolizei hatten zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, sich in den Prozess einzubringen. Die Gewerkschaft der Polizei wurde nicht beteiligt und die Ergebnisse wurden dann als Verschlusssache behandelt, so dass eine offene Befassung mit diesen Ergebnissen nicht möglich war. 

Die Stellungnahme des Bundespolizeihauptpersonalrates wurde im Bericht des Bundesinnenministers an den Innenausschuss des Deutschen Bundestages vollkommen falsch dargestellt. Gleichzeitig wurde mit dem Bericht zur Evaluierung der Neuorganisation eine weitere massive Verschlechterung der Arbeitsrahmenbedingungen der Beschäftigten vorgeschlagen. So soll die Dienstsitzfestlegung an den Revieren der Bundespolizei aufgehoben werden, um die Beschäftigten der Bundespolizei ständig und häufig über mehrere hundert Kilometer Distanz einsetzen zu können. Die dazu notwendigen Fahrtwege und Fahrtzeiten müssten dann ohne jeden dienstlichen Ausgleich von den Beschäftigten geleistet und verkraftet werden. Die Personalvertretungen der Bundespolizei und die Gewerkschaft der Polizei lehnen dieses vollkommen inakzeptable Verfahren ab. Auch der Bundespolizeihauptpersonalrat hat in seiner Stellungnahme eindeutig dagegen Position bezogen. Dies wird dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages in der Stellungnahme des Bundesinnenministers jedoch vorenthalten.

Insgesamt stellt das Verfahren einen unwürdigen, undemokratischen Prozess im Umgang mit den Interessen der Beschäftigten der Bundespolizei dar. „Eine Polizei, die in oft schwierigen Rahmenbedingungen umfassend rechtsstaatlich und vorbildlich demokratisch nach außen zu handeln hat, darf nicht undemokratisch nach innen behandelt werden. Dieses Verhalten haben die Beschäftigten der Bundespolizei nicht verdient“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei.

pdf Artikel zum Download

Share

Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand, Finanzielles & Laufbahn | Drucken

20 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Bravo!

    Spät, aber nicht zu spät kommt diese sicherlich von vielen sehnlich erwartete deutliche Positionierung des Bezirks!

    Hoffen wir, dass es in irgendeienr Weise etwas nützt, denn nach der Lesart des BMI ist der Käs´ ja ohnhin gegessen, weswegen die Behandlung im Innenausschuss am heutigen Tage denn auch an der letzten Stelle in der Tagesordnung . gewissermassen unter „ferner liefen…“, vorgesehen ist. (Als „Information durch den Bundesinnenminister)

    Gestern wurde mir allerdings bekannt, dass durch die SPD-Fraktion wohl beabsichtigt ist, durchaus noch die eine oder andere kritische Frage diesbezüglich an den BMI zu richten…

    Ich persönlich hoffe, dass es nicht dabei bleibt, denn, wie Jupp es bereits auf den Punkt gebracht hat, diesen Umgang haben die Beschäftigten der Bundespolizei nicht verdient! (Fragt sich allerdings, womit wir überhaupt diese Reform verdient haben?)

    Ich hoffe auch, dass solchen Methoden zukünftig ein ganz energischer Riegel vorgeschoben wird.
    Wie tief man von seiten des BMI oder der Behörde bereits gesunken ist, zeigt allein die Behandlung des Evaluierungsberichts: Den Beschäftigten als VS-nfD „verkauft“ (auf dass es keinen Ärger in der Öffentlichkeit gebe…), wurde dieser im Original durch den BMI nicht als Verschlussache dem Innenausschuss übersandt! – Und von daher auch dort nicht so behandelt! (Dies wurde mir bereits letzte Woche vom Innenausschuss bestätigt)

    Nun konnte man ja die zum Schlucken vorgesehenen Kröten, (wovon die beabsichtigte „Schleifung“ der Revierstrukturen zwar den dicksten, keineswegs aber einzigen großen Hammer darstellt) bereits der Stellungnahme der GdP entnehmen (oder dem als VS-NfD eingestuften Bericht der Evaluierungsgruppen, zumindest von denen, die diesen Bericht zu Gesicht bekamen…) Was man aber eben zu verheimlichen versuchte, war offenbar die Tatsache, dass der BMI den „Empfehlungen der Evaluierungsgruppen weitgehend zu folgen gedachte“ .

    insofern ist es eben schon sehr wichtig, dass hier ein deutliches Signal gesetzt wird. Ein Signal dahingehend, dass die Belastbarkeit der Beschäftigten der Bundespolizei ihre Grenzen hat! Und das diese Grenzen nicht nur erreicht, sondern bereits überschritten sind!

  2. @ Gerhard Medgenberg

    Feedback von der „KLagemauer“: Klagen reicht nicht mehr!

  3. Was soll diese Geheimniskrämerei ? Diese Behörde scheint die negative Öffentlichkeit (oder was die Behörde dafür hält), bzw. Kritik wirklich zu fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

    „Den Beschäftigten als VS-nfD “verkauft” (auf dass es keinen Ärger in der Öffentlichkeit gebe…), wurde dieser im Original durch den BMI nicht als Verschlussache dem Innenausschuss übersandt! – Und von daher auch dort nicht so behandelt! (Dies wurde mir bereits letzte Woche vom Innenausschuss bestätigt)“

    @ Gerhard

    Na dann kann man den Bericht doch mal z.B. hier hochladen und so den Mitarbeitern und er Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

    Was ich mir auch noch vorstellen könnte ist, es gibt Abweichungen zwischen dem originalen, VS eingestuften Bericht und dem letzte Woche beim I Ausschuss vorgelegtem Bericht. Völlig unvorstellbar ist es jedenfalls nicht.

  4. Sehr gut geschrieben, Gerhard, stimme ich vorbehaltlos zu. Aber wird ein gesetztes Signal denn überhaupt noch von denen, die es erkennen müssten, wahr genommen? Diese haben doch den Blick für die Realität vollkommen verloren, diese leben in ihrer „selbstgebastelten Le Go und Play Mobil Welt“. Bleibt nur zu hoffen, das die ständigen Gespräche durch die GdP mit Berichterstattern der Fraktionen ect. intensiv weitergeführt werden, sonst sind für uns alle Hopfen und Malz verloren

  5. Welch eine Überraschung!

  6. Gestern war ich zu Gast in der Bundespolizeidirektion Berin. Verabschiedet wurde der alte Präsident begrüsst der neue Präsident. Anwesend war unter anderem auch der Präsident der Bundespolizei. In seiner Rede sprach er davon, dass wir eine Familie etc. sind. Wenn ich die Stellungnahme meiner Gewerkschaft dagegen lese und die Kollegen draussen höre , und ehrlich gesagt ist mir deren Meinung sehr viel wichtiger als irgendeine andere, dann stelle ich schlicht und einfach fest, dass hier offenkundig große Wahrnehmungsunterschiede bestehen. In 20 Jahren Bundespolizei habe ich eine derartig schlechte Stimmung wie sie jetzt an der Basis herrscht noch nicht erlebt. Und dabei ist die Motivation und die Aufgabenerfüllung der Kollegen bewunderungswürdig. Aber irgendwann ist nun auch mal der letzte Tropfen in die Tonne getropft und es fängt an überzulaufen. Als Politiker muss man an sich selbst den Anspruch stellen, nicht oder nicht nur mit den sogenannten Führungskräften zu reden, da ist meist alles in Ordnung , sondern die tatsächliche Lage bekommt man eben nur, wenn man mit den Kollegen spricht, die wirklich die Arbeit machen.

    Jürgen Maresch, MdL

  7. Wenn ich immer wieder lese, wie unsere oberste Führung in Potsdam, aber auch schon ein IL mit uns Kollegen und Kolleginnen an der Basis umgeht, dann kann einem echt die Hutschnur hochgehen. Was soll die Geheimniskrämerei? Wovor haben die hohen Politiker Angst. Vor der Öffentlichkeit und schlechter Presse? Jeder in der Bundespolizei muss doch mitbekommen haben, dass die 2008er Reform vollends gescheitert ist, und dass man jetzt nicht mit irgendwelchen Mitteln versuchen kann, die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen. Man sollte sich hinterfragen, ob so eine Behörde, wie sie zurzeit aufgestellt ist und derzeit funktioniert, überhaupt noch Sinn macht? Vielleicht wäre es doch das beste, die ganze Behörde aufzulösen und die Sicherheitsaufgaben an die Länder abzugeben. Ob es dann besser wird, muss man abwarten. Aber schlechter, wie jetzt in der Bundespolizei, kann es kaum werden. Obwohl ich den hohen Herren auch noch weiterhin zutraue, den Karren noch tiefer im Schlamm zu versenken. Die „große Beförderungswelle“, die jetzt ja angeblich kommen soll, wird einige wenige nur kurzzeitig befriedigen. Aber von Dauer ist so etwas nicht. Diejenigen, die sich dabei etwas erhofft haben und wieder leer ausgehen, werden noch mehr Frust schieben. Wenn ich meine Inspektion im Vergleich von vor 5 Jahren sehe, und wie viele Dauerkrank sind, dann sehe ich das wahre Spiegelbild meiner Behörde wieder. Und besser wird es nicht, wenn man die Gespräche verfolgt, die im Kollegenkreis an der Basis stattfinden. Ich frage mich nur, warum auf die Studien, die von in meinen Augen erstklassigen Spezialisten ausgearbeitet wurden, nicht reagiert wird? Ein Gesundheitskreis reicht nicht aus, um die andauert ansteigenden Mehrbelastungen eines jeden KSB aufzufangen. Und mit dem dienstlichen Wohnsitz ist nur der Anfang. Ich möchte gar nicht wissen, was danach noch alles kommt. Bis zur Wahl wird wohl erst einmal etwas Ruhe herrschen. Aber danach sehe ich schwarz für uns. Noch mehr Arbeit mit noch weniger Personal. So wird es kommen. Ich sage nur arme Bundespolizei.

  8. Bitte Nutzerregeln einhalten! Die Redaktion

  9. Lieber PVB an der Basis,

    den Frust verstehe ich gut. Die Aussage, dass bei den Landespolizeien alles besser ist – nein das kann ich eben nicht unterschreiben. Die Kollegen der Landespolizei in Brandenburg werfen durchaus sehnsüchtige Blicke auf die Kollegen von Bund. Dies nicht nur im Bereich der Beförderungen etc. . Beispiel: Diensthundeführer. In Brandenburg bekommen Diensthundeführer ( es werden übrigens immer weniger) für die Pflege und Haltung der Diensthunde zu Hause ca. 66 Euro . Der Bund ist da deutlich besser. Der Frust der Kollegen auf ihre oberste Polizeiführung ist groß. Wie gesagt aus Brandenburg – da ich mich hier auskenne. Es gäbe weitere Beispiele aber ich will damit andeuten- macht euch nichts vor. Andere Polizeien sind nicht besser. Das soll in keinster Art und Weise eine Entschuldigung für sonst was sein . Dazu siehe mein obigen Post.

    J.Maresch

  10. Hallo Jürgen,

    …nein, auch die Länderpolizeien liegen nicht im Land, wo Milch und Honig fliessen! (Zumindest die meisten nicht…) Das wissen auch die Mehrzahl der Kolleginnen und Kollegen.Dass das Thema „Auflösen den ganzen Laden!“ trotzdem immer wieder hochkommt, liegt erstens daran, dass man bei uns die Leute mit den Dauerreformen ganz einfach überstrapaziert oder zumindest eine Mordsunsicherheit verbreitet hat! Dazu kommt, dass mit der letzten Reform der Karren dermassen in den Dreck gefahren wurde, dass an ein Freikommen kaum noch zu denken ist. Wenn man dann noch erleben muss, wie man sich offiziellerseits nach wie vor weigert, zuzugeben, mit eben dieser Reform völlig gescheitert zu sein, im Gegenteil nicht müde wird, das Lied von Friede, Freude und Eierkuchen zu singen, dann haut´s dem einen oder anderen schon mal die Sicherung raus! Das liegt auch ausdrücklich nicht daran, dass man den früher mal zweifellos vorhandenen Minderwertigkeitskomplex des BGS/Der Bundespolizei pflegen würde, denn hierfür gibt es bereits seit Jahrzenten auch objektiv gesehen keinerlei Veranlassung mehr!

    Wenn man dann aber ehrlich ist und vor allem in Rechnung stellt, dass eine Länderpolizei sich (noch!) nicht ständig generell in Frage gestellt sieht, auch nicht ständig nach neuen Aufgaben suchen muss, um ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen , und, last but not least, eine der ja auch bei den Ländern grassierenden Reformen im Zweifelsfall eben keine Versetzung über 1000 KM zur Folge haben kann, sondern schlimmstenfalls eben „nur“ eine landesweite , dann werden diese Überlegungen durchaus nachvollziehbar.

    Damit wiederum sollen nun keineswegs die Probleme der auch gebeutelten Länderkollegen kleingeredet werden, aber dass sehr viele im „Modell“ Bundespolizei keine Zukunft mehr sehen, ist erstens nachvollziehbar und zweitens hausgemacht!

    Meiner Überzeugung nach geniessen wir mit unserem Reformwahnsinn auch keine Alleinstellung, wir haben es aber als erste gnadenlos überzogen und bekommen nun die Quittung dafür!

  11. Meine lieben Kollegen der Bundespolizei,

    ich darf annehmen, dass es einem Innenminister des Bundes naturgemäß schwer fällt, das Tatsächliche des Polizeidienstes zu erfassen. In der Ebene des Ministeriums finden eben keine Gespräche mit A-Besoldungsgruppen statt. Das Dilemma ist in obigen Kommentaren bereits beschrieben. Der Kern der Reformiererei der Bundespolizei war nach der Wende vielleicht ein sachlicher Grund. Danach aber spielten nach meiner Auffassung nur fiskalische Beweggründe eine Rolle.
    Polizeidienst ist aber keine Sache der Kosten-Nutzen-Rechnung. Polizeidienst ist im Kern ein Teil der Daseinsfürsorge für die Gesellschaft. Egal ob auf Bundes oder Landesebene. Es ist Sache der Exekutive, den Behörden, die das Gewaltmonopol des Staates wahrnehmen und auch überwachen sollen, dazu auch objektiv in der Lage zu versetzen. Damit meine ich in erster Linie nicht das Gehalt. Ich meine die Personalstärke. Diese kostet Geld, das wird zu keiner Zeit zu verhindern sein. Aber hier ist es die Investition auch wert. Zur Verdeutlichung: Ich habe von einem Kollegen erfahren, der für einen 2-stündigen Einsatz 6 Stunden mit dem PKW unterwegs war. Das ist wohl auch unter objektiven Betrachtungsweisen kein Gutes Verhältnis. Es bleibt wirklich zu hoffen, dass es eine Aufhebung der Dienstsitzfestlegung an den Revieren der Bundespolizei nicht geben wird. Wer demotiviert ist, ist einfach nicht leistungsbereit.

  12. Hi @Maresch,
    Warum den das Bsp. mit dem Diensthundeführer?
    Egal ob 66 oder 120Euro es ist beides viel zu wenig für das was ein Diensthundeführer leisten muss! Sie müssen jeden Monat zur Hundeschule und haben es sicher nicht immer leicht dort,wenn sich jemand mit Hunden auskennt es sind nicht unbedingt pflegeleichte Hunde! Und jedes Jahr eine Prüfung, welcher PVB hat den jedes Jahr den Druck eine Prüfung ablegen zu müßen! Jeder Hundebesitzer weiß was an Zeit verloren geht an einem Hund privat vor allen! Hundführer müssen auch schauen was Sie sich für Autos(privat) kaufen müssen um Ihren Wuff sicher von A nach B zu transportieren. Da geht ein Fiat 500 sicher nicht! Das Auto muss permanent gereinigt werden das Haus auch, es sei den man mag überall Haare!

  13. Was ich damit sagen wollte das die Leistung des Hundeführers egal wo man ist unterschätzt wird! Die meisten denken man geht mit den Hunden den ganzen Tag gassi! Ist nicht pers. gemeint.

  14. Euere gewerkschaftliche Konkurrenz hat sich in der Zwischenzeit beim Minister für Toiletten starkgemacht.

  15. Bei aller Kritik am BMI, aber veranlasst hat die Neuorganisation der letzte Innenminister, der hatte auch mit dem Wegfall der Grenzkontrollen zu PL, CZ (Schengenbeitritt) ein „Mehr (Mähr) an Sicherheit“ in Aussicht gestellt und jetzt sagt er uns wie sicher der Euro ist und dass die Rettung der anderen Staaten nichts kostet…
    Die Neuorganisation war weder effizient noch kostenneutral. Allein die Anhebung der Stellen mit „B-Besoldung“ um ca. 50% war nicht nachvollziebar und auf der anderen Seite wurden Stellen gestrichen, fortwährend eingespart, Tarfibeschäftigte runtergruppiert, Hunderte POM/in ohne Beförderungsmöglichkeit, etc, etc.
    Nur bei aller Kritik, die ihr hier los werden möchtet und sollt, ohne den permanenten Einsatz, Druck, neuer Eingaben uvm. der GdP wäre es noch deutlich schlimmer verlaufen. Somit hier auch mal ganz herzlich Danke, für alle die sich mit viel Engagement, ihrer Freizeit und auch der eigenen Gesundheit für Verbesserungen eingesetzt haben.
    Wir bekommen jetzt 2.700 Beförderungen (Von der Redaktion geändert), das BGM ist installiert und nur auf diesem konstruktiven Weg erreichen wir wirklich etwas für die Menschen in der BPOL.
    Wir Personalräte und Funktionäre kämpfen für Euch.
    Ganz herzliche Grüße Marco

    Die Readktion: Es gibt momentan keinen neuen Verhandlungsstand zur Entgeltordnung des TVöD.

  16. Moinsens!

    @Gerhard Medgenberg
    @A-Besoldung
    Ihr bringt es auf den Punkt!!

    Sollte es wirklich dazu kommen, dass die Dienstsitzfestlegung kippt, dann geht ja nicht nur bei den vermalledeiten Abordnungen das große Wandern weiter, sondern bald auch innerhalb der Flächeninspektionen los.

    Das das Personal vorne und hinten nicht reicht, dass dürfte nun hinreichend bekannt sein. Das Problem aber so zu lösen, dass innerhalb der Inspektionen das Personal so hin- und hergeschoben wird, vermeintlich „unwichtige“ Reviere halt geschlossen bleiben, so der Ausverkauf der Fläche weiter vorangetrieben wird und der Bevölkerung das als großer Erfolg für die Erhöhung der inneren Sicherheit verkauft wird, dass kanns ja wohl nicht sein.
    Ich kann mich erinnern, dass der Personalbedarf der Reviere anhand verschiedenster Parameter bemessen worden ist, damit eine halbwegs ordentliche polizeiliche (-Prävention vor Repression- nur zur Erinnerung, weil ich das Gefühl habe, dass das so nicht mehr unbedingt bekannt ist) Dienstleistung erbracht werden kann.
    Schon jetzt reisen wir in den großen Flächeninspektionen anlassbezogen von Pontius zu Pilatus um z.B. den Fußballreiseverkehr zu überwachen. Selbst in Bereichen, die keine Erstligavereine haben, ist annähernd jedes Wochenende „Fußball angesagt“.
    Drei Stunden An-und Rückmarsch ist da für die Masse der Einsatzkräfte (zusammengestückelt aus dem Schichtdienst und entsprechned hoher Einsatzwert) die Regel, dann sind natürlich Vor-und Nachbereitungszeiten zu adieren.
    24 Stunden später gehts dann wieder fröhlich ins Früh, Spät und Nacht.

    Wenn der besagte Personenkreis fortan theoretisch flexibel an jedem Revier einer Inspektion eingesetzt werden kann, dann braucht sich die hohe Führung zukünftig keine Gedanken mehr um Gesundheitsprävention zur Senkung der Krankheitsrate machen.
    Beispiel gefällig??
    Jetzige Entfernung Wohnort Dienststelle: 30Km ca. 30 Minuten „Anreise“
    Entfernung Wohnsitz Revier am Sitz der Inspektion: 160 Km schnellste Anfahrt 82 Minuten (F..K-Rotenplaner)
    Was das im Wechselschichtdienst (41 Std.) gesundheitlich bedeutet, dass dürfte wohl jedem klar sein, der Wechselschichtdienst leistet.
    Auch mit netten Ratschlägen zur Erhaltung der Gesundheit wie „regelmäßig schlafen“ und „esst mehr Äpfel“ wird man diesen Wahnsinn nicht kompensieren können.

    Als Fazit: Kein Tätigkeitsfeld bei der Bundespolizei ist so unattraktiv, wie die „Basispolizeiarbeit“.

    Welche Verzweiflung muss bei den Entscheidungsträgern vorherrschen, sich so eine gequirlte K…. einfallen zu lassen.

    Versucht gesund zu bleiben,

    Gruß

    AB

  17. Falls es G. Megdenberg und andere überlesen haben sollten: die GdP hat sich nicht „spät“, sondern bereits am 26. Februar 2013 auf dieser Webseite deutlich positioniert, daran hat sich nichts geändert. Einfach mal Evaluation als Suchbegriff eingeben und ruhig und entspannt lesen. Dann schreiben.

    Das Knebelverfahren des BMI ist aberwitzig: da dürfen selbst Inspektionsleiter offiziell nicht lesen, was die Evaluationsarbeitsgruppen zum Zustand ihrer (!) Dienststellen feststellten oder auch nur behaupten, aber sie dürfen die Zustimmung des BMI zu den „Handlungsempfehlungen“ dieser Evaluationsarbeitsgruppen für die Inspektionen im Intrant nachlesen.
    Dümmer geht’s nicht, das ist gelebte Frustrationsstrategie pur.

  18. Steve 18. April 2013
    Falls es G. Megdenberg und andere überlesen haben sollten: die GdP hat sich nicht “spät”, sondern bereits am 26. Februar 2013 auf dieser Webseite deutlich positioniert, daran hat sich nichts geändert. Einfach mal Evaluation als Suchbegriff eingeben und ruhig und entspannt lesen. Dann schreiben.

    Nun ja, es geht letztlich allerdings darum, dass am 26.02. noch nicht bekannt war, was denn der BMI aus den Stellungnahmen machen würde… – Die Antwort war: nichts! Die wesentlichen Punkte, die die GdP in besagter Stellungnahme aufgemerkt hatte (wie übrigens auch der BHPR!), fielen im Bericht des BMi an den Innenausschuss unter den Tisch bzw. wurden sogar falsch dargestellt! (…keine Anmerkungen zu den Handlungsempfehlungen…). Und h i e r z u war halt leider Schweigen im Walde festzustellen! Und da hat man nun, dabei bleibe ich, zwar spät, aber nicht zu spät (hoffentlich!) die Kurve gekriegt!

  19. Wer kann sich eigentlich noch erinnern, es waren damals ja“sehr sehr“ viele dabei, als vor einigen Jahren ein goldbeschulderter Kommandokommandeur in einer total überfüllten Sporthalle zur Schließung einer Abteilung völlig überheblich meinte (fast wörtlich): „Ich sehe einer Kündigungswelle gelassen entgegen!“
    Nun ja, er hatte recht behalten, so viele haben nicht gekündigt. Was willst du auch beruflich mit 40, 45 oder mehr Jahren machen, wenn du als Polizist woandershin versetzt wirst?

    Er hat also mit seiner „hochkarätigen“, bereits damals im Management angesiedelten Denk- und Handelsweise recht behalten, !! VORERST !!

    ABER: Die Kündigungen kamen in anderen Formen, bei den einen kam es langsam und auf leisen Sohlen, bei anderen ging es etwas schneller. Ich meine die INNERE KÜNDIGUNG, obwohl die Meisten es eigentlich selbst gar nicht wollten. Denn mal ehrlich, es tut einem doch selbst weh!

    Ich meine damit sogar oftmals weniger die eigentliche Tätigkeit, sondern das Verhältnis zum Dienstherrn.

    Ich stelle mir das, da ich ja nicht so hoch dotiert bin, ganz einfach vor. Und zwar unsere Behörde, runtergerechnet auf eine Familie.
    Wenn dort das Familienoberhaupt (Unterstellung meinerseits: der Vater) seine Frau und seine Kinder anlügt, für dumm verkauft, missachtet, penetrant auf Ausbau und Erhalt der eigenen Machtposition fixiert ist und Entscheidungen ohne Rücksicht auf Verluste anordnet und durchsetzt, werden die Familienmitglieder für ihn irgendwann nur noch Resignation und Verachtung übrig haben.
    Die Worte, oder die Gedanken werden in etwa lauten:“Rutsch mir doch den Buckel runter“!

    Das ist für mich die „kleine“ Form der inneren Kündigung, die eben bei familieninternem Gutsherrenbenehmen irgendwann folgt.

    Und sollten wir nicht immer ein wenig eine „große“ Familie sein? Nicht viel wird da anders sein, nur die Dimension ist größer!
    Gutsherrenart erleichtert kurzfristig die Führung, langfristig standen Gutsherren irgendwann immer alleine da und haben den Überblick verloren.

    Ist übrigens auch in der freien Wirtschaft ein Riesenproblem, das mit der inneren Kündigung!

    Wer seine Familienmitglieder bzw Mitarbeiter nicht “mitnimmt“, schadet sehr schnell seiner Familie bzw Behörde bzw Firma. Und der Schaden bei uns ist leider teilweise schon sehr hoch.

  20. Also ich habe mir mal das Protokoll vom 17.04.2013 des Bundestages durch gesehen, aber einen Herren Friedrich habe ich dort nicht gefunden. Hat der Herr BMI überhaupt dem Bundestag rede und Antwort gestanden? Oder bin ich u nur Blind und habe es nicht gefunden.

    Vielleicht hat ja jemand andere Informationen.

    [Anm. d. Red.: Der Bericht wurde nicht im Deutschen Bundestag, sondern bei der Sitzung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages vorgestellt.]