Arbeitsbedingungen: Stress in der Nacht belastet besonders

Wenn die Nacht zum Tag wirdSchichtdienst kann krank machen. Noch stärker als die Arbeitszeiten wirkt sich allerdings die Qualität der Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit aus.

Feierabend ist für viele Arbeitnehmer regelmäßig am Morgen: Gut ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet im Schichtdienst. Was das für die Gesundheit der Betroffenen bedeutet, haben Olaf Struck, Matthias Dütsch und Verena Liebig von der Universität Bamberg sowie Angelina Springer vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung untersucht. Ihre von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie basiert auf Angaben von etwa 20.000 Erwerbstätigen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2006 befragt haben. Das Ergebnis: „Bedeutsam ist vor allem, ob an körperlich, sozial oder psychisch belastenden Arbeitsplätzen gearbeitet wird. Etwas weniger wichtig ist, ob dies am Tag oder in der Nacht geschieht.“

Als Schichtarbeit betrachten die Forscher alle Jobs mit wechselnden oder ungewöhnlich frühen oder späten Arbeitszeiten. Ihrem Datensatz zufolge sind 27 Prozent aller abhängig Beschäftigten Schichtarbeiter. Etwa jeder Neunte arbeitet regelmäßig nachts, also zwischen 23 und 5 Uhr. Der Anteil der Schicht- und Nachtarbeiter habe sich in den letzten Jahrzehnten sukzessive erhöht. Aus medizinischer Sicht birgt diese Entwicklung Risiken, schreiben die Sozialwissenschaftler: Zum einen erschwerten versetzte Arbeits- und Freizeiten die Teilhabe am sozialen Umfeld und dem Familienleben. Daher drohten psychische Spannungen. Zudem gerate der Schlaf- und Wachrhythmus durcheinander, was zu Kreislaufproblemen, Schlaf- und Verdauungsstörungen führen könne. Andererseits komme Schichtarbeit besonders häufig in Berufen vor, die ohnehin körperlich und psychisch in hohem Maße belastend sind – etwa bei Krankenschwestern, Ärzten oder Polizisten.

Um herauszufinden, welche Faktoren letztlich entscheidend sind für das gesundheitliche Wohlergehen, haben die Autoren der Studie einen sogenannten Matching-Ansatz verfolgt: Sie haben Beschäftigtengruppen verglichen, die sich in ihren soziodemografischen Merkmalen und beruflichen Tätigkeiten sehr stark ähneln, bei den Arbeitszeiten aber unterscheiden. So konnten sie überprüfen, ob tatsächlich allein die Lage der Arbeitszeiten die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten beeinflusst.

Den Ergebnissen zufolge lässt sich ein Großteil der gesundheitlichen Probleme von Schicht- und Nachtarbeitern durch die Art ihrer Tätigkeit erklären: Überproportional verbreitet sind starke körperliche Belastungen, Überforderung durch das Arbeitspensum, Monotonie und fehlende Selbstbestimmung. Auch wenn solche Faktoren herausgerechnet werden, bleiben allerdings signifikante Zusammenhänge bestehen: Häufige Nachtarbeit steigert die Wahrscheinlichkeit von Schlafstörungen um das 2,3-Fache im Vergleich zur Kon­trollgruppe. Bei Schichtarbeit ist das Risiko 1,3-mal so hoch. Außerdem zeigen die Berechnungen, dass häufige Nachtarbeit mit vermehrten Magen-Darm-Beschwerden einhergeht. Wer ein- bis viermal im Monat nachts arbeitet, leidet eher an Nervosität und Reizbarkeit, Burnout und Herzproblemen.

Da laut ihrer Analyse die Qualität der Arbeitsbedingungen eine größere Rolle für die Gesundheit von Beschäftigten spielt als die zeitliche Organisation, empfehlen die Wissenschaftler eine neue Schwerpunktsetzung beim Arbeitsschutz. Bestehende Regelungen zum Schutz von Nacht- und Schichtarbeitern – wie sie zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz vorsieht – sollten ergänzt werden durch Maßnahmen, die zur Reduzierung von belastenden Merkmalen des Arbeitsplatzes und der Tätigkeit beitragen. Missstände wie Überforderung, übergroßen Termin- und Zeitdruck, mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte, das Tragen schwerer Lasten oder Beanspruchung durch Stäube, Gase und Lärm könnten Arbeitgeber arbeitsorganisatorisch oder technisch vergleichsweise einfach und durchaus kosteneffizient vermeiden, argumentieren die Forscher. „Damit würden gesundheitsfördernde Effekte zugleich für Tagarbeit wie auch für Nacht- und Schichtarbeit erzielt.“

(Quelle: Hans Böckler Stiftung, Impuls Ausgabe 15/2013; Link zum Artikel)

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Themenbereich: Arbeitszeit | Drucken

37 Kommentare
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  1. hallo,

    deswegen wurde mir ja auch die schichtzulage von 76€ gestrichen,die ich immer bekommen habe……ob ich krank war oder mal urlaub hatte……

    jetzt bekomme ich jgar nichts mehr,wenn ich keinen dienst mache……

    ich werde aber bis zu meiner pension noch schichtdient machen…….und habe schon etliche jahrzehnte schichtdienst auf dem buckel…….biostoffwechsel ist eh gestört und aus dem schichtdienst mal kommen…..sehr gering……

    lasst uns schichtdienstleistenden die feste schichtzulage und das andere oben drauf,das wäre mal eine maßnahme….

  2. Ich denke Schlafstörungen und Verdauungsprobleme kennt jeder der im Schichtdienst arbeitet. Mein Physiotherapeut hatte mir unlängst sogar damit gedroht, früher ins Gras beißen zu müssen, wenn man dauerhaft nicht ausreichend schlafen kann.
    Na toll, wird sich der Dienstherr denken, wieder Einer der nur kurze Zeit mit einer Pension versorgt werden muss.
    Schade ist halt, dass man wirklich keinen Silberstreif am Horizont erkennen kann.
    Wie hier so oft gefordert
    -Lebensarbeitszeit herunter
    -Wochenarbeitszeit herunter
    -DUZ deutlich nach oben (natürlich nicht wegen der Gesundheit, sondern vielleicht jüngere Leute wieder in den Außendienst zu bekommen)
    – keine „kopflastige Personalplanung“ d.h. keine 20 -45 Jährigen in den dauerhaften Innendienst
    -über 55 Jährigen die Möglichkeit bieten, im Innendienst zu arbeiten

    Das Argument, es gibt halt auch jüngere Kollegen, die im Innendienst gebraucht werden und Ältere die das nicht können kann ich nicht uneingeschränkt teilen. In all den Jahren hat man sogar die meisten „Spezialisten“ im Ermittlungsdienst nicht nach Leistung, sondern nach Sozialpunkten besetzt. Eigentlich ein Unding.

    Allerdings tut sich der Dienstherr mit solchen Entscheidungen schwer. Das sieht man schon in diesem Forum an anderer Stelle. Dort wurde geblogged, dass das BMI endlich mal zur Pausenregelung was sagen müsste, aber leider nicht tut.
    Sollte es so kommen wie es im Gesetz steht, droht dem Außendienst/Schichtdienst eine durch die Hintertüre eingeführte Arbeitszeitverlängerung. Dann muss man feststellen, „es wird nicht besser“.

  3. @ ALT-POK
    Mehr als 100 % muss ich Dir zustimmen.
    Warum tut man nichts für uns im Schichtdienst? Mit der neuen Regelung wird es doch noch schlechter.
    Die wenigen Euro, die es in einigen Monaten mehr gibt, sind in Urlaubsmonaten wieder weg.
    Und was wird, wenn wir die Pause schreiben müssen? Mehrarbeit!!!!!!! Da hat man uns ganz schön verar…..!
    Wochenarbeitszeit und Lebensarbeitszeit runter. Eine Schichtzulage die soch mit der freien Wirtschaft vergleichen kann.
    Darum, liebe GdP, setzt Euch mal für die Schichtler ein. Mit über 50 wird der Schichtdienst doch anstrengend.

  4. liege gewerkschaft,
    achtet bitte auf leute, die seit jahrzehnten und noch jahre schichtdienst machen müssen…….ich verstehe das einfach nicht….da wird einfach der festbetrag weggenommen und die erschwerniszulage gefeiert…für uns im schichtdienst eine verschlechterung…………da sind wir usn alle einig….alle……

    geht doch mal an die basis….in den nachtdienst 12 std und sprecht mit uns…….wir kommen nicht aus dem schichtdienst raus…nur bei krankheit……

    und dann viel pom ab 50….arbeitszeit runter….diskrimminierung beseitigen……kinder bis 12 nur 40 std alle anderen 41 std woche…das passt doch überhaupt nicht……

    es wird nicht besser,immer mehr knüppel werden einen in den weg geworfen….man ist mehr im dienst als zu hause und man muss sich mit über 50 mit 17 bis ??????rumärgern…

    ich sag euch,der tag wird kommen,wo ein bundespolizist auf der strecke bleibt……oder umgekehrt…

    beste grüße gdp

  5. Alle haben hier bisher die Situation der Wechselschichtdienstleistenden korrekt angesprochen.
    Viele Forderungen sind deshalb auch berechtigt und sollten mal in ANGRIFF genommen werden.

    Ein ganz entscheidender Punkt ist auch, und das habe ich schon oft hier in verschiedenen Beiträgen / Themen angesprochen.
    Nämlich:
    Für je 10 Jahre Wechselschichtdienst ein Jahr eher in die Pension und das natürlich ohne ABZÜGE.
    Und das sollte nur für diejenigen gelten die Alle Schichtzeiten leisten müssen, also Früh- Spät- und Nachtdienst.
    Und wenn jemand 30 Jahre und mehr Wechselschichtdienst gemacht hat, dann soll dieser Kollege/ Kollegin eben mit 59 Jahren gehen können und das ohne Abzüge von der Pension.
    Und wer sich dafür fast sein ganzes Dienstleben im Tagesdienst herumgetrieben hat, der muss dann eben bis zum offiziellen Pensionseintritt seinen <Dienst verrichten. Dafür hat er ja auch jede Nacht im Bett gelegen und regelmäßig seine Essenzeiten einhalten können.
    Liebe Grüße aus Dortmund

  6. Jetzt ist meiner Meinung nach der Bogen völlig überspannt. Die Schichtdienstleistenden werden trotz aller Warnungen verschiedenster Institute mit Füßen getreten und immer schlechter gestellt. Die geplante Pausenregelung sowie die neue Schichtzulagenregelung sind der reine Hohn. Ich glaube, jetzt müssten die Gewerkschaften in die Gänge kommen. Ich habe gehört, dass Ende Oktober im BMI hierzu ein Gespräch stattfinden soll. Auf das Ergebnis bin ich da mal gespannt…

  7. Ich kann auch nicht verstehen, was sie sich da wieder ausgedacht haben. Ich arbeite am Flughafen Frankfurt im Schichtdienst. Bei unserem 5 Wochen Rhythmus habe ich alle 15 Wochen zwei Schichtblöcke (7 Tage) Nachtdienst (wenn ich nicht rausgestrichen werde, weil zuviele sonst im Nachtdienst wären) Somit sind die Möglichkeiten auf die benötigten 35 Nachtdienststunden pro Monat zu kommen sehr gering. Dann habe ich zwar am Endes eines Jahres gut und gerne 350 Nachtstunden, aber weniger ZU und durch die mit einhergehende Pausenregelung auch noch ein höheres Studensoll (43 Stundenwoche durch die Hintertür) . Nun ihr Damen und Herren von der GdP wollt ihr das wirklich unterstützen?

  8. Ich bin mal gespannt, was die Gewerkschaft zu den o.g. Kommentaren sagt. Die GdP will doch,
    dass es zu einer Verbesserung für die Schichtler kommt und dass ist zur Zeit genau das Gegenteil.

  9. Falls für den Wach- und Streifendienst tatsächlich eine Pause vorgeschrieben werden sollte, dann auch bitte richtig.
    Bei Dienstbeginn muss der jeweiligen Streife der Zeitpunkt der Arbeitsschutzpause bekannt sein und diese dann auch tatsächlich zu dieser Zeit durchgeführt werden.
    Hierzu müssten auf den Wachen dementsprechende Sozialräume/Pausenräume zur Erholung geschaffen werden, da es z.B. an Sonn- & Feiertagen sowie in den Nachstunden nicht möglich ist, in den Pausen Örtlichkeiten ausserhalb der Wachräume aufzusuchen.
    Sollte aus dienstlichen Gründen die Pause nicht zu dem vorgesehenen Zeitpunkt angetreten werden können oder keine Sozialräumlichkeiten vorgehalten werden, muss dies mit einem hohen(!) Pauschalbetrag abgegolten werden.
    Wer A sagt, muss auch B sagen!

  10. Wieviele Studien soll es denn noch geben, aus denen man ablesen kann, dass Wechselschichtdienst auf Dauer nicht gesund ist? Ich kann einfach nicht verstehen, dass der Dienstherr es einfach nicht einsehen möchte, dass das ganze System mit dem Schichtdienst verändert werden muss.

    In diesem Forum kommen von vielen Kollegen immer wieder Vorschläge, wie man etwas ändern könnte. Auch haben herausragende Wissenschaftler in meinen Augen sehr gute Vorschläge vorgetragen, wie man die Berufszufriedenheit, gerade bei Schichtdienstleistenden verbessern könnte. Aber was ist bis jetzt daraus geworden? NICHTS…

    Die Obrigkeit in Potsdam verschließt die Augen davor. Scheinbar wollen sie die Problematik, die in der ganzen Republik gleich ist „aussitzen“… Wo bleibt deren Fürsorgepflicht???

    Warum kann man nicht ganz einfach eine Zulage schaffen, die jedem Schichtdienstleistenden pauschal einen Geldbetrag am Monatsende in die Kasse spült. Analog der alten Schichtdienstzulage und anschließend den DuZ erheblich erhöhen, sodass jeder, der Schichtdienst leistet, es auch merkt.

    Der DuZ ist doch eigentlich nur noch beschämend. Wenn ich sehe, was in der freien Wirtschaft gezahlt wird, wenn deren Mitarbeiter an Sonntagen, Feiertagen oder Nachts arbeiten. Viele von denen arbeiten gerade an diesen Tagen, weil sie dann am Monatsende auch eine entsprechende Vergütung auf ihrem Lohnstreifen sehen.

    Die neue Erschwerniszulage ist in meinen Augen einfach zu kompliziert. Auch die Regelung des Zusatzurlaubes ist in meinen Augen eine extreme Verschlechterung im Bezug auf die alte Regelung. Dort hat man die Jahresnachtdienststunden zusammengerechnet und anschließend den Mitarbeitern ihren wohl verdienten Zusatzurlaub erstattet. Jetzt mit der neuen Regelung kann man gar nicht auf die Höchsttageszahl von 6 Zusatzurlaubstagen kommen, weil man ja schon einmal durch Urlaub, Dienstausgleich, Fortbildung und krank schon einmal mindestens zwei Monate keinen Dienst versieht. Uns schon ist ein Tag Zusatzurlaub weg.

    Mich würde mal interessieren, wieso die Gewerkschaften da zugestimmt haben? Einerseits gibt es durch die Erschwerniszulage mehr Geld (was natürlich abzuwarten bleibt, weil scheinbar ist die neue Zulage ja schon extrem kompliziert) aber andererseits gibt es weniger Zusatzurlaub. Das dürfte doch nicht im Sinne des Erfinders gewesen sein, oder irre ich mich da???

    Ich bin der Meinung, dass man den Schichtdienst auf die Pension anrechnen soll. Für eine gewisse Anzahl von Schichtdienstjahren sollte es eine gewisse Anzahl von Jahren geben, die man bei gleichen Ausgleich früher in Pension geht.
    Zurück zur 38,5 Std. Woche, und zwar für alle Mitarbeiter, egal ob Kinder unter zwölf Jahren oder eine pflegebedürftige Person vorhanden sind/ist.
    DuZ deutlich erhöhen, sodass man auch spürbar merkt, dass man Nachts, an Wochenenden oder Feiertagen Dienst versieht.

    Sicherlich gibt es noch mehr Maßnahmen, die man machen könnte, damit die Berufszufriedenheit wieder wächst und jeder Mitarbeiter wieder Glauben an seinen Beruf findet….

  11. Was für eine Erkenntnis. Es ist schon lange bekannt, das Nachtdienst sehr leastend ist.
    Aber was solls.
    Wir hatten an der Grenze zu Holland Jahrelang den besten und gesündesten Dienstplan. FF SS NN 4 Tage frei und FF SS NN usw.

    Plötzlich kam der Dienstherr um die Ecke und fand, das dieser Dienstplam nicht AZR Konform ist. Jetzt fahren wir einen viiiieeel besseren Dienstplan. ( Ironie )
    Wir haben zwar in einem 5 Wochen Rythmus drei WE frei, dafür aber zwei WE mit jeweils 12 Stunden Nacht und Frühdienst.

    er bitte verantwortet so einen Dienstplan ???

    Egal, Hauptsache AZR Konform.

    Fazit: Unser Dienstherr tut alles um uns frühzeitig um die Ecke zu bringen. Einfach verantwortungslos !!!

  12. @ Auch ein Alter-POK

    Du brauchst auf die Reaktionen der Gewerkschaft gar nicht gespannt sein. Dazu musst Du dir nur mal die Kommentare und Antorten zu den Beiträgen „Nicht entlastend aber fairer“ und „Über Ruhepausen, Pausen…“ durchlesen. Such mal im Archiv. Da wurden viele Probleme und Auswirkungen, die insbesondere mit der neuen Pausenregelung entstehen, nicht nur durch mich mit mehreren Beispielen dargestellt. Die o.g. Erkenntnisse sind nichts neues.

    @ Bahner

    Die neue Regelung für den Zusatzurlaub ist nicht schlechter sondern besser, auch wenn hier von einigen etwas anderes behauptet wird.
    Schon bisher war es kaum möglich die 6 Tage ZU zu erhalten, dafür brauchtest Du im WSD 195 Arbeitstage pro Jahr. Ich kenne niemanden (bin auch auf einem Bahnhof tätig) der diese Anzahl bisher im Jahr erreicht hat. Die meisten Kollegen bekamen bisher 4 oder machmal 5 Tage ZU zusammen.
    Die Kollegen, die kein WSD leisten, brauchten 450 Nachtdienststunden (NDS) für 4 Tage ZU.
    In Zukunft kannst Du bereits mit 420 NDS (auf der sog. 70er- Liste oder qualifizierte NDS) 6 Tage ZU erreichen. Das wird auch den wenigsten gelingen, aber 4 Tage erreichst Du schon mit 280 NDS, vorausgesetzt Du machst 8 Monate im Jahr Dienst zu wechselnden Zeiten. Am Bahnhof im Schichtdient dürfte das kein Problem sein.
    Und in den übrigen Monaten, wo kein Dienst zu wechselnden Zeiten verrichtet wird, verfallen die NDS auch nicht, sondern werden auf die sog. 100er- Liste geschrieben bzw. zu einfachen NDS (wie es im Durchführungshinweis v. 18.09.13 heißt).
    So kann man auch ohne Dienst zu wechselnden Zeiten pro 100 NDS einen Tag ZU erhalten. Zudem kann man noch bis zu 70 bzw. 100 NDS ( je nach Liste) ins Folgejahr übertragen. Das war bisher auch nicht möglich. Insgesamt eine deutliche Verbesserung!! Wer es nicht verstanden hat, soll sich die Erklärungen zur Änderung der EUrlV nochmal durchlesen.

    @ BaPo m.D.

    Leider besagen alle Gerichtsurteile, dass der Pausenbeginn und die Pausenlänge tatsächlich erst zu Beginn der Ruhepause definitiv feststehen müssen. Dem Beamten/AN muss lediglich ein ungefährer Pausenbeginn gesagt werden. Die Gerichte begründen das damit, dass der Dienstherr/AG sonst in seiner Weisungspflicht benachteiligt wäre und nicht auf kurzfristig auftretendes Arbeitsaufkommen reagieren kann.
    Wenn das BMI richtige Ruhepausen i.S.d. Vorschrift für den WSD einführen will dann sollten diese im Streifenplan erscheinen, da bin ich deiner Meinung. Aufgrund der Rechtsprechung kann der Dienstherr aber abweichen und die Ruhepause verschieben. Somit wirst Du dich auch nicht darauf verlassen können.
    Wie ich schon in einem anderen Kommentar schrieb: Ich rate jedem Kollegen, der WSD/Dienst zu wechselnden Zeiten macht, dass er in Zukunft seine Ruhepause ordnungsgemäß nimmt und für diese Zeit nicht zur Dienstleistung bereit steht. Zudem sollte sich keiner unter Druck setzen lassen, während der Pause die Arbeit aufzunehmen, was wahrscheinlich ein frommer Wunsch bleiben wird. Nur so kann dem BMI gezeigt werden, dass eine Ruhepausenregelung für diesen Bereich nicht funktioniert.
    Wenn wir aber in Zukunft unsere Pausen unter Bereithaltung zum Dienst machen sollten und uns dann noch die Zeit dafür abgezogen wird, dann hätten wir tatsächlich eine echte Arbeitszeitverlängerung. Obwohl alle AG/VG diese Pausen bisher als Arbeitszeit werteten, zeigt die gängige Praxis z.B. mit der MKÜ der D M, dass dem BMI/ BPOLP jedes Mittel recht ist uns auch solche Arbeitspausen von der Arbeitszeit abzuziehen.

    Übrigens: Dass sich an der ganzen Verordnung noch etwas wesentliches ändert könnt ihr vergessen. Sie ist durch das Bundeskabinett beschlossen worden und wurde am 20.08.2013 im BGBl.I S 3286 veröffentlicht.

  13. @Niederrheiner 13. Oktober 2013
    Wir hatten an der Grenze zu Holland Jahrelang den besten und gesündesten Dienstplan. FF SS NN 4 Tage frei und FF SS NN usw.

    Wir „fahren“ diesen Dienstplan (FFSSNN-DF,DF,DF) in unserer Inspektion und sind sehr zufrieden. Wenn schon Schichtdienst, dann den.

  14. Man bedenke, das BMI hat im Jahr 2012 oder 2011 eine Auszeichnung bekommen weil man besonders Famillienfreundlich war!!! Ich frage mich nur ob die Bundespolizei extra weg gelassen wurde bei dieser Überprüfung wie auch immer das erreicht werden konnte ist mir echt schleierhaft!!!

  15. @Hauke

    Diesen Dienstplan hat man uns auch vorgeschlagen, wir möchten aber zum großen Teil immer noch bei unserem SFN verbleiben, denn bei dem von Dir favorisierten Dienstplan bist Du ja an mehr Tagen im Dienst als die Leute im Tagesdienst und überhaupt, wie kommt ihr bei 6 x 8 Stunden x 3 Umläufen auf Eure Sollstunden? Meine Berechnung ergibt, dass man bei einem solchen Dienstplan am mittleren DF noch einen Zusatzdienst erbringen, oder aber die Schichtdauer verlängern müsste.

  16. Alle Studien der letzten Jahre hätte man sich sparen können. Hat alles nur viel Geld gekostet. Durch die Hintertür wird doch alles schlechter. Oder sehe ich das falsch ? Warum muss immer alles von den Gewerkschaften nachgebessert werden ( z. Beispiel die Pausenregelung beim E-Plan. Kam der E-Plan etwa so plötzlich und unerwartet wie jedes Jahr Weihnachten und Ostern ? Das ist alles an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Hinterher feiert man sich, wenn die Pausenregelung für Schichtdienstleistende doch nicht eingeführt wird.

  17. KSB im Streifendienst können keine Pause machen weil sie immer in Bereitschaft sind!
    Pausen sind im Streifendienst, zumindest in meiner Inspektion, nicht Planbar da es nicht genug KSB gibt die die Aufgaben der Streife übernehmen können weil wir oftmals nur eine Streife haben.
    Pausen sind nur möglich mit einem eklatanten Personalaufwuchs. (Kosten)

    Diese Pausenregelung ist ja wohl ein Witz denn sie lässt zu, dass mir Pausenzeiten abgezogen werden obwohl ich garkeine Pausen gemacht habe!

    Niemand im Streifendienst (grüne Grenze, Streife mit Kfz) macht eine Pause im Sinne dieser Pausenregelung!

  18. Wisst ihr warum das alles passiert?
    Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 41, Weihnachtsgeld gestrichen (oder gekürzt und gekappt), Urlaubsgeld gestrichen, Pausenregelung zum Nachteil, Neue Zulage verkomplizert und zum Nachteil…..
    Weil wir moderne Sklaven sind, die akzeptieren MÜSSEN, und darauf baut unser Dienstherr, am Anfang wird rumgemault und gejammert, und irgendwann haben auch alle wieder D I E S E nächste Kröte geschluckt.
    SO und GENAUSO denkt und handelt UNSER ALLER DIENSTHERR.
    Denkt mal drüber nach, und bleibt immer **GESUND**

  19. Warum halten wir uns krankhaft an die Azv die eigentlich von Verwaltungsbeamten für Verwaltungsbeamte gemacht wurde ? Die Feuerwehr hat es doch vorgemacht. Halt sich die Feuerwehr an die Azv benötigen sie doppelt so viel Personal. Das ist nicht bezahlbar. Also Verstoß gegen die Azv. Interssiert hat das noch keinen. ÄNDERT die Azv besser gesagt passt sie dem realen Leben an und schon verbessert ihr die Berufszufriedenheit.

  20. @loddel

    Man ist zwar 6 Tage am Stück im Dienst, aber zwischen den F und den S Dienst hat man fast einen Tag dazwischen frei, ebenfalls zwischen dem S und N Dienst. Die Dienste sind ca. 8 Std. lang (außer N, der ist 10 Std.). Wir haben hier aber Möglichkeiten die Schichten zu verlängern, wenn man möchte. Einen AF Tag haben wir tatsächlich, aber nur einmal im Monat auf einem DF Tag. Ansonsten ist der Freibereich angenehmer (3,5 Tage am Stück). Hat alles Vor- und Nachteile und ich denke, jeder sollte „seinen“ Plan finden bzw. so gestalten, dass es ihm am besten passt. Schichtdienst ist, egal wie, immer sehr negativ für den menschlichen Körper.

  21. Lesen und unterschreiben !!!!

    https://www.change.org/de/Petitionen/an-den-bundesminister-des-inneren-klaut-nicht-unsere-zeit?share_id=xBZrrhIYwF&utm_campaign=mailto_link&utm_medium=email&utm_source=share_petition

    gruss O.

  22. im öffentlichen dienst ist es der schichtdienst der einen fertig macht.
    bei müttern und vätern sind es die schlaflosen nächte wenn die kinder heulen……..
    seit dem ich kinder habe,habe ich noch keine nacht durchgeschlafen. das fühlt sich auch wie schichtdienst an.
    vor jahren hatte ich immer schichtdienst. das fand ich entspannter wie aller 2 stunden wach werden,weil jemand heult….
    die schlafprobleme sind jetzt eher vorhanden als früher beim schichtdienst.

    also:
    so schlimm wie es ist,die schlaflosen nächte der eltern ist nicht zu übertreffen.glaubt mir.

  23. @ Bahner

    Dem Kommentar vom Bahner ist Nichts, aber auch gar Nichts hinzuzufügen. Der Kollege hat Recht in allen Punkten und den Nagel genau auf den Kopf getroffen.

  24. Es wäre meiner Meinung nach viel wichtiger, wenn sich alle Gewerkschaftsvertreter um die drohende Pausenregelung und damit um die im Raum stehende Verlängerung der Wochenarbeitszeit kümmern würden.
    Nochmal, was die Basis der Schichtdienstdienstleisenden will:
    – Deutliche Reduzierung der Arbeitszeit im Schichtdienst (38,5 Stunden)
    – Deutliche Reduzierung der Lebensarbeitszeit im Schichtdienst ohne Abzüge der erreichten Pensionsansprüche
    – Eine deutliche Anhebung der Schichtzulage ohne Einführung eines Bürokratiemonsters
    – Eine deutliche Anhebung der DuZ Beträge für Nacht-, Samstag- und vor allen Dingen Sonn- und Feiertagsarbeit
    – Wiederherstellen der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage

    Es gäbe weitaus mehr Berufszufriedenheit, wenn unsere Leistungen im Schichtdienst endlich einmal honoriert würden. Für Studien, die uns immer wieder sagen, es muss mehr für den Schichtdienst getan werden, können wir uns nichts kaufen.
    Und wenn der Unterschied Tagdienstleistender und Schichtdienstleistender bei mindestens 500€ netto im Monat liegen würde (was in der freien Wirtschaft völlig normal ist), wäre das Problem mit der Unterbesetzung in den Dienstgruppen gleich erledigt. Dann würden einige Kollegen aus dem Tagdienst wieder in den Schichtdienst wechseln.

    Ich denke, dass viele Kollegen die Sache auch so sehen.
    Darum nochmals meine Bitte an die Gewerkschaften: Tut was für uns Schichtler, bei Audi, BMW, Mercedes u.s.w. geht das auch.

  25. @hauke

    Danke für Deine Ausführungen. Aber wenn ich 8 Stunden Frühschicht machen würde (Dienstbeginn 5.45 Uhr), dann wäre ich mit meinen 58 Jahren Nachmittags so fertig, dass ich mich erst mal hinlegen müsste, so dass aus diesem „freien“ Nachmittag auch nichts würde. Und Abends wäre ich dann wieder fit wie ein Turnschuh, dann lieber gleich Nachtschicht hinterher.

    Aber jeder nach seinem Belieben. Wenn es denn möglich wäre.

  26. Liebe GdP, verehrter oberster Dienstherr, schöne neue Studien mit tollen Grafikelementen kommen an einer längst erforschten Wahrheit auch nicht vorbei. Der Biorythmus des Menschen orientiert sich an den natürlichen Tageszeiten, wo es einen Tag und eine Nacht gibt. Und die erholsame Tiefschlafphase ist nun mal von 23 Uhr vor der Datumsgrenze bis etwa 3 Uhr morgens nach der Datumsgrenze. Und wenn dieses natürliche System des menschlichen Kreislaufes eines jeden Einzelnen immer wieder durch entsprechenden Lebenswandel „ausgehebelt“ bzw. gesundheitsgefährdend ignoriert wird, dann hat das für denjenigen zur Folge, das zuerst seine Leisungsfähigkeit abnimmt, er irgendwann krank wird und seine Regenerationsphase bis zur Erlangung des ursprünglichen Zustandes immer länger wird.
    Auf einen kurzen Nenner gebracht, wäre jahrelang Wechselschichtdienst leistet, spielt mit seiner Gesundheit und riskiert in irgendeiner Form seine Lebensqualität. Und da muss man ansetzen. Also sollte es Ziel von beiden Seiten sein, Gewerkschaften wie Dienstherrn, dem Rechnung zu tragen. Und dies sollte zu dem Ergebnis führen, das eine X-Anzahl von WSD-Jahren einen Y-Zeitraum von früherer Pensionierung bei vollen Bezügen zur Folge haben muss. Sonst müssen beide Seiten die Worte „sozialverträglich, Mitarbeiterorientiert, Fürsorgepflicht“ usw. garnicht mehr erst in den Mund nehmen. Sie würden nur noch unglaubwürdig wirken. Ein Blick über den Tellerrand, in den Geschäftsbereich des BMVg zeigt auf, das es geht wenn man will. So gehen Berufssoldaten auch früher in Pension, und die liegen öfter zu normalen Zeiten in ihren Betten als Bundespolizisten.

  27. @ gartenfreundin

    Nu mal so erwähnt, ich habe 4 Kinder und nebenbei noch den Schichtdienst. Bei uns ist es so, dass nicht nur meine Frau, sondern selbstverständlich auch ich dann nachts zu den Kindern gehe, wenn ich keinen Nachtdienst habe. Wenn es bei euch anders ich, so hast du es ja geschrieben, hat dein Mann/Vater der Kinder ja ein super Leben. Abgesehen, davon, würde ich sofort nur nachts für die Kinder da sein wollen und den Nachtdienst dafür eintauschen, denn ich finde das nicht so schlimm, wie ständig den Nachtdienst machen zu müssen. Aber wie oben schon geschrieben, jeder so, wie er es möchte.

  28. @gartenfreundin,
    Thema verfehlt…
    Hier geht es um Schichtdienstler, die ca. 30 Jahre WSD und somit regelmäßig Nachtdienste leisten dürfen bzw in diesen 30 Jahren einen ständig wechselnden Rhythmus haben und nicht darum, dass irgend ein Kleinkind die „Mutti“ vielleicht mal ein Jahr lang Nachts ab und zu weckt.
    Außerdem sind Deine Sorgen solche, die teilweise die WSD’ler hier noch zusätzlich haben.
    Dass der Schichtdienstler dem Dienstherrn später als Pensionär nicht so lange auf der Tasche liegt, sollte ihm an anderer Stelle etwas mehr „Bares“ Wert sein. Sei es durch höhere Zulagen und/oder durch früheren Pensionseintritt.

  29. Nur mal eine Frage:

    Wenn der Schichtdienst wirklich so krank macht, wo bleibt die Anzeige gegen den Dienstherrn wegen KV im Amt?

    Alle nörgeln, aber keiner klagt! So kommen wir nicht weiter. Nur klagen hilft und beklagen!

  30. Dem Beitrag von Norbert ist nichts hinzuzufügen.

    Warum gibt es durch die GDP keine Initiative für den Schichtdienst.
    Einen Namen hätte ich schon: SCHICHTDIENST MUSS SICH WIEDER LOHNEN.

    Übernehmt einfach die Punkte von Norbert und schon kann es losgehen. Studien gibt es ja mittlerweile genug und die haben sich seither alle als Papiertiger dargestellt. Hier in FFM hat nicht eine Studie irgendwas für den Schichtdienst verbessert. Wie es um den Tagdienst steht darf man mich nicht fragen.
    In diesem Sinne frohes schaffen

  31. ihr habt mit euren ausführungen auch recht. *hauke* + *hühnerdieb*
    es war nur mein bsp. wie ich es empfinde………nach selber 20 jahren durchgehenden schichtdienst.

  32. @ Hauke
    denkt den jemand auch mal an die vielen Tausend Fernpendler! Was nützt mir ein freier Tag zwischen den Schichten wenn es sich nicht lohnt heim zu fahren . Für den Fernpendler gibt es nur S/F/N , denn ich will meine Freizeit daheim verbringen und nicht am Dienstort. Fernpendler im Schichtdienst müßten noch ein Jahr eher in Pension dürfen, die viele Stunden im Zug in Uniform müßten auch irgendwie verrechnet werden. Wurde uns 1999 vor der großen Reform mal versprochen, dass die Fahrzeiten vergütet werden. Aber es wurde so viel versprochen, Hauptsache ist die vielen Bonn-Berlin Pendler bekamen alles jahrelang bezahlt und vergütet.

  33. Dieses zum Themea Stress:

    Der Autobauer Porsche reagiert auf die Belastungen seiner Mitarbeiter und senkt an seinem Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen die Wochenarbeitszeit um eine Stunde. Für die 3500 Mitarbeiter in der Produktion werde die Stundenzahl bei vollem Lohnausgleich in zwei Stufen auf 34 Stunden gesenkt, sagte Betriebsratschef Uwe Hück der Branchenzeitung „Automobilwoche“.

    Grund sei die jüngste Produktivitätssteigerung, durch die der Stress der Mitarbeiter zugenommen habe.

    Welch ein super Betriebsrat.

  34. So etwas wie bei Porsche wird es in einer deutschen Behörde, und schon gar nicht bei unserer Bundespolizei geben.

    Unser Laden muss laufen. 24 Std. rund um die Uhr das ganze Jahr. Da kann man nicht einfach mal die Produktion etwas zurückfahren, damit die Mitarbeiter eine Erleichterung haben.

    Aber wären in unseren Dienststellen die Dienstgruppen alle personell 100% aufgefüllt, dann würde sich die tägliche Arbeit auf mehrere PVB und deren Schultern verteilen. Personal ist in unserer Dienststelle ja genügend da. Nur werden sehr, sehr viele Kollegen mit Dienstposten KSB in der Führungsgruppe oder ErmD verwandt. Es kann doch nicht sein, dass es ganz junge Kollegen gibt, die aufgrund von guten PC-Kenntnissen im SG PT oder Controlling eingesetzt werden und PVB mit mehr wie 30 Dienstjahren tagein- tagaus, bei Wind- und Wetter als KSB losziehen. Der finanzielle Unterschied zwischen den Tagdienstlern und den Schichtdienstlern ist in meinen Augen viel zu gering. Deswegen entschließen sich ja auch immer mehr junge Kollegen für den Tagdienst.

    Deswegen schließe ich mich hier vielen Schreibern an.

    „SCHICHTDIENST MUSS WIEDER ATTRAKTIV WERDEN“

    Damit diese jungen Kolleginnen und Kollegen wieder ihre eigentlichen Dienstposten wahr nehmen.

    Wäre unsere Inspektion so ausgelegt, wie es der ODP hergibt, dann hätten wir in den Dienstgruppen genügend Personal, um auf jeden Fall viel besser zu funktionieren und man könnte seine ureigene Aufgabe, die Gefahrenabwehr, wieder hundertprozentig ausfüllen. Was wir jetzt mit unserem Personal machen ist doch nichts Halbes und nichts Ganzes.

    Aber solange unserer IL immer wieder Personal aus den schon jetzt schwachen DG´en rauszieht, um seine Führungsgruppe/ErmD aufzufüllen, wird sich da nichts ändern. Hier sind in meinen Augen die Personalräte gefragt, um dagegen vorzugehen. Und das Bundesweit. Denn überall werden Führungsstäbe, Führungsgruppen, ErmD…. mit „ODP-fremden“ Personal aufgefüllt, damit diese Org-Einheiten optimal funktionieren. Und die DG´en bleiben auf der Strecke. Der Umkehrschluss daraus ist dann halt die totale Überlastung der einzelnen Beamten. Aber die Verantwortlichen verschließen davor die Augen und üben sogar noch Druck auf die DGL aus, wenn mal wieder die Krankheitsrate nach oben schnellt….

    Ich bin mir sicher, dass man in der Bundespolizei die Arbeitszufriedenheit wieder anheben und somit erheblich verbessern könnte. Diese Unzufriedenheit herrscht doch fast ausschließlich im Schichtdienst. Dort könnte man mit der o.g. Wochenarbeitszeitverkürzung, merkliche Erhöhung von DuZ, eine unkomplizierte Schichtzulage, gerechter Zusatzurlaub für Nachtdienststunden, …. schnell eine Verbesserung herbei führen. Ich frage mich nur, warum die Verantwortlichen im BMI und BPOLP davor die Augen verschließen und alles so weiterlaufen lassen.

    Wenn man weiß, dass es in den einzelnen Inspektionen nun Sachgebiete wie das Controlling oder FKB gibt, muss man halt den ODP abändern. Aber nein, es ist ja viel leichter das nötige Personal dafür aus den DG´en zu nehmen. Auch mit der Konzequenz, dass diese immer mehr schrumpfen und die Überlastung der restlichen PVB in den DG´en immer höher werden. Was die Konzequenz daraus ist, weiß ja jeder…

  35. @Bahner
    …Ich frage mich nur, warum die Verantwortlichen im BMI und BPOLP davor die Augen verschließen und alles so weiterlaufen lassen. …

    Ooooch, ganz einfach Bahner: WEIL DIE ES NICHT MACHEN MÜSSEN!

  36. Schichtdienst muß wieder attraktiv werden!

    Genau meine Meinung.

    Nun wurde uns die Berrechnungsgrundlage zum Erhalt der zukünftigen Schichtzulage vorgestellt.
    An den Gesichtern konnte man ablesen was die Kollegen in dem Moment dachten…

    WER hat sich das bloß ausgedacht???!!!

    Kein normaldenkender Mensch käme auf die Idee dies so zu verklausolieren.
    Der einfachste Weg wäre gewesen, die im Kalendermonat geleisteten Nachtdienststunden zu addieren und dementsprechend die Schichtzulage zu zahlen.

    Gibt es eigentlich irgendwo eine Ideenschmiede, welche sich nur damit beschäftigt, den Dienst so unatraktiv wie möglich zu gestalten? Quotierung, Pausen- und Bereitschaftszeitenregelung, Schichtzulagenberechnung usw.

    Das Wort Führungskräfte müsste mittlerweile in Anordnungskräfte geändert werden.
    Was hier so alles durchgewunken wird!

  37. Hallo Kollegen,

    mich beschäftigt die neue Zulagenverordnung schon seit längerem. Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen, die so eigentlichen nicht sein sollten. Vorab möchte ich festhalten, dass mein Beitrag etwas off topic ist(nicht so genau zu Thema passt). Des Weiteren richtet sich der Beitrag wohl eher lesenswert für Kollegen von MKÜ’en und der Bereitschaftspolize

    1
    Zum Erreichen einer Anspruchsberechtigung benötigt der Beamte vier Dienstpaare in einem Monat, deren Anfangszeiten mind. sieben Stunden auseinanderliegen. Man stelle sich nun vor, mann hat schon drei Dienstpaare im Monat gebildet und bräucht somit noch Eines. Nun erfüllt aber die Anfangszeit eines Einsatzes der dafür in Frage kommt diese Voraussetzungen nicht, da nur 6,5 Stunden dazwischen liegen. Der Beamte (MKÜ oder Bereitschaftpolizei) hat aber keinerlei Einfluss auf diese Zeiten, weil diese vom SG Einsatz (oder von wem auch immer) festgelegt werden. Daher bekommt der Beamte nun keinen Cent. Hätte der Einsatz eine halbe Stunde später begonnen und hätte zur selben Zeit geendet, hätte wäre er für die Zulage anspruchberechtigt gewesen, obwohl er um eine halbe Stunde weniger Dienst gemacht hätte.

    2
    Das Problem der „sieben Stunden Dienstpaare“. Man nehme einen Beamten der Bereitschaftspolizei. Dieser verrichtet seinen Tagdienst von unter der Woche für gewöhlich von 07:00 – 16:30 (beispiel). Nun muss er zusätzlich an drei Wochenenden im Monat, jeweils samstags und sonntags von 01:30 – 11:30Uhr einen Einsatz bedienen zur Verhinderung von Graffitistraftaten. Der Beamte erlangt nun, obwohl er durch die Wochenendschichten stark beleastet ist, nicht die Anspruchsberechtigung für die Zulage, da nicht ein einziges Dienstpaar gebildet wird.

    3
    Das Problem der Vergütung der Pausenzeiten ab 35 Nachtstunden. Ein Beamter der im Monat 35 Nachtstunden hat bekommt die Pauser zurückerstattet. Der Beamte, der jedoch nur 34 Nachtstunden hat bekommt überhaupt nichts. Dabei sprechen wir von einer Rückvergütung von wahrscheinlich mehr als 10 Stunden im Monat, weil man eine Nachtstunde mehr oder weniger gearbeitet hat. Wo ist hier der normale Menschenverstand geblieben? Entweder muss die Rückvergütung mit der Belastung proportional Ansteigen oder man wählt die logische Vorgehensweise: Wer Regeldienst oder Einsatz macht, bekommt die Pausenzeiten gutgeschrieben, alle anderen nicht. Gerechte Verfahrensweise ohne Verwaltungsaufwand.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen, die sich das ausgedacht haben, das mit voller Hingabe getan haben….

    Ich hoffe, meine Beispiele waren verständlich.

    Grüße