Videoüberwachung an Deutschen Bahnhöfen: Fünfjahresplan ist ungeeignet

 

„Die Entscheidung der Deutschen Bahn, mehr Videoüberwachung an den deutschen Bahnhöfen einzusetzen, ist richtig. Allerdings ist es notwendig, die Maßnahmen umgehend und nicht erst in einem Fünfjahresplan umzusetzen.“ Das stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring, fest.

„Der Einsatz von Videotechnik im Bereich der Bahnanlagen ist ein wichtiges Mittel, um das Sicherheitsgefühl der Reisenden zu stärken. Damit hat diese Investition auch einen deutlichen wirtschaftlichen Mehrwert für die Bahn. Die notwendigen Investitionen in diesem Bereich auf Jahre zu strecken, ist dagegen sowohl wirtschaftlich unvernünftig, als auch aus Sicherheitsgründen unverantwortlich. Die Bundespolizei muss gleichzeitig dafür Verantwortung tragen, dass das erforderliche Personal für die bahnpolizeilichen Aufgaben vorgehalten wird. Das ist aufgrund der zuwachsenden Aufgaben im Bereich der Bekämpfung der illegalen Migration und der aufwachsenden Aufgaben an den deutschen Flughäfen derzeit sehr problematisch“, so Scheuring.

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Themenbereich: Ausstattung & Ausrüstung | Drucken

4 Kommentare
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  1. Wurde nicht schon ein ganzes Gesellschaftssystem mit 5-Jahresplänen vor die Wand gefahren?
    Nun also die DB AG.

  2. Und was dann ?
    Sitzen dann dort hochqualifizierte und Top-Ausgebildete DB Sicherheitskräfte, die 7,50 EUR / h verdienen (teilweise von Subunternehmern der Bahn beschäftigt), von denen der ein oder andere schon mal selbst mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist ? Na dann kann sich der datenschutzbesorgte Bürger ja so richtig sicher fühlen. Alles wird gut……

  3. Zuersteinmal Sitzung sagen, dass dieses Thema seit über 10 Jahren aktuell ist und schon eine Projekteminerhalb der Bundespolizei mit Lösungen und Maßnahmen entwickelt wurden. Sie sind am Geld (DB AG und BPol) und auch an personellen und materiellen Unstimmigkeiten gescheitert, d.h. wir wären schon viel weiter. Viele Bahnhofsmanger haben zu wenig Geld , um Ihre Problembereiche abzudecken, deshalb haben sie überwiegend nicht auf Videotechnik abgestellt, anstatt Prioritäten zu setzen und stückweise diese einzubauen.
    Ein Fünfjahresplan hört sich lange an, doch wenn man anfängt, wäre schon der erste Schritt getan. Natürlich unterstütze ich Jupps Einschätzung und halte seine Forderung für sehr wichtig, doch sollten,an Anfängen, bevor man dies wieder vergessen hat.
    Einbau ist die eine Sache, wir werden aber wieder Wierstand in der Öffentlcihkeit haben, Anträge von Vereinen und Bürgernitiativen. Dann muss Personal für die Überwachung, Gerät und Rämlichkeiten für die Speicherung und Verfahren für die Nutzung geregelt werden.
    Den Kritikern sein gesagt, ja es werden nicht alle dadurch abgeschreckt, ab viele und bei denen , die nicht anders können, besteht so zumindest eine bessere Aufklärungsflugzeug- und Beweismöglichkeit. Der Faktor für die subjektive Sicherheit bei einigen Menschen, der dadurch entsteht, ist auch zu beachten.

  4. Der IM hatte den Fünfjahresplan in einer Fernsehsendung am 08.09.2013 bei Günther Jauch nochmals erläutert.

    Auf Jauchs Hinweis, viele Bürger hätten das Gefühl, dass es in Deutschland immer weniger Polizeipräsens gäbe, antwortete der IM: In seinem Aufgabenbereich wäre die Bundespolizei angesiedelt. Diese wäre, nach seiner Meinung, an den Bahnhöfen immer auf Streife. Die Länderinnenminister hätten ihm versichert, die Polizeien von Verwaltungsaufgaben soweit wie möglich zu entlasten um ihre Aufgaben wahrzunehmen. Die Videoüberwachung könnte kein Ersatz für Polizeistreifen sein.

    Vermutlich kennt der Herr IM nur die Hauptbahnhöfe der Republik.
    Aber auch dort wird der Dienst nur noch nach dem Minimalprinzip aufrecht erhalten.
    Regelmäßige Zugbestreifungen oder Präventivstreifen auf Flächenbahnhöfen finden aus Personalmangel & Kilometervorgaben nicht mehr statt.
    Eine Entlastung von Verwaltungsaufgaben würde auch dem Streifenbereich der BPOL gut zu Gesicht stehen.

    Würde jeder PVB von heute auf morgen seinen Dienst tatsächlich wieder auf seinem eigentlichen Dienstposten versehen, wäre unsere Behörde ab Führungsgruppe aufwärts nicht mehr handlungsfähig.

    Der Streifendienst ist auf lange Sicht zu unatraktiv gestaltet.
    Die besten Beförderungs- und Aufstiegsmöglichkeiten findet man,leider, immer noch im Innendienst.
    Der überwiegende Teil der lebensälteren POM versehen ihren Dienst in den Dienstgruppen und leisten tatsächliche Polizeiarbeit. Hier muß dringend ein Umdenken stattfinden. Wer täglich seine Haut zu Markte trägt, soll auch dementsprechend die Ernte für seinen Einsatz einfahren können.