Körperschutzausstattung muss verbessert werden!

Die Körperschutzausstattung (KSA) für die Einsatzkräfte der Bundespolizei entspricht nicht mehr den Erfordernissen der Einsatzanlässe. Deshalb ist es nach Auffassung der GdP Bezirk Bundespolizei jetzt an der Zeit, die Entwicklung der Nachfolgegeneration einzuleiten. Martin Schilff hatte diese Forderung bereits im Gespräch mit dem neuen Innenminister dargestellt.
Die langen Tragezeiten der KSA in Einsätzen von bis zu über 10 Stunden, beispielsweise bei Zugbegleitungen im Fußballreiseverkehr in oft engstem Raum in den Zügen der DB, belasten unsere Kolleginnen und Kollegen in einem sehr hohen Maß. Die besonderen anatomischen Anforderungen von Frauen an eine Schutzausstattung sind bisher unberücksichtigt. Das Gewicht der KSA im Zusammenhang mit der Tragezeit wird zu nehmend für die Einsatzkräfte zu einem Problem.
Wir fordern den Dienstherrn auf, die Entwicklung einer neuen KSA einzuleiten. Dabei soll unter Nutzung aktueller technischer Möglichkeiten und moderner Materialien das Gewicht der KSA reduziert werden. Neben der Gewichtsreduzierung muss die Nutzung aller Möglichkeiten zur Erhöhung des Tragekomforts (z.B. VErmeidung von Druckstellen) im Focus stehen, damit die Belastung der Einsatzkräfte verringert wird. Wer in den Einsätzen in Hamburg dabei war oder mindestens die Bilder verfolgte, macht sich Sorgen über die Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit.
Jörg Radek

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

8 Kommentare
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  1. Bevor Männer sich jetzt Gedanken machen ob und wie die künftige KSA für Frauen geschnitten sein soll oder Frauen, die noch nie eine KSA angehabt haben, fragt doch die Mädels die die KSA tragen, ob dort ein besondere Schnitt erforderlich ist.

    Ich denke, dass das Hauptproblem das Gewicht ist. Der Hersteller empfiehlt eine Tragedauer von bis zu vier Stunden. Tatsächlich ist es aber oft über 10 Stunden. Das Eigengewicht der KSA, plus Funkgerät, plus Einsatzgürtel, plus Helm, plus Flasche Wasser, etc führt zu einer extremen Belastung des Rückens. Jedes Kilo (oder Gramm) weniger entlastet. Ich habe deswegen – um ein paar Gramm zu sparen – eine KSA in einer Nummer kleiner genommen.

    Die neue KSA muss in erster Linie leicht sein. Schutz gegen Schlag und Bewurf bieten, Platz/ Befestigung für Funk, Helm, Flasche Wasser haben und so aussehen, dass man sie im Hochsommer auch ohne Jacke drüber tragen kann. Und leicht sein.

    Die alten KSA können zunächst den Einzeldienst überlassen werden, die sich über jede KSA freuen und später dann auch durch neue ersetz werden.
    Vorrangig muss diesmal die BePo ausgestattet werden. Da die BFE`en eine KSA -schwer- wollten müssen diesmal die Linienkräfte als erstes bedacht werden!

  2. Aber bitte nicht auf Kosten der Sicherheit sparen. Was niemand braucht sind die leichten KSA aus Kunststoffen o.ä.. Dann trage ich lieber etwas schwerer und habe genügend Schutz.
    Ansonsten sind Verbesserung und Neuanschaffung von Nöten.
    Was ist denn mit der Geschichte Bereitschaftspolizei 2015. In diesem Programm sollte doch auch dieses Thema verarbeitet erden?

  3. @Verbandelt!
    Genau, was nützt uns eine leichte KSA, die weniger Schutz bietet.
    Ich hab auch bei den Länderpolizeien noch nichts Besseres gesehen.
    Man sollte vielleicht dran arbeiten, dass man die KSA nicht 10 Stunden oder
    mehr tragen muss.

  4. Die Gewerkschaften und Personalräte sollten mal darauf drängen, dass alle Arbeitsmittel bei der Bundespolizei einer Prüfung nach dem Arbeitsschutzgesetz unterzogen werden, ebenso die einzelnen Tätigkeiten und Arbeitsplätze einer Gefährdungsbeurteilung! Vor allem sollten dies mal beim BPOLP erfolgen, schließlich beschafft dieses die Arbeitsmittel für die gesamte BPOLP. Das fängt schon bei der Diensthose an, welche keinerlei Reflektoren hat, hier würde sich doch eine Blise als 3M Streifen anbieten. Die Dienstfahrzeuge sind ebenfalls kaum im dunklen zu erkennen, gerade die älteren Generationen. Hier rüsten fast alle Polizeien ihre Fahrzeuge entsprechend um, aus Gründen des Arbeitsschutz! Die Unfallkasse des Bundes steht hier mit Sicherheit mit Rat zur Seite!

  5. @ Streifenhörnchen
    1. In jeder Dienststelle zumindest auf Inspektions oder Abteilungsebene gibt es einen Beauftragten für Arbeitssicherheit. An den kannst Du Dich jederzeit wenden.
    2. Im Intranet/Infothek ist eine „Gefährdungsanzeige“ als Formblatt eingestellt. Brauchst Du nur ausfüllen und abgeben. Geht dann zu Deiner Krankenakte (diese wird im Gegensatz zur Pers.-Akte nie gelöscht).
    3. Die Dienstfahrzeuge werden auch bei uns „überarbeitet“, es gibt dazu einen UA FEK Beschluss und beim PTI gibt es ein Studienpapier zur Kennzeichnung von Dienstfahrzeugen. Wird auch bei uns kommen.
    4. Den Vorschlag bezüglich der Reflektoren an der Hose finde ich auch gut. Klingt blöd, aber ich empfehle Dir das IdeeNet.

  6. Ich schließe mich dem Erstreder an. Meine KSA wiegt ohne FEM 10 Kg. Dann kommt noch der Gürtel sowie Getränke und Zusatz FEM ( VorratsPfeffer, Fesselschere usw.) dazu. Und jetzt soll die neue KSA nochmal 2 kg schwerer werden weil die BFE dass so gerne hätte?
    Wir laufen doch auch nicht mit Schutzweste schwer rum bloß weil die 9ner darauf angewiesen sind in Ihrem Einsatz. UNd ja es ist belastend für den Körper, zumal es Führungskräfte gibt die direkt bei Einsatzbeginn in einer 0 Lage die KSA anordnen und man diese die nächsten 10-14 Std. nicht ausziehen kann/darf. Bloß Konsequenzen hat das wohl für niemanden wenn nach Jahren Gesundheitsprobleme auftauchen.

    Eine leichte KSA wäre absolut erstrebenswert da die jetzige eh nur den Körper einschränkt und bei wirklichen Einsatzhandeln nur Energie kostet die woanders dann fehlt. (selber erlebt bei verbringung auf dem HBF B von ganz untén nach ganz oben von ganz links nach ganz rechts.)

    Auch nicht nachvollziehbar ist die Aussage es gäbe zu wenig Schutz mit Hartplaste. In anderen Ländern reicht das auch und die haben definitiv größere Probleme mit sozialen Unruhen ( bsp. Frankreich).

  7. Also erstmal, weil die BFE es will? Ich denke mal das ihr da mal neu recherchieren solltet… Die bfe’en wollen bestimmt nicht noch schwerere Westen, da die ja eh schon schwerer als die die ehus ist. Da die ja mindestens genauso lang getragen werden und da auch jeder Probleme mit Rücken und Gelenken hat, wäre das ja ein bißchen Schwachsinnig. Ich denke mal, das aus dem Bereich sehr viel kommt, um die Westen leichter, sicherer und beweglicher zu machen. Nur hat der Bund kein Geld, eine neue, bessere Weste kostet 7!!! Mal so viel wie die „aktuelle“. Das das natürlich eine Investition in die Zukunft wäre, bedenkt da oben keiner( wer billig kauft, kauft zweimal). Die Behandlungskosten für die wegre der Weste auftretenden Probleme dürfte um einiges höher sein.
    Und zweitens, wenn ich sowas höre, die Bfe’en wollten ja die schwerere Weste haben, also Kriegen erstmal die ehus neue, leichtere Westen, da platzt mir echt der Kragen. Das kann nur von irgendeinem kommen, der entweder in der Ausbildung durchgängig gepennt hat ( man sollte sich vielleicht nochmal die Aufgabengebiete und das daraus resultierende einsatzspektrum anschauen…) oder derjenige ist einfach nur sauer, das er mal beim Test nicht genommen wurde… Es ist immer leicht über Dinge zu sprechen, von denen man keine Ahnung hat.

  8. Hallo in die Runde,

    Bundesbereitschaftspolizei= „2 Klassen Polizei“?

    Die Einsatzhundertschaften sind aus Fußball- und Demonstrationseinsätze gar nicht mehr wegzudenken. Das Gewaltpotenzial in diesen Einsatzbereichen wird auch nicht weniger, es nimmt eher stetig zu. Hierbei kommt es auch immer wieder zu verletzten PVB. Hervorgerufen werden diese Verletzungen durch, Bewurf mit Pyrotechnik, Flaschen, Steinen und anderen Gegenständen.

    Und hier kommt meiner Meinung das Thema, „2 Klassen Polizei“ auf. Ganz besonders kann man dies an der persönlichen Ausstattung fest machen. Warum wird an dem Schutz der Beamten innerhalb einer EHu, TeHu „gespart“?

    Ich spreche hier besonders die Körperschutzausstattung (eingeführter neuer Schuberth Helm, KSA schwer) und die Einsatzkombination blau flammhemmend an. Die Einsatzmittel wie Einsatzkombination, Schutzhelm und KSA schwer, werden vor Einführung ausgiebig getestet, um zu ermitteln, in wie weit die Beamten geschützt werden. Warum verdienen die Beamten der EHu’en und TeHu’en diesen bestmöglichen Schutz nicht?

    Und das hat nichts mit einem nicht bestehen der Verwendungsfortbildung BFHu zu, ich bin dort Angehöriger.
    Wir sind schließlich alle EINE Bereitschaftspolizei und sollten die gleiche Ausstattung verdienen. Unterschiedliche Erkennungsmerkmale sind doch durch die taktischen Rückenkennzeichnungen gegeben.