Abschlussverhandlungen GdP – BMI zu Schicht- und Einsatzdienstausgleich

Verhandelten miteinander (v.l.n.r.): Karsten Schneider (DGB) Sven Hüber und Janina Gauder (GdP), Prof. Hofmann (BMI), Klaus Weber (verdi), Prof. Dr. Hofmann, MinR Christians und MinR Nieter (BMI)

Verhandelten miteinander (v.l.n.r.): Dr. Karsten Schneider (DGB), Sven Hüber und Dr. Janina Gauder (GdP), Prof. Dr.  Hofmann (BMI), Klaus Weber (ver.di),  MinR Christians und MinR Nieter (BMI)  (Foto: GdP)

Berlin. Am 15. Mai 2013 trafen sich nach mehreren vorausgegangenen Verhandlungsrunden der DGB, die GdP und ver.di mit Vertretern des Bundesinnenministeriums und des Bundesfinanzministeriums zu den abschließenden Beratungen zur Neuordnung des Ausgleichs von Schicht- und Einsatzdienst zu wechselnden Zeiten. Im Mittelpunkt der Neuordnung steht dabei die Schaffung einer neuen Zulage, die Neuordnung des Zusatzurlaubs und die Neuregelung zur Anrechnung von Ruhepausen auf die Arbeitszeit.

Die Interessen der GdP-Mitglieder in der Bundespolizei und dem Zoll wurden dabei vom stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Sven Hüber und der Bezirksjustiziarin Dr. Janina Gauder vertreten. Das Bundesinnenministerium wurde vom Leiter der Dienstrechtsabteilung, Prof. Dr. Hofmann und einer großen Anzahl weiterer Experten vertreten.
Der DGB hatte bereits vorab eine umfassende Stellungnahme abgegeben, die alle Anmerkungen der GdP zum neuen Verordnungsentwurf beinhaltete. Diese wurde nochmals eingehend und detailliert mit den Regierungsvertretern diskutiert.
In seinem Eingangsstatement machte Sven Hüber zuvor klar, dass der nunmehrige Verordnungsentwurf zwar einen erheblichen finanziellen Zugewinn und auch ein Mehr an Zusatzurlaub bringt. Zudem würden nach dem jetzt erzielten Verhandlungsstand auch Bereiche wie die Bereitschaftspolizei, Mobile Fahndungseinheiten, MKÜ und andere umfasst, die bisher zwar Dienst zu wechselnden Zeiten und viele Nachtstunden leisteten, aber mit Blick auf Erschwerniszulagen leer ausgingen. Jedoch müsse weiter und umfassender an dem Thema des Ausgleichs belastender Dienste unter den Bedingungen der Überalterung in der Bundespolizei und dem Zoll gearbeitet werden. Die bessere finanzielle und Urlaubsabgeltung sei aus Gewerkschaftssicht nur ein erster Schritt einer umfassenden Lösung. Ein besseres Gesundheitsmanagement für Schicht- und Einsatzdienstleistende, z.B. durch die überfällige Einführung von Vorsorgekuren, ist jedoch genauso notwendig wie eine Faktorisierung der Lebensarbeitszeit; wer lange Schicht- und Einsatzdienst geleistet habe, müsse entsprechend früher abschlagsfrei in den Ruhestrand gehen können. Auch müsse durch eine Absenkung der Wochenarbeitszeit der Beamten auf das Niveau der Arbeitnehmer endlich eine echte Dauerentlastung geschaffen werden. Die GdP mahnte auch an, dass das BMI nach der jetzigen Neuregelung der Zulage für Dienste zu wechselnden Zeiten endlich auch die seit 2005 zugesagten Gespräche zur Neuordnung der anderen Felder der Erschwerniszulagenverordnung aufnehmen müsse. Nach Meinung der GdP bilden sich in der jetzigen Verordnung viele weiterentwickelte Tätigkeitsfelder der Bundespolizei nicht mehr adäquat ab, sei es beispielsweise bei den Entschärfern, den Höhenrettungsteams oder den Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten. Die damit einhergehenden Belastungen müssten endlich nauch finanziell abgegolten werden. Die Bundesregierung ist durch die GdP aufgefordert, hier über eine umfassende Neustrukturierung der Zulagen zu verhandeln.
Breiten Raum nahm sodann die Diskussion der schriftlich übermittelten Kritikpunkte des DGB am jetzigen Verordnungsentwurf ein. Besonders diskutiert wurde dabei die bisherige Nichtberücksichtigung von Dienst zu wechselnden Zeiten und Nachtarbeit im Ausland, die Frage der Berücksichtigung von Bereitschaftszeiten (vor allem bei mehrtägigen Einsätzen und Übungen), die Weitergewährung der Zulage bei Unfällen im Dienst und vor allem der Modus zur Anrechnung der Ruhepausen auf die Arbeitszeit, die eine faktische Arbeitszeitverkürzung bewirkt und deren Adressatenkreis sich nunmehr deutlich erweitern wird.
Das Bundesinnenministerium sagte eine nochmalige intensive Prüfung der Einwendungen von DGB und GdP zu. Der überarbeitete Verordnungsentwurf soll noch im Juni das Bundeskabinett passieren und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Die Inkraftsetzung soll dann zum 1. Januar 2014 erfolgen.

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18 Kommentare
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  1. Ob das so durch kommt wage ich bei unserer Regierung zu bezweifeln, sollte es denn noch den Inkrafttreten, währe es ein Erfolg.

    Warten wir mal ab.

  2. Im Gegensatz zu den „Mitbewerbern“, die nur Flugblätter mit ihren Forderungen veröffentlichen und darüber hinaus nicht in Erscheinung treten, ist die GdP mit sehr kompetenten Fachleuten vertreten. Mit Sven und Janina hatten wir zwei Vertreter die unterstützt durch die Zuarbeiten der Direktionsgruppen diese Thematik ständig nach vorne treiben und auf Verbesserungen drängen.
    So funktioniert Gewerksschaftsarbeit im Interesse der Beschäftigten.
    Nach meiner Ansicht haben wir hier schon einiges erreicht. Dies sollten wir nicht kleinreden.

  3. Ich hoffe, dass einiges davon umgesetzt wird, was gefordert wird. Aber wenn ich bedenke, dass im Herbst evtl eine neue Regierung gebildet wird, habe ich im Bezug auf die Umsetzung schon so meine Zweifel.
    Aber positiv ist schon einmal, dass durch die Vertreter unserer Gewerkschaft die Probleme auf höchster Ebene vorgebracht und diskutiert werden. Hoffentlich verpufft das alles nicht…. Am DuZ, was ja schon einmal Wahlkampfthema war, hat sich bis dato auch nicht viel getan. Auch dort muss angesetzt werden. Wenn ich sehe, was ich für 12 Stunden z.b. an Weihnachten oder an sonstigen Sonntagen an DuZ bekomme, dann ist das im Vergleich zur freien Wirtschaft einfach nur ein Witz.
    Es wäre auch schön, wenn der Schichtdienst auf die Lebensarbeitszeit anpasst würde. In meiner Inspektion gibt es Kollegen, die schon fast 40 Dienstjahre Schichtdienst auf dem Buckel haben. Und die gehen genauso in Pension, wie jeder andere Kollege(in), der/die überwiegend im Regeldienst mit fast immer freien Wochenenden und Feiertagen ihre Dienstzeit verbracht haben. Und wenn einer hier jetzt sagt, dass dies gerecht sei, dann weiß ich nicht, was das soll….. Ich habe mittlerweile als 40ig-jähriger auch schon 18 Schichtdienstjahre im Bahnbereich. Und es gibt nicht wenige Kollegen in meiner Dienststelle, die diese Zeit in der Führungsgruppe bzw ErmD im Regeldienst verbracht haben. Und eine Chance auf so einen Posten in den nächsten Jahren zu bekommen, sind fast aussichtslos, es sei denn, man schafft es über ein Attest vom Arzt, dass man nicht mehr Schichtdienstfähig ist. Und unsere Führungsetage bzw ErmD ist personell so aufgebläht, dass mehr Personal dort eigentlich nicht mehr geht…. Traurig aber wahr…

  4. @Schichtdienstleistender

    Leider kann ich Deine Erfahrung nur bestätigen. In meiner Inspektion ist die Führungsetage ebenfalls sehr aufgebläht. Ob SB Einsatz oder insbesondere der Ermittlungsdienst sind maßlos überdimensioniert.
    Das Fatale daran ist, dass vor allen Dingen auch jüngere Kollegen dorthin verschoben werden. Natürlich alle aus dem KSB Bereich. Erst kürzlich wurde eine jüngere Kollegin dorthin gesetzt. Die fehlen alle im Außendienst, wo man eigentlich körperlich fitte Leute braucht. Während der Außendienst immer mehr überaltert, ist das durch diese Verfahrensweise im Innendienst nicht so krass. Dazu kommen noch all die z.B. 25-jährigen in den Einsatzzentralen oder sonstigen Verwendungen.

    Viele werden jetzt sagen, das sind halt Leute, die bestens dafür geeignet sind. Blöd ist halt, dass dadurch sich die Personalsituation noch verschärft. Der veraltete Außendienst wird halt naturgemäß immer stärker krankheitsanfällig hat aber kein Rückzugsgebiert wie zum Beispiel in vielen Länderpolizeien. Außerdem geht alles ztu Lasten der Personalbewirtschaftung, weil es sich ja nicht um eigene Planstellen handelt.

    Schade, dass die Gewerkschaften dazu keine deutlichere Aussage treffen. Die Schattenstrukturen werden einfach weiter geführt. Getreu dem Motto, da mischen wir uns nicht ein.

    Aber was passiert, wenn der Altersdurchschnitt irgendwann im Außendienst über die 50 klettert. Soll der 58-jährige dann mit dem Rollator auf Streife gehen? Ich habe den Eindruck, dass Nachhaltigkeit keine Rolle mehr spielt. Egal ob auf politischer Ebene, im Präsidium , den Direktionen und den Inspektionen – jeder denkt nur in den Zeiträumen seiner eigenen Karrierephase.
    „Und wenn ich hier keine großartigen Fehler mache, dann kann mir auch nichts passiere,“

    Klar, wenn eine Organisationseinheit riesig aufgedunsen ist, muss ich mir wenigsten über zu wenig Personal keine Gedanken machen.

    Anmerkung der Redaktion
    Die Kritik der GdP an der Überbesetzung von Stabsfunktionen zu Lasten „der Straße“ findet sich in mehreren Beiträgen auf dieser Webseite, zuletzt z.B auf S. 6 der GdP-Stellungnahme zum Evaluationsbericht des BMI zur Neuorganisation der Bundespolizei (http://www.gdpbundespolizei.de/wp-content/uploads/2013/02/Positionen-der-GdP-zur-Evaluation-der-Neuorganisation-2.pdf)

  5. Danke für die Anmerkung.

    Ich hatte nicht die GdP explizit gemeint sondern alle Gewerkschaften.

    Mir ging es ferner auch nicht um überregionale Forderungen, die ja im Grunde nachvollziehbar und verständlich sind.
    Vielmehr ging es mir um die Gewerkschaftsarbeit vor Ort, wo ohne großes Murren derartige Personalentscheidungen mit getragen werden. Mir ist jedenfalls kein Widerstand in diesem Zusammenhang bekannt.
    Letztlich sieht man hier das ganze Dilemma. Wenn etwas gut für den Beamten ist, mag man nicht dran rütteln.

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob diese Schattenwirtschaft bis ganz oben hin überhaupt so bekannt ist?
    Eine Verlautbarung diesbezüglich habe ich bis heute noch nicht gehört.

  6. Die o.a. Abschlussverhandlungen GdP – BMI zu Schicht- und Einsatzdienstausgleich ist vollkommen gerecht und die Forderungen gehen in Ordnung.
    Wichtiger als Geld wäre, die Absenkung der Wochenarbeitszeit für langjährige ( mindesten 20 Jahre Wechseldienst ) PvB( innen ) im Wechselschichtdienst und die vorzeitige in Ruhesetzung ohne Abzug der Pensionsprozente, um mindestens ein Jahr pro 10 Jahre Wechselschichtdienst. Das bedeutet: Wer z.B. 20 Jahre „durchgehend“ Wechselschichtdienst geleistet hat geht ohne Abzug 2 Jahre eher in Pension im Vergleich zu denen die ihr ganzes Berufsleben im Büro verbracht haben.
    Alleine dieses ist wichtiger und nur gerecht und erheblich besser, als 25 Cent mehr Duz……
    Mfg aus der Ruhrgebietsinspektion

  7. Unser ODP gibt halt nicht mehr die Lebenswirklichkeit der Bundespolizei im Jahr 2013 wieder.
    Da gibt es nur ein entweder/oder.
    Entweder man passt den ODP an die Wirklichkeit an, oder selbstbewußte Behördenleiter (gibt es die???) reden mal Klartext und sagen ihren Präsidenten das es ab sofort eben keine Evaluationen,Controlling, FKB, BKB´s, Einsatztainer, ÖA-Sachbearbeiter und und und gibt.
    Und natürlich ist die Schattenwirtschaft bekannt ganz oben Schichtler. Woher meinst Du denn kommen die ganzen Rahmendienstanweisungen die diese Schattenwirtschaft erst erfordern? Und da ein PVB nicht teilbar ist, kann dieser ganze Blödsinn ja nur auf kosten des operativen Dienstes erfolgen.
    Der operative Dienst ist zum Steinbruch geworden um Luftschlösser zu bauen die man „ganz oben“ halt gerne haben möchte.
    Der Bürger hat davon garnichts, der der uns eigentlich für unsere zu erbringende Leistung bezahlt.

    @Schichtdienstler
    Wenn ich mal in meinem Umfeld schaue wurden die „Alten“ schon gefragt ob sie mal was anderes machen wollen als an der „Hauptkampflinie“ zu sein.
    Die Resonanz war ziemlich mau. Und wer sich nicht bewegt bleibt halt da wo er ist.
    Die Absenkung der Lebensarbeitszeit und der Wochenarbeitszeit für Dauerschichtler ist bei der derzeitigen Regierung, auch wenn das Wort „Nachhaltigkeit“ immer gerne angeführt wird, nur ein Slogan der sich toll anhören soll.
    Diese Bundespolizei wird konsquent auf Verschleiß gefahren.
    Die Regierungen und Verantwortlichen im nächsten Jahrzehnt können dann den Sanierungsfall Bundespolizei in Angriff nehmen.
    So sieht halt „Nachhaltigkeit “ derzeit aus.

    Übrigens @Schichtler, auch in den Leitstellen wird Schichtdienst gemacht.
    Und duch die schwachsinnige Kopplung von KSB-Stellen zu Ermittlungsdienststellen (10% Regelung)egal ob Schwerpunktdienstelle oder nicht, darf man nicht erwarten, dass das echt eine Erleichterung ist im Ermittlungsdienst einer großen Inspektion zu arbeiten.

  8. ich bin selber im Schichtdienst und denke, dass jeder der im Außendienst ist weiß, dass unser DUZ/Polizeizulage nicht im Geringsten das wiederspiegelt was wir dafür alles Einbüßen. Ich rede von den extremen physischen und psychischen Belastungen, die wir jeden Tag auf uns nehmen. Ganz abgesehen davon, dass durch den Schichtdienst die Familie, Freunde oder Hobbies eh schon sekundär sind.
    Und wenn ich dann sehe, dass die operative Ebene zu Lasten der Innendienste ( wo auch PVB mit Polizeizulage sitzen!!! ), Stäbe, Projektgruppen oder sonstigen Fantasiegebilde immer mehr ausgedünnt werden, dann muss sich auch keiner mehr wundern, wenn der Laden zusammenbricht.
    Im Ergebnis: 133,75 EUR Polizeizulage+Wechselschichtzulage+der lächerliche DUZ =soviel ist unsere Arbeit wert !!!
    Wenn ich dann immer sehe, was die freie Wirtschaft bspw. für die Sonn,-und Feiertage zahlt, dann sind wir davon meilenweit entfernt-warum eigentlich !?
    Abschließend will ich sagen, danke GDP das Ihr in dieser Sache so hartnäckig bleibt.

  9. Es ist wichtiger in der elektronischen Nachweisführung voran zu kommen, als sich um Menschen zu kümmern.

  10. Nette Stellungnahme des DGB!

    Erschwerniszulage für MKÜ! So schüren wir den Neid und den Frust aller Kollegen in der BPOLD BP.
    Sind jetzt schon alle DP A8-9mZ!

    Das Ranking ist doch, so wie immer in der BPOL, vom Kleinen zum Großen:

    Alarmeinheit > MKÜ > Einsatzhundertschaften > BFHu > GSG9 (Die BRAS 160 zeigt dies deutlich!)

    Erstmal sollten die Kollegen mit „richtigen“ Erschwernissen bedacht werden! MKÜ ist hier das völlig falsche Signal!

  11. @moser

    Neid und Frust wird eher durch deinen Beitrag geschürt. Es geht gar nicht um eine Verwendungszulage für die MKÜ, sondern um eine Zulage und Zusatzurlaub und Pausenanrechnung für alle (!), die Nachtdienststunden leisten, Rhythmuswechsel in der Arbeitszeit hinnehmen müssen und an Wochenenden ran müssen. Und das betrifft Einzeldienst, Bereitschaftspolizei, MFE, MKÜ,…gleichermaßen. Warum sollte die MKÜ davon ausgenommen werden? Bisher erhielten weder Bereitschaftspolizei noch MKÜ trotz unregelmäßiger Arbeitszeiten und vieler Nachtstunden die Wechselschichtzulage, und das war zu Recht frustrierend. Die neue Zulage beseitigt das. Was soll daran falsch sein?

  12. @ Steve
    Deswegen:
    „…Der Deutsche Gewerkschaftsbund spricht sich nach wie vor hinsichtlich der Erschwerniszulagenverordnung
    für eine grundsätzliche Anhebung der Zulagen sowie eine Erweiterung des Begünstigtenkreises aus.
    So wurde beispielsweise die Zulage für Entschärfer und Sprengstoffermittler seit 1976 nicht mehr erhöht.
    Zudem sollten Mobile Kontroll- und Überwachungseinheiten, Aufklärungseinheiten bei den Bundespolizeiabteilungen,
    Entschärfer sowie Sprengstoffermittler in den Anwendungsbereich des § 28 EZulV aufgenommen
    werden. Auch erwartet der Deutsche Gewerkschaftsbund die Einführung einer Zulage für Polizeivollzugsbeamte,
    die zugleich technische Fachkraft im Bereich taktische und technische Maßnahmen in
    Höhen und Tiefen (TMHT) sind. Die Aufgabe TMHT umfasst eine Vielzahl von Arbeiten und Techniken, die
    das Arbeitsrisiko „Höhe“ mit der damit einhergehenden Gefahr eines Absturzes berührt…“ (siehe Seite 11 unter II.)

    Hiermit wird die Aufnahme nur von bestimmten Einheiten in die Erschwerniszulagenverordnung gefordert!
    Das was Du beschreiben hast bezieht sich auf andere Aspekte, eben gerade nicht „Erschwernisse“!

  13. @moser
    Ich vermag deinen Aufregerpunkt in der DGB-Stellungnahme nicht zu erkennen. Der DGB fordert eine grundsätzliche Erweiterung des Begünstigtenkreises und erläutert dies mit Beispielen („bespielsweise“). Es ist das Schicksal von Beispielen, keinen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Der DGB lässt einfach keine Gelegenheit ungenutzt, die seit 2005 zugesagte grundsätzliche Überarbeitung der EZulV stetig anzumahnen. Über alles weitere und die Details wird zu sprechen sein, wenn es Gespräche mit dem BMI darüber gibt. Dann wird sich sicher auch die GdP-Direktionsgruppe BePo wiederum zu Wort melden, da kannst du dich ja einbringen. Im übrigen endet die EZulV bei § 23n… In dem Beitrag hier jedenfalls ging es um die neue Zulage und deren größter Profiteur ist die Bundesbereitschaftspolizei. Das liegt auf dem Tisch, das gilt es zu bewerten und das sollte nicht schlechtgeredet werden.

  14. @ moser

    Ich denke, dass es zwischen MKÜ und BP doch noch mal einen kleinen Unterschied gibt.

    Die MKÜ (zumindest meine) verrichtet Dienst nach einem Schichtplan (3-Wochen-Rhythmus) – Schwerpunkt liegt natürlich am Wochenende mit Variabel-Schichten ohne festgeschrieben Zeiten, während der Woche Früh- und Spätschicht. Vor einigen Jahren haben wir sogar schon mal die „kleine Schichtzulage“ erhalten. Die wurde uns aber dann wieder aberkannt, mit der Begründung: WEIL WIR ZUOFT VON UNSEREM SCHICHTPLAN ABWEICHEN!!! Die von der EZulV geforderte „Regelmäßigkeit“ hat gefehlt.
    Wir werden also noch dafür bestraft, weil wir für den Dienstherrn hochflexibel einsetzbar sind.
    Wir erfahren meist erst immer am Donnerstag, zu welchen Zeiten wir am Wochenende Dienst zu verrichten haben – weil es angeblich die Fußballlage nicht eher zulässt (es geht dabei nicht um die Frage „ob“ am WE Dienst zu leisten ist – denn das ist ja selbstverständlich)

    Während der Woche gibt es bei uns keinen Dienst am Standort, da stehen die „normalen“ Unterstützungseinsätze für die Inspektionen an. Falls da nichts anliegt, sind Haftbefehle der sog. „Bürofahndung“ zu vollstrecken oder es wird für die Bahninspektionen Fahndung/Präsenz gefahren, oder, oder, oder… Falls am Wochenende kein Fußball ist, gibt’s als Dankeschön Nachtschichten aufgebrummt und du feierst zum „Wohl“ für die Inspektion automatisch die hart erarbeiteten Überstunden ab. (Der Schichtplan sieht ja am WE eigentlich 3 Schichten vor, kannst aber nur 2 Nachtschichten bringen, ansonsten arbeitest du in den freien Tag hinein).

    Einmal in drei Wochen ist eine Aus-und Fortbildung vorgesehen. Ich betone „vorgesehen“. Die Praxis sieht oft anders aus. Einsatzvor-und Nachbereitung sind bei uns absolute Fremdwörter. Die Einsatzauslastung liegt bei den PVB’s in der Gruppe bei rund 80-95%, die Flexibilität bei 100%, die Planbarkeit bei 10%. Innerdienstliche Angelegenheiten und Sachbearbeitung können zwischen Tor und Angel erledigt werden. Großeinsätze laufen so nebenher mit.

    Meiner Meinung nach sind genau diese Faktoren eben die besonderen Erschwernisse. Warum soll dann bitteschön eine MKÜ nicht für die EzulV vorgesehen werden. Das soll sich jetzt nicht nach Heulsuse anhören: nein, wir wollen einfach nur für die geleistete Arbeit ordentlich entlohnt werden.

    Ach ja: was nützt eine 8/9mZ-Stelle wenn kaum jemand in den Genuss kommt, tatsächlich das „Z“ zu erreichen. Bei den Beförderungen habe ich bisher bei der MKÜ keinen Vorteil gegenüber anderen Einheiten bemerkt. Quote gilt überall.

    Ich muss „Steve“ rechtgeben. Neid und Frust zu schüren sind bei dieser Diskussion fehl am Platz.

  15. @ mkü98

    Meines Wissens gibt es eine MKÜ-Konzeption, die genau beschreibt wofür die MKÜ einzusetzen ist.
    Vielleicht sollte euer MKÜ-Leiter mal seine Direktion darauf hinweisen.
    Die MKÜ sollen eben gerade nicht die Aufgaben der BP übernehmen (Ausnahmen gibt es natürlich immer), sondern die BPOLI bei Spitzenbelastungen unterstützen.

    Aber Recht habt Ihr Beide (Du und Steve), das Versagen unser Vorgesetzten sollte nicht auf unseren Schultern ausgetragen werden und zu Frust führen.

  16. Hallo, ic h hatte 2012 einen Herzinfarkt. War bis dato Schichtdienstleister 41 Stunden. Nach der Reha begann für mich das Hamburger Modell. Dieses beendete ich im März 2013. Ab dem 01.04.2013 arbeite ich wieder voll. Man gab mir, als ich nachfragte 1 Woche Frühdienst 1 Woche Spätdienst und am Wochenende Frei ein klares Nein. Durch die Blume wurde ich an meine Flexibilität erinnert. Ich bin 55 Jahre und bereite mich so langsam auf den Abgang von. Heute Abend gehe ich entgegen dem Rat des Arztes wieder in die Nachtschicht. In meiner Dienststelle gibt es noch einen anderen Kollegen, welcher vor ca. 3 Woche ebenfalls eine Herzinfarkt hatte sich aber zur Zeit noch in der Reha befindet. Für jeden anderen in dieser Behörde wird ein Stoch gebraten. Wir alten stehen aber mit kleinen Lackschäden noch unseren Mann. Auf den Dienstherren vetraut doch mittlerweile kaum noch einer.

  17. @ Haescher

    Du hast meine Anerkennung und Respekt. DANKE für Deine Hingabe, aber bitte hole Dir Hilfe, um Deinen „blinden“ Vorgesetzten klar zu machen, dass Dein Körper gesagt hat:“ Es reicht jetzt!“.

    Das Problem ist aber leider, dass unser System nur noch durch solche Kollegen wie Dich „am Leben“ erhalten wird.

    Die Gesundheit ist wichtiger!

  18. @Haescher 0815

    Dann kümmer dich um deine Gesundheit und halte den Rat von deinem Arzt ein, sonst kannst du deine Pension nicht mehr genießen. Die Gesundheit geht vor.