Berufsverlauf ist kein Schicksal: dezentral werben und einstellen!

In der politischen Marketing-Rhetorik ist die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ hochaktuell. Die Feststellung, dass Familie und Beruf für die Bundespolizei schon immer eine große Bedeutung gehabt haben, wirft die Frage auf, warum sich dies nicht in einer zeitgemäßen Personalpolitik widerspiegelt? Eine Personalpolitik, die sich nicht nur an den Aufgaben ausrichtet, hätte zum Inhalt, den Berufs- und Lebensverlauf der Menschen zusammen zu führen. Die Bausteine Berufseinstieg, Anschlussverwendung, Aufstieg, Fortbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden in einem „Bauplan“ für einen „Regelkreislauf Personal“ verbunden. Doch anstatt ineinanderzugreifen ist Sand im Getriebe. Für die Älteren ist es so wie immer, sie erinnern sich als wäre es Gestern. Für die Jüngeren ist es eine erste bittere Erfahrung.
In der Bundespolizei ist der Berufsverlauf Stückwerk von Anfang an. Personal wird überwiegend dort geworben, wo es nicht gebraucht wird. Mit hohem Verwaltungsaufwand wird eine Rotation durchgeführt. Sie schont nicht die Menschen, sondern führt zu einer vermeidbaren Belastung. Bereits die Anschlussverwendung für den Laufbahnabsolventen hat etwas Schicksalhaftes. Ein Procedere, das leider seit Jahren seine Wiederholung erfährt. Sind die Verantwortlichen dafür ignorant gegenüber den negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit? Dabei gibt es nichts Wichtigeres als den Menschen. Die Entfremdung von der Familie wird zum Prinzip erhoben in einer Zeit, in der es die politische Absicht ist, die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers heraus zu stellen. Die Glaubwürdigkeit der Regierung wird in Frage gestellt. Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte sollen selbstverständlich bundesweit einsetzbar sein. Aus diesem Anspruch erwächst eine besondere Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Der bundesweite Verwendungsraum ist für die Attraktivität als Arbeitgeber am Ausbildungsmarkt ein großer Nachteil. Seit 2008 wäre Zeit gewesen, um Konzepte zu entwickeln. Das Parlament hat dazu Entschließungen verabschiedet. Doch das konkrete Verwaltungshandeln unternimmt wenig um dieses Handicap zu verringern. Ziel muss es sein, dass die Direktionen in den Regionen Einstellungsbehörden werden, ihren Bedarf selbstständig durch eine Personalanalyse erheben und einstellen. Zur Deckung des Personalbedarfes muss die Einstellung dezentral organisiert werden.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

21 Kommentare
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  1. Hallo,

    die Aussagen in dem Artikel kann man ja nur unterstreichen.
    Da wird z.B. in Direktion Flughafen Ffm für ein Zertifikat familienfreundliche Dienststelle, ein Betrag von 14.000 € ausgegeben, was keinem was bringt, außer das man nach außen was darstellen will, aber die Attraktivität der Dienststelle verbessert das nicht. Im gegenteil, man hört mittlerweile immer öfter, dass der Nachwuchs aus dem Nahbereich Ffm, der für den Flughafen geworben wird, sich nach den Praktika´s am Flughafen, lieber wo anders hinmelden, da es Ihnen dort nicht gefällt, was doch sehr komisch ist! Wobei ich die Initiative der Direktion Flughafen Ffm natürlich positiv sehe im Nahbereich zu werben, was ja auch schon eine längere Zeit läuft!
    Aber ich muss auch feststellen, dass es doch auch teilweise an der Motivation des Nachwuchses hängt und nicht nur an den Dienststellen, was man mit den Kündigungen, sowohl im mD als auch im gD, deutlich belegen kann!
    Auch dass müsste vielmehr in die Berechnungen der Einstellungen einbezogen werden!

    Insgesamt denke ich es ist noch einiges zu bewältigen und einiges im argen, packen wirs an!

    Gruß SL

  2. Ein sehr guter Beitrag, den ich insoweit ergänzen möchte, dass in der Bundespolizei das Motto verdreht wurde : Beruf und Familie , heißt es in den Publikationen, die ich kenne !

    Insofern weichen wir schon vom Regierungsprogramm Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab !

    Grüß Dirk

  3. Insofern weichen wir schon vom Regierungsprogramm Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab !
    Dirk Stooß 6. Januar 2014

    …in der Tat , Dirk!
    Ein besonders krasser Fall der Differenz zwischen „Schein“ und „Sein“ bei der Umsetzung des „Audits Beruf und Familie“ im Zuständigkeitsbereich unserer Direktion veranlasste uns bereits im Oktober 2012 zu nachfolgender Pressemitteilung:

    http://kg-weil-am-rhein.gdpbundespolizei.de/2012/10/06/von-schein-und-sein/

    Besagter Kollege konnte übrigens ca. ein halbes Jahr später seine Versetzung erreichen. Das allerdings nicht ganz ohne Mühen: dazwischen lagen mehrfache Interventionen unsererseits beim Präsidenten des BPOLP sowie auch bei der Stiftung „Beruf und Familie“.
    Dass hierdurch jedoch eine dauerhafte Wirkung entfaltet wurde, darf getrost bezweifelt werden, nachdem es hier mittlerweile die Runde macht, dass seitens der Direktion angedacht sein soll, auch während der Eltern-Teilzeit keine Verwendung mehr ausserhalb der Stammdirektion zu genehmigen….

    Hoch lebe der „Schein“!

  4. Guten Tag,

    ich bin zurzeit Auszubildender bei der Bundespolizei und ich merke schon jetzt in der Ausbildung, dass das, was uns erwartet, schon innerhalb des Jahrgangs Ängste hervorruft.
    Nicht allein ist dies der Tatsache geschuldet, dass wir bundesweit verwendet werden können, sondern viel mehr des vorangegangenen Jahrgangs bzw des Laufbahnlehrgangs, der uns schon so einige Geschichten erzählt hat.
    Es ist schon sehr demotivierend was man über Frankfurt am Main zu hören bekommt. Meinungen der Kollegen vor Ort in den Praktikas verstärken dieses Bild noch mehr.
    Allein innerhalb des Jahrgangs wissen schon jetzt einige, dass sie das nicht mit sich machen lassen werden.
    Der Gedanke einer Kündigung steht bei vielen an vorderster Front, wenn es nach der Ausbildung in den besagten südlichen Teil Deutschlands geht. So wurde das vor Antritt der Ausbildung in keinster Weise auch nur annähernd erwähnt. Es wurde einem sogar gesagt, dass man ja dort nicht lange bleibe, man komme in jedem Fall in seinen Heimatort zurück.
    Wie viele von uns allein beim anwerben, nichtmal im Einstellungstest, belogen wurden, ist unterste Schublade.

    Ein Umdenken muss geschehen, da sich der Bund mit den Kündigungszahlen nur ins eigene Fleisch schneidet.
    So hatten wir uns unseren vermeintlichen Traumberuf nicht vorgestellt. Bundesweit schön und gut, aber irgendwann möchte man sich auch mal niederlassen. Jedoch vermitteln mir 40-50
    Jährige Abgeordnete ein anderes, erschreckendes Bild.

    Grüße.

  5. Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Von einer vernünftigen Personalpolitik sind wir in der Bundespolizei weit entfernt. Im Internetauftritt der Bundespolizei werden die zukünftigen Anwärter mit einer Anschlussverwendung in der Bundesbereitschaftspolizei geworben. Was aber erwartet dann die frisch ausgebildeten Polizeimeister nach ihrer Ausbildung, sie finden sich in Frankfurt/M., Stuttgart und München wieder. Die Zuweisungszahlen werden bis zuletzt zu Gunsten der sogenannten „Schwerpunktdienststellen“ und zu Ungunsten der Bundesbereitschaftpolizei korregiert. Die neuen Polizeimeister aus dem Norden und Osten der Republik werden den o.g. Dienststellen fern der Heimat zugeteilt. So kann man nur hoffen das nun endlich Mut bewiesen wird und man zum Regionalprinzip (heimatnahe Verwendungen) findet. Leider kommt diese Einsicht für viele viele gutausgebildete und einst motivierte junge Beamte zu spät.

  6. Hallo PMA,

    Wie alt bist Du? Wenn Du noch jung bist, sieh zu, dass du bei der LaPo anfängst.Das würde ich jetzt machen.Aber nach 20 Dj geht das nicht mehr.Nutz Deine Chance wenn du jung bist.

    EIN GUTER

    WIR brauchen Nachwuchs.Aber unsere Behörde begreift das nicht. In der heutigen Zeit spricht sich ein schlechter Dienstherr schnell rum da k Internet.

  7. @PMA

    Ich bin Einstellung 1986. Das , was du schilderst kommt mir bekannt vor. Ich komme gebürtig aus dem nördlichen Ruhrgebiet. Damals wurde das Ruhrgebiet bezgl. der Ausbildungsstätten des BGS geteilt. Norden ging nach Bodenteich, Lübeck. Süden nach Heimerzheim.
    Ich kann mich gut daran erinnern, das viele von uns, die kurz vor der Laufbahnprüfung standen aufgrund leeren Versprechungen seitens des BGS kündigen wollten.
    Das was du anführst, entspricht in den Grundzügen dem, was auch damals vorherrschte.
    Gekündigt haben jedoch ganz wenige. Warum? Ich kenne nicht die heutige Verfahrensweise bei Anwärtern. Jedoch musste man damals noch bei eigener Kündigung die Anwärtersonderzuschläge für die 2,5 Jahre Ausbildung zurückzahlen, was eine hohe Belastung gewesen wäre.
    Meiner Meinung nach, werden von den Kollegen heutzutage nur ganz wenige kündigen.
    Sicherlich seid ihr unzufrieden und subjektiv fühlt ihr euch verarscht. Denoch:
    Die Vorzüge des Berufsbeamtentums und auch der monitäre Aspekt (zumindest in der Anfangszeit) wird bei den meisten überwiegen.

    Im übrigen: Schaut euch doch mal in der freien Wirtschaft um, dort wird noch mehr Flexibilität verlangt. Und wer dort nicht spurt fliegt, bzw. bekommt seinen Zeitvetrag nicht verlängert.

    Gruß

    MB2

  8. Der Grundsatz „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gibt es in der BPOLD Koblenz nicht. Trotz allen Bemühungen und auch individuellen und persönlichen Lösungen und auch BGM steht der Beruf im Vordergrund.

    Alles andere ist weit weg von der Realität.

    Daher mein Vorschlag:

    Die Einstellung und Ausbildung ausschließlich bei den Ländern durchführen. Outsourcing!

    Mit bundesweiten Stellenausschreibungen hätten dann die ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit sich bei der BPOL zu bewerben.

    Fairer Wettbewerb. Mal sehen, wer sich bewirbt und ob die BPOL überhaupt konkurrenzfähig ist?

  9. Wer jetzt noch kann sollte sich einen anderen Beruf aussuchen – oder nochmals studieren.

    Und für alle diejenigen, die noch einen JOB suchen, die BPOL ist nicht zu empfehlen. Sicherheit im Beruf ist nicht alles. Die Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht.

    Statt besser werden sie immer schlechter.

  10. @MB2
    Das genau ist die Denkweise, die für viel Unzufriedenheit mit steigendem Alter führt.
    Geld.
    Alles dreht sich nur um´s Geld.
    Und als Totschlagargument kommt dann die freie Wirtschaft, also dankbar zu sein, Füße still zu halten und das Berufsleben irgendwie durchzustehen.

    Und danach, was kommt dann? Pension, so man sie überhaupt (gesund) erlebt? Das war es dann, das große schöne Leben, 30+ Jahre Unzufriedenheit für eine „gesicherte Pension“, die nurnoch einen kleinen Tei der bisherigen Zeit ausmacht?…

    @ PMA
    Ich sag es in aller Deutlichkeit: man lebt nur einmal.
    Der Weg ist das Ziel, nicht die Pension am Schluss.
    Wer schon jetzt erkennt, dass er vielleicht den falschen Weg einschlägt, ein ungutes Gefühl dabei hat, mein Gott, der soll doch bitte auch auf dieses Gefühl hören und ganz schnell den Absprung schaffen!

    Meine Meinung ist, dass Geld eben NICHT alles ist.
    Wer engagiert ist und von einem Beruf überzeugt, hat auch Chancen, dort seine Erfüllung zu finden.
    Chance, wohlgemerkt, eine Garantie gibt es nie.
    Gilt auch für das Beamtentum, wohlgemerkt, wieviele sind / waren hoch motiviert und wurden von unfähigen Vorgesetzten und unsäglichen Arbeitsbedingungen dann soweit ins kalte Wasser gestellt, dass sie nun murrend und unzufrieden ein Schattendasein führen.
    (Berufs-)Leben möchte ich das dann gar nicht mehr nennen.

    Daher empfehle ich persönlich, dass man als junger Mensch durchaus den Arsch in der Hose haben und den Versuch wagen muss, den Wunschberuf in der freien Wirtschaft / das Wunschstudium anzutreten, alleine in der Hoffnung und dem Vertrauen auf etwas Glück, dass man damit später auch tatsächlich Geld verdienen wird und nicht arbeitslos.

    Aber immer nur alles auf die sichere Schiene zu schieben, auf Nummer sicher zu gehen, kein Risiko zu wagen und – Hauptsache krisensicher – den Beamtenweg beizubehalten, das nenne ich dann eine Verschwendung des einen, wertvollen Berufslebens, das man hat.

    Daher mein Appell, Mut zu haben, etwas zu riskieren, sein Bauchgefühl ernst zu nehmen und optimistisch nach vorne zu schauen, wenn man sich für einen Beruf in der freien Wirtschaft entscheiden sollte.

  11. Hallo,

    es ist ja nicht der primäre Hauptgrund, die bundesweite Verwendung. Dessen waren wir uns alle bewusst, bevor wir die Ausbildung anfingen. Das größte Problem ist meiner Meinung nach, diese zermürbende Ungewissheit. Wo werde ich hinkommen? Wie lange dort bleiben? Werd ich dort sofort wieder weitergereicht? Wie lange kann ich dort überhaupt bleiben oder werde ich mir bald einen neuen Wohnort suchen dürfen?
    In vielen steckt nunmal weiterhin die Hoffnung auf Heimatnähe. Diese Hoffnung zieht sich durch die gesamte Ausbildung. Wenn diese Hoffnung aber zerstört wird, nicht bereits am Anfang, wenn man einem den genauen Standort mitteilen könnte, sondern am Ende der Ausbildung, zerspringt einem vor dem geistigen Auge alles. Die Familie die man vertröstet hat, bzw vor allen Dingen die Freundin.

    Das Rückzahlen des Ausbildungsgehaltes gibt es nicht mehr, soweit meine Informationen richtig sind.

    Wenn aber 30 Kommissare und 50 Meister in ffm kündigen, dann fragt man sich als Auszubildender, ob einem das nicht genauso ergehen wird. Man identifiziert sich ja doch bereits mit vielen Kollegen und überträgt das eigene Bild auf diese Personen, obwohl es einem dort unter Umständen gefallen könnte.
    Es fehlt an Transparenz seitens des Dienstherren.

  12. In München kündigten die Jungen Leute in der selben Größenordnung.Lieber PMA.Den Eindruck,den du jetzt bereits von der Behörde hast,der wird die nächsten 40 Jahre nicht besser.Im Gegenteil.Wenn Du dann erst Familie etc.hast, wird es erst richtig schwer. Dann die ständigen sinnlosen Reformen etc. Hätte ich das vor 20 Jahren gewusst…Nie

  13. Mein Tip an die jungen Kollegen ist: bewerbt Euch parallel beim Land! Dort ist zwar auch nicht alles Gold was glänzt, aber Ihr bekommt Heimatnähe und den Polizeiberuf, der alle Facetten beinhaltet – nicht nur die eingeschränkten Zuständigkeiten des Bundes. Die Bundespolizei bietet keine Perspektiven. Das System Bundespolizei funktioniert nicht.

  14. Hallo PMA! Mein Sohn wollte sich eigentlich auch bei der Bundespolizei/Landespolizei bewerben, aber es dann doch für etwas anderes entschieden. Zum Glück!!! Jetzt hat er einen unbefristeten Arbeitsvertrag, arbeitet nur 35 Stunden in der Woche, fast jedes Wochenende/Feiertage frei, ein wirklich gutes Gehalt und er ist ZUFRIEDEN. Ich habe einen gesicherten Arbeitsplatz,
    ein gutes Gehalt, arbeite 41 Stunden (Wechselschicht) pro Woche, ab und zu habe ich mal an den Wochenenden frei, an den Feiertagen bin ich meistens auf Arbeit, der Steuerzahler und der Fussballfan darf seinen Umut an mir auslassen, ich habe ein besch….Arbeitsklima und irgendwann bekomme ich mal Pension. Such Dir etwas aus.

  15. Hallo, PMA
    Mit Spannung habe ich deinen Artikel gelesen und vorweg..zum einen echt eine Interessante Sichtweise bereits dies von einem Anwärter zu hören und zum anderen echt ein Armutszeugnis der BPOl. Ich kann dich gut verstehen, denn ich war vor paar Jahren in der gleichen Situation.

    Ich wurde zum Einstellungstest in Neustrelitz eingeladen und man sagte mir…jaja Sie kommen nach der Ausbildung in den Norden…
    Was war passiert ich wurde weil man die Einstellungszahlen in NZ verpasst hat, in Oerlenbach 650 km entefernt eingestellt. Ok als junger motivierter Anwärter, dachte ich mir …das packst du. Schließlich komme ich ja wieder Richtung Norden.
    Selbst auf Anfrage bzgl. Praktikas…Nein im Norden geht nix…Gut der Bund hat dann halt mal 1000 euro für ne Unterkunft in München, obwohl ich umsonst im Nordbereich bei Familie bleiben hätte können.
    Das dieses Kartenhaus Wunschdienststelle zusammenbricht , merkte ich schnell im 3 Dienstjahr. Nun bin ich in Bad Bergzabern. 800 km entfernt von der Heimat.

    Jeder Beruf hat seine Schattenseiten, aber die Bundespolizei schaufelt sich mit FFM ihr eigenes Grab. Wer soll denn die Arbeit machen, wenn 2015 die PENSIONSWELLE und die Kündigung in den nächsten Jahren weiter steigen, machen? Der Innenminister persönlich ?

    Wenn du jung bist und deine Heimat liebst, kündige. Ne Freundin hat das im 2 Dienstjahr auch gemacht. Sie heimlich während des Urlaubs bzgl EAV Lapo probiert. Und soll ich dir was sagen. Sie ist in der Heimat und hat nur ein 1 JAHR verloren.

  16. Ich würde auch nur noch eine Bewerbung bei der Landespolizei empfehlen. Die Bundespolizei ist eine spezielle Polizei mit beschränkten Aufgaben und bietet nur sehr begrenzt, dass was man sich unter „POLIZEI“ vorstellt. Das wird einem aber erst klar, wenn es oft schon zu spät ist und einem die BPOL nicht mehr zur LaPo gehen lässt, bzw. man dort die Ausbildung nicht noch einmal machen kann. Und gerade die Polizeiarbeit ist es doch, warum sich viele für diesen Beruf entscheiden. Ich denke, dass ist auch eine der Hauptursachen, warum so viele und vor allem junge PVB unzufrieden sind.

  17. Beim lesen der Beiträge, ist mir aufgefallen, dass das ursprüngliche Thema immer weiter in den Hintergrund trat. Dies macht deutlich, dass diese Personalverschleierungstaktik der Behörde ein ganz eigenes Themenfeld darstellt.
    Das Einstiegsthema, Familie und Beruf, ist doch ein viel zu individuelles Thema. Jeder in der Behörde hat da seine Erfahrungen. Positive wie negative. Ich für meinen Teil kann nur sagen, das es grundsätzlich möglich ist die familiären Belange und die dienstliche Notwendigkeiten miteinander zu verbinden.
    Voraussetzung dafür ist natürlich eine gesunde Infrastruktur bezüglich der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Familienangehörigen. Die wiederum sind regional stark schwankend. Wenn man in den neuen Bundesländern eine sehr gute Abdeckung von solchen Einrichtungen hat, ist dies in den alten Ländern trotz aller Beteuerungen der Politik stark verbesserungswürdig.
    Im Fazit bleibt festzuhalten, dass jeder seine Probleme hat die Familie und den Beruf unter einen Hut zu bekommen. Es ist aber doch vermessen vom Arbeitgeber zu erwarten, das er sie löst. An der Lösung der individuellen Sorgen muss vor Ort in den Dienststellen gearbeitet werden, nicht per Erlass von Oben.

  18. Genau so siehts aus.

    Ich war mal hoch motiviert, aber mein Traumberuf ist zum Albtraum geworden. Ich weiß manchmal echt nicht, wie es weiter gehen soll. Aussichtslosigkeit und keine Perspektive lassen einen Tag für Tag immer mehr abstumpfen. In ruhigen 5 Minuten denke ich manchmal: Du musst dir das doch nicht geben, dich zwingt keiner dazu. Aber dann denkt man daran wie sehr man gekämpft hat im EAV in der Ausbildung um sein Ziel zu erreichen. Und das einfach wegschmeißen würde mir sehr schwer fallen.

    Während PVB in anderen Dienststellen Chancen bekommen was Anderes zu machen wird sie uns konsepuent genommen. Es wäre ein echter Lichtblick, wenn man wüsste nach Ablauf einer Frist darf man zumindest wo anders hin, egal wohin Hauptsache eine andere Verwendung und nicht Flughafen.

    Dann würde ich sagen: Ok ich muss eben einmal im Dienstleben in eine Schwerpunktdienststelle so wie andere eben nach der Ausbildung zur Bepo müssen, aber danach gehts woanders weiter. Das würde meine Motivation wieder verbessern.

    Bundesweite Verwendung, dafür hab ich schließlich unterschrieben, aber Flughafen für immer, war nicht der Sinn meiner Bewerbung.

    Und wenn ich mir dann noch die neue Bewerber-Hompage anschaue, dann ist das für mich der blanke Hohn. Schon toll, was man so alles machen kann in der Bundespolizei ….

    Gruß

  19. Moinsens!

    Nachdem mein Posting vom 07.01.2014 entweder „verschütt gegangen“ oder zensiert worden ist, hier ein nochmaliger Versuch:

    @PMA

    Deine Sorgen und Nöte kommen mir persönlich noch sehr bekannt vor.
    Uns ging es vor 20-30 Jahren ähnlich und irgendwie hing fast dauerhaft das Damoklesschwert einer Abordnung (manchmal Zwangsversetzung) nach Sonstwohin über einem.

    Das sich das Personalproblem in den sogenannten Schwerpunktbereichen in den letzten Jahrzehnten noch nicht entschärfen/lösen ließ, hat für mich schon eine entsprechende Aussagekraft in Bezug auf unser Personalmanagement.
    Zu einfach ist es schließlich auch, die bundesweite Verwendung und das Beamtengesetz in den Ring zu werfen, um immer und immer wieder aus anderen Bereichen Personal abziehen und dorthin abordnen zu können.

    An diesem Umstand wird sich m.E. auch in absehbarer Zukunft nicht viel ändern, da die Bundespolizei für die gesetzlich verankerten Aufgaben einfach zu wenig Personal hat (oder halt eben eine Aufgabe zu viel). Mag das Personal an der einen oder anderen Stelle ausreichend sein, so steht es an anderen Stellen bereits fast täglich mit dem A…. an der Wand.
    Auch mit der vielgepriesenen „Organisationsruhe/Konsolidierung“ wird es aus meiner Sicht nicht viel werden, möchte unser neuer/alter BMI doch gerne ernten, wo er so oft gesät hat.
    Mag sich jeder seinen Reim auf die Aussage machen.

    Meine Handlungsempfehlung:
    Schau, ob Du eine Verwendung an einer Schwerpunktdienststelle bekommen kannst, die in etwa Deinen Wünschen entspricht und fange erst dann an, Dein Leben zu planen. Zumindest hättest Du eine relative Sicherheit an dem Dienstort verbleiben zu können, was ich für die „nicht so wichtigen“ Flächendienststellen so dauerhaft nicht sehe.
    An den Schwerpunktdienststellen wirst Du aufgrund der Größe vermutlich auch mehr Möglichkeiten haben, beruflich voranzukommen.
    Weiter zu bedenken ist, dass jeder Dienststellenwechsel vermutlich Dein berufliches Vorankommen hemmen wird.

    Kannst Du Dich mit dieser Idee nicht anfreunden, dann ist es vielleicht ratsam, sich etwas Anderes zu suchen.

    Für die richtige Entscheidung wünsche ich Dir ein gutes „Händchen“ und die besten Wünsche für Deinen weiteren beruflichen Werdegang.

    Gruß

    AB

  20. Sehr interessante Beiträge!

    Zu PMA:
    Ich kann dir auch nur empfehlen, dich anderweitig umzuschauen, solange du noch kannst. Wenn du Single bist und keine Familie hast, wage diesen Schritt, wenn du jetzt schon unzufrieden bist.

    Heimatnah hat man es nach der Ausbildung nur, wenn man aus dem Kreis FFM kommt. Und nicht mal denen gefällt die Arbeit dort. Ich habe aber auch viele kennengelernt, die sich sagen: Hey, leichter kann man doch kein Geld verdienen. Was mach ich denn großartig hier? -auch eine interessante Sichtweise. Wenn du sagst: ich will für immer
    In ffm bleiben, hier was aufbauen und evtl. Eine Familie gründen, dann ist das wohl mit die einzige Dienststelle bundesweit, in der du 40 Jahre planen kannst. Aber ob das die dienstliche Erfüllung ist, muss jeder für sich selbst wissen.

    Ich selbst bin Angehöriger einer Abteilung. Und hier ist auch nicht alles Gold was glänzt. Kannst nie planen, jedes Wochenende Konfrontation mit „Fans“. Vor allem als Familienvater ist dies sehr kompliziert, da man teilweise nicht mal 2 Tage vorher planen kann. Das sind ein Paar Punkte…und nur am Rande: ich bin auch nicht Heimatnah und pendele täglich.

    Wenn du kurze Arbeitswege haben willst und nicht weg willst von Zuhause, dann mach eine kaufmännische Ausbildung bei dir in der Nähe oder studiere.

    Und zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ kann ich sagen, dass es teilweise umgesetzt wird, aber auch manchmal unnötig schwer gemacht wird. Hängt immer vom Vorgesetzten ab.

    Und ein kurzes Statement zur Personalpolitik bei uns:

    Die ist in meinen Augen völlig außer Kontrolle. Wenn ich lese aus NL und dann OEB und jetzt BBZ, kann ich nur mit’m Kopf schütteln. Es wird falsch geworben und leere Versprechen gemacht. Ohne soziale gründe gar man nach der Ausbildung keine Chance Heimatnah zu kommen. Vor allem die Verteilung der pma’s ist ein Witz. Ich habe in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass wir bundesweit nur 4-5 Dienststellen haben. Immer dieselben Verdächtigen. In den Bereich Bahn zu gelangen ist schon fast unmöglich,
    Obwohl wir so viele Dienststellen bundesweit haben, in denen auch viele in Pension gehen. Das werde ich wohl nie verstehen, wieso man einem jungen PM nicht die Chance gibt in solche Bereiche zu gelangen und sich weiterzuentwickeln.

    Naja, genug geschrieben. Hoffe, ich konnte paar gute Argumente bringen.

  21. sehr interessant! die frage, wer bessere lösungen für das thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ in seinem jeweiligen ressort präsentiert und u m s e t z t.

    Ist es ein „dauergenervter Innenminister, der sich kann sich zum Quell von Streit und Unruhe in den eigenen Reihen und in der Koalition entwickeln könnte“ (spiegel online) oder ist es die ärztin und mutter ursula von der leyen, die sich bereits zu ihrem amtsantritt vehement für ihre soldaten/innen einsetzt. legt man die politischen erfolge als gradmesser an, ist leider letzteres zu erwarten!