GdP: Fußball fordert von Polizei hohen Krafteinsatz

Randale_Fussball_400Radek: Harter Kern von Gewalttätern schadet friedlichem Fußball

Berlin. Die weiterhin hohe Zahl gewalttätiger sogenannter Fußballanhänger führt nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu permanent hohen Belastungen der Polizei. Zu dem heute von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) veröffentlichen Saison-Jahresbericht 2012/2013 sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek: „Der harte Kern von unter dem Deckmantel des Fußballs agierenden Gewalttätern mit rund 13.450 Personen schadet nicht nur der schönsten Nebensache der Welt, sondern fordert in vielen Wochen des Jahres enorme Kraftanstrengungen von den eingesetzten Kolleginnen und Kollegen. Deshalb dürfen Verbände und friedliche Fußball-Fans in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, Randalierer rund um die Fußballspiele ins Abseits zu stellen. Radikale Minderheiten dürfen dem Fußball nicht dauerhaft schaden.“ So versuchten Ultra-Gruppierungen durch ihr massiv organisiertes Auftreten gegenüber Vereinen, Verbänden und politisch Verantwortlichen, in ihren Kurven ihre eigenen Regeln durchzusetzen.

Die GdP teilt die Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger, wonach die für die Sicherheit friedlicher Fußballfans notwendigen Einsatzstunden mittlerweile inakzeptabel seien. So habe sich die Zahl der Arbeitsstunden innerhalb von zehn Jahren von 900.000 in der Saison 2002/2003 auf bundesweit 1,75 Millionen in der vergangenen Spielzeit 2012/13 nahezu verdoppelt. Radek: „Es ist angesichts des allgemeinen Kriminalitätsgeschehens nicht mehr hinnehmbar, dass statistisch gesehen rund 1.350 Beamtinnen und -beamte ausschließlich für den Schutz von Fußballspielen eingesetzt werden müssen.“ Vor einem Jahrzehnt waren es erst 693 Einsatzkräfte.

Mit großer Sorge betrachtet die GdP die zunehmende Aggressivität sogenannter Ultras. Die Tendenz der Solidarisierung gegenüber der Polizei sei ungebrochen, so Radek. Für die Polizei werde es zunehmend schwierig, die sich weiter abschottenden Gruppierungen zu erreichen.

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

4 Kommentare
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  1. Vollkommen richtige Feststellung die da getroffen wird. Insbesondere der Satz: „Der harte Kern von unter dem Deckmantel des Fußballs agierenden Gewalttätern mit rund 13.450 Personen schadet nicht nur der schönsten Nebensache der Welt, sondern fordert in vielen Wochen des Jahres enorme Kraftanstrengungen von den eingesetzten Kolleginnen und Kollegen.“
    Da aber offensichtlich die Kräfte der Verbände/MKÜ nicht mehr ausreichen, ziehen sich jetzt Einzeldienstbeamte, und das ohne entsprechende Ausbildung, in der Altersklasse 50 + am den Wochenenden wieder KSA und Helm an, um sich so den Gewalttätern entgegen zu stellen. Dabei könnten einige Gewalttäter vom Alter her schon die Enkel der dort eingesetzten Beamten sein. Die „alten“ Beamten werden teilweise wirklich ausgelacht oder mit den Worten „Opa, nichts anderes am Wochenende zu tun“ begrüßt. . Wo bleibt hier die Fürsorgepflicht der einzelnen Dienststellenleiter??
    Aber auch diese Veröffentlichung wird wieder verpuffen und wir stehen wieder am nächsten Wochenende auf dem Bahnsteig den Gewalttätern gegenüber. Danke dafür!!
    (Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten)

  2. Ich kann die Einschätzung nur bestätigen. Die Gewaltspirale verlagert sich immer mehr in die unteren Spielklassen. Dort werden Verbandskräfte meist nicht eingesetzt. Überalterte Vario- und Regeldienste, denen jeglicher verbandspolizeilicher Einsatzwert fehlt, müssen sich mit gewalttätigen Fußballstörern auseinandersetzen. Fußballstörer ist nach meiner Ansicht nämlich der richtige Begriff für das Klientel, denn mit dem Begriff „Fan“ oder „Anhänger“ hat dieser Personenkreis nichts mehr zu tun. Die Belastungsgrenze ist schon jetzt erheblich überschritten.

  3. Wem nutzt das ganze schlaue Geschwätz um Präventionsmaßnahmen im Fußball und die sämtliche Konzeptionen usw. usw.. Bisher hat sich doch alles nur ich Richtung Gewalt verschlimmert, mehr und mehr Einsatzkräfte werden verbraucht. Merkt denn eigentlich die studierte politische und polizeiliche Führung nicht, dass sie auf den Holzweg sind der „Abermillionen Steuergelder“ mehr und mehr verschwendet. Vermutlich ist es der Führung im Lande egal, Hauptsache der Dienstposten ist gesichert! Sorry, das wird jetzt kaum einer verstanden haben.(?)
    Laßt doch einfach mal die Polizeikräfte zuhause, dann werdet ihr sehen, dass wesentlich weniger los ist und von mal zu mal die Lage besser wird!!! Oder es ist genauso eine Lage wie immer, nur die Polizei fehlt, dies entlastet wenigstens den Steuerzahler …und die Polizei. Ich denke, dass jeder einzelne Spitzenfußballspieler, sogar ohne die „Fußballfirmen“ unsere Einsätze bezahlen könnte und da bleibt ihm noch einiges an Luxus übrig. Also ich kann das „Fußballgeklage“ aus unseren Reihen kaum noch hören!

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