Entlastung für Ballungsräume in den Koalitionsvertrag aufnehmen

V. l. n. r.:                 Josef Scheuring, MdB Johannes Singhammer, Siegfried Walczok, Hermann Thierauf, Otto Brandstetter

V. l. n. r.: Josef Scheuring, MdB Johannes Singhammer, Siegfried Walczok, Hermann Thierauf, Otto Brandstetter

Die besonderen Belastungen für die im Großraum München arbeitenden Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei waren Kernthema eines Gespräches mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer, in München. Auf Seiten der Gewerkschaft der Polizei nahmen der Bezirksvorsitzende Josef Scheuring, der GdP-Chef der Bundespolizei in Bayern, Siggi Walczok, und die Mitglieder seines Vorstandes, Otto Brandstetter und Hermann Thierauf, teil.

Die Gesprächspartner waren sich dabei einig, dass sowohl die Wohnraumproblematik im Raum München, als auch die insgesamt deutlich ansteigenden Lebenshaltungskosten eine besondere Herausforderung für die in diesem Raum arbeitenden Beschäftigten der Bundespolizei darstellen. Johannes Singhammer machte anhand der derzeitigen und weiter absehbaren Zuzugszahlen deutlich, dass sich die Situation absehbar noch weiter verschärfen wird. „Dabei ist mir auch wichtig klarzumachen, dass die Beschäftigten der Bundespolizei an herausragende Stelle für das wichtigste Gut, dass die Menschen vom Staat erwarten, nämlich für Sicherheit, eintreten. Es ist für mich vollkommen unakzeptabel, dass Angehörige der Bundespolizei, die diese wertvolle Aufgabe leisten, dann zum Sozialamt gehen müssen, um Unterstützung für ihre Mietzahlungen zu beantragen“, so Singhammer.

Singhammer sagte weiter, er halte sowohl die deutliche Verbesserung der Wohnungsfürsorge, als auch einen finanziellen Ausgleich für die überaus hohen Lebenshaltungskosten, analog der Leistungen, die derzeit bereits die Polizeibeschäftigten des Landes Bayern erhalten, für dringend geboten. „Ich werde mich bei den nach den Bundestagswahlen 2013 anstehenden Koalitionsverhandlungen konkret dafür einsetzen, dass der notwendige Ausgleich für die Arbeit der Beschäftigten der Bundespolizei in den Koalitionsvertrag aufgenommen wird. In dieser Sache nichts zu tun, heißt nur, das Problem für die Beschäftigten weiter zu verschärfen und negative Folgen für die Sicherheit in Kauf zu nehmen. Das ist für mich keine Alternative“, so der Bundestagsabgeordnete. Josef Scheuring dankte Singhammer, der als Münchner die Situation vor Ort bestens kennt, für seine klare Einschätzung und den konsequenten Lösungsansatz. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sorgen mit ihrer professionellen polizeilichen Arbeit an den Flughäfen und in den öffentlichen Verkehrsräumen insgesamt entscheidend mit dafür, dass unser Land auf diesem hohen Niveau sicher und reibungslos seine hohe Wirtschaftsleistung erarbeiten kann. Gerade auch deshalb können sie erwarten, dass der Staat ihnen im Gegenzug die Rahmenbedingungen für eine verträgliche Lebensgestaltung sicherstellt“, so Scheuring. Siggi Walczok und Otto Brandstätter werden dem Abgeordneten mit konkreten Einzelfällen weitere Argumentationsgrundlagen für seine Arbeit im Deutschen Bundestag zur Verbesserung der Situation der Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei liefern. „Die Gestaltung von akzeptablen Lebensbedingungen für unsere Kolleginnen und Kollegen gerade auch in den teuren Ballungsräumen ist eine ganz zentrale Herausforderung für die Zukunftsfähigkeit der Bundespolizei. Wir sind uns unserer Verantwortung dabei sehr bewusst“, so Walczok.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

10 Kommentare
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  1. Warum lese ich da nur Bayern und München.
    Gibt es keine weiteren Ballungsräume oder hochpreisige Gegenden?
    Daher würde es der Transparenz (welche ja vom Dienstherr auch immer sovehement eingefordert wird) dienen, wenn die Gewerkschaften gegen über allen anderen Kollegen die in Rede stehenden (weiteren) Ballungsräume benennen würden. Nur München kann es ja nicht sein.
    Die Kollegen an der schweizer Grenze sind nämlich auch von der steigenden Preisentwicklung bei Mieten, Immobilien und teueren Preisen bei Restaurantbesuchen etc… betroffen. Auch denen Kollegen würde eine „Ballungsraum-Zulage“ gut tun, nicht nur den Münchnern.
    Also bitte alle anderen nicht vergessen !!!

  2. Vielen Dank an die GdP für eure Initiative!

    Hier ein Berich von 2011 zum Wohnungsmarkt in Freising/nahe Flughafen München

    http://www.merkur-online.de/lokales/freising/freising/trotz-hoher-preise-wohnungen-sind-freising-mangelware-1348932.html

    Gerade in den letzten beiden Jahren haben die Preise nochmals deutlich angezogen! An bauen ist schon gar nicht mehr zu denken…300€ pro m² und mehr oder weite Anfahrtswege!

    Wenn man dann noch den Ausbau des Flughafen München und den sich daraus ergebenden Personalmehrbedarf nimmt, wird es für die neuen Kollegen fast unbezahlbar.

    Gerade im Bereich A7/A8 hat man extrem zu kämpfen! Familie mit Kindern etc. LUXUS! Im Bereich der Verwaltunsfachangestellten mit E3 usw. möchte ich gar nicht erst anfangen!

    Es bestehnt dringender Handlungsbedarf für die Kolleginnen und Kollegen in den Ballungsräumen! Seinen Dienst dort zu verrichten sollte nicht noch finanziell „bestraft“ werden, sondern es sollte sich eher finanziell LOHNEN!

  3. Noch ein Lesetipp vom 19.07.2013:

    http://www.focus.de/immobilien/mieten/tid-32422/wohnungsmarkt-am-limit-mietpreisexplosion-in-den-grossstaedten-22-tipps-fuer-mieter-und-vermieter_aid_1047435.html

  4. Na dann hier auch gerne ein Lese-tipp von der Schweizer Grenze (falls jemand mal hierher kommt): Speisekarten der hiesigen Gastronomie, der momentane Mietspiegel sowie Bauplatz preise und Immoblienpreise auf den einschlägigen Internetportalen., etc…..
    Nur damit es hier nicht zu einseitig bayrisch wird.

  5. Aha, Herr Singhammer, in Ballungsräumen ist es also teuer.
    Tja, Leute. der Wahlkampf hat begonnen.

  6. Ingolstadt, Baulandpreise zwischen 300€ (ganz schlechte Lage) und 600 – 800 € in guten bis sehr guten Lagen (Dank Audi AG).

  7. Wenn sich regionale Vertreter mit ihren Abgeordneten treffen, halte ich es für normal, dass dann auch überregionale Belange der dort Beschäftigten gesprochen wird!

    Da muss man nicht gleich lospreschen und ist dies der einzigste Ballungsraum…..

    Natürlich gibt es viele Ballungsräume in denen mittlerweile die Mehrzahl der Beschäftigten unserer Behörde tätig sind.
    Um im Ganzen etwas zu bewegen muss man unten (regional) anfangen.

    Es bedarf vieler Gespräche und Aktionen bundesweit um dieses berechtigte Anliegen zu transportieren.

    Es reicht auch nicht die Politik davon zu überzeugen auch unsere Führung in Potsdam muss endlich Farbe bekennen, dass die Bundespolizei heute und auch in Zukunft im Ballungsraum angesiedelt ist!

    Und die Masse nicht nach A 13 aufwärts besoldet ist!

  8. Freiburg gute Lage 1000 € pro Quadratmeter.

  9. Auf dem Land zwischen Karlsruhe und Stuttgart zwischen 300.- und 400.-€ der Quadratmeter. Benzinpreise der gleiche wie München. Wo fängt also Ballungsraum an und wo hört er auf?

  10. Zu AIRPORTER:
    Deine Zeilen bringen es auf den Punkt. Wir (DIE GdP) wollen für ALLE was erreichen. Es wäre für uns sehr hilfreich, wenn der Einzelne (Kritiker), seinen für Ihn zuständigen Abgeordenten in einem persönlichen Gespräch (Bürgersprechstunde) auf dieses besondere Probleme aufmerksam machen würde!