Eine Strategie von innen nach außen

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Ein Kommentar von Jörg Radek, stellv. Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Die Bundespolizei hatte in der Vergangenheit als Organisation immer dann ihre starken Phasen, wenn sie in der Vorwärtsbewegung war. Fortschritt bedeutet auch, Widerstände zu überwinden. – Widerstand und Ablehnung haben unterschiedliche Ausdrucksformen.

Widerspruch ist dabei aktiv und konstruktiv. Beim Ausweichen, Schweigen, „ins Lächerliche ziehen“ handelt es sich um Fluchtreflexe. – Vor den zentralen Herausforderungen der Bundespolizei können wir jedoch nicht flüchten. Bei einer Strategie handelt es sich um eine Richtungsbestimmung. Sie steckt Pfade ab, die begangen werden sollen, sie benennt Themen und Werte. Für uns als Bezirk Bundespolizei der Gewerkschaft der Polizei gibt es drei Schwerpunkte: Aufgabenkritik, Bezahlungssystem, Humanfaktoren. Im Mittelpunkt aller drei Bereiche: Der Mensch in der Bundespolizei. – Überlastung durch zu viele Aufgaben liegt auf seinen Schultern. Das Empfinden von Ungerechtigkeit ist sehr persönlich. Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist individuell. Eine Strategie für die Organisation darf die Menschen nicht vergessen.

Gesundheitsfürsorge stellt eine Managementaufgabe – mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit, der Motivation und des Wohlbefindens der Menschen – dar. Bestandteil eines ernstzunehmenden Gesundheitsmanagements: Die systematische Berücksichtigung der Auswirkungen von Arbeit auf die Gesundheit. Ergo: Der Handlungsdruck ist groß. Arbeitsdruck und Arbeitsdichte sind nämlich über einen langen Zeitraum angewachsen.

Die Debatte um die psychischen Belastungen hat bereits die parlamentarische Beratung erreicht. Dies ist ein wichtiger Schritt zu konkretem Handeln – Vorrangig ist nun, den Pflichten im Arbeitsschutz bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen und bei der Verbesserung von Arbeitsbedingungen nachzukommen. Hier gilt es, eine abgestimmte Vermeidungsstrategie für Gefährdungen zu entwickeln. Die Gefährdungsbeurteilung, die nun eingeführt wird, ist ein wichtiger Baustein hierfür.

Nach anerkannter Definition der Weltgesundheitsorganisation ist es eben nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen, sondern ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Dadurch wird menschengerechte, gesundheits- und leistungsförderliche Behördenkultur entwickelt. Identität und Zufriedenheit sind die Flanken einer Vorwärtsstrategie.

Um diesen beruflichen Anforderungen gerecht werden zu können, braucht es Achtsamkeit, die Gewissheit der aufmerksamen Fürsorge und die besondere Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit des dienstlichen Umfeldes.

Strategische Ziele lassen sich jedoch nur mit einer Umgangskultur erreichen, die einer Polizei im Rechtsstaat gerecht werden. Der demokratische Umgang in einer offenen Gesellschaft spiegelt sich im Umgang miteinander wider. Große Ziel bleiben unerreicht, wenn es im Inneren an Stabilität mangelt. – Wir sitzen alle in einem Boot. Doch es kentert, wenn wir alle auf einer Seite sitzen.

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20 Kommentare
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  1. Super, alles schön durchanalysiert.
    Um unsere Probleme zu lösen bedarf es zu 90% aller Fälle Geld.
    Solange wir eine Kanzlerin haben, deren oberste Priorität ist, Europa zusammen
    zu halten, wird ein rigoroser Sparkurs gehalten. Da gibt es nix für die Bundespolizei,
    vielleicht mal ein kleiner Brocken vor den Wahlen.
    Das Experiment „EU“ wird scheitern, nach meiner persönlichen Meinung,
    weil man Menschen nicht „gleich“ machen kann. Das kann noch dauern oder ganz schnell gehen.
    Also, ohne Kohle keine gravierenden Änderungen, sind wir da konform Kollege Radek?
    Natürlich müssen Verbesserungen immer wieder gefordert werden, aber kurzfristig sehe ich
    kein Licht am Ende des Tunnels.

    ROS 54

  2. Ich denke das Problem wäre mit der 39 Std. Woche gelöst. Da würde ich auch sofort auf mehr Geld verzichten.

  3. Die beschriebenen Ausdrucksformen sind auch auf die „Bundesfinanzpolizei“ übertragbar. Zwischen dem Staat als Arbeitgeber und dem Menschen als „seine(n)“ Arbeitnehmer/Beamte(n) müssen neue Umgangskulturen entwickelt werden, um „nicht stehen zu bleiben“. Insbesondere im Hinblick auf die zukünftige Erweiterung Europas und die damit zusammenhängende Politik.

    Um auf die von „ROS 54“ bzw. „Back to the roots“ veröffentlichten Kommentare kurz einzugehen. M.E. liegt es an den „Menschen dort oben, die die Politik verkörpern“ – sie scheinen für die „kleinen“ Probleme ihrer Polizei kein oder nur ein sehr geringes Augenmerk zu haben.

    Der letzte Absatz des Kommentars des Kollegen Radek verdeutlicht das.

    Was die finanzielle Leistungsstärke betrifft, so bedauere ich es, das der Staat mehere hundert Milliaden Euro jährlich an Steuern sprichwörtlich auf der Straße liegen lässt

  4. 39 Std. Woche wäre für alle eine Erleichterung.
    Kostet dem Arbeitgeber aber indirekt auch Geld.

    ROS 54

  5. Nichts gegen eine 39 Stunden – Woche und es wäre unterm Strich wirklich eine spürbare Entlastung, aber ich möchte auch keinen € dafür verzichten.

    Ganz im Gegenteil, ich würde lieber 8 Std. mehr arbeiten pro Woche und hätte 200 Euro mehr in der Tasche!!!

    Mit Beförderungen sieht es eh schlecht aus für den mD, also was soll die Lösung sein um seiner Familie mehr zu bieten???

    Nebenjob??? In A7, A8 kann man halt im Raum München / Flughafen nicht große Sprünge machen!

    39 Std. – Woche ist in Ordnung aber für keinen Cent weniger…

  6. @ A.

    8 Std. mehr die Woche arbeiten sind bis zu 24 Std. in Monat. Dafür 200 € brutto mehr? Kein guter Stundenlohn…selbst netto nicht.

    39 Std.-Woche ohne Einbuße, da wäre sicher jeder dabei!

  7. Zu A.

    Frage: Was hat die Wochenarbeitszeit mit der Besoldung zu tun?
    Antwort: N I C H T S

    Beispiel: Haben wir nach der Erhöhung der W- Arbeitszeit auf 41 Std. mehr Geld bekommen? N E I N!!!!!!!!!!!!

  8. Ruhig bleiben, auch wenn es warm ist :-)
    Eine Rückkehr zur 39 Std-Woche ist reichlich unwahrscheinlich.
    Wer sollte denn die 2 Fehlstunden leisten???
    Haben wir neues Personal?
    Geht mal eher davon aus, dass die 42 Stunden Woche kommt,
    vielleicht mit einer kleinen Gehaltserhöhung.

    ROS 54

  9. @Back to the roots 30. Juli 2013
    Wir haben schon genug Geld liegen gelassen für die 38,5 Std.Woche. Und plötzlich waren es wieder 41 Stunden. Die Kohle ist trotzdem weg.

  10. @ DFS, A

    acht stunden mehr die woche! erstens (DFS) sind das 32 h mehr im monat (8×4=32)

    …weiter gedacht, wären jeden monat (bei 20 arbeitstagen) also 196h zu leisten!

    lieber A erkläre mal bitte was du dann deiner familie bieten möchtest? 200€ mehr im monat?!…schlimm, dass deine familie bzw. du nur auf das materielle schauen!

    nach deiner rechnung hättest du jeden tag für deine familie 2,5h zeit! (wenn man täglich 8h schlaf und 1h arbeitsweg abrechnet…da darfst du keinen privaten interessen nachgehen, nicht einkaufen gehen etc.)….nicht eingerechnet, dass du nachtschichten machst und dadurch noch mehr regenierungszeit benötigst.

    …und das würdest du toll finden?

    gute nacht!…solche leute gibts leider zu hauf in unsere gesellschaft…wundern sich das sie zu nix zeit haben, stressgeplagt (überarbeitet) sind, aber sich unheimlich freuen, einen „haufen“ kohle zu haben.

    ich gebe dir recht das münchen ein recht teures pflaster ist, allerdings kann man (jetzt mal materiell gedacht) mit 200€ auch nicht die großen Sprünge machen.

    @ROS
    wie bitte 42h? wenn das die gewerkschaften aushandeln, dann verliere ich wirklich den letzten glauben.
    diese 42h wären in keinster weise, mit dem derzeit brandaktuellen thema ‚vereinbarkeit von beruf und familie‘, in einklang zu bringen…bzw. hätte man schwere argumentationsnot.
    übrigens sind derzeit schon eine viel-(mehr)-zahl an koll._innen nicht 41h im dienst, sondern nutzen die möglichkeit, ihre stunden zu reduzieren, auf ein ihnen erträglich scheinendes maß.
    wer leistet denn diese fehlstunden?

    die behörde kann durchaus eine 38,5h stundenwoche vertragen.
    …allerdings dürfte man (die behörde) natürlich nicht bei jedem piep hier schreien!

    aus meiner sicht wäre das der vernünftigste schritt, wieder zu einer 38,5h Woche zurückzukehren, bei den derzeitigen Bezügen. (übrigens für beamte und angestellte gleichermaßen)

    @Kommentator Jörg Radek

    wie ROS bereits geschrieben sehr gut analysiert…

    allerdings sind diese dinge schon seit ewigkeiten bekannt … nur eben auf welcher ebene?!
    wer will was nicht hören bzw. was darf nicht sein…

    muß immer erst eine (mehrere) „hochwissenschaftlichen“ studie in auftrag gegeben werden (von wem auch immer), um mißstände aufzudecken?
    genaues hinhören und beobachten (von ersten anzeichen) und daraus entschlossenes, überlegtes handeln würde dazu führen, dass das kind nicht immer schon in den brunnen gefallen ist.
    welche herachieebene in unserer behörde blendet diesen teil fortlaufend aus?

    Ulf Schmidt

  11. Auszug aus den Forumsregeln: „Wichtig ist auch, dass die Leserbriefe zwar unter Pseudonym (Nickname) veröffentlicht werden können, die Angabe der (grundsätzlich nicht mit zu veröffentlichenden) E-Mail- Adresse aber obligatorisch ist.
    Eine fehlende E-mail-Adresse oder die Angabe von gefälschten E-Mail-Adressen (fake) führt automatisch zur Nichtveröffentlichung des Kommentars.“

    Bitte auch weiterhin beachten!

    Die Redaktion.

  12. Naja…. man kann sich über Management, Gesundheitsfürsorge, 39-42 Std/ Woche, DUZ, Wechseldienstzulage, Obermeisterbauch, Aufstieg, 40-70 gD Gedanken machen….

    Wie wäre es mal, wenn man das Kernproblem anpackt?
    Ich wette, dass ein Großteil der Obermeister es wurscht ist ob 39 oder 41 Std die Grundlage sind. Das Beurteilungssystem und Beförderungen haken, aber auch mit unverändertem System könnten alle glücklich sein.

    Das Kernproblem sind einfach zu wenige Schutzleute!!!
    Übervolle Stäbe sind der neuen Zeit (Computer, IT-Technik, Leitstellentechnik, Controlling, Listen hier und da) geschulde -auch damit können alle leben. ODP anpassen!!! Die ganzen notwendigen Funktionen nicht durch KSB und GL besetzen, die an der Basis fehlen. Sondern stellen im ODP auswerfen.
    Und dann alle Stellen an der Basis auffüllen.
    Tatsächlich auffüllen.
    Mal Gedanken um Teilzeit, Alterszeit, Schichtdienstuntauglich, Rücken, Abordnungen, Ausland, Lehrgänge etc machen und die Basis auffüllen. Grobgeschätzt haben wir mindestens ein Fehl von 3.000 PVB an der Basis!!
    Wenn wir wieder Personal haben dann sind viele andere Probleme ganz klein.
    Derzeit ist es so, dass ganz wenige Menschen den gesetzlichen Auftrag erfüllen und die tatsächliche Arbeit leisten und dabei im Controlling alle Defizite auffangen sollen.

    Ach und wenn eingestellt wir: dann dort wo die Leute gebraucht werden.

    Wenn im Bereich FFM eingestellt wird, bis das Ding voll ist, dann werden zig tausende Bundespolizisten glücklich als Obermeister zu Hause ihre Arbeit machen. Es wird mit Sicherheit die Krankheitsrate, das Burn Out sinken.

  13. Am Beitrag Nr. 12 ist schon etwas dran. Mehr Personal ist bei zunehmender Belastung sicher unabdingbar.
    Dann noch die (aus meiner Sicht verkomplizierte) Zulagenberechnung weg und eine einheitliche steuerfreie DuZ von 5,- Euro (ab Samstag 13:00 Uhr und für alle Sonn- und Feiertage sowie Nachtdienststunden 20:00-06:00 Uhr) eingeführt .
    Vielleicht hilft das (mehr Personal und 5,- Euro DuZ) wirklich um die (nötige) Zufriedenheit wieder herzustellen.
    Das wären also „nur“ 2 Forderungen, die wirkliche Erleichterungen und Verbesserungen in unserem Berufsalltag bringen. Man benötigt also nicht unbedingt -zig- Konzepte und Vorschläge um die Zufriedenheit zu erreichen.
    Vielleicht könnten sich die Gewerkschaften nur dieser zwei Punkte (Personalzuwachs und 5,-Euro DuZ) annehmen und dieses vehement einfordern.

    Antwort

    Der Einsatz der GdP für mehr Personal dürfte bekannt sein (siehe z.B. hier).
    Was deine Forderung „jetzige Zulage weg – DuZ auf 5 Euro hoch“ angeht, so rechne einmal zusammen:
    Du erhältst jetzt

    – an Sonntagen und gesetzlichen Wochenfeiertagen, an den Samstagen vor Ostern und Pfingsten nach 12.00 Uhr sowie am 24. und 31. Dezember jeden Jahres nach 12.00 Uhr, wenn diese Tage nicht auf einen Sonntag fallen, 3,11 Euro je Stunde,
    – an den übrigen Samstagen in der Zeit zwischen 13.00 Uhr und 20.00 Uhr 0,73 Euro je Stunde sowie
    – im Übrigen in der Zeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr 1,47 Euro je Stunde
    – dazu einem Grundbetrag von 2,40 Euro je geleisteter Nachtdienststunde (für angefangene Stunden wird die Zulage anteilig gewährt.), höchstens jedoch 108 Euro monatlich,
    – dazu einem Erhöhungsbetrag von 1 Euro für jede zwischen 0 Uhr und 6 Uhr geleistete Stunde sowie
    – dazu einen monatlichen Zusatzbetrag von 20 Euro, wenn du im Kalendermonat mindestens dreimal überwiegend an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag zu Diensten herangezogen wirst.

    Sicherlich könnte man das einfacher darstellen. Aber entscheident ist ja nicht, wie es sich berechnet, sondern was bei den Kolleginnen und Kollegen im Portemonnaie ankommt. Und wenn du mal zusammenrechnest bzw. die Quersumme je Stunde zwischen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr bildest, wirst du sehen, dass wir in der Summe neue Zulage + alte DuZ gar nicht mehr so weit weg sind von deiner Forderung „5 Euro DuZ und sonst nix“.
    Am Beispiel: für eine Stunde Dienst 03.00 Uhr – 04.00 Uhr an einem Wochenfeiertag erhältst du zunkünftig mindestens 6,51 Euro steuerfrei (3,11 € DuZ + 2,40 € Grundbetrag Zulage + 1 € Erhöhungsbetrag Zulage). Für eine Stunde Dienst an einem stinknormalen Wochentag 03.00 Uhr bis 04.00 Uhr erhältst du in der Summe aus DuZ und Zulage 4,87 Euro, für eine Stunde zwischen 20.00 Uhr und 00.00 Uhr immerhin 3,87 Euro.

    GdP – Gut, dass es sie gibt!
    Mit kollegialen Grüßen
    Sven Hüber

  14. Auszug aus den Forumsregeln:

    “Wichtig ist auch, dass die Leserbriefe zwar unter Pseudonym (Nickname) veröffentlicht werden können, die Angabe der (grundsätzlich nicht mit zu veröffentlichenden) E-Mail- Adresse aber obligatorisch ist.
    Eine fehlende E-mail-Adresse oder die Angabe von gefälschten E-Mail-Adressen (fake) führt automatisch zur Nichtveröffentlichung des Kommentars.”

    Bitte auch weiterhin beachten!
    Die Redaktion.

  15. Nun ja, zur Antwort bei Beitrag Nr. 12:

    1.) keiner hat behauptet, dass sich die GdP nicht für mehr Personal einsetzt. Aber das die GdP hierbei konsequent und mit entsprechendem Druck ihre Forderungen nach mehr Personal immer und immer wiederkehrend und gebetsmühlenartig bei den Entscheidungsstellen vorbringt, sehe ich nicht.

    2.) die Erklärung zu der Zulagenberechnung ist für mich schon wieder Grund genung die Forderung nach 5,–Euro DuZ zu wiederholen. Wer hat sich denn sowas ausgedacht? Und ich bin mir ziemlich sicher, dass bei den steuerfreien 5,- Euro DuZ mehr für die Beamten rauskommt und es wesentlich transparenter und nachvollziehbarer ist.

    Möglicherweise habe ich mich im Beitrag Nr. 13 beim letzten Satz etwas zu schwammig ausgedrückt. Es soll eigentlich bedeuten, dass die Gewerkschaften (und damit ist nicht alleine die GdP gemeint) sich vielleicht auf diese 2 Punkte konzentrieren und mit starkem Nachdruck einfordern sollten (das heisst: auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen). Mir persönlich fehlt hier der Biss der Gewerkschaften.

    Aber das ist meine Meinung. Keiner verlangt, dass sich irgendjemand oder die GdP meiner Meinung anschließt.

  16. Wenn das Thema nun die „parlamentarische Beratung“, frage ich mich, warum seinerzeit fast einstimmig die Erhöhung der Wochen- und Lebensarbeitszeit beschlossen wurde. Es ist nun einmal (und war auch damals schon) Fakt (Dafür braucht es keien wissenschaftliche Studie mehr!), dass Schichtdienst bzw. Dienst zu wechselnden Zeiten nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Und diese Belastung kann nicht nur mit Geld ausgeglichen werden, denn LEBENSZEIT KANN MAN SICH NICHT KAUFEN!!! Es ist nun auch einmal Fakt, dass die Kollegen im Schichtdienst bzw. mit Dienst zu wechselnden Zeiten im Durchschnitt früher das Zeitliche segnen!
    Deshalb muß für diesen Bereich unbedingt die 39 oder besser noch die 38,5 Stunden – Woche wieder eingeführt werden. Ebenso muß für diesen Bereich das Pensionsalter für je 10 Jahre Schichtdienst/ Dienst zu wechselnden Zeiten um ein Jahr (ohne irgendwelche Abzüge!) gesenkt werden!

  17. zu Antwort Nr. 13, hier speziell der Autor S. Hüber: Ich kann mich an die Kampagne der GdP erinnern, die die Forderung nach 5,-€ DuZ stellt….und nun stellt S. Hüber eine Rechnung auf, die nach seinem Bekunden „sehr nahe“ an diese Forderung kommt. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln. So kann man sich die Sache schön rechnen und man geht zur Tgesordnung über. GdP – Gut, dass es sie gibt? Ich weiß nicht…..

    Antwort

    Deine Darstellung ist nicht korrekt.
    Es ging in der von mir verfasste Antwort um die von dem Leser aufgestellte Forderung, die neue Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten abzuschaffen und statt dessen die DuZ-Zulage auf 5 Euro/Stunde zu erhöhen. Die von mir aufgestellte Rechnung sollte nur verdeutlichen, dass mit einer Forderung „Zulage weg – DuZ rauf“ – anders als der Leser meinte – jedoch gar nichts gewonnen wäre, weil wir mit der neuen Zulage diesen Wert fast erreicht, an einigen Stellen sogar übertroffen haben.
    Mehr habe ich nicht geschrieben, mehr kannst du da auch nicht hineininterpretieren.
    Die Kampagne der GdP für 5 Euro DuZ hatte seinerzeit auch keinen Selbstzweck; es ging nicht um die DuZ allein, sondern um Wege zum besseren Ausgleich von Schicht- und Einsatzdienst. Die GdP hat dazu bereits im März 2010 erklärt: „Ziel dieser Kampagne ist es, die einseitigen Belastungen durch die Arbeit zu unregelmäßigen Zeiten akzeptabel auszugleichen.“ Es ging also immer darum, Dienst zu unregelmäßigen Zeiten besser auszugleichen. Diesem Ziel sind wir durch die jetzige Verdoppelung der Zulagenhöhe, die Steuerfreiheit auch der neuen Zulage und die erhebliche Ausweitung des Begünstigtenkreises um mehrere Tausend Kolleginnen und Kollegen deutlich näher gekommen. Manchmal kann man ein Ziel auf mehreren Wegen verfolgen. Hätten wir nur eine DuZ-Erhöhung durchgesetzt, wäre hingegen die nicht mehr gerechtfertigte ungleiche Behandlung bei den Bezugsberechtigten der sonstigen Zulagen (Wechselschicht- und Schichtzulagen) nicht aufgebrochen worden; die Lücke hätte trotz DuZ-Erhöhung bestanden.

    GdP – Gut, dass es sie gibt.
    Kollegiale Grüße
    Sven Hüber

  18. Wir erreichen mehr Zufriendenheit, wenn wir unserer Arbeit gerecht machen.

    Gerecht heißt, dass wir zwingend mehr Personal brauchen. Wir müssen als erstest die Verbände voll machen. Tatsächlich voll. Dann müssen wir zwingend Personal für die Schwerpunkt Dienststellen gewinnen; auch mit Sondereinstellungen und Sonderverwendungen und Direktionseinstellungen. Sprich: Einstellen für Flughafen FFM.

    Wir müssen gerecht unseren Anforderungen entgegenstehen. Administration erfordert Planstellen. Ausland, Abordungen und Mutterschutz / Teilzeit erfordert ein Übersoll an Stellen. Wir müssen uns gerecht dem Älterwerden stellen. Warum kann man nicht Wege finde lebensalte Schutzleute, die ihre Pflicht getan haben heimatnah in die Verwaltung zu nehmen und die Last des Schichtdienstes und Polizeidienstes zu einer gerechten Besoldung abnehmen?

    Wir müssen gerecht unsere Aufgaben und unserer Auftrag im Sicherheitsgefüge hinterfragen.

    Wir müssen uns gerecht dem Obermeisterbauch, Aufstieg, Attraktivitätsprogramm stellen (gerecht heißt auch, dass manch Alt-Obermeister ist, ist auch gerecht).

  19. also ich kann schon verstehen warum einige hier nach 5 euro duz rufen..
    hab es mir mal für einen ix belieben monat ausgerechente.. beispielmonat und februar 2013
    Entnommen meiner gehaltsbescheinignung

    duz februar 2013 samstag, sonntag, nachtschichtstunden: 103,25h x 5 Euro = 516,25 Euro
    dem gegenüber stehen 230,14 Euro ausgezahlt inklusive der schichtzulage groß

    und daran kommt auch die neue berechnung nicht ran

    nachtrag zu meinem beitrag

    nach der neuen berechnung der zulage würden das dann… 297,84 euro ergeben…
    wenn ich richtig gerechnet habe

  20. Ich will keine fünf Euro DUZ.
    Ich will 3.000 Neueinstellungen (überwiegend MD).