Bundespolizei beleidigt und mit Flaschen beworfen

Am Rande der Fußballbegegnung Rot Weiss Essen – Allemannia Aachen gab es erneut massive Auschreitungen gegen unsere Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei. Am Freitag den 23. August 2013 reisten circa 400 Aachener Fans mit Zügen nach Essen. Während der Anreise kam es in einem Zug zu Sachbeschädigungen und Beleidigungen von Einsatzkräften der Bundespolizei. Später wurden im Essener Hauptbahnhof Bundespolizisten mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen. Durch den Einsatz mehrerer Diensthunde konnten die Chaoten gestoppt werden. Mehrere Personen wurden in Gewahrsam genommen. Gegen 14:50 Uhr reiste der Großteil der Aachener Fans mit einem Regionalexpress in Richtung Essen. Im Zug kam es zu mehreren Sachbeschädigungen. Unter anderem schlugen zwei Männer die Deckenverkleidung in einem Zugabteil ein. Beide Tatverdächtigen wurden durch Bundespolizisten in Gewahrsam genommen. Ein mit 2,24 Promille alkoholisierter 16-Jähriger Fan aus Stolberg verletzte sich dabei an der Hand und musste später in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Gegen beide Personen wurden Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Später kam es im Zug zu massiven Beleidigungen gegen Einsatzkräfte der Bundespolizei.

Auch hier wurden entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei der Ankunft des Regionalexpress im Essener Hauptbahnhof zündeten Aachener Fans Pyrotechnik auf dem Bahnsteig und im Osttunnel. Daraufhin wurden durch Einsatzkräfte der Landes- und der Bundespolizei circa 150 Fans durchsucht. Dabei konnten 11 “Polenböller” sichergestellt werden. Die Eigentümer hatten sie offensichtlich fallen gelassen um der Strafverfolgung zu entgehen. Gegen 17:50 Uhr bewarfen Aachener Problemfans Bundespolizisten auf dem Bahnsteig mit Flaschen und Pyrotechnik. Dabei wurde ein Beamter von einer Flasche am Einsatzhelm getroffen. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Schlagstock und Pfefferspray gegen die Chaoten ein. Diese versuchten jedoch weiterhin die Absperrkette der Bundespolizisten zu durchbrechen. Durch den Einsatz mehrerer Diensthunde blieb es jedoch bei einem Versuch. Zwei Fans wurden daraufhin festgenommen. Die Rückreisephase begann gegen 20:35 Uhr. Auf Grund starker Polizeipräsenz verlief diese weitgehend störungsfrei. Insgesamt wurden 9 Strafanzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruch und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.

Quelle: Bundespolizeidirektion St. Augustin

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Themenbereich: Gewaltbereitschaft | Drucken

15 Kommentare
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  1. Es sind auch die Vereine aufgefordert etwas gegen diesen Mob zu unternehmen. Solche Leute gehören in kein Stadion. Lebenslange Stadionverbote für ermittelte Chaoten könnten eine präventive Wirkung entfalten.

  2. Warum kommen diese Idioten denn dann noch bis nach Essen?

    Wie war das mit:“ Wer Ärger macht, kommt nicht zum Spiel!“

    Hier wurde eine „gute“ Chance vertan, den „Fans“ mal nachhaltig zu zeigen, was es bedeutet sich mit der BPOL anzulegen!

  3. Es wird einfach nicht besser mit den randalierenden Fans.
    Als Familienvater würde ich mittlerweile mit keinem Kind mehr ein Bundesligaspiel besuchen.

    Ein Augenzeugenbericht über die angebliche Polizeigewalt zu dem Spiel findet sich hier
    ( Quelle: newsreportnrw.wordpress.com ):

    http://newsreportnrw.wordpress.com/2013/08/25/polizeigewalt-gegen-fusballfans-erst-dortmund-dann-gelsenkirchen-und-jetzt-auch-essen/

    Ohne Worte!!!

  4. Grundsätzlich genau meine Meinung. Eine BdL und sich daraus ergebender Forderungen bei der Anreise der Aachener liegt mir hier allerdings fern. Die allgemeine Forderung an DFL und DFB lautet aber klar und deutlich, dass diese Vereine die nächsten Auswärtsspiele ohne Anhänger austragen. Geldstrafen bringen nichts. Und das gilt für alle Vereine, ob „große Namen“ oder aus den unteren Klassen. Diese I…. dürfen erst gar nicht zum Spiel losfahren. Trifft leider auch die echten Fans. Vielleicht hilft’s bei der Erziehung untereinander. Weiterhin sind knallharte Einlasskontrollen durch geeignetes Sicherheitspersonal in den Stadien notwendig. Ich weiß, das kostet Zeit und Geld. Profit ist nicht alles, oder doch? Liegt lange zurück, dass ich am Stadion richtig abgetastet wurde. Bin wahrscheinlich zu grau und somit unverdächtig. Aber wie lange soll denn die allgemeine Entrüstung, Wut und Trauer anhalten, wenn der erste Fan durch einen Bengalo zu Tode kommt. Wahrscheinlich so lange wie nach dem Tod von Robert Enke. The Show must go on. Oder hat sich etwas geändert? Dann bitte mitteilen.

  5. Warum regt ihr euch überhaupt auf?

    Den Idioten passiert doch eh nichts, dafür sorgen doch schon unsere Justiz und Rechtssprechung.

    Die Richter sehen das doch alles als Kavaliersdelikt an, wehe aber sie wären davon betroffen gewesen.

    Mittlerweile kann sich doch in unserem Land fast jeder erlauben , was er will ohne dafür belangt zu werden.

    Vor allem die Polizisten haben keine Rechte mehr und müssen sich ohne Konsequenzen für die Täter alles gefallen lassen und erdulden, dafür sorgen doch schon manche Parteien.

    Passt auf euch auf!!!

    Gruß von der Strasse

    der Maulwurf

  6. Zu diesem Verhalten ist leider nix mehr zu sagen
    Jedes WE werden wir für den Fußball verheizt.
    Solange diese „Fußballfanssindkeineverbrecher“ keine entsprechenden Strafen erhalten, gehts jedes WE von vorne los.
    Der Politik oder den anderen Verantwortlichen scheint es jedenfalls egal zu sein !!!
    Wenn ich wollte, wie ich könnte, aber ich darf nicht…

  7. Mir kommt es so vor, als hätten die Vereine „Angst“ gegen ihre Problemfans vorzugehen. Egal was die Vereine gegen ihre „Probleme“ machen, schon wird am darauffolgenden Spieltag in den meisten Stadien von den Ultras Stimmung gegen die Verantwortlichen der Vereine und gegen die Polizei gemacht.

    Es gibt doch fast keinen Spieltag mehr, wo die Polizei via Banner beleidigt wird. Und das wird immer wieder hingenommen. Wieso geht man nicht viel entschlossener gegen solche Störer vor? Das Gesetz gibt es doch her. Aber nein, anstelle gegen diese „Fans“ vorzugehen, zieht man sich zurück. Wenn ich sehe, was die Presse gegen die Polizei anlässlich dem Einsatz im Schalkeblock für einen Scheiß geschrieben hat, dann frage ich mich echt, ob man sich das als Polizeibeamter noch antun muss.

    Wieso stärkt die Politik der Polizei nicht den Rücken? Haben unsere Politiker Angst, dass sie bei der kommenden Wahl Wählerstimmen von irgendwelchen Fußballidioten verlieren? Ist dem so, fände ich das echt schade.

    Es wird der Tag kommen, wo ein Kollege oder eine Kollegin anlässlich eines Fußballeinsatzes ihre Waffe gegen die Fans richten muss, weil längst Grenzen überschritten sind. Leider ist es immer nur ein ganz, ganz kleiner Teil der Fußballbesucher, die für die Randale verantwortlich sind. Vielleicht sollte der „normale“ Fußballfan einfach mal bundesweit den Besuch der Stadien boykottieren, damit die Vereine endlich mal entschlossener gegen die Randalierer vorgehen. Wenn die Vereine für die Polizeieinsätze finanziell aufkommen müssten, dann würden sie sicherlich entschlossener gegen ihre selbsternannten „wahren“ Fans vorgehen. Ich persönlich sitze lieber in einem Stadion, wo die Stimmung vielleicht nicht so toll ist, aber wo ich mit meinem Sohn sicher bin und nicht die Angst haben muss, dass ich zwischen die Fronten von rivalisierenden Fans und/oder der Polizei zu kommen.

  8. Es ist schlimm, wie Chaoten die Strassen übernehmen. Nachdem nunmehr 3 Polizisten einer WaWe Einheit nach Stuttgart21 verurteilt worden sind, wird man sich fragen müssen, ob bei dieser Justiz ein polizeiliches Einschreiten überhaupt noch gewollt ist… Passt auf Euch auf!

  9. Warum machen wir das eigentlich jedes Wochenende ?
    Fußballfans sind keine Verbrecher. Wenn es eskaliert sollen sie uns anrufen. Dann kommt ein Bürgerbeamter , ein FKB und ein Deeskaltionsbeamter. Wenn dann noch einer Strafanzeige stellen will kann er ja zu jeder Polizeidienststelle, Sta oder Amtsgericht gehen. ( Am besten zu Bürozeiten )

  10. Moin,

    @Steffen

    „…Es wird der Tag kommen, wo ein Kollege oder eine Kollegin anlässlich eines Fußballeinsatzes ihre Waffe gegen die Fans richten muss, weil längst Grenzen überschritten sind…“

    Sowas gab es schon, Anfang der 90er Jahre.
    In Leipzig verstarb ein Fan eines Berliner Fußballclubs nach schweren Ausschreitungen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Polley

  11. Wie lange muss der normale Bürger noch für solche Einsätze (Steuer) bezahlen. Die Kollegen müssen jedes Wochenende für den MOB herhalten und z.T. angeordnete Mehrarbeit leisten. Dies kann und darf doch nicht sein. Jahrelang wird schon mit Verantwortlichen (Politik und Sportvereinen -sprich DFB-) gesprochen bzw. verhandelt. Es tut sich aber nichts. Der MOB tritt gegenüber unserer eingesetzten Kolleginnen / Kollegen immer gewalttätiger auf. Die eingesetzten Kräfte müssen auch noch aufpassen, dass sie nicht von dem MOB angezeigt und wie die drei PVB in Stuttgart verurteilt werden. Irgend etwas stimmt in unserem Staat nicht mehr. Passt auf Euch auf.

  12. Meine Thesen:

    – Politiker entscheiden und sind fein raus
    – Richter verurteilen und sind Wochenende zu Haus
    – Polizister leiden und baden ALLES aus!

    Wie lange geht das noch gut?

  13. Hallo, wie lange will unser Präsidium noch zuschauen. Einen Dankesbrief ist zwar schön und nett, aber hilft uns auch nicht wirklich weiter. Von unsrer Führung haben wir also keine Unterstützung zu erwarten.
    Liebe GDP jetzt ist es Zeit das Thema aufzunehmen um in die Öffentlichkeit zu bringen. Ist dem Bürger bekannt, wieviele Mannstunden jedes WoEnde für den Fussballeinsatz drauf gehen? Wollen wir warten, bis einer von uns verletzt wird?
    Ich denke nein. Mal eine öffentliche Aktion mit hunderten Kollegen um auf das Thema aufmerksam zu machen, vlt wird dann die Öffentlichkeit / Presse wach.
    Grüße aus dem noch ruhigen Freiburg und passt auf euch auf!

  14. Dank an die Diensthunde.Meistens werden diese ja nicht eingesetzt.Aber sie leisten tolle Arbeit , ob beim Fußball,Demos,an der Grenze oder im SSH-Bereich.

  15. @PK: In der Wochenendausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ vom 24. August auf Seite 2 gab es einen mehrspaltigen Artikel zu diesem Thema. Unter der Überschrift „Aus Mangel an Respekt“ beschreibt der Vorsitzende unser Gewerkschaft Oliver Malchow die Situation der Kolleginnen und Kollegen.
    Jörg Radek