Auf geht’s, Herr Minister, folgen Sie Ihrer Frau Kollegin!

Unbenannt 12Mit der aktuellen Debatte über die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ hat die neue Verteidigungsministerin eine Vorbildfunktion für ihren Kabinettskollegen aus dem Innenressort übernommen.
Attraktivität für die Bundespolizei, das heißt für uns attraktive berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten. Kern ist die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Verbesserung der Gesundheitsvorsorge in einem Beruf, dessen Belastungen und Herausforderungen stetig zunehmen, sowie die Schaffung von Möglichkeiten für eine belastbare Lebensplanung.
Die Bundespolizei hat dabei kein Erkenntnisproblem! Unter dem mehrdeutigen Motto „Familie im Dienst der Bundespolizei?“ luden das Bundespolizeipräsidium und die Gleichstellungsbeauftragten in der Bundespolizei bereits am 1. und 2. August 2013 zu einer zweitägigen Veranstaltung nach Lübeck. Die damalige Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder hatte vor allem angemahnt, dass die Gestaltung einer familienfreundlichen Arbeitswelt auch vor bundesweit und international agierenden Organisationen wie der Bundespolizei nicht halt mache. Ihr Ehemann, der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Ole Schröder, forderte dazu auf, aktiver als bisher nach Lösungen zu suchen, wie die Abordnungs- und Umsetzungsbelastungen erheblich reduziert werden können. Nach den mehrfach betonten Worten des Staatssekretärs muss dies vor allem durch eine „regionale Einstellung“ in den Ballungsräumen erfolgen – eine Forderung, die von der GdP seit langem verfochten wird. Bisher war man im BMI nur bereit, regional zu werben, aber zentral in Lübeck einzustellen, was sich zur Schließung der Personalbedarfe in den Ballungsräumen als Irrweg erwiesen hat.
Unsere Klartext-Studie 2010 hat den Weg zu einer familienfreundlichen Bundespolizei deutlich aufgezeigt. Die Empfehlungen daraus liegen auf dem Tisch. Die Menschen in der Bundespolizei müssen die Möglichkeit haben, gerade wegen ihrer starken beruflichen Beanspruchung, ihr Leben ordentlich planen und leben zu können. Derzeit wird im Bundesministerium des Innern an einem Personalentwicklungskonzept gearbeitet. Wir haben unsere Vorstellungen eingebracht: Regionale Werbungen und Einstellung sowie ausschließlich freiwillige, faire und verbindliche Weiterversetzunsnmöglichkeiten (vor allem aus den Ballungsräumen und der Bereitschaftspolizei) sind nur zwei unserer Forderungen.
Die Bundespolizei kann gerade in diesem Bereich ein deutlich besserer und fairerer Arbeitgeber sein, als sie es heute ist. Der Deutsche Bundestag hat sich auf unsere Initiative hin in einem Entschließungsantrag ebenfalls klar und eindeutig für diesen Weg ausgesprochen. Es geht jetzt darum, dass diejenigen, die für die Umsetzung zuständig sind, auch klar Verantwortung zeigen. Nur mit Verbindlichkeit und Verantwortung ist ein wirklich akzeptables Personalentwicklungskonzept zu schaffen.
Die Menschen in der Bundespolizei brauchen Antworten auf ihre unterschiedlichen „sozialen Fragen“. Der arbeitende Mensch hat einen Anspruch auf eine ausgewogene Balance von Beruf und Privatleben.
Es gibt keine Ausreden mehr. Die Erkenntnisse sind da – es mangelt an der Umsetzung.

Jörg Radek

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12 Kommentare
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  1. Lieber Jörg Radek,

    den Artikel und die Initiative der GdP kann man nur unterstützen.

    Gerade in Ballungsräumen und Schwerpunktdienststellen, die sehr personalintensiv sind und teuer im Lebensunterhalt, müssen nun endlich von der Politik besser gestellt werden.

    1. Schichtpläne die endlich etwas flexibler sind als jetzt. (Vereinbarkeit Familie und Beruf)

    2. mehr Beförderungen/Ausgleich in Ballungsräumen (teure Mieten/teurer Lebensunterhalt im Ballungsraum)
    (Mit A7 und A8 wirds für die Familie eng, wenn man schon ca. 1000 Euro und noch mehr an Kaltmiete abdrücken muss. Was soll man seiner Familie da noch bieten?? Nebenjob?? In den Verwaltungen ist es noch schlimmer!)

    3. Wir brauchen auch Ausstiegskonzepte, damit Kolleginnen und Kollegen nach einigen Jahren im Ballungsraum ggf. wieder heimatnah versetzt werden können.

    4. Arbeiten im Ballungsraum bzw. in einer Schwerpunktdienststelle muss sich doch auch für die eigene Karriere endlich positiv auswirken. Die Kolleginnen und Kollegen, welche schon weg von ihrer Heimat sind und sich evtl. auf einer Dienststelle wiederfinden, wo sie eigentlich nicht hin wollten, sollten doch zumindest durch zusätzliche Beförderungen einen Vorteil haben. Wir müssen endlich Anreize schaffen! 20 Jahre auf seinen PHM warten gehört sicher nicht dazu!

  2. … seit Jahren wird es nicht besser … :-(

    Neuste Meldung aus dem Saarland:

    Saarbrücker Zeitung: „Der Krankenstand bei der Bundespolizei an der Saar ist überdurchschnittlich hoch. Das bestätigt die Bundespolizeidirektion in Koblenz“

    http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/Bundespolizei-Saarland-Bexbach-Krankenstand;art27856,5094845

  3. Lieber Kollege U.A.,

    die finanziellen Mehrbedarfe der Kolleginnen und Kollegen, die in Ballungsräumen eingesetzt sind, durch bessere Beförderungsmöglichkeiten bei den dortigen Dienststellen auszugleichen, halte ich für einen Irrweg. Zum einen ist fraglich, ob dies mit den gesetzlichen Vorgaben der Beförderung nach Eignung, Befähigung und Leistung, die sich selbstverständlich auf die Gesamtbehörde beziehen, vereinbar ist. Zum anderen kann es zu erheblichen Verwerfungen im Gesamtgefüge der BPOL kommen, wenn die bei Schwerpunktdienststellen beförderten Kolleginnen und Kollegen zu anderen Dienststellen versetzt werden.
    Aus meiner Sicht wäre es wesentlich zielführender den dortigen Beschäftigten (PVB, VB, VA) eine entsprechende Zulage zu gewähren.
    Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Versetzungen auf gleichwertige (heimatnahe) Dienstposten nicht nach einem Punktesystem erfolgen können, das Dienstzeiten bei Schwerpunktdienststellen besonders berücksichtigt.

    Gruß

    Franky

  4. @franky

    1. In Bayern bei der LaPo gibt es schon seit vielen vielen Jahren eine Rangliste München und Nürnberg. Wer sich auf diese Ranglisten bewirbt, wird auch mit einer etwas schlechteren Note genommen. Nach der Ausbildung müssen diese Kolleginnen und Kollegen eine bestimmte Zeit ihren Dienst in diesen Ballungsräumen verrichten, werden natürlich entsprechend schneller befördert und können danach heimatnah versetzt werden. Habe nur Positives dazu gehört und der Einsatz in weniger beliebten Deinststelle wird auch entsprechend mit Beförderungen honoriert.

    2. Wäre gesetzlich gar kein Probelm. Einführung eines extra Beförderungstopfes für Ballungsräume & Schwerpunktdienststellen. Haben wir ja jetzt auch schon! Denke mal an GSG9, Fliegerstaffel etc.!

    3. Welche erheblichen Verwerfungen???
    Wer jetzt heimatnah verwendet wird und jeden Tag bei seiner Familie ist, was will diese Kollegin und dieser Kollege nocht? Der ist doch mit dem jetzigen System im klaren Vorteil gegenüber seinen Kollegen in den Schwerpunktdienststellen. Wird jetzt genauso schnell befördert wie diese und ist noch jeden Tag daheim und auch auf keiner Schwerpunktdienststelle.

    Wer dann karrieretechnisch es für sinnvoll ansieht, kann sich ja jederzeit zu einer Schwerpunktdienststelle in den teuren Ballungsraum versetzen lassen. Das muss dann jeder selbst wissen! Wir wollen doch gerade auf Schwerpunktdienststellen die Attraktivität erhöhen, aber das sollte sich auch auf die Karriere auswirken!

    4. Thema „Zulage“
    Die Zulage ist nicht ruhegehaltsfähig, aber was haben die Kolleginnen und Kollegen davon wenn sie in Ballungsräumen und in der Schwerpunktdienststelle jahrelang gearbeitet haben und dann nur als PHM in Penison gehen? Die Zulage für Ballungsräume fällt weg, dagegen würde PHM+Amtszulage in der Pension stehen bleiben. Nun, was bringt denn mehr Sicherheit???

    Ich finde es immer abenteuerlich, dass sich viele gleich benachteiligt fühlen, wenn es um Beförderungen geht, aber auf Großdienststellen in Ballungsräumen möchte keiner arbeiten. Was soll das? Haben die Kolleginnen und Kollegen, welche dann doch ihren Dienst dort verrichten müssen einfach PECH gehabt? Sollten nicht gerade diese zumindet karrieretechnisch und finanziell einen kleinen Vorteil haben??

  5. zum Thema Ballungsraum.

    Wenn ich die vorgegangenen Einträge zum Ballungsraum lese und versuche zu intepretieren, dann wäre ja folgendes möglich:
    Ein unterdurchschnittlicher PVB kommt auf die glorreiche Idee sich zu einer Ballungsraumdienststelle zu melden. Grund des PVB wäre, dass er sich ausgerechnet hat, hier automatisch und ohne besondere Leistung eine bessere Beurteilungen und somit bessere Beförderungsmöglichkeiten zu bekommen. Nach einer gewissen Anzahl von Jahren geht dann dieser PVB, ohne dass er durch Leistung geglänzt hat (und nur weil er an einer Ballungsraumdienststelle war) möglicherweise im Endamt in eine heimatnahe Verwendung und sitzt allen anderen, die wohlmöglich Leistung gebracht haben, vor der Nase.
    Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein, oder doch?

  6. @mr.barnes

    Egal ob Ballungsraum oder nicht. Wer motiviert ist und Leistung bringen möchte, der wird dies tun oder auch nicht.
    Fakt ist aber, wenn ein unterdruchschnittlicher PVB (wie von dir genannt) sich in den Ballungsraum freiwillig versetzen lässt, der muss auch mit den Folgen leben.

    1. evtl. über Jahre nicht heimatnah
    2. evtl. Zweitwohnung (im Ballungsraum sehr teuer)
    3. Lebenshaltung sehr teuer

    Unterm Strich muss dann aber unter Umständen der eine oder andere Kollege, der heimatnah ist, nicht in den Ballungsraum.

    Und, liebe Kolleginnen und Kollegen, als ob heute die Beurteilungen und Beförderungen nur ein Ergebnis von Leistung wäre!? Hört mir damit bitte auf!

  7. Wie sagtre der neue Innenminister passend bei seinem Abschied durch die Bundeswehr:

    Die Unzufriedenheit in der Bundeswehr mit seiner Reform hält de Maizière für normal. “Es wäre ein Wunder, wenn es anders wäre”, sagte er. “Ziel der Neuausrichtung war es nicht und konnte es nicht sein, die Zufriedenheit der Soldaten und Mitarbeiter zu erhöhen.” Ziel sei es, den Auftrag der Bundeswehr zu erfüllen.

    Das sagt doch wohl alles, was dieser IM von Vereinbarkeit von Beruf und Familie denkt. Und diesem Denken schließen sich viele „kleine Fürsten“ in den Inspektionen an.

  8. Ich glaube kaum, dass unser neuer „alter“ Innenminister irgendetwas bei „seiner“ Bundespolizei ändert. Wieso auch, läuft ja laut den Führungskräften sehr gut (siehe hierzu den Artikel aus dem Saarland, wo der Pressesprecher der Direktion Koblenz behauptet, dass der Krankenstand keine Auswirkungen auf die Sicherheit in den einzelnen Revieren in der BPOLI BEX bedeutet).

    Wenn ich sehe, dass in meiner Inspektion ein Revier nur sehr, sehr selten, oder besser gesagt fast nie besetzt ist, dann frage ich mich jetzt, ob in diesem Revier die Sicherheit immer für die Benutzer der Bahn gewährleistet ist. Aber wir haben ja die Landespolizei, die für die Bundespolizei fast immer die Kohlen aus dem Feuer holt, wenn es wieder mal lichterloh brennt…. (hoffentlich bleibt das auch so, aber ist ja auch egal, dann wird das Revier von der Inspektion oder von einem anderen Revier angefahren, sind ja nur fast eine Stunde anfahrt, was soll in dieser Zeit schon passieren….)

    Ich persönlich hätte mir einen Innenminister oder in diesem Fall besser gesagt, eine Innenministerin gewünscht, die deutlich macht, dass in der Behörde etwas geändert werden muss. Wäre Frau von der Leyen die neue IM´in geworden, dann glaube ich schon, dass sie sich mit den Studien „Klartext 2010“, usw. auseinandersetzen würde. Herrn de Maiziere interessiert es wohl nicht so, denn eine Veränderung gibt es bei uns nicht. Es werden immer noch sehr viele KSB innerhalb den Inspektionen fremd verwendet, sodass es an der Basis immer schwieriger wird. Die Kollegen in der BPOLI BEX haben ja nicht einmal ihre Dienststelle zu 100% mit Personal aufgefüllt, womit man ja begründen könnte, dass es personell schwierig ist, dass es bei der Sicherheit zu Problemen kommen könnte. Es gibt aber auch Inspektionen, die laut ODP voll besetzt sind (sogar leicht darüber), wo es personell nicht rund läuft, weil viele Kollegen nicht da sind, weil dauerkrank, Ausland, BAMF, Fremdverwendung in der Inspektion…. Umso mehr Personal, umso mehr kann anderweitig verwandt werden. Schon traurig.

    Ich wünsche mir, dass irgendjemand mal den Stellenbesetzungsplan hinterleuchtet und in den Inspektionen mal schaut, wer wo seinen Dienst verrichtet. Sicherlich braucht der ErmD und die FüG mehr Personal, wie der ODP hergibt. Aber dann sollte man sich mal überlegen, ob man diesen nicht mal überprüft und ändert. Denn auch die einzelnen DG´en benötigen dringend Personal. Dieses ist zwar auf dem Papier da, aber in der Realität auch wieder nicht…..

  9. Also ich glaube schon das sich in Bezug auf die Bundespolizei unter dem neuen/ alten IM was ändern wird nur nicht zum guten.
    Fakt ist ja er und Frau van der Leyen sind als inoffizielle Nachfolger für Frau Merkel benannt. Frau van der Leyen steht mit sauberer Weste da unser IM allerdings ist durch die Wehrreform sowie die Mängel bei der Euro Hawk Beschaffung stark beschädigt. Er wird sich innerhalb unserer Behörde also rehabilitieren müssen, was mich jetzt schon Bauweh verursacht. Weil was macht ein Minister der sich wieder Positiv in die Medien bringen muss?.

    Tja er stösst ne neue Reform an die seine Handschrift trägt in der Hoffnung das sie mehr Erfolg hat als die letzte.
    Denke spätestens im Sommer wissen wir mehr wohin die Reise geht.

    Wie sagt man so schön….. Möge Gott uns beistehen.

  10. Ich kann allen MA in der BPOL nur zu Geduld und Bescheidenheit angesichts der derzeitigen Situation raten. Findet Euch schon mal damit ab, dass wenn sich was ändert, es nicht unbedingt besser wird. Zum einen kennen wir unseren jetzigen neuen obersten Dienstherrn bereits,
    und die meisten Menschen bleiben mit zunehmenden Alter ihrer Linie treu. Man kann dann auch von einer gewissen Beratungsresistenz sprechen. Und außerdem sind viele von uns auch noch abhängig von regionalen „Fürsten“ und „sonstigen Vasallen“. Es nützt die tollste Absichtserklärung der Bundesregierung oder des BMI zur BPOL dem Einzelnen nichts, wenn er seinem Erstbeurteiler nicht genehm ist.
    Das ist nämlich noch die zweite große Baustelle in unserem System. Was wird einem da nicht alles mit fadenscheinigen Begründungen wie Quotierungen und anderen Ausreden verkauft! Solange es ist in unserem System möglich ist, das ein PHK A12 den Beurteilungsbeitrages eines LtdPD in der Oberbehörde ignorieren kann, ohne Folgen, solange werden wir hier in unserer Organisation immer zwei Lager im mD und gD haben. Die Begünstigten und die auf ewig Verdammten.

  11. @ U.A., franky & mr.barnes, in Teilen habt ihr alle drei Recht.
    Aber: Eine Ballungsraumzulage wäre die beste Kompensation für höhere Lebenshaltungskosten in bestimmten Ballungszentren! Voraussetzung sollte aber hier der Erstwohnsitz in einer entsprechenden Region sein.
    Damit verbunden sein muß auch ein Ausgleich für entsprechend höhere Kosten für Kinderbetreuung/-förderung.
    Eine bessere Quotierung/Dienstpostenbewertung und somit ein finanzieller Anreiz für Dienststellen/Dienstposten mit erhöhter Arbeitsbelastung muss mal endlich auch durch die Gewerkschaften, allen voran durch die GdP, durchgesetzt werden. Ja, IHR, liebe Gewerkschafter, müsst mal da endlich „in die Gänge kommen“! Minimalerfolge als Triumph feiern hilft nicht wirklich und geht eher in Richtunh „Augenwischerei“!

    Es kann nicht sein, dass wir KSBmD bei der Bahnpolizei vor allem in den Innenstadtrevieren der Ballungszentren (die uns regelmäßig unterstützenden Kollegen aus den Außenrevieren sind natürlich hier auch gemeint) die volle Wucht der sozialen/wirtschaftlichen und politischen Probleme abbekommen, aber regelmäßig bei Beförderungen in die Röhre glotzen, obwohl unsere Tätigkeit durch diverse Studien im gD angesiedelt ist (Hebung von Entscheidungskompetenzen zum gD hin haben daran auch nichts geändert)!

    Das bei der Bahnpolizei die Personaldecke in den Dienstschichten nicht nur dünn, sondern sowas von löchrig ist, verschlimmert das ganze noch. Man bekommt das Gefühl (rein supjektiv), dass hier schlecht beurteilt wird, damit man sich nicht erfolgreich wegbewerben kann (das trifft dann nicht nur den mD, sondern auch den gD).
    Wenn dann in Bereichen mit kaum oder gar keiner Arbeitsbelastung die Kollegen die gleiche Dienstpostenbewertung (A8/9mZ) wie Beamte im Einzeldienst (Flughafen, Grenze, Bahn) und eine bessere als Kollegen in den geschlossenen Einheiten (da oft nur A7/9) haben, setzt den ganzen noch die Krone auf und macht wütend!

    Auch diese halbherzigen Reformen müssen endlich aufhören! Wenn ich mir mal erlauben darf, nenne ich mal einige für mich wichtige Punkte:

    1. Einführung eines Laufbahnverlaufsmodels mit einem Leistungsfaktor (der weniger Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn hat, als das derzeitige „auf-Gedeih-und-Verderb-ausgeliefert-sein)

    2. Personalverwendungskonzept mit Orientierung am tatsächlichen Bedarf einer Dienststelle/Einheit unter Einbeziehung eines Überhanganteils für Urlaub, Krankheit, Aus-/Fortbildung (orientieren kann man sich hier an diversen US-Behörden, die für sowas ca. 15% Überhang zum tatsächlichen Personalbedarf haben)

    3. Personalausbildung- und fortbildungskonzept (das sich natürlich an der Altersstruktur sowie dem Personalverwendungskonzept orientiert), um den Bedarf an Personal sowie speziellen Fachkräften deckt.

    Auch hier macht „Big Brother jenseits des großen Teiches“ uns einiges vor, da im Polizeidienst oft ehemalige Soldaten mit Erfolg dienen.
    Wer eine Militarisierung der Polizei befürchtet, sollte daran denken, dass dies in Deutschland schon einmal mit Erfolg Anfang der 90´er im damaligen BGS durchgeführt wurde! Hierbei ging die Entwicklung sogar in Richtung einer rein zivilen Polizei, wie es die heutige Bundespolizei darstellt.

    Da bei Punkt 2. und 3. nicht nur Chaos, sondern Planlosigkeit herrschen, wird´s auch nichts mit Punkt 1.!
    Und deshalb, lieber @Bahner und lieber @Beamter VAV, wird´s eh nix mit einer Verbesserung in Richtung „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“!
    Alles nur Lippenbekenntnisse von Politikern, Gewerkschaftern sowie dem ein oder anderen Gott und Halbgott in unserer Behörde bzw. dem übergeordneten Ministerium!

    Man wird weiter auf uns und die Kollegen der Landespolizeien sowie des Zolls den „ganzen Dreck“ der „politischen Unfähigkeit“ abladen, die Lebensarbeitszeit gegen jeden gesunden Menschenverstand sowie unter Mißachtung diverser Gesetze (Führsorgepflicht etc.) verlängern und hoffen, dass wir dann noch einen zusätzlichen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung erbringen, in dem unsereins bei Zeiten „in der Kiste landet“ und nicht so viele Jahre (wie eigentlich verdient) Pension empfängt!

  12. @Kaiman:
    …da bin ich platt!

    Besser und konzentrierter habe ich das Ganze bislang noch nirgendwo auf den Punkt gebracht gelesen!

    Das sollten jetzt alle (Verantwortliche und auch Kollegen!) erst mal auf sich wirken lassen, bevor man daran geht, einzelne Aussagen auseinanderzurupfen! Vorhersehbarer Diskussionspunkt wird u.a. auch die verstärkte Übernahme von BWlern sein, die nicht jedem „schmecken“ und mit der auch nicht jeder auf jeder Ebene gute Erfahrungen gemacht hat. (so wie die nicht näher kommentierte Aktion eines Ex-BW-Dienststellenleiters, die Angehörigen seiner Dienststelle beim Betreten der Dienststelle die Fahne grüßen zu lassen….).

    Aber auch hier gilt:Geeignete K a n d i d a t e n sind die Ex-Militärs auf jeden Fall (man muss ja nicht jeden nehmen bzw. ihm nicht jeden Stuss durchgehen lassen…)

    Vor allem zeigt hier eben der Blick nach links und rechts, dass man sich andernorts offenbar durchaus Gedanken über Konsequenzen seines Handelns macht und nach Kompensationen sucht.

    Warum beschleicht einen bei uns nur immer wieder das ungute Gefühl, dass das einzige , wonach man sucht, Sparpotenziale sind?