GdP Erfolg: Strittige Abordnungen zum BAMF werden nicht weiter verfolgt

Potsdam: Das BAMF wird zukünftig durch Beschäftigte aus dem Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums unterstützt. Die zum BAMF abgeordneten Kolleginnen und Kollegen können umgehend wieder ihrer laufbahnadäquaten Betätigung nachgehen.

Das BAMF soll zeitnah durch Beschäftigte aus dem Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums unterstützt werden. Dies soll zu einer erheblichen Reduzierung des Bedarfes an Abordnungen aus der Bundespolizei führen..

Das teilte die zuständige Referatsleiterin B 1 aus dem BMI am 6. Januar im Zusammenhang mit dort anhängigen Nichteinigungsverfahren an. Die Nichteinigungsverfahren aus dem Bereich der Direktionen Sankt Augustin und Pirna werden somit nicht weiter verfolgt.

Zunächst besteht der Auftrag des BMI zur Erhöhung der Zahl der Abordnungen auf 160 jedoch weiter fort. Entgegen der bisherigen Auffassung sollen auch Verwaltungsbeamte und Tarifbeschäftigte mit einbezogen werden können, sofern sie dienstlich abkömmlich sind.

Aus Sicht der GdP ist beabsichtigte Verstärkung durch das BMVg zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Wir fordern aber weiterhin die Beendigung der gesamten Unterstützungen des BAMF.

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21 Kommentare
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  1. Na DAS ist doch mal eine gute Nachricht.

    Auch, wenn ich nicht direkt von dieser fragwürdigen Maßnahme betroffen war:
    Bravo GDP, für diesen Erfolg!

  2. Moinsens!

    Nun, das kann man auch mit einem weinenden Auge betrachten, machte es diese Maßnahme doch dem einen oder anderen Kollegen möglich, einmal in den Genuss einer zeitlich befristet heimatnahen Verwendung zu kommen.
    Überdies betrachte ich das auch als eine gewisse Art von Gradmesser über die Berufszufriedenheit speziell im Bereich des KSD, denn daraus resultierten in „unserem“ Bereich die meisten Bewerbungen.
    Diese Berufszufriedenheit betrachte ich (wiederum für den Bereich, in den ich Einblick habe) nämlich als am Boden liegend.

    Im BAMF soll man nämlich tatsächlich relativ eigenverantwortlich arbeiten können, das ohne Wechselschichtdienst und ohne das täglich eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird.
    Darüber sollte sich unsere Verantwortlichen mal zuerst Gedanken machen.

    Gruß

    AB

  3. Eine sehr gute Nachricht! Hochachtung für diesen tollen gewerkschaftlichen Erfolg. Bin jetzt nur mal gespannt, was die Kameraden vom BMVg zu ihren Abordnungen sagen werden. Das Problem ist meines Erachtens damit lange nicht gelöst. Das Personalfehl beim BAMF muss durch einen den Gegebenheiten angepassten Personalschlüssel geregelt werden. Arbeitsplätze schaffen ist hier wohl angesagt.

  4. Sehr schön !

    @AB : Das das vielen Kollegen gefallen hat wissen die Personalräte schon, aber auch das die Kollegen auf der Dienststelle die Arbeit dann mitmachen müssen.Und BAMF ist ja auch nur eine Fremdverwendung die wir leisten.Komischerweise kommt uns niemand zu Hilfe.

    Gruß Geppi

  5. danke liebe gewerkschaft das ihr vielen die möglichkeit genommen habt, ENDLICH mal heimatnah dienst leisten zu können! daumen hoch!

  6. ….das einige hundert Kollegen sich ins Ausland zum HOD ,Missionen usw.abordnen lassen und die restlichen Kollegen an der Basis ihre Arbeit mitmachen müssen,kann ich genauso gut als Argument hervorstellen. Die Personalräte Haben sich einfach nur auf dem Schlips getreten gefühlt,weil sie und die Dienststellen für die ersten drei Monate kein Mitspracherecht hatten. Hier geht es um nichts anderes wie um Kompetenzgerangel.Jetzt soll mir mal einer erklären was das Militär beim Bamf soll.Gleiches in grün . Auf der einen Seite Kämmpft das Militär genau in diesen Ländern wo die Flüchtlinge herkommen auf der anderen Seite sollen sie einen Asylantrag aufnehmen. Da beißt sich doch etwas.

  7. Zusatz:
    Möge unser Dienstherr doch einmal eine Befragung oder Studie über die Zufriedenheit in der Truppe erfassen, dann könnte man drauf kommen wieso so viele Kollegen zum Bamf gehen und sich eine Auszeit nehmen.
    Übrigens ,wir reden hier ,ich glaube von 160 Kollegen bundesweit, die zum Bamf gegangen sind.also eine lächerlich kleine Zahl .

  8. Habt ihr Info darüber wie das Wort „umgehend“ ausgelegt wird?

  9. Moinsens!

    @Geppi
    Genau, komischerweise kommt uns niemand zu Hilfe.

    Das gilt aber ebenso für den Fall, das einige Bundespolizeibedarfsträger nach Personal krähen und auf dem Abordnungswege Personal aus anderen Dienststellen erhalten und die abordnenden Dienststellen damit ebenso „aussaugen“.
    Dort trifft es gleichermaßen den kläglichen Rest, der das dann auffangen kann.
    Das dieses Procedere Dienststellen der Bundespolizei betrifft macht es aus meiner Sicht aber um keinen deut besser, da von einigen „Rückläufern“ berichtet wird, dass sie dort aber sowas von über waren.
    Was nicht heißen soll, dass es nicht begründete Fälle gibt, wo eine Unterstützung unabdingbar ist.

    Gruß

    AB

  10. Abordnungen zu fremden Bedarfsträgern

    Die Kolleginnen und der Bundespolizei klagen laut den Ergebnissen der von der GdP in Auftrag gegebenen Strohmeier-Studie zu Recht über die Zunahme von Belastungen und der Leistung von Überzeit und Überstunden.
    In der ebenfalls auf dem Markt befindlichen Beerlage-Studie, die im Auftrag des BMI erstellt wurde, hat man wissenschaftlich festgestellt, dass die Belastungen in der Bundespolizei zu hoch sind. Burnout-Fälle sind die Folge. Eine erfolgversprechende Gegensteuerung hat bis heute nicht stattgefunden.
    Der Präsident der Bundespolizei hat verkündet, dass er die „Bundespolizei wieder auf ihre Kernkompetenzen zurückführen will“. Dieses Ziel wird seitens der GdP begrüßt, obwohl wir kritisch festhalten, dass der Weg dorthin weder beschritten noch dem Einhalt geboten wird.
    Bestes Beispiel dieser noch immer fehlenden Zielverfolgung ist die derzeitige Diskussion über die Abordnung zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Bundespolizei, für diese Aufgabe nicht zuständig, soll mit insgesamt 160 PVB das Amt unterstützen, weil man dort selber nicht in der Lage ist, die anfallenden Aufgaben zu bewältigen.
    Im Ergebnis fehlen diese 160 PVB/PVB`innen für die Aufgaben im operativen Bereich. Folge ist, dass die Belastung der Menschen, die in der Bundespolizei ihren Dienst versehen, zunehmend steigt.
    Es wird in den Führungsetagen (offensichtlich besonders im BMI) dem Irrglauben gefolgt, man könne diese Aufgaben durch Komprimierung, Flexibilisierung und anderen Maßnahmen begegnen und bewirkt damit eine kontraproduktive Auswirkung der in den oben genannten Studien festgestellten Fakten. Diese werden bewusst ignoriert!

    Gleiches gilt auch für die personellen Unterstützungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz, dem seit über 40 Jahren laufenden Unterstützungen des Auswärtigen Amtes, des BKA, Dauerabordnungen zu Landespolizeien und Ähnlichem.

    Wenn die Politik die Bundespolizei in die Lage versetzt, das dafür erforderliche Personal on top zu etatisieren kann man über alles Reden, aber die Steinbruchposition kann und darf die Bundespolizei nicht weiter dulden.

    Der Gesamtpersonalrat bei der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin hat daher folgerichtig die Abordnungsverlängerung zum BAMF über den 30. November 2013 abgelehnt, weil dort die Auffassung vertreten wird, dass es andere Lösungen (z. B. aufgelöste Teile der Bundeswehr etc.) gibt, die diese Aufgaben für das BAMF übernehmen könnte. Bereits nachweislich belastetes Personal damit zu beauftragen, während andere Bereiche über freie Kapazitäten verfügen, kommt schlicht einer „Ausbeutung“ des wichtigsten Kapitals, dass nach Dienst auf zwei Beinen nach hause geht, nämlich den Menschen in der Bundespolizei, gleich.

    Die Bundespolizei ist personell nicht in der Lage und hat nicht den gesetzlichen Auftrag die Kartoffeln für andere Organisationen oder politische Fehlleistungen aus dem Feuer herauszuholen. Der Bürger zahlt für die Bundespolizei Steuern um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Dieser Auftrag wird derzeit zumindest vernachlässigt. Die Zahlen zunehmender illegaler Aufenthalte belegt das eindeutig.

    Natürlich können wir es verstehen, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Bundespolizei gerne bei anderen Behörden, bei denen ihre Arbeit geschätzt wird, arbeiten. Über diesen Umstand sollten die Führungskräfte unserer Organisation mal nachdenken. Es ist eine Frage der Firmenkultur der Bundespolizei im Vergleich zu anderen Behörden. Aber – und da liegt nach den wissenschaftlichen Ergebnissen logischerweise unser personalrätlicher Schwerpunkt -: wir haben uns auch für die einzusetzen, die die Arbeit für die abgeordneten Kolleginnen und Kollegen mit zu erledigen haben. Leider nehmen die Straftäter, Fußballchaoten, Taschendiebe, Selbstmörder und viele andere unseres täglichen Klientels keine Rücksicht darauf, ob es beim BAMF Personalprobleme gibt. Das Gegenteil wird der Fall sein. Wo keine Polizei präventiv auftritt, bilden sich rechtsfreie Räume.

    Wenn wir als Gewerkschaft der Polizei der Auffassung von Herrn Dr. Roman folgen und wieder zu den Kernaufgaben zurückkehren, wie es mittlerweile die meisten Bundespolizisten, wenn auch manche nur hinter vorgehaltener Hand tun, sind wir verpflichtet, alles zu unternehmen, um dieser Personalausleihe ein Ende zu setzen.

    Aber derzeit sieht die Lage in der Lebenswirklichkeit wie folgt aus: Unter der aus Sicht der Personalräte rechtswidrigen Anwendung des BPersVG wird im BMI und BPOLP auf Zeit gespielt. Zwar hat das BMI das Nichteinigungsverfahren beendet, aber es handelt es sich nicht um einen Abschluss, sondern nach unserer Einschätzung um eine juristische Finte, denn mit aktueller Erklärung sollen nun wiederum – aber andere – Bundespolizisten zum BAMF gehen. Man meint, damit die Dreimonats-Regelung, die eine Beteiligung des Personalrats ausschließt, anwenden zu können.

    Dieser Umstand stellt aber eine sogenannte unechte Kettenabordnung dar und daher wird die GdP ihren Personalräten anraten, entsprechende Klageverfahren auf den Weg zu bringen. Das Maß ist nun voll!

    Das BMI und die dafür federführenden Führungskräfte der Bundespolizei müssen rechtlich aufgehalten werden, um die Belastung unserer Kolleginnen und Kollegen nicht auf einen Punkt zu bringen, wo deren Gesundheit Schaden nimmt.

    Im Übrigen geht uns langsam der Glaube verloren, dass Gesundheitsmanagement, Evaluierung der Neuorganisation und ähnliche Aktivitäten wirklich mit dem nötigen Ernst betrieben werden oder ob es sich um Placebo-Papiere handelt, deren Wirkung angesichts der Lebenswirklichkeit in der Bundespolizei ins Gegenteil gewendet wird. Eine wirkliche Ernsthaftigkeit die Gesundheit unserer Mitarbeiter nicht auf Spiel zu setzen, kann aus Sicht der GdP nicht mehr wirklich belegt werden und von Absichtserklärungen ist noch niemals jemand gesund geworden oder geblieben!

  11. Als Betroffener kann ich berichten, dass die Aufgaben im BAMF vielfältig sind. Bei den doch sehr komplexen Aufgaben und den damit zusammenhängenden Einweisungszeiten machen Kurzabordnungen von 3 Monaten, was die Effizienz angeht, ohne Option auf Verlängerung überhaupt keinen Sinn. Das BAMF ist aufgrund der konstant steigenden Asylbewerberzahlen und der nicht absehbaren Änderung dieser Zustände nachweislich bemüht, durch die Erhöhung der eigenen Mitarbeiterzahlen für die Zukunft Abhilfe zu schaffen. Die Ausbildung bzw Anwerbung geeigneter Leute (u.a. RA`te als TB) dauert natürlich seine Zeit. Entsprechend qualifiziertes Personal mit den erforderlichen Grundkenntnissen gibt es beim Militär nicht, aber bei der Bundespolizei. Das Militär kann/darf z.B. weder ED-Behandlungen noch asylrechtliche Anhörungen (nur gD) durchführen. Gerade hier sind die in unserem Polizeiberuf stark artverwandten Grundkenntnisse und Erfahrungen im Bereich ED, der Vernehmungslehre und im Ausländerrecht gefragt. Daher frage ich mich, wer hier auf die weltfremde Idee gekommen ist, durch Soldaten einen adäquaten Ersatz für die Bundespolizisten zu finden.

    Die tatsächlichen Probleme auf den Dienststellen der Bundespolizei werden definitiv durch die horrende Anzahl der Abordnungen insgesamt verursacht und nicht, wie Peter schon richtig festgestellt hat, durch die paar Leutchen, die zum BAMF abgeordnet sind. Das ist höchstens ein Tropfen im Wasserfass und meiner Auffassung nach ein reines Politikum.
    Daher bin ich neugierg, ob mit Beendigung der BAMF Abordnungen auch die Kräfte aus dem Ausland, vom BKA, dem Verfassungsschutz etc. abgezogen werden.

    Wie letztendlich entschieden werden wird, das letzte Wort wird der neue BMI Thomas de Maizière haben.

    Entscheidend für meine Kommentar an dieser Stelle ist jedoch das, was ich in diesem Fall von meiner Gewerkschaft erwarte.

    Da alle BAMPF Abordnungen auf Bewerbungen und Initiative der Kollegen basieren, gehe ich davon aus, dass jeder Kollege seinen Grund hat, ob privat oder dienstlich, warum er bei der BAMF für einen gewissen Zeitraum tätig sein möchte.

    In meinem speziellen Fall freue ich mich darüber, nach 25 Dienstjahren endlich einmal, wenn auch zeitlich befristet, heimatnah verwendet zu werden und natürlich strebe ich auch eine Verlängerung an.

    Das mag auch daran liegen, dass sich unsere eigene Behörde bei den Bemühungen, Mitarbeiter im Laufe Ihrer Dienstzeit heimatnah zu verwenden, nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

    Ich erwarte von meiner Gewerkschaft, dass diese nach Ihren Möglichkeiten jeden Kollegen individuell bei seinen Verwendungswünschen unterstützt, auch gegen das Interesse des Dienstherren. Eine Gewerkschaft als Sprachrohr des Dienstherrn braucht und will niemand.

  12. @ Arnd Krummen

    Das BMI und die dafür federführenden Führungskräfte der Bundespolizei müssen rechtlich aufgehalten werden, um die Belastung unserer Kolleginnen und Kollegen nicht auf einen Punkt zu bringen, wo deren Gesundheit Schaden nimmt.

    Im Übrigen geht uns langsam der Glaube verloren, dass Gesundheitsmanagement, Evaluierung der Neuorganisation und ähnliche Aktivitäten wirklich mit dem nötigen Ernst betrieben werden oder ob es sich um Placebo-Papiere handelt, deren Wirkung angesichts der Lebenswirklichkeit in der Bundespolizei ins Gegenteil gewendet wird. Eine wirkliche Ernsthaftigkeit die Gesundheit unserer Mitarbeiter nicht auf Spiel zu setzen, kann aus Sicht der GdP nicht mehr wirklich belegt werden und von Absichtserklärungen ist noch niemals jemand gesund geworden oder geblieben!

    Dazu passt sehr gut der folgende Artikel aus dem DEZEMBER 2013:
    Ich finde das schlichtweg DESASTRÖS!!

    http://www.focus.de/finanzen/news/bericht-des-ministerium-20-fehltage-im-jahr-deutsche-beamte-so-krank-wie-nie_id_3451282.html

  13. Liebe Kolleginnen , liebe Kollegen , die Entscheidung Bundespolizisten zur Verwaltungsarbeit an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abzuordnen, schwächt die Bundespolizei in ihrem polizeilichen Aufgabenbereich. In der Folge kommt es zu personellen Engpässen. Die Polizei ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „Blaulicht“ – Organisation,die rund um die Uhr Verfügung bar. Die Frage muss aber lauten, für welchen Aufgaben ? Die Bundespolizei hat ohnehin schon mehr als 1.000 eingerichtete Arbeitsplätze vor allem in den Grenzinspektionen und im bahnpolizeilichen Bereich nicht besetzt. Ein rund um die Uhr Betrieb ist in einigen Bereichen nicht mehr möglich. Folge daraus ist eine deutliche Überlastung der Beschäftigten in der Bundespolizei.
    Die Bundespolizei ist nicht die „Einsatzreserve“ für alle Aufgaben im Geschäftsbereich des BMI oder darüber hinaus für die gesamte Bundesverwaltung. Ausweislich des „Gesundheitsförderugnsbericht 2012“ ist die krankheitsbedingte Abwesenheit weiter gestiegen. Die Personaldecke im Zuständigkeitsbereich des BMI ist insgesamt zu kurz. Wir haben als Bezirk Bundepolizei in Interessen der Bundespolizei zu vertreten. Für die Personalräte heisst dies eine permante Abwägung zwischen den verschiedenen Ansprüchen zum Wohle der Beschäftigten und den Aufgaben der Dienststelle.
    Niemand in der Gewerkschaft und den Personalräten macht sich seine Aufgabe leicht. Für mich und meine Kolleginnen und Kollegen geht es um Glaubwürdigkeit. Wir können nicht einerseits die nachgewiesenen Überlastung anprangern und andererseits eine Aufgabendehung keinen Widerstand leisten. Wir können nicht einerseits die Entlastung von „vollzugsfremden Aufgaben“ einfordern und anderseits weiteren zustimmen. Durch Personalfehl ist es nur sehr mühsam die Kernaufgaben Grenzpolizei, Luftsicherheit, Bahnpolizei und der Bereitschaftspolizei zu erfüllen. In den Koalitionsverhandlungen wurde über eine Personalaufstockung beim Bundesamt verhandelt. Die Alterstrukturentwicklung der Bundespolizei blieb unberücksichtigt. Wir wollen nicht die Kastanien für andere Behörden aus dem Feuer holen. Die Bürgerinnen und Bürger haben an die Polizei eine andere Erwartungshaltung. Durch Abordnungen zu anderen Bedarfträgern erhöht sich nicht die Polizeipräsenz im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei.
    Mit den beabsichtigten Abordnungen wird nach Außen der Eindruck erweckt in der Bundespolizei gäb es zuviel Personal. Doch genau das Gegenteil ist Fall. Wir sind zu wenige. Wir brauchen mehr Personal. Dafür treten wir an.
    Jörg Radek

  14. …irgendwie haben mal wieder alle ein wenig Recht!
    Einerseits die Position „Schluss mit dem Ausbluten!“, andererseits aber auch die mit dem Einwand „wenigstens auf diese Weise mal was Sinnvolles tun, und das noch näher an zu Hause…“

    Fakt ist: wir haben in weiten Teilen der Bundespolizei noch nie derart auf dem letzten Loch gepfiffen wie zur Zeit! Zumindest mal bei den Dienststellen, die nicht unbedingt zu den „Schwerpunkten“ zu rechnen sind. (Welche sind das denn bitte überhaupt?) War da nicht mal Grundsätzliches angekündigt dazu, was denn nun die vorrangige Aufgabe der Bundespolizei sein soll? Der alte BMI hat sich nicht geäussert, der Präsident BPOLP durfte es ganz offensichtlich nicht und ob unter dem „neuen alten“ BMI da eine Änderung zu erwarten ist, darf zumindest bezweifelt werden!

    Dass die „Reform III“ gerdezu grandios gefloppt hat, müsste mittlerweile auch der letzte geschnallt haben und sich damit auch die Hoffnung auf Reformbedingte Auffüllung der (noch…) stellenplanmäßig vorhandenen Dienstposten abgeschminkt!
    Also was nun? Dienstposten den Planstellen anpassen, will sagen: kürzen?
    Kann man machen, dann aber bitte auch sagen, was wann wo zukünftig nicht mehr gemacht werden soll! (Und nicht, wie Arnd es schon angedeutet hat, irgendwelche neuen Mätzchen auf dem Markt werfen mit „Konzentrierung, Priorisierung, Flexibilisierung oder sonst eine -ierung! Worthülsen, die sich bei näherer Betrachtung als das erweisen, als was es ein Bekannter von mir gestern bezeichnet hat: Luftw****** mit Looping…)

    Planstellen den Dienstposten anpassen? Schon besser (wenn auch nicht ausreichend)! Das dann aber bitte subito!
    Dass es so nicht weitergehen kann, sollte zumindest klar sein! Dass der Verzicht auf Abordnungen zum BAMF es nicht wirklich rausreisst, stimmt allerdings leider auch.

    Wie wäre es denn, wenn vielleicht zum Anfang zumindest Behördenintern jeder mal versuchen würde, mit dem auszukommen, was er laut ODP hat?
    Es ist aber jedesmal das gleiche: kurz nachdem man uns zum soundsovielten Male irgendeinen Hirnriss als „Mutter aller Reformen“ verkauft hat, die zukünftig Abordnungen weitestgehend überflüssig machen, laufen sich allerorten die Chefs warm, um im edlen Wettkampf darum, wer denn nun der Wichtigste ist, zu brillieren… – Gewonnen hat dann üblicherweise der, welcher die größte „einnehmende“ Abordnungsbilanz aufweisen kann.
    Dieser böse Gedanke könnte einem jedenfalls kommen….

    Wenn wir das geklärt haben, könnte man dann mal die gesamten Abordnungen zu anderen „Bedarfsträgern“ unter die Lupe nehmen und schliesslich darf man sich bei der Übernahme neuer Aufgaben (Stichwort Seehäfen und Frachtfliegerei) nicht weiterhin dergestalt überrumpeln lassen, diese ohne erforderliche Personalkompensation zu übernehmen!

    Von „oben“ können wir diese Einsicht nicht zwangsläufig erwarten und insofern war die Aktion des GPR STA nicht zuletzt auch ein Schuss vor den Bug der Führung! Ein Signal, dass es allmählich reicht! (Gut, gerafft haben sie´s anscheinend immer noch nicht…) Vor allem ein Signal, welches zur Nachahmung verleiten könnte. Sowohl , was die Akteuere betrifft als auch die Anwendungsmöglichkeiten….
    Mit der gleichen Argumentation, die jetzt zu dem in Rede stehenden Nichteinigungsverfahren geführt hat, könnte man nämlich auch Abordnungen/Umsetzungen in Führungsgruppen, zu Direktionen und ins Präsidium hinterfragen!

    Natürlich würde dann manches „nicht mehr gehen“; – Vielleicht braucht man aber auch dort mal die Erfahrung, die wir „unten“ nun schon seit Jahrzehnten machen.

  15. Ein Vorschlag, der möglicherweise nicht jedem gefällt:

    Einführung von
    1.) DuZ auf 5,- Euro steurefrei für Nachtdienste (20-6), Samstage, Sonn- und Feiertage, dass spült mehr Geld in den Geldbeutel (bedeutet für machen viel)
    2.) 38,5 Std. Woche für Schicht- und Wechseldienst – bringt mehr Freizeit für Familie und verringert die Belastung,
    3.) etwas weniger (geringer dosiertes) Management und Erhöhung des normalen menschlichen Verhalten und Umgang miteinander (Ausbau soziale Kompetenz) – steigert möglicherweise die Zufriedenheit, Wohlfühlen in der Organisation

    und dann wollen vielleicht gar nicht mehr so viel Leute weg bzw. klagen vielleicht weniger Leute über die Zustände und ihre negativen Erfahrungen, Belastungen etc.

    Aber das ist ja auch nur ein Vorschlag.

  16. Schnell geschrieben wegen Zeitdruck, muss ich aber los werden: Der Kollege Radek bringt es auf dem Punkt. Wir brauchen mehr Personal. Genau hier liegt doch das eigentliche Kernproblem. In meinen weit über 25 Dienstjahren gab es es schon immer Abordnungen zu befreundeten Bedarfsträgern. Das lag daran, dass wir als größe personell Bundesbehörde naheliegenster Ansprechpartner für kleinere Behörde mit, ich sage mal, überbelasteteten Behörden, die nicht sofort mit eigenene Kräften reagieren können, waren. Abordnungen für fremde Bedarfsträger haben schon immer nur einenen sehr kleinen Teil des Personals beansprucht, heute ist das nicht anders. De Gelegenheit, aus dem eigenen Dienstaltag für eine Zeit aus zu brechen, wurde von vielen Kollegen immer schon gerne wahrgenommen. Abordnungen zu fremden Bedarfsträgern haben schon immer zur Attraktivität unseres Berufes beigetragen und waren weder damals und heute verantwortlich für unserer momentane personelle Situation. Die Abordnungen insgesamt haben tatsächlich ein nicht zu tolerierendes Ausmaß angenommen. Das liegt aber daran, das wir unsere eigenen Aufgaben ohne mit den dazugehörednen Planstellen wahrnehmen. Auslandsverwendungen, HOD, Sky Marshall…das alles sind Aufgaben gem. BPOLG,aber zum großteil ohne Planstellen. Das Personal hierzu wird von den Dienststellen abgeordnert. Hier genau liegt das eigentliche Problem. Die Rücknahme der Abordnungen zu fremden Bedarfsträgern werden das Problem nicht im geringsten entschärfen, sondern nur die Flexibilität unseres Staates auf bestimmte Engpässe in seinen Behörden schnell und effektiv zu reagieren, noch weiter einschränken. Die einzige Lösung ist Geld in die Hand zu nehmen und das Personal der BuPo auf zu stocken. Z.B durch die Schaffung eines mit Planstellen hinterlegten Pools. Wie kann es sein, dass eine fast komplette Dienststelle wie z.B. die Luftsicherheistbegleiter auf Abordnungsbasis arbeiten? Anderer Lösungsansatz wäre, alle Dienststellen generell um 10 – 20% auf zu stocken, mit dem Hintergundwissen, dass in der Praxis diese 10 – 20% des Personals aufgrund anderer Verwendungen sowieso fehlen werden. @ Arndt… liebe Grüße

  17. @arnd krummen.
    natürlich weiß ich, das Sie als sehr aktiver gewerkschaftler bei der gdp agieren. das ist auch gut so. ich finde es nur schade, dass sich die gdp in diesem falle mit ruhm bekleckert und sich wahrscheinlich feiern lassen wird. für mich völlig zu unrecht. jetzt kann die gewerkschaft natürlich wieder “ ihren “ erfolg vorweisen. ist eine gewerkschaft eigentlich nicht für IHRE mitglieder da?
    wie es in anderen posting schon angesprochen wurde, finde ich auch, das die gdp sich um wichtigere sachen kümmern sollte. da fällt mit spontan die desulaten beförderungsmöglichkeiten speziell im m.d. aber auch mittlerweile im g.d ein, die unzufriedenheit vieler kollegen, weil immer mehr arbeitsdruck aufgebaut wird usw.

    meine bitte an die gewerkschaft, feiert euch da, wo ihr für eure mitglieder richtig was erreicht habt, wo ich gekämpft habt und eure mitglieder sagen können“ jawoll, das ist meine gewerkschaft.

    aber so…..

    Lieber Peter,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.
    Ich kann jeden verstehen, der vielleicht in der Aufgabe BAMF einen willkommene
    Veränderung / Abwechslung oder heimatnahe Verwendung sieht. Das geht in den
    Bauch und da kann man ruhig mal Luft ablassen.

    Zu den Einwänden möchte ich gerne noch einmal Stellung nehmen.
    Die Aufgabe der GdP Bundespolizei ist es, sich für die KollegInnen der Bundespolizei einzusetzen und deren Interessen zu vertreten. Das ist unsere Aufgabe und das tun wir!!!
    Wir machen schon seit langem darauf aufmerksam, dass wir dringend mehr Personal für eigene Aufgaben benötigen.
    Die Veränderungen die wir hierbei im Einstellungsbereich erzielen konnten, sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, reichen aber längst nicht aus.
    Die Aufgabe BAMF ist keine Bundespolizeiaufgabe und geht zu Lasten der übrigen Kolleginnen und Kollegen in der Bundespolizei.
    Ich bin mir sicher, dass jedem Betroffenen diese Situation klar ist. (Zumindest nach diesen Erklärungen sein müsste)
    Nicht klar dürfte jedoch sein, warum die politischen Entscheidungsträger sich überhaupt zu solchen Unterstützungsmaßnahmen hinreißen lassen. Nicht gut!
    Es versteht sich von selbst, dass wir als GdP handeln.

    Gruß,
    Arnd Krummen

  18. Seit Jahren werden PVB in den gD gehoben. Je nach Art des Aufstiegs fehlten oder fehlen diese natürlich auf der Dienststelle. „Leidtragende“ waren die, die wg. fehlender Voraussetzungen nicht aufsteigen konnten und waren deshalb genauso mehrbelastet. Denkt darüber nach, denn in der 1. Rate wurden 99% mD geschickt…..

  19. Was hat denn das BAMF mit seinem Personal gemacht? Ist das verkleinert worden in den letzten 14 Jahren, wenn damals schon mehr Asylbewerber kamen als jetzt? Oder haben die jetzt auch so ein kompliziertes Sachbearbeitungsprogramm wie wir, bei dem man drei Stunden braucht, bis man einen illegal Eingereisten „bearbeitet“ hat. Vor 14 Jahren ging das mit GTS II wesentlich schneller und Statistik/Auswertung gab es da auch schon. Ich frage mich heute immer, wie wir es vor 15 Jahren mit weniger Personal schaffen konnten, Sachverhalte von 80 illegal eingereisten Personen an einem Tag zu „bearbeiten“.

  20. Alle hier aufgeführten Begründungen sind nachvollziehbar. Man kann es jedoch auch mal von einer anderen Seite betrachten. Für lebensältere Beamte besteht auf einer Inspektion fast keine Möglichkeit aus dem Schichtdienst raus zu kommen. Hinzu kommt, dass man trotz körperlicher Gebrechen, die das Alter so mit sich bringt, sich noch auf Einsätzen quälem muss. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl wenn man im Alter von 56 Jahren, belastet mit einem Bandscheibenvorfall noch Leuten gegenüberstehen muss, die schon die Enkel sein könnten. Für speziell diese Beamte, die noch gerne arbeiten und das Glück haben in ihrer Nähe eine Bundesbehörde (BAMF) zu haben, die Unterstützung braucht und die die geleistete Arbeit schätzt ist dies ein Glücksfall. Also liebe GDP, bitte in der Bundespolizei bessere Rahmenbedingungen schaffen als sich dafür einzusetzen manchen Kollegen eine Chance zu nehmen wieder mit Freude zur Arbeit zu gehen. Mir ist natürlich klar,daß sich die GDP für alle Mitglieder einsetzen muss und nicht nur für Randgruppen. Weiterhin ist mir bewusst, daß wir noch eine ganze Menge andere Probleme haben als Abordnungen zum BAMF. Insofern betrachte ich meine Nachricht auch nur als Denkanstoß.

  21. Hallo
    Ihr habt alle auch gut geschrieben und auch alle recht gehabt. Die Abordnungen wurden aufgehoben… Und am 13.1 kam erneut eine Ausschreibung zum BAMF.

    Super klasse ….die die schon 3 Monate da waren kommen zurück und NEUE gehen dorthin…

    Mehr Unsinn gibt es nicht.