Zum Bundesliga Rückrundenstart: Malchow warnt vor hoch brisanter Koalition von Hooligans und Ultras

Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Oliver MalchowBerlin. Vor dem Rückrundenstart der Bundesliga warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor einer neuen Dimension der Fußballgewalt in Deutschland. Mit großer Sorge registriere die Polizei, so GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow, Hinweise auf eine neue „hoch brisante Koalition“ von alten Hooligan-Gruppierungen und dem gewaltbereiten Teil der heutigen Ultra-Szene. Malchow: „Spätestens seit der brutalen Auseinandersetzung in der Kölner Innenstadt am vergangenen Wochenende steht fest, dass die Gewalt rund um den Fußball eine neue Intensität erfährt und sich zugleich auf die Straßen und den Reiseverkehr verlagert. Die einen Schwerstverletzten fordernde Kölner Massenschlägerei reiht sich nahtlos in die Serie massiver Gewalttaten ein, die bereits in der ersten Halbserie die Polizei beispielsweise vor Spielen in Leipzig und Bielefeld zu Großeinsätzen zwang.“ Malchow bekräftigte die Einschätzung seines Stellvertreters und nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Arnold Plickert, dass es offenbar nur eine Frage der Zeit sei, „bis es im Umfeld der Fußballspiele zu Toten kommt“.
Gewaltbereite Ultras und Hooligans würden, so der GdP-Chef, mittlerweile vielerorts nicht nur die Fankurven, sondern auch Bahnhöfe und Züge sowie Zufahrtsstraßen und Innenstädte als rechtsfreie Räume ansehen. Die polizeilichen Einsatzkräfte seien immer häufiger unvermittelt massiven Angriffen ausgesetzt. Malchow: „Gegen die absurde Vorstellung dieser Störer, die Polizei hätte dort nichts zu suchen, wird weiterhin konsequent vorgegangen. Friedliche Fans müssen ohne Angst zu den Stadien und nach Spielschluss unversehrt nach Hause kommen können.“

Nach einem der GdP vorliegenden Bericht der Bundespolizei über das Einsatzgeschehen in der Saison 2012/2013 im Zusammenhang mit dem Fanreiseverkehr handelt es sich mittlerweile bei jeder vierten der registrierten Straftaten um ein Gewaltdelikt. Fußballstörer träten „zumeist in Gruppen bis hin zu einem geschlossenen Mob“ auf. Starker Alkoholkonsum vor allem bei der Anreise führe zu einem erheblichen Absenken der Hemmschwellen Einzelner, zur Begehung von Gewalttaten „in der Anonymität und aus dem Schutz der Gruppe heraus“, so laut Bundespolizei-Papier. In der dritten Liga habe sich das Straftatenaufkommen im Vergleich zur Vorsaison sogar verdreifacht.

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

2 Kommentare
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  1. Hallo, ich habe mal eine Frage:

    In der laufenden Fußball-Bundesligasaison 2013/2014 wird EIN EINZIGER Spieltag „unter der Woche“, also Dienstag-/Mittwochabend, ausgetragen. Warum wurde ausgerechnet auf diesen Spieltag eine der beiden Saisonbegegnungen zwischen Dortmund und Schalke gelegt? So von wegen „keine Hochrisikospiele bei Dunkelheit“, da war doch mal was – oder etwa nicht? Ist doch noch gar nicht so lange her.

    Diese Terminierung kann doch nichts mit Dummheit oder Pech oder „Panne“ zu tun haben. Ich gehe davon aus, dass man mir eine Klage wegen Beleidigung anhängen könnte, wenn ich verbreiten würde, die Verantwortlichen bei DFB/DFL seien einfach zu blöd, um das geschickter zu machen. Da muss es doch eine Absicht geben, eine Planung! Irgendjemand will Randale im relativen Schutz der Dunkelheit haben, um hinterher wieder draufhauen zu können. Die Scharfmacher bei Politik, Polizei, DFB/DFL brauchen die Hooligans so sehr wie die Hooligans die Scharfmacher. Ist nicht anders als bei Links- und Rechtsextremisten.

    Und es läuft ja auch perfekt: Schon zwei Monate vorher wird über dieses so gefährliche Spiel gesprochen. Alle Beteiligten sowie die Medien haben GAAANZ viel Zeit, sich gründlich warmzulaufen. Glückwunsch an ichweißnochnichtgenauwen, das hast Du super hinbekommen!

    Sofern Politik/Polizei keine Regie geführt haben bei dieser Spielansetzung, so erwarte ich von ihnen, dass sie nachdrücklich Auskunft von DFB/DFL verlangen, warum Beamte unnötig zusätzlichen Gefahren ausgesetzt werden!

    Mit freundlichen Grüßen
    Max Meier

  2. An Max Meier !
    Warum das Derby unter der Woche stattfindet ?
    Weil es eh ausverkauft ist ! Klingt komisch, ist aber so. Das Derby fand auch schon öfters Freitags (abends) statt. 2011 im Februar. 2010 im Februar. 2009 im Februar. Davor 2004 Ende Januar.
    Sky bestimmt in Wahrheit die Anstosszeiten. So legt man Spiele, die eh ausverkauft sind, halt auf Freitage oder diesmal eben unter die Woche. Freitags kann Sky richtig Geld einsacken. Denn dann schauen sehr viele Sky „Kunden“ das Derby. Somit steigen die Werbeeinnahmen. Es geht halt nur ums Geld.

    Aber tröste Dich ! Der DfB hat das Länderspiel Deutschland England auch schon mal auf den 20.April angesetzt. Dank des Internets und gewisser Aktivitäten schaltete der DfB seinen Verstand ein und strich das Freundschaftsspiel ersatzlos.

    Doch keine Sorge Max Meier ! Das Spiel wird vorverlegt ! Anstoss wahrscheinlich 18:00 Uhr. SU(zentral 18:44). Einlass bei Helligkeit. Dann kann Sky alles sauber präsentieren.
    Was dann in der Dunkelheit passiert, interessiert Sky nicht mehr. Und auch die Bahnpolizei ist dank des Abbaus nicht mehr überall direkt präsent. Danke an das Innenministerium. Es wird ja wohl ein Seitenhieb auf den Abbau der Bahnpolizei im gesamten Bundesgebiet erlaubt sein. Und die Kollegen der Lapo NRW und die Bundespolizei sind nach dem Spiel trotzdem lange in Alarmbereitschaft und wahrscheinlich auch mehr…. .