Fußball-Krawalle gegen Polizisten nehmen kein Ende

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP Bezirks Bundespolizei

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei

Am vergangenen Wochenende kam es am Rande von Fußballspielen erneut mehrfach zu Ausschreitungen. Insgesamt wurden mehr als 40 Menschen verletzt, darunter auch zahlreiche unserer Kolleginnen und Kollegen:

– Bei der Drittligapartie RB Leipzig gegen Hansa Rostock griffen Rostocker „Fans“ unsere KollegInnen  mit Flaschen und Pyrotechnik an. 22 Polizisten wurden leicht verletzt, 17 von ihnen erlitten ein Knalltrauma. Ca. 200 Hansa-Anhänger versuchten außerdem, das Stadion zu erstürmen und so die Sicherheitskontrollen zu umgehen.
– Bei dem Oberligaspiel SSV Reutlingen gegen Karlsruher SC II kam es zu Ausschreitungen. Durch Randale von ca. 140 Fans wurden vier Personen, darunter ein Polizist, verletzt.
– Ebenfalls in der Oberliga bei der Partie 1. FC Magdeburg gegen den 1. FC Lok Leipzig wurden 11 Polizisten verletzt. Das Spiel musste wegen des Zündens von Feuerwerkskörpern in den Fanblöcken zweimal unterbrochen werden. Polizei und Ordner konnten während des Spiels nur mit konsequentem Einschreiten ein Stürmen des Gästeblocks durch Magdeburger „Fans“ verhindern.
– Auch in der zweiten Liga kam es zu Ausschreitungen: Bei der Partie 1. FC Kaiserslautern gegen Union Berlin wurden mehrere Bundespolizisten verletzt. Auch Bahnmitarbeiter seien angegriffen worden.

„Wir sind es leid, nahezu jede Woche wieder von massiven Gefährdungen und Verletzungen unserer Kolleginnen und Kollegen am Rande von Fußballspielen zu hören. Wenn dann noch ein Vereinspräsident, wie nun bei Union Berlin, die Schuld dafür bei der Polizei sucht, ist das schlicht inakzeptabel. Eine solch laienhafte Kritik am polizeilichen Vorgehen verbiete ich mir. Schließlich ging es hier darum Unbeteiligte zu schützen“, so Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei.

„Es handelt sich hier ja nicht um die Masse an friedlichen Fußballfans, sondern um radikalisierte Straftäter, die nicht vor der Gefährdung von Menschenleben zurückschrecken. Daher sind wir uns auch gemeinsam mit der DFL darüber einig, dass ein konsequentes Durchgreifen gefordert ist. Wir müssen die Kontrollen verschärfen und professionellere Sicherheitsdienste zum Einsatz bringen. Für gewaltbereite Anhänger sind Stadionverbote schlicht unumgänglich“, so Radek.

Der GdP-Bezirk Bundespolizei dankt allen betroffenen Kolleginnen und Kollegen für ihren besonnenen Einsatz Woche für Woche. Ihr leistet hervorragende Arbeit! Gleichzeitig denken wir an alle verletzten Kolleginnen und Kollegen und wünschen Euch gute Besserung und eine baldige Genesung!

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

21 Kommentare
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  1. Es wäre auch bei diesem Thema schön, wenn die Politik endlich handeln würde. WIR können weder als Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei, noch als Gesellschaft, diese wöchentlichen Gewaltausbrüche gegen Polizeibeamtinnen und -beamte hinnehmen. Ich meine dabei auch HINNEHMEN DURCH NICHTSTUN!

    Das GANZE wird dann letztendlich auf die Spitze getrieben, wenn man bedenkt, dass diese kostenintensiven Polizeieinsätze bei Fußballveranstaltungen durch die eingesetzten Polizeikräfte noch selbst auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit und auf Kosten der fehlenden finanziellen Mittel im Bereich der Bundespolizei bezahlt wird.

    Gerade im Millionen-/Milliardengeschäft Fußball wäre es dringend geboten, dass sich alle Vereine auch entsprechend an Lösungsmöglichkeiten gegen die Gewaltausübung gegenüber Polizeikräften und sonstigen unschuldigen Personen, sowie an den Kosten für diese Einsätze beteiligen.

  2. hallo,

    das sollten die sich da oben mal durchlesen……nein machen die wohl nicht……,dafür muss man sich wegen der pausenregelung rumärgern….

    gruß an ganz oben

  3. Habe mich vor 2 Wochen mal mit einem Fankontaktbeamten unterhalten (Bereich NRW) und fragte ihn mal, wieso dieses so eine unendliche Geschichte ist. Antwort: „Liegt an den 68er Richtern, die lassen ja immer alle laufen. Ein 2 Wochenarrest kann schon Wunder wirken.“
    ALSO WOZU EIGENTLICH DIE GANZE MÜHE?????

  4. @ keycount
    Mit der neuen Pausenregelung landen wir bei der 44 Stunden Woche. Dann können wir noch öfters zum Fußball gehen und den Kopf hinhalten. Das íst genau das, was die da oben wollen.

  5. Als aller erstes möchte ich mal klar stellen, dass ich Gewalt in allen Formen ablehne und kein Verständnis für Fußballrandale habe. Höchststrafe für ALLE überführten Straftäter.
    Ich bin kurz vor meinem 25 jährigen Dienstjahr und bin immer noch sehr gerne Schutzmann mit Führungsfunktion.
    Ich bin aber auch Fußballfan und gehe gerne mit meinen Freunden aus der freien Wirtschaft und Kollegen ins Stadion.
    Zu Heim und Auswärtsspielen.
    Einen Anstieg von Gewalt bereiten Fans kann ich zum Glück nicht feststellen. Es sind halt immer wieder die gleichen Schwachkopfgruppen.
    Mal mehr mal weniger.
    Und nun ein böser Satz für viele von euch!
    Leider gibt es meiner Meinung nach in den Reihen von Bundes und Landespolizei immer mehr Kollegen, die es gerade zu herausfordern Stress mit Fans zu bekommen. Ich fahre fast immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion und habe in den letzten 2-3 jahren unerträgliche Dinge erlebt. Meine Kollegen und ich sind teilweise sehr erschüttert darüber wie wir von Beamten angesprochen/ behandelt werden. Meine Freunde aus der freien Wirtschaft schütteln nur noch mit dem Kopf und hoffen immer wieder, dass ich nicht so bin.
    Ich bin so nicht und ich war so auch noch nie. Auch ich habe mehrere Jahre in einer E- Hu hinter mir. Auch wir hatten immer mal den ein oder andere Kollegen dabei der Spaß daran hatte Fans zu ärgern. Das waren aber Ausnahmen.
    Es kommt definitiv mehrfach zu Randale und somit auch zu Strafanzeigen (Selbstschutz?) weil zumindest das Bundespolizei Führungssystem komplett im Arsch ist.
    Angefangen hat es doch als man vor einigen Jahren junge super spezial ausgebildete Kinderkommissare vor alte „E- Hu Götter/ PHM“ gesetzt hat. Natürlich mussten diese erst einmal beweisen wie Klasse sie doch sind. Knüppel raus Männer!!!
    Dann kamen noch die super spezial ausgebildeten Kommissare als Gruppenführer. „Funktioniert das Pfeffer auch wenn man es nicht schüttelt? Lass mal ausprobieren“
    Alte PHM/POM mit 100 Fußballeinsätze und mehr waren natürlich auf einmal zu dumm.
    Dieses Spiel geht jetzt schon seit Jahren so. Egal ob E Hu MFE MKÜ BFE. Neue Leute durchlaufen Führungspositionen, wollen beweisen wie toll sie sind und hauen auf die Kacke.
    Das Personal am Bahnhof hat in etwa das gleiche Problem. Da sind es dann die jungen Kollegen PM/ PK im KSB Bereich.
    In der uasbildung erzählt man ihnen wie toll wir doch alle sind und was „da draußen“ abgeht. Kaum lässt man sie raus, werden sie schon unter Druck gesetzt. Nummern Nummern Nummer!!! Ein Widerstand oder KV wird da auch schon mal ganz gerne genommen. Macht sich doch gut im jungen Kollegenkreis wenn man erzählt wie man dem Fan erst einmal………..

    Schönen Tag noch,

    Ein Fußball Fan und Bundespolizist

  6. Die Äußerungen der Vereinspräsidenten sind nicht mehr nur Kritik am Polizeieinsatz. Sie sind eine deutliche Billigung des Verhaltens der Fans und zeigen, daß Gewalt zu Fußballspielen auch offiziell von den Vereinen gebilligt wird.

    Deutlicher Handlungsbedarf an die Politik besteht darin zu definieren, welche Aufgaben die Polizei übernehmen soll. Die Polizei soll für öffentliche Sicherheit sorgen (die Betonung liegt auf öffentlich). Also soll sie Unbeteiligte schützen – keine Frage.
    Aber was hat eine Polizei im Stadion zu suchen? Das ist Privatgelände und wer da hineingeht, weiß, worauf er sich einläßt. Und wenn die Vereine im Stadion Sicherheit wollen, sollen sie sie selbst organisieren und finanzieren und das nicht der Polizei überlassen.
    Und wenn rivalisierende Fans außerhalb des Stadions aufeinander losgehen – sollte man nicht lassen? So lange sie keine Unbeteiligte gefährden. Hauptsache die ärztliche Behandlung fällt nicht der Allgemeinheit zur Last (die Betroffenen sollten sich privat versichern).
    Meine Meinung: Der Gesetzgeber sollte die Rechtslage dahingehend ändern, daß die Polizei sich – gerade bei Fußballeinsätzen – nur noch auf ihre Kernaufgabe konzentriert und die heißt öffentliche Sicherheit.

    Noch ein Wort zum Thema Gewalt: Gewalt ist in unserer Gesellschaft weitgehend toleriert (es sei denn man ist selbst das Opfer). Geächtet wird sie nur in Ausnahmefällen – rechtsextremistische Gewalt, Gewalt gegen Kinder und gegen Frauen… Alle anderen Formen von Gewalt werden von unserer Gesellschaft durchaus gebilligt – und zwar auch von den tragenden Schichten der Gesellschaft. Es gibt keinen Leidensdruck, der die Politik zum Handeln zwingen würde. Die gegenwärtige Politik spiegelt nur das wieder, was die Gesellschaft von ihr erwartet. Freilich – mit den Werten unseres Grundgesetzes ist Gewalt nicht vereinbar.

  7. Sehr geehrter Herr Radek!
    Ich bin doch etwas irritiert über Ihre Worte. Schön, wie sie die bedenklichen Lagen des vergangenen Wochenendes auflisten, die Sie leicht auch mit jedem anderen Wochenende spiegeln können. Und auch Ihre Forderung nach konsequentem (ich kann das Wort nicht mehr hören) Einschreiten ist nichts anderes, als schon seit Jahren vorgetragen wird. Wann verstehen die Verantwortlichen endlich, daß das Leistungspotenzial der BPOL zu mehr als 100% abgeschöpft ist? Ich denke, dass die Einsatzkräfte seit Jahren an der Verschleißgrenze Sicherheit produzieren. Wir zeigen Konsequenz schon seit Jahren. Es wird langsam mal an der Zeit, dass Vereine und Politik Konsequenz zeigen. Bei uns ist nichts mehr zu holen. ENDE! Beim Spiel Dortmund gegen Braunschweig stellt sich das BVB-Managment öffentlichkeitswirksam nach den Ausschreitungen auf und zeigt mit hoher schauspielerischer Kunst ihre Empörung über das Geschehene. Was waren die Folgen? Die BVB-Fans durften beim nächsten Spiel keine Transparente ausrollen. Ich lache mich tot! Wir als Sicherheitsbehörde können noch so konsequent vorgehen. Wenn Vereine in lächerlicher Art und Weise auf Ausschreitungen reagieren, wird sich nie etwas ändern. Wir kämpfen dann nur noch gegen Windmühlen. Gewaltgeneigte Fans haben in Stadien nichts zu suchen. Spätestens nach einem wiederholten Auffälligwerden müssen diese Unverbesserlichen für viele Jahre aus allen Stadien verschwinden. Und hier sind die Vereine in die Pflicht zu nehmen. Namensbezogene Kartenvergabe. Und wenn die Vereine Personen mit Stadionverboten in die Stadien lassen, muß das für die Vereine teuer werden. Wer € 70 Mio. für Spieler ausgeben kann, kann auch €100.000,- Strafe zahlen, wenn sie Personen mit Stadionverbot Einlaß gewähren. Und ich stimme hier einigen Vor”rednern” zu. Die Vereine müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie die ausufernde Gewalt durch eigenes Unterlassen fördern. Außer wirkungslosen Lippenbekenntnissen und Kurzzeitstadionverboten kommt da nichts. Und damit stehen die Sicherheitsbehörden alleine auf weiter Flur. Ich schwöre einen heiligen Eid darauf, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, dass es nicht mehr nur zu KV´s kommt, sondern wir zukünftig auch mit Totschlagsdelikten zu tun haben werden. Aber vielleicht muß es leider erst so kommen, damit Handlungsbedarf auf politischer Ebene erkannt wird und auch Vereine endlich ernsthaft ihre Verantwortung erkennen. Wir, die Einsatzkräfte der DFB-Polizei, geben jedes Wochenende 100% mit wechselnden taktischen Aufstellungen. Und bewirkt haben wir nichts aus zuvor genannten Gründen. Also, beendet es endlich, bei der Polizei Konsequenz einzufordern. Die müssen erstmal andere zeigen. DANKE!

  8. Ich bin seit 25 Jahren aktives Mitglied in einem Verein im Profibereich. Ich habe bei noch keiner Veranstaltung oder öffentlichen Äuserrung erlebt,dass Vereinsfunktionäre Gewalt billigen. Die Mitglieder der GDP sollten sich nicht auf das populistische Nivau der Herren Wendt und seinen Stellver. begeben. Viel mehr sollte auch von Seiten der Gewergschaften der Dialog mit den Vertretern der Vereine und seinen Fanbeauftragten gesucht werden. Sie werden sehen, dass man so weit nicht auseinander ist. Von Seiten vieler Vereine werden große Bemühungen unternommen, die im Vergleich zur großen Masse der friedlichen Fans wenigen Straftäter zu isolieren und zur Verantwortung zu ziehen. Im Übrigen steht es auch einem Fußballfunktionär zu, Kritik an der Polizei zu üben (ob zu Recht oder nicht) ohne ihm eine Billigung von Gewalt zu unterstellen.

  9. @mama: „Die Mitglieder der GDP sollten sich nicht auf das populistische Nivau der Herren Wendt und seinen Stellver. begeben.“

    Ohne es durch Nachfrage zu wissen, bin ich mir sicher, dass sich weder die Mitglieder der GdP noch der Vorstand der GdP, Bezirk Bundespolizei sich auf irgendein „populistisches Niveau“ begeben, wenn sie die Gewaltausbrüche gegenüber ihren eigenen Kolleginnen und Kollegen verurteilen.

    Jedoch können diese ständigen Gewalteskalationen nicht weiter hingenommen werden!

    Zwar ist es unsere Aufgabe, beispielsweise im Bereich der bahnpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung, eine reibungslose und sichere Anreise bei derartigen Veranstaltungen zu gewährleisten, (UND DIESE AUFGABE WIRD SICHER VON ALLEN KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN MIT VOLLER HINGABE WAHRGENOMMEN) aber, zur Aufgabenwahrnehmung gehört sicher NICHT, dass Kolleginnen und Kollegen durch massive Gewaltausbrüche am Rande von Fußballveranstaltung verletzt werden und dies nicht nur selten.

    Egal in welcher Laufbahn und egal in welcher Funktion wir tätig sind, dürfen wir Gewalt gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen nicht weiter hinnehmen.

    Wer außer der Gewerkschaft der Polizei steht an UNSERER Seite???

    Wir sollten froh sein, dass gerade die GdP immer wieder diese ganzen Missstände öffentlich anspricht und sich aktiv an der Problemlösung beteiligt.

  10. Es wird endlich auch mal Zeit, dass sich die Verantwortlichen der Bundespolizei zu Wort melden. Meine Bitte hierzu wäre, eine sehr deutliche und verständliche Sprache zu wählen. Ich vermisse die schützende Hand unseres „Ober-Präsidenten“.

    Oder gibt es hierzu dienstlich nichts zu sagen?

  11. @Wecker: Offensichtlich bin ich missvestanden worden. Die gewerkliche Forderung nach konsequenten Durchgreifen gilt den Verbänden , Vereinen und Eisenbahnunternehmen.
    Jörg Radek

  12. Sehr geehrter Herr Radek,
    irritiert nehme ich die Forderung der Gewerkschaft der Polizei, nach einem konsequenten Durchgreifen gegenüber radikalisierten Fußball-Straftätern seitens der Polizei zur Kenntnis.
    Dies ist aus meiner Sicht ein Affront an alle Kolleginnen und Kollegen, die Wochenende für Wochenende an den Fußballspieltagen im Einsatz sind.
    Lieber Herr Radek, stellen sie sich vor, die Kollegen leisten bereits qualitativ hochwertige Arbeit in einer konsequenten Art und Weise und das obwohl die Grenze der Einsatzbelastung längst erreicht ist.
    Aber vielleicht trübt auch Ihre jahrelange Abstinenz vom täglichen Dienst, bedingt durch Ihre Freistellung, Ihre Sicht auf die Wertigkeit der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen.
    Fordern Sie lieber härtere Konsequenzen seitens des DFB ein, wie z. B. Strafzahlungen, Teilausschlüsse von Zuschauern (Geisterspiele) anstatt die Arbeit der Kollegenschaft zu Beurteilen.

  13. @Helmut: „irritiert nehme ich die Forderung der Gewerkschaft der Polizei, nach einem konsequenten Durchgreifen gegenüber radikalisierten Fußball-Straftätern seitens der Polizei zur Kenntnis.“

    Zitat Jörg Radek 27.11.2013: „Offensichtlich bin ich missvestanden worden. Die gewerkliche Forderung nach konsequenten Durchgreifen gilt den Verbänden , Vereinen und Eisenbahnunternehmen.
    Jörg Radek“

    Im oberen Artikel von Jörg Radek verurteilt dieser doch klar die Gewalt gegen unsere Kolleginnen und Kollegen, darüber hinaus auch die Äußerungen vom Vereinspräsident von Union Berlin.

    Sowohl die qualitativ hochwertige Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort wird von der GdP wertgeschätzt als auch erkannt, dass die Grenzen der Belastung schon lange erreicht sind.

    Nicht nur in diesem Artikel wird immer wieder hingewiesen, dass die Belastungsgrenze unserer Kolleginnen und Kollegen erreicht ist, sondern auch in vielen Äußerungen der GdP-Vertreter.

    Noch ein Zitat von Jörg Radek:

    „Der GdP-Bezirk Bundespolizei dankt allen betroffenen Kolleginnen und Kollegen für ihren besonnenen Einsatz Woche für Woche. Ihr leistet hervorragende Arbeit! Gleichzeitig denken wir an alle verletzten Kolleginnen und Kollegen und wünschen Euch gute Besserung und eine baldige Genesung!“

    Von fehlender Wertschätzung, gar Kritik an unseren Kolleginnen und Kollegen kann hier nicht die Rede sein!

  14. @Helmut: Seit 2006 begleite ich für die Gewerkschaft der Polizei das Einsatzgeschehen, insbesondere die Fussballeinsätze. Wir haben in diesen Jahren einen umfangreichen Forderungskatalog zur Verbesserung der Situation der Kolleginnen und Kollegen entwickelt.
    Die GdP forderte immer eine absolut konsequente Haltung der Vereine im Umgang mit bekannten Fußballgewalttätern.
    Hausverbote und nach entsprechendem Verfahren auch Stadionverbote müssen konsequent gegenüber jeder Person ausgesprochen werden, der die Stadionordnung oder Strafgesetze innerhalb und außerhalb der Stadien verletzt.
    Um jugendliche Gewalttäter aus dem Fußballbereich frühzeitig die Grenzen aufzuzeigen, müssen auch die Straftaten dieser Personen möglichst rasch in einem Strafverfahren bearbeitet werden. Die Erfahrung zeigt, dass es in der Justiz gegenüber sog. Fußballstraftätern durchaus eine gewisse Nachsicht zu geben scheint. Die GdP empfiehlt daher, die Justiz im Umgang mit sportspezifischen Kriminalitätsphänomenen zu sensibilisieren.
    Der deutliche Anstieg der polizeilichen Einsatzzeiten in den letzten Jahren, der insbesondere auf Großereignisse im Fußball, Veranstaltungs- und Demonstra-tionsbereich zurückzuführen ist, zeigt klar auf, dass die personelle Ausstattung der Polizeien auch im Bereich der geschlossenen Einheiten zu gering bemes-sen ist. Die massive Belastung der Kolleginnen und Kollegen vergrößert das Gesundheitsrisiko und verringert die Qualität des Einsatzgeschehens, obwohl sehr viele Kolleginnen und Kollegen nach wie vor motiviert ihre Einsätze ver-sehen. Die individuelle Überlastung der Kolleginnen und Kollegen der Einsatzhundertschaften ist nur durch eine vernünftige Neueinstellungspraxis abzubauen.
    Viele Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte müssen sich in den Einsatzsituationen vielfältigen Beleidigungen aussetzen.
    Die Gewerkschaft der Polizei vertritt die Auffassung, dass vor allem die Bezeichnung A.C.A.B. oder abgewandelte Formen über den Grad der individuellen Deliktsform der Beleidigung auch ei-nen strafwürdigen kollektivbeleidigenden Charakter hat. Wir haben die Justizminister des Bundes und der Länder aufgefordert,Beleidigung einer Berufsgruppe nicht tatenlos hinzunehmen.
    Die GdP fordert ein Alkoholverbot im Bereich des ÖPNV, denn Alkohol ist der Gewaltbeschleuniger schlechthin.
    In den Regelzügen muss darüber hinaus anlassbezogen mehr Transportkapazität zur Verfügung gestellt sein.
    Die Umsetzung dieser Forderungen erfordert von den Akteuren ein Problembewusstsein. Es gibt aber nachwievor Vereinsvorstände bei denen es daran mangelt.
    Es entspricht schon meinem Selbstverständnis als Gewerkschafter nicht etwas von den Mitgliedern zu fordern; sondern für. Oder von anderen für sie zu fordern. – Meine Haltung ist damit klar erkennbar.
    Jörg Radek

  15. Ich kann mich der der Auffassung von U. A. nur anschließen: Jörg Radek´s Aussagen zielen unmißverständlich auf DFB und Vereine ab. Und als Vorsitzender der GdP – Direktionsgruppe Bundesbereiktschaftspolizei stehe ich voll hinter seinen Forderungen.
    Ich sehe aber auch die Gefahr, dass durch polemische Diskussionen die Stimmung zusätzlich aufgeheizt wird. Das senkt Gewaltbereitschaft nicht.
    @ksbffm:
    In den vergangenen beiden Tagen habe ich bei Personalversammlungen genau das eingefordert. Die Kolleginnen und Kollegen (und auch ich) wünschen sich hier klare und sachliche Äußerungen der Führung der Bundespolizei.

  16. Hallo,

    ich stimme den o.a. Forderungen zu!
    JEDOCH: ein aktuelles Beispiel von heute:

    Es wird in Saarbrücken die Ánreisephase (Ausreise nach Frankreich) der Frankfurter Fans kontrolliert. Fußballspiel Bordeaux gegen Frankfurt. Es wird mit Ausschreitungen gerechnet. Dafür wird wieder alles aufgeboten was laufen kann. Mehere Ehu’s und BFE. TED etc. der Einsatz dauert über 24 Std. Nun werden unzählige Frankfurter Hools angetroffen. Davon einige mit Bundesweiten Stadionverbot. Und jetzt?!! Sie dürfen trotzdem nach Frankreich ausreisen. Es wird aber noch kurz ne Ansprache gehalten, dass sie sich in Bordeaux benehmen sollen!

    Also mal wieder ein Schauspiel ohne Ende, ohne echten Sinn!!!
    Die eingesetzten Beamten hätten gerne eine Ausreise unterbunden. Aber anscheinend haben einige höhere etwas dagegen……

  17. Es schockiert mich immer wieder, wie dünnhäutig Kollegen und Gewerkschaften auf Kritik reagieren. Ich bin selbst an nahezu jedem WE wegen dem Fußball unterwegs, nehme mir daher das Recht heraus, dies auch beurteilen zu können.

    Nichtdestotrotz steht auch die Polizei nicht außerhalb der Öffentlichkeit, weshalb jedermann das Recht haben sollte, sich über deren Arbeit beschweren zu dürfen. Wenn dazu die vierte Gewalt genutzt wird, ist das zwar traurig weil der falsche und nicht sachdienliche Weg, aber nutzen die Gewerkschaften nicht diesen Weg auch, wenn es Ihnen gerade in den Kram passt?

    Ob die Kritik inhaltlich gerechtfertigt ist, wird man doch sehr schnell in offiziellen Verfahren herausfinden. Aber warum ist man davon, was irgendsoein Vereins-Präsi von sich gibt, gleich so aufgeregt. Der ist nichts anderes als jeder andere Steuerzahler auch. Und so sollte man dies auch hinnehmen. Wenn die Kanzlerin oder ein Innenminister sowas sagt, hat dies ein anderes Gewicht.

    Wer sich davon aus der Ruhe bringen lässt, scheint von seiner Arbeit selbst nicht grenzenlos überzeugt zu sein, sonst würde das einfach abprallen. Aber dieser Aufschrei ist doch genau das, was die Provokation bewirken sollte. Und ihr rennt alle mit im Hamsterrad.

    Zu guter Letzt: Gibt es bei unseren Einsätzen nicht auch polizeilich einiges zu optimieren? Also mir würde auf Anhieb so viel einfallen, dass es hier den Rahmen sprengt. Aber nein, es ist einfacher, aber eben leider auch nur die halbe Wahrheit und damit populistischer, sich (selbst!!!) von jeder Kritik freizusprechen und die Schuld/den Fehler bei anderen zu suchen. Und damit wird diese Diskussion sehr wohl populistisch.

    Deshalb kann ich dem Poster mit dem Nick „mama“ sehr wohl zustimmen, ohne mich zu fühlen, als würde jemand meine Arbeit / meinen Willen nicht wertschätzen.

    Dieses Gejammere sollten wir nicht nötig haben!!!

  18. @airbus:

    Das mit den 68 er Richtern kann schon nicht mehr sein, die müssten alle schon in Pension sein!!

  19. Hat die GdP Kontakt zum Unionspräsidenten aufgenommen?
    Hat sich jemand mit den konkreten Vorwürfen beschäftigt?

  20. Tja, der Wecker meldet sich nochmal. Erschrocken aber auch bestätigt muß ich nur ein Wochenende später erneut die ausufernde Gewalt durch die Fußballstörer verfolgen. Bielefeld spielte gegen Dresden. Verletzt wurden leider 17 Kollegen, darunter zwei sogar schwer. War Dresden nicht der Verein, der wegen Krawallen in der Vergangenheit aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen wurde? Na, das hat die Fußballstörer aber gewaltig beeindruckt. Ich wiederhole mich! Die Verantwortlichen in den Vereinen und beim DFB werden Verantwortung erst zeigen, wenn ihnen die Verantwortung auch aufgezwungen wird. Und das wird leider erst dann der Fall sein, wenn Züge brennend in Bahnhöfe einfahren und Tote zu beklagen sind. Und das wird geschehen. Darauf schwöre ich erneut einen Eid, auch wenn man wieder von Polemik sprechen wird. Bisherige Maßnahmen wie Kommunikation oder Dialog sind an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Die Polizei ist Opfer dieser witzlosen Maßnahmen. Und die Fußballstörer halten sich die Bäuche vor Lachen, weil die Verantwortlichen einfach nicht erkennen wollen, wie aussichtlos die Situation mittlerweile geworden ist. Und die Fußballstörer wissen: „Uns kann absolut nichts passieren. Bisherige Sanktionen bestätigen uns, daß wir weiterhin frei drehen können!“

  21. Und noch eine kleine Ergänzung, wie heuchelnd sich die Vereine verhalten. Nach den Ausschreitungen der Dresdner hört man einen Aufschrei in den Medien. Man beschreibt das eigene Engagement und den Unterstützungswillen für die Behörden bei den Ermittlungen. Ganz vorne dabei das Management von Dresden. Offiziell wurde das Spiel später nach der Halbzeit angepfiffen, weil Dresdner ,Fans Bengalos angezündet haben. Auf der Homepage von Dynamo Dresden stellt sich der Spielverlauf im Livechat anders da. Da sind es silberne Fahnen. Kein Wort von Bengalos und Fehlverhalten der eigenen Fans. Die Heuchelei dieser Vereine stinkt zum Himmel. Mein Eindruck bleibt, dass Vereine das Verhalten ihrer Fans zumindest dulden. Schließlich bringen sie auch Einnahmen für den Verein. Was interessiert die schon,,was vor den eigenen,Toren passiert?